Krumau an der Moldau (Český Krumlov)

Die mittelalterliche Stadt Krumau an der Moldau (Český Krumlov) in Südböhmen gehört zu den schönsten Reisezielen Tschechiens. Das historische Zentrum liegt malerisch in einer Schleife der Moldau (Vltava) und steht seit 1992 vollständig unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes.

Über der Altstadt erhebt sich das mächtige Schloss Krumau, das nach der Prager Burg das zweitgrößte Schloss des Landes ist. Mit seinem markanten Rundturm, den aufwendig gestalteten Fassaden und dem weitläufigen Schlossgarten bildet es das Wahrzeichen der Stadt. Von hier aus eröffnet sich ein faszinierender Blick auf die Dächer und Gassen, die sich wie ein Mosaik an die Moldau schmiegen.

Die Altstadt selbst verzaubert mit engen Kopfsteinpflastergassenhistorischen Bürgerhäusern und einer idyllischen Uferpromenade, die zum Flanieren einlädt. Bei einem Spaziergang entdeckt man zahlreiche kleine Galerien, Handwerksläden, Cafés und Restaurants, die den besonderen Charme dieser Stadt ausmachen.

Am Abend entfaltet Krumau seinen ganz eigenen Zauber: Wenn die Fassaden in warmem Licht erstrahlen und sich in der Moldau spiegeln, wirkt die Stadt wie eine lebendige Märchenkulisse.


Themenüberblick:

  • Krumau an der Moldau – Märchenhafte Altstadt im Herzen Böhmens
  • Geschichte: Vom Adelsitz zum UNESCO-Welterbe
  • Sehenswürdigkeiten und Architektur
  • Schloss Krumau – das „kleine Prag“ Südböhmens
  • Mittelalterliche Altstadt und St.-Veits-Kirche
  • Museen, Klöster und Kulturdenkmäler
  • Aktivitäten und besondere Erlebnisse
  • Fotospots und Aussichtspunkte für Enthusiasten
  • Kultur und Kulinarik in Krumau
  • Praktische Hinweise für deine Reise nach Krumau

Krumau an der Moldau – Märchenhafte Altstadt im Herzen Böhmens

Die mittelalterliche Stadt Krumau an der Moldau in Südböhmen gehört ohne Zweifel zu den schönsten Reisezielen Tschechiens. Ihr historisches Zentrum liegt malerisch in einer Schleife der Moldau (Vltava) und steht seit 1992 als Ensemble vollständig unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes. Wenn du durch die verwinkelten Gassen der Altstadt schlenderst, fühlst du dich in der Zeit zurückversetzt – umgeben von bunt verzierten Häuserfassaden aus Gotik, Renaissance und Barock, von Kopfsteinpflaster und dem steten Rauschen des Flusses. Über allem thront das gewaltige Schloss Krumau, dessen runder Turm schon von Weitem grüßt und der Stadt ihr unverwechselbares Gesicht verleiht. Bereits jetzt kannst du erahnen: Krumau ist ein Ort voller Geschichte und Atmosphäre, der dich vom ersten Moment an verzaubern wird.

Blick auf Krumau: Die Moldau umfließt die Altstadt in einer dramatischen Flussschleife, über der das Schloss Krumau mit seinem markanten Rundturm thront. Von den erhöhten Aussichtspunkten bietet sich ein Panorama aus roten Ziegeldächern, mittelalterlichen Brücken und dem Grün der umliegenden Hügel.


Geschichte: Vom Adelsitz zum UNESCO-Welterbe

Krumau kann auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Gegründet wurde die Siedlung im 13. Jahrhundert an einer strategisch günstigen Stelle am Fluss – Český Krumlov bedeutet übersetzt etwa „böhmisch Krummau“ und leitet sich vom mittelhochdeutschen krumme Aue ab, was auf die markante Flussschleife der Moldau anspielt. Schon früh entstand hier eine Burg, die im Laufe der Jahrhunderte Sitz mächtiger böhmischer Adelsgeschlechter war, allen voran der Herren von Rosenberg und später der Fürsten Schwarzenberg. Unter den Rosenbergern, deren Wappen die fünfblättrige Rose ziert, erlebte Krumau im 16. Jahrhundert eine Blütezeit – bis heute feiert die Stadt diese Epoche jedes Jahr mit dem farbenfrohen Fest der fünfblättrigen Rose, einem historischen Mittelalter-Spektakel mit Ritterlagern, Gauklern und „lebendem Schach“ im Schlossgarten.

