Seen

Hier ist eine ausführliche Übersicht der schönsten und bekanntesten Seen in Tschechien – ideal für Urlaub, Naturerlebnisse, Wassersport oder einfach zum Entspannen. Die tschechische Seenlandschaft besteht größtenteils aus künstlichen Stauseen, historischen Fischteichen und einigen natürlichen Gletscherseen – jeder mit ganz eigenem Charme.


Die besten Seen in Tschechien

Tschechien besitzt zwar keinen Zugang zum Meer, dafür aber eine Vielzahl eindrucksvoller Seen, Teiche und Talsperren – viele davon eingebettet in Nationalparks, Wälder oder Erholungsgebiete. Sie bieten ideale Bedingungen zum Baden, Bootfahren, Wandern, Radfahren, Angeln oder Campen.


Top 10 Seen & Stauseen in Tschechien

See (deutsch)See (tschechisch)BesonderheitenRegion
Lipno-StauseeLipenská přehradaGrößter See des Landes, Bade- & SegelrevierSüdböhmen (Šumava)
Mácha-SeeMáchovo jezeroRomantischer Badesee mit Stränden & CampingNordböhmen (Doksy)
Orlík-StauseeOrlická přehradaSchluchten, Burgen, AusflugsschiffeMittelböhmen
Černé jezeroSchwarzer SeeGrößter natürlicher Gletschersee, wildromantischBöhmerwald (Šumava)
Čertovo jezeroTeufelsseeGletschersee in wilder NaturBöhmerwald (Šumava)
Slapy-StauseeSlapská přehradaWassersport, Wochenendhäuser, WanderwegeNähe Prag (Moldau)
Nové Mlýny-StauseenVodní nádrž Nové MlýnyDrei verbundene Seen, Weinregion & NaturSüdmähren (Pálava)
Brněnská přehradaBrünner StauseeNaherholungsgebiet mit SchifffahrtBrünn / Südmähren
RozkošVodní nádrž Rozkoš„Ostböhmisches Meer“ – Segeln & AngelnRegion Königgrätz (Hradec)
Hamerský rybníkHamer TeichMalerisch & ruhig, historische FischzuchtVysočina / Böhmen

Weitere sehenswerte Seen

  • Velké Dářko – größter Teich im Hochland Vysočina, beliebt bei Wassersportlern
  • Milada-See – neu entstandener See bei Ústí nad Labem, ehemaliger Tagebau
  • Kamencové jezero – weltweit einzigartiger Alaunsee, bekannt für Hautfreundlichkeit
  • Hostivařská přehrada – innerstädtischer See in Prag, mit Strandbad und Waldpark
  • Těrlicko-See – Freizeitsee mit Camping und Regattastrecken bei Ostrava

Natur & Aktivitäten an tschechischen Seen

  • Baden & Strand: z. B. Mácha-See, Slapy, Brünner Stausee
  • Segeln & Surfen: Lipno, Rozkoš, Nové Mlýny
  • Angeln & Bootfahren: Orlík, Rozkoš, Teichgebiete in Südböhmen
  • Wandern & Radfahren: rund um Lipno, Hamerský rybník, Černé jezero
  • Winteraktivitäten: Eisfischen, Eislaufen auf Lipno (wenn gefroren)

Historische Teichlandschaft in Südböhmen

  • Die Region um Třeboň beherbergt Hunderte künstlicher Fischteiche aus dem Mittelalter
  • UNESCO-Biosphärenreservat Třeboňsko
  • Ideal für Natur- und Kultururlaub abseits der Massen

Lipno-Stausee (Vodní nádrž Lipno)

Der Lipno-Stausee (tschechisch Vodní nádrž Lipno) ist das größte Binnengewässer Tschechiens und wird oft als „Böhmisches Meer“ bezeichnet. Er liegt im Süden Böhmens, nahe der österreichischen Grenze, eingebettet in die waldreiche Landschaft des Böhmerwalds (Šumava) – und ist ein Paradies für Naturliebhaber, Wassersportfans und Familien.

Angelegt in den 1950er Jahren als Teil der Moldau-Kaskade, dient der See heute nicht nur der Stromerzeugung und dem Hochwasserschutz, sondern vor allem der Erholung. Besonders rund um den Hauptort Lipno nad Vltavou hat sich ein modernes Freizeitgebiet entwickelt: mit Sandstränden, einem weitläufigen Radweg, Adventure-Park, Seilbahn zum Skigebiet und dem bekannten Baumwipfelpfad Lipno, der spektakuläre Aussichten auf den See und die umliegenden Wälder bietet.

Im Sommer ist der Lipno-Stausee ideal zum Segeln, Paddeln, Schwimmen oder Stand-up-Paddling – motorisierte Boote sind größtenteils verboten, was die ruhige Atmosphäre bewahrt. Im Winter friert der See oft komplett zu und wird zur Eislaufbahn, Langlaufstrecke und Kulisse für Winterabenteuer.