Im 18. und 19. Jahrhundert prägten die Schwarzenberger Fürsten das Stadtbild weiter und hinterließen ein reiches kulturelles Erbe, bevor Krumau nach dem Ende der Habsburger Monarchie Teil der Tschechoslowakei wurde. Die Wirren des 20. Jahrhunderts – zwei Weltkriege und die Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung – gingen auch an Krumau nicht spurlos vorbei. Doch die Bausubstanz der Altstadt blieb weitgehend unversehrt erhalten. Nach der politischen Wende von 1989 begann die behutsame Restaurierung der verwitterten Fassaden und Gassen. Die Aufnahme des gesamten historischen Stadtkerns in die UNESCO-Welterbeliste im Jahr 1992 markierte schließlich den krönenden Abschluss dieser Bemühungen. Seither erstrahlt Krumau wieder in altem Glanz – ein lebendiges Museum unter freiem Himmel, das Geschichte auf Schritt und Tritt spürbar macht.


Sehenswürdigkeiten und Architektur

In Krumau verschmelzen Jahrhunderte zu einem faszinierenden Gesamtbild: Die Stadt ist ein lebendiges Freilichtmuseum voller historischer Schätze und architektonischer Meisterwerke. Vom mächtigen Schloss, das hoch über der Altstadt thront, bis zu den kunstvoll verzierten Bürgerhäusern und sakralen Bauwerken erzählt jeder Winkel eine eigene Geschichte. Bei einem Rundgang durch die Gassen entdeckst du gotische Spitzbögen, Renaissance-Sgraffiti, barocke Fassaden und versteckte Innenhöfe – ein einzigartiges Ensemble, das nicht ohne Grund unter dem Schutz der UNESCO steht.


Schloss Krumau – das „kleine Prag“ Südböhmens

Das unübersehbare Schloss Krumau ist das Wahrzeichen der Stadt und ihre berühmteste Attraktion. Mächtig erhebt sich der weitläufige Schlosskomplex auf einem Felsvorsprung oberhalb der Moldau – nach der Prager Burg ist er der zweitgrößte seiner Art in Tschechien. Wenn du über die hölzerne Lazebnický-Brücke und durch das schmale Latrán-Tor hinauf zum Schloss spazierst, tauchst du in eine andere Welt ein. Hinter den wehrhaften Mauern erwarten dich rund 40 Gebäude, fünf Innenhöfe und ein prachtvoller Park, die gemeinsam verschiedene Epochen widerspiegeln. Besonders ins Auge fällt der bunte Schlossturm mit seinen verspielten Renaissance-Malereien – 86 Meter hoch ragt er in den Himmel. Über 162 Stufen kannst du ihn besteigen und wirst mit einem fantastischen Rundblick belohnt: Zu deinen Füßen breitet sich das rote Ziegeldach-Mosaik der Altstadt aus, durchzogen von der glitzernden Moldau, und am Horizont erheben sich die dichten Wälder des Böhmerwald-Vorlands.

Doch nicht nur der Turm lohnt den Aufstieg. Das Schlossgelände beherbergt zahlreiche Schätze: Besichtige zum Beispiel das original erhaltene Barocktheater von 1766 – eines der ältesten und am besten erhaltenen Barocktheater der Welt, komplett mit Bühnentechnik und Kulissen. Bei Führungen (in den Sommermonaten, begrenzte Plätze!) kannst du einen Blick hinter die Kulissen dieser Theaterhistorie werfen. Im Schlossmuseum erfährst du mehr über die einstigen Bewohner, und in den prunkvollen Sälen mit ihren Deckengemälden wähnt man sich in die Zeit der Renaissance-Fürsten zurückversetzt. Auch draußen gibt es viel zu entdecken: Über die berühmte Mantelbrücke – eine mehrstöckige Arkadenbrücke, die zwei Schlosshöfe verbindet – gelangst du in den oberen Teil der Anlage. Von diesem Übergang hat man übrigens einen der schönsten Blicke auf die Stadt und hinüber zur Silhouette der St.-Veits-Kirche – plane hier unbedingt einen Fotostopp ein. Dahinter erstreckt sich der Schlossgarten in Terrassen den Hang hinauf, angelegt im 17. Jahrhundert: alte Lindenalleen, formale Beete, Statuen und in der Mitte ein Rokoko-Brunnen. Im Sommer finden hier Open-Air-Aufführungen statt, bei denen sich die Zuschauertribüne sogar drehen kann, sodass du als Besucher Teil einer einmaligen Inszenierung unter freiem Himmel wirst. Übrigens kannst du das gesamte Schlossareal mit Höfen, Brücke und Gärten kostenlos erkunden – Eintritt wird nur für spezielle Führungen und den Aufstieg auf den Turm verlangt.

Nicht zu vergessen: Im Burggraben unterhalb der Mantelbrücke leben echte Bären! Diese Tradition des Bärenhaltens geht bis ins 16. Jahrhundert zurück, vermutlich eingeführt von den Rosenbergern als Symbol ihrer Macht. Zwei Braunbären tapsen heute noch gemächlich durch den Graben und ziehen neugierige Blicke auf sich – ein sowohl für Kinder als auch Erwachsene faszinierendes (wenn auch kontrovers diskutiertes) Schauspiel.

Mittelalterliche Altstadt und St.-Veits-Kirche

Unterhalb des Schlossbergs schmiegt sich die Altstadt von Krumau in die Flussschleife – ein nahezu intaktes Stadtbild wie aus dem Bilderbuch. Die Altstadt (Vnitřní Město) ist größtenteils autofrei, sodass du ungestört über das Kopfsteinpflaster bummeln kannst. Folge deinen eigenen Wegen durch ein Labyrinth aus engen Gassen und kleinen Plätzen, vorbei an farbenfrohen Bürgerhäusern mit Erkern, Laubengängen und verzierten Giebeln. Viele Gebäude tragen sichtbare Spuren vergangener Jahrhunderte: hier ein gotischer Spitzbogen, dort eine Renaissance-Sgraffitofassade oder barocke Stuckornamente. Hinter jeder Ecke verbirgt sich etwas Neues – sei es ein versteckter Innenhof, ein hübscher Durchgang oder eine Aussicht auf den Fluss. Zahlreiche Galerien, Kunsthandwerksläden, Antiquariate und Boutiquen laden zum Stöbern ein. Dazwischen findest du immer wieder gemütliche Cafés mit duftendem Gebäck im Schaufenster und urige Wirtshäuser, aus denen der Duft von böhmischen Spezialitäten strömt. Nimm dir Zeit, die Details an den Fassaden zu betrachten – manche erzählen mit aufgemalten Szenen oder Inschriften aus dem Leben vergangener Bewohner.

Im Herzen der Altstadt öffnet sich der Hauptplatz Náměstí Svornosti, ein lebendiger Treffpunkt für Einheimische und Besucher. In der Mitte sprudelt ein barocker Brunnen, daneben ragt die Pestsäule empor, die im 18. Jahrhundert zum Gedenken an die überstandenen Seuchen errichtet wurde. Rund um den Platz reihen sich repräsentative Bürgerhäuser aneinander, viele mit farbenprächtigen Fassaden aus Gotik und Renaissance. Hier findest du auch das historische Rathaus mit seinen Doppelgiebeln, heute Sitz der Stadtverwaltung. Der Platz ist ganzjährig Veranstaltungsort – ob Sommerkonzerte, mittelalterlicher Markt beim Rosenfest oder der stimmungsvolle Weihnachtsmarkt im Advent, wenn Krumau im Lichterglanz erstrahlt. Zur Weihnachtszeit duftet es hier nach Lebkuchen und heißem Honigwein, während auf der Bühne Weihnachtslieder erklingen – ein echtes Wintermärchen!

Unübersehbar im Stadtpanorama ist die mächtige Kirche St. Veit, die mit ihrem hohen Turm und dem steilen Schindeldach die Altstadt überragt. Diese Stadtkirche wurde bereits im 14. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut und später barock umgestaltet. Innen erwarten dich hohe Rippengewölbe, bunte Glasfenster und Altäre im Barock- und Rokokostil. Hier liegen auch einige Mitglieder der Schwarzenberg-Fürstenfamilie begraben. Ein Besuch der kühlen, andächtigen Hallenkirche bietet eine ruhige Abwechslung nach dem Trubel auf den Gassen – und Musikfreunde sollten auf Plakate achten: gelegentlich finden in St. Veit stimmungsvolle klassische Konzerte statt.


Museen, Klöster und Kulturdenkmäler

Trotz ihrer beschaulichen Größe hat die Stadt auch für Kulturinteressierte eine Menge zu bieten. Ein Highlight ist das Egon-Schiele-Art Centrum, eine Galerie und Museum in einem ehemaligen Brauereigebäude. Der berühmte österreichische expressionistische Maler Egon Schiele hatte eine besondere Verbindung zu Krumau – seine Mutter wurde hier geboren, und er selbst verbrachte 1911 einige Zeit in der Stadt, die ihm als Motiv für zahlreiche Gemälde diente. Heute kannst du in dem Museum Zeichnungen, Aquarelle und persönliche Gegenstände Schieles bewundern und viel über sein bewegtes Leben erfahren. Wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst ergänzen die Dauerausstellung, und im gemütlichen Museumscafé kannst du bei Kaffee und Kuchen Kunst auf dich wirken lassen. Selbst Kulturmuffel fühlen sich hier wohl – die Polstersessel und Vintage-Möbel verleihen dem Café fast Wohnzimmer-Atmosphäre.

Einen Sprung noch weiter zurück in die Vergangenheit ermöglicht das Minoritenkloster am nördlichen Altstadtrand. Das Klosterensemble mit der doppelten Klosterkirche (Minoriten und Klarissen) stammt aus dem 14. Jahrhundert. In den historischen Räumen sind heute verschiedene Ausstellungen untergebracht, u.a. ein Museum für Marionetten – sehr passend, denn Böhmen hat eine lange Puppentheater-Tradition. Im Marionettenmuseum (untergebracht in der ehemaligen Kirche St. Jošt nahe der Lazebnický-Brücke) kannst du kunstvoll gefertigte Marionetten und Bühnenbilder bestaunen, die Groß und Klein begeistern.

Kunstliebhaber finden in Krumau noch weitere kleine Museen und Galerien: zum Beispiel das Museum Fotoatelier Seidel, das das originale Atelier des Fotografen Josef Seidel zeigt, einen Pionier der Fotografie in Böhmen um 1900. Hier wird die Geschichte der frühen Fotokunst lebendig, inklusive Kameras und Glasplattennegative. Im Regionalmuseum erfährst du Wissenswertes über die Geschichte der Region, von vorgeschichtlichen Funden bis zum 20. Jahrhundert – inklusive eines detailgetreuen Keramik-Modells der Stadt, das Krumau um 1800 zeigt. Und wer kuriose Sehenswürdigkeiten mag, wird vielleicht vom Wachsfigurenkabinett oder dem Foltermuseum angezogen, die vor allem im Rahmen eines Tagesausflugs für etwas Abwechslung sorgen.


Aktivitäten und besondere Erlebnisse

In Krumau kannst du nicht nur schauen und staunen, sondern auch jede Menge unternehmen. Die Umgebung der Moldau und die hügelige Landschaft laden zu aktiven Erkundungen ein. Hier einige Ideen, was du in und um Krumau unternehmen kannst:

Bootsfahrt auf der Moldau: Eine der beliebtesten Aktivitäten – besonders an warmen Sommertagen – ist es, die Altstadt vom Wasser aus zu erleben. Zahlreiche Verleiher bieten Kanus, Kajaks oder Schlauchboote an. Mit Schwimmweste und Paddel ausgerüstet, kannst du dich direkt in Krumau in die Moldau gleiten lassen. Die Strömung ist gemächlich, sodass auch Anfänger problemlos flussabwärts treiben können. Während du unter den alten Brücken hindurchfährst, ziehen das Panorama der Stadt, die Schlossmauern und die Uferpromenaden gemächlich an dir vorbei – ein unvergesslicher Perspektivwechsel! Zwischendurch sorgen kleine Wehre mit Bootsrutschen für etwas Nervenkitzel (und Wasserspritzer). Für einen kurzen Ausflug reicht die Strecke einmal rund um die Altstadt-Schleife, Abenteuerlustige können aber auch Tagestouren flussabwärts unternehmen, z.B. bis zur Klosteranlage Zlatá Koruna oder weiter bis in die Nähe des Lipno-Stausees. Tipp: Wasserdichte Tonne nicht vergessen, damit Kamera und Handy sicher verstaut sind, und im Hochsommer Sonnenschutz einpacken!

Spazieren und Wandern: Krumau lässt sich am besten zu Fuß entdecken – zu jeder Tageszeit. Schlendere morgens früh durch die noch stillen Gassen, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Burgmauern rosa färben und der Tau in den Blumenkästen glitzert. Tagsüber kannst du entlang der Moldau flanieren – ein malerischer Weg führt am südlichen Ufer entlang, vorbei an Gärten und alten Mühlen. Immer wieder laden Bänke zum Verweilen ein, mit Blick auf das Postkartenmotiv der Stadt. Für einen ausgedehnteren Spaziergang empfiehlt sich der Weg hinauf zur Kapelle auf dem Kreuzberg gegenüber dem Schloss: Auf dem Hügel über der Altstadt steht eine kleine weiße Kapelle mit mehreren barocken Kruzifix-Statuen davor. Von dort oben hast du einen großartigen Panoramablick auf Krumau, insbesondere zum Sonnenuntergang, wenn die Stadt golden aufleuchtet – ein Geheimtipp für Romantiker und Fotografen! Wer gerne wandert, kann den knapp 5 Kilometer entfernten Berg Kleť (Plánský vrch) erklimmen. Mit 1080 m ist er die höchste Erhebung der Region und bietet bei klarer Sicht einen Fernblick bis zu den Alpen. Eine Wanderung durch Wälder und Wiesen führt dich hinauf, alternativ fährt in der Nähe ein Sessellift. Oben erwarten dich ein historischer Steinturm (der älteste Aussichtsturm Tschechiens) und eine kleine Gaststätte zur Stärkung – perfekt für einen Halbtagesausflug in die Natur.

Veranstaltungen & Kultur erleben: Krumau hat das ganze Jahr über ein reges Kulturleben. Im Juli/August lockt das Internationale Musikfestival Český Krumlov Klassik-Fans aus aller Welt an, mit Open-Air-Konzerten an bezaubernden Orten (etwa im Schlossgarten oder in der Brauerei). Theateraufführungen unter freiem Himmel – beispielsweise das erwähnte drehbare Auditorium im Schlossgarten – sind ein Sommerhighlight. Darüber hinaus gibt es Jazz- und Folkfestivals, und sogar ein Weinfestival im Herbst. Wenn du zur Adventszeit kommst, erlebst du ein stilles Krumau: In den Gassen duftet es nach Zimt und Nelken, ein kleines Adventsprogramm mit Weihnachtsmarkt, Eislaufbahn und lebender Krippe versetzt dich in vorweihnachtliche Stimmung. Jede Jahreszeit hat ihren Reiz – informiere dich vorab, ob gerade ein Stadtfest, eine Ausstellung oder ein Konzert während deines Aufenthalts stattfindet. Oft sind es diese spontanen Erlebnisse – ein Orgelkonzert in der Kirche, Gaukler auf dem Marktplatz oder ein Feuerwerk zum Rosenfest – die eine Reise unvergesslich machen.


Fotospots und Aussichtspunkte für Enthusiasten

Als Fotografie-Enthusiast wirst du Krumau lieben! Die Stadt bietet unzählige postkartenschöne Motive – vom großen Panorama bis zum kleinen Detail. Hier sind ein paar der besten Fotospots und Perspektiven, die du nicht verpassen solltest:

  • Schlossturm & Mantelbrücke: Klettere auf den Schlossturm für den ultimativen Rundumblick – die Mühe der Treppen lohnt sich für spektakuläre Fotos aus der Vogelperspektive. Auch von der Mantelbrücke, die zwei Schlossbereiche verbindet, hast du eine etwas niedrigere, aber nicht minder grandiose Aussicht auf Altstadt, Flussschleife und Kirchturm. Besonders im Morgenlicht wirken die Farben der Dächer und Häuser von hier oben intensiv und klar. Früh aufstehen lohnt sich, um Krumau beim Erwachen zu fotografieren, noch bevor die Gassen voller Besucher sind.
  • Uferpromenade und Brücken: Entlang der Moldau gibt es zahlreiche Winkel, von denen du die Spiegelungen der Stadt im Wasser einfangen kannst. Beliebt ist der Blick von der Lazebnický-Brücke (Badstubenbrücke) flussaufwärts: Hier rahmen Bäume den Fluss ein, und du hast das Schloss samt Brücke und Kirchturm im Hintergrund – ideal für ein klassisches Krumau-Panorama, besonders im Herbst mit buntem Laub. Auch von der Egon-Schiele-Galerie in der Široká-Straße führt ein Weg ans Ufer; dort, unterhalb eines Wehrs, ergeben sich originelle Perspektiven auf Mühlenräder und Hausfassaden am Wasser.
  • Kreuzberg (Křížová hora): Wie erwähnt, bietet der Hügel mit der Kapelle gegenüber dem Schloss einen Top-Ausblick. Hier kannst du mit etwas Weitwinkel das gesamte Altstadtensemble fotografieren. Zur blauen Stunde nach Sonnenuntergang ist das ein Geheimtipp: Wenn die Lichter in den Gassen angehen und der Himmel tiefblau leuchtet, bekommst du hier oben traumhafte Langzeitaufnahmen ohne Gedränge.
  • Schlossgarten-Terrasse: Am oberen Ende des Schlossgartens, in der Nähe des Lustschlösschens Bellaria, gibt es eine Terrasse, von der du den Schlossturm aus einer ungewohnten Perspektive fotografieren kannst – nämlich von hinten, zusammen mit den gepflegten Gartenanlagen im Vordergrund. Im Sommer blühen hier Blumenbeete, im Herbst färben sich die Baumreihen golden – eine malerische Kulisse in jeder Jahreszeit.

Denke daran, ausreichend Speicher und Akkus mitzunehmen – die Fülle an Motiven ist überwältigend. Und manchmal sind es die kleinen Szenen, die begeistern: ein Lichtstrahl, der auf eine alte Holztür fällt, das Schattenspiel eines verschnörkelten Laternenhalters auf der Putzfassade, oder die bunten Schilder der Handwerksläden. Halte Augen und Kamera offen – Krumau wird dich mit Fotomotiven verwöhnen!

Abendstimmung in Krumau: Wenn die Dämmerung hereinbricht, erwacht die Altstadt in goldenem Licht. Der Schlossturm und die Häuser am Ufer werden angestrahlt und spiegeln sich in der Moldau – die Stadt präsentiert sich wie eine lebendige Märchenkulisse im warmen Schein der Laternen. Für Fotografen ist die blaue Stunde in Český Krumlov ein wahr gewordener Traum.


Kultur und Kulinarik in Krumau

Auch abseits von Architektur und Landschaft hat Krumau viel Authentisches zu bieten. Kulturell spannt die Stadt einen Bogen von Geschichte zu Gegenwart: Neben den bereits erwähnten Museen (Egon Schiele, Fotoatelier Seidel, Marionettenmuseum usw.) finden das ganze Jahr über Musik- und Theaterfestivals statt. Im Sommer kannst du an lauen Abenden Live-Jazz in einem der Innenhöfe genießen oder mittelalterliche Klänge beim Rosenfest hören. Straßentheater und Kleinkunst gibt es etwa beim jährlichen Stadtfest im September. Und nicht zuletzt hat Krumau als UNESCO-Stadt einen Ruf für Kunsthandwerk – achte auf Läden, in denen lokale Künstler Keramik, Glas, Holzspielzeug oder handgefertigte Marionetten anbieten. Ein schönes Andenken ist z.B. böhmischer Granatschmuck oder Kristallglas, das du in kleinen Galerien rund um den Latrán findest.

Für Genießer hält Krumau die böhmische Küche bereit – deftig und herzlich. In historischen Wirtshäusern kannst du Klassiker probieren wie Schweinebraten mit Knödeln und KrautSvīčková (Lendenbraten in Sahnesauce mit Preiselbeeren) oder frisch gebackenen Strudel zum Dessert. Zahlreiche Restaurants liegen direkt am Flussufer oder in romantischen Kellern mit Gewölbedecken. Setz dich zum Beispiel in ein Gasthaus an der Parkán-Promenade und bestelle ein kühles Böhmisches Bier – sehr zu empfehlen ist das lokale Eggenberg-Bier, das in Krumau gebraut wird, oder ein Budweiser aus der nahen Stadt České Budějovice. Als Snack für zwischendurch findest du an den Ständen in der Altstadt das Trdelník, eine traditionelle süße Spezialität: am offenen Feuer über Glut gebackener Teig in Zylinderform, außen mit Zucker und Zimt bestreut. Frisch vom Grill duftet es unwiderstehlich! Manchmal wird er auch mit Eis oder Schokolade gefüllt angeboten – nicht ganz ursprünglich, aber ein Hit bei Naschkatzen.

Wenn es etwas edler sein soll, bietet Krumau überraschend viele Optionen: Von feinen Weinstuben bis zum Gourmetrestaurant. In den letzten Jahren hat sich eine kleine aber feine Gastronomie-Szene entwickelt, die internationale Gerichte und tschechische Küche auf hohem Niveau verbindet. Viele Lokale setzen auf regionale Zutaten – Forellen aus der Vltava-Region, Pilze und Wild aus den Wäldern des Böhmerwalds, Honig und Kräuter aus lokaler Produktion. Nach dem Essen lohnt sich ein Verdauungsspaziergang durch die beleuchteten Gassen oder ein Absacker in einer der Vinotheken. So klingt ein erlebnisreicher Tag in Krumau stimmungsvoll aus.


Praktische Hinweise für deine Reise nach Krumau

  • Anreise: Krumau (Český Krumlov) liegt im Süden Tschechiens, nicht weit von der Grenze zu Österreich. Mit dem Auto erreichst du die Stadt ab Prag in ca. 2,5 Stunden (170 km) über České Budějovice (Budweis). Von Linz in Oberösterreich sind es etwa 70 km (gut 1 Stunde Fahrt). Beachte, dass in Tschechien Autobahn-Vignettenpflicht besteht. Ohne Auto gelangst du bequem mit dem Bus nach Krumau – es gibt direkte Fernbusse ab Prag (mehrmals täglich, ca. 3 Stunden Fahrzeit) sowie Busverbindungen von Budweis. Die nächste Bahnstation mit Anschluss an das internationale Bahnnetz ist in České Budějovice, von dort fährt ein lokaler Zug im Zwei-Stunden-Takt nach Český Krumlov (die Bahnfahrt führt idyllisch durch Wälder, dauert aber länger als der Bus). Viele Besucher kombinieren Krumau auch als Tagesausflug ab Prag oder Linz mit organisierten Touren, aber schöner ist natürlich ein individueller mehrtägiger Aufenthalt.
  • Parken: Die Altstadt von Krumau ist nahezu autofrei – innerhalb der historischen Innenstadt dürfen nur Anwohner mit Genehmigung fahren. Für Besucher stehen jedoch große Parkplätze an den Stadträndern bereit. Folgen kannst du dem Parkleitsystem („P1“, „P2“, „P3“), das dich zu den ausgewiesenen Parkflächen führt. Die Parkplätze sind gebührenpflichtig, aber bewacht und nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt. An normalen Wochentagen findest du meist problemlos einen freien Platz. In der Hochsaison (Juli / August) oder an Feiertagswochenenden kann es voller werden – da empfiehlt es sich, früh am Tag anzureisen, um sicher einen Parkplatz zu ergattern. Einige Hotels am Rande der Altstadt bieten zudem Gästeparkplätze. Innerhalb des Stadtkerns kannst (und musst) du dich dann zu Fuß bewegen – was dank der kurzen Distanzen kein Problem ist.
  • Unterkunft: Trotz seiner geringen Größe verfügt Krumau über eine Vielzahl von Übernachtungsmöglichkeiten. Vom charmanten historischen Hotel direkt an der Moldau über familiäre Pensionen in alten Bürgerhäusern bis hin zu modernen Apartments ist alles zu finden. Viele Unterkünfte in der Altstadt bieten individuell gestaltete Zimmer – teils mit antikem Mobiliar, Wandmalereien oder Ausblick auf Schloss und Fluss, sodass du das besondere Flair auch nach Tagesende genießen kannst. Die Preise pro Nacht starten schon bei etwa 60 Euro für ein Doppelzimmer in einfachen Pensionen; komfortablere Hotels bewegen sich im mittleren Preissegment, und selbst luxuriöse Boutique-Hotels sind im Vergleich zu westeuropäischen Städten preislich moderat. In der Hauptsaison sind die beliebtesten Unterkünfte jedoch früh ausgebucht – buche also rechtzeitig. Wenn du mit dem Auto reist und lieber außerhalb wohnst, findest du im Umland gemütliche Ferienhäuser oder Gasthöfe, oft in ruhiger Lage im Grünen (ideal, wenn du neben Krumau auch den Böhmerwald erkunden möchtest).
  • Beste Reisezeit: Krumau ist ganzjährig eine Reise wert, doch jede Saison hat ihren eigenen Reiz. Im Sommer (Juni–August) herrscht Hochbetrieb: Die Stadt ist lebendig, es gibt viele Festivals und lange Öffnungszeiten, allerdings sind auch zahlreiche Touristengruppen unterwegs und die Gassen gut gefüllt. Wer die quirligste Atmosphäre liebt, fühlt sich dann sicher wohl – zum Rosenfest im Juni oder dem Musikfestival im Juli/August ist Krumau in festlicher Stimmung. Frühling (April–Mai) und Herbst (September–Oktober) gelten vielen als ideale Reisezeit: Mildes Wetter, deutlich weniger Besucher als im Sommer, und die Natur rundum zeigt sich in frischem Grün oder buntem Laub. Besonders im Herbst taucht oft morgens leichter Nebel die Moldauschleife in mystische Schleier – ein traumhaftes Fotomotiv vor den erwachenden Häusern. Im Winter kehrt viel Ruhe ein: Von November bis März sind zwar manche Sehenswürdigkeiten (wie Teile des Schlosses) nur eingeschränkt geöffnet, doch die verschneiten Dächer und der Winterzauber – speziell zur Adventszeit mit dem kleinen Weihnachtsmarkt – entschädigen dafür. Zudem sind die Preise für Unterkunft dann am günstigsten. Ein echter Tipp ist der Advent in Krumau, wenn überall Lichterglanz erstrahlt und die Stadt besinnlich und nahezu touristenfrei ist. Egal zu welcher Zeit: Krumau bietet immer eindrucksvolle Erlebnisse – plane ruhig zwei Nächte ein, damit du das Flair auch abends und morgens in vollen Zügen genießen kannst.

Zum Schluss bleibt nur zu sagen: Krumau an der Moldau wird dich mit seinem einzigartigen Mix aus Geschichte, Romantik und Lebendigkeit in den Bann ziehen. Lass dich treiben, schau hinter die Fassaden, genieße die Lichtstimmungen am Fluss und koste all die Eindrücke aus – diese Stadt ist ein Gesamtkunstwerk, das darauf wartet, von dir entdeckt zu werden. Viel Spaß beim Entdecken von Český Krumlov – šťastnou cestu! (Gute Reise!)