Die Region punktet mit ihrer Kombination aus aktiver Erholung, familienfreundlicher Infrastruktur und ursprünglicher Natur. Wer es etwas stiller mag, findet auch im westlichen Teil bei Frymburk oder Černá v Pošumaví ruhige Buchten, Campingplätze und kleine Ferienhäuser.


Máchovo jezero (Mácha-See)

Der Mácha-See (tschechisch Máchovo jezero) ist einer der bekanntesten und beliebtesten Badeseen in Nordböhmen. Er liegt in der Nähe der Stadt Doksy (Hirschberg am See) in der Region Liberec und entstand im 14. Jahrhundert durch die künstliche Aufstauung eines Teiches – im Auftrag von Kaiser Karl IV. Ursprünglich „Großteich von Hirschberg“ genannt, erhielt er seinen heutigen Namen zu Ehren des tschechischen Nationaldichters Karel Hynek Mácha, der die Region in seinem romantischen Hauptwerk Máj verewigte.

Mit einer Fläche von rund 280 Hektar und mehreren natürlichen Buchten sowie zwei Inseln ist der See ein beliebtes Ziel für Badeurlauber, Wassersportler und Familien. Besonders bekannt sind die Sandstrände bei Doksy und Staré Splavy, die in den Sommermonaten zahlreiche Besucher mit Liegewiesen, Bootsverleih, Wasserrutschen und Strandbars anlocken.

Tretbootfahren, Stand-up-Paddling, Windsurfen oder kleine Rundfahrten mit dem Ausflugsboot gehören ebenso zum Angebot wie zahlreiche Rad- und Wanderwege in der Umgebung. Im Hintergrund erhebt sich malerisch die Burgruine Bezděz, ein Wahrzeichen der Region.

Im Winter friert der See oft vollständig zu und verwandelt sich in eine natürliche Eisfläche zum Schlittschuhlaufen oder für Eissegel-Abenteuer.


Vodní nádrž Orlík (Orlík-Stausee)

Der Orlík-Stausee (tschechisch Vodní nádrž Orlík) ist einer der größten und tiefsten Stauseen Tschechiens – entstanden in den 1950er Jahren als Teil der Moldau-Kaskade. Er erstreckt sich über rund 68 Kilometer Länge entlang der Moldau und liegt eingebettet in die bewaldete Hügellandschaft Südböhmens und Mittelböhmens.

Namensgeber ist das eindrucksvoll gelegene Schloss Orlík, das heute direkt am Wasser thront und als beliebtes Ausflugsziel gilt. Der See selbst dient nicht nur der Stromerzeugung und dem Hochwasserschutz, sondern ist ein Paradies für Erholungssuchende, Wassersportler und Naturfreunde.

Segeln, Rudern, Tretbootfahren, Angeln oder Rundfahrten mit dem Ausflugsschiff zählen zu den beliebtesten Aktivitäten. Motorboote sind weitgehend eingeschränkt, was die ruhige Atmosphäre bewahrt. Die Route zwischen Schloss Orlík und der malerischen Burg Zvíkov gehört zu den schönsten Wasserstrecken im Land.

Rund um den See findest du zahlreiche Badestellen, Campingplätze, Wanderwege und Picknickplätze. Besonders eindrucksvoll sind die steilen, felsigen Ufer und die Aussichtspunkte über die gewundene Wasserfläche. Auch die imposante Staumauer und das Wasserkraftwerk mit seinen Kaplan-Turbinen sind ein technisches Highlight und können teilweise besichtigt werden.

Der Orlík-Stausee bietet eine gelungene Mischung aus Naturidylle, historischer Kulisse und Freizeitmöglichkeiten – ideal für Tagesausflüge, Wassersportfans und alle, die Tschechiens stille Seiten entdecken möchten.


Černé jezero (Schwarzer See)

Der Schwarze See (tschechisch Černé jezero) ist der größte natürliche See Tschechiens und liegt versteckt im Nationalpark Šumava, nahe der bayerischen Grenze bei Železná Ruda (Hirschberg). Auf etwa 1.008 Metern Höhe eingebettet in die dunklen Wälder des Böhmerwalds, verdankt der Gletschersee seinen Namen der tiefdunklen Wasseroberfläche, die durch die Tiefe und die Spiegelung der umliegenden Fichten entsteht.

Mit rund 18,5 Hektar Fläche und fast 40 Metern Tiefe wirkt der Černé jezero wie ein stiller Spiegel der Bergwelt – mystisch, abgelegen und wunderbar ursprünglich. Er entstand am Ende der letzten Eiszeit in einem sogenannten Kar, einer hochgelegenen Mulde, die von Gletschern geformt wurde. Über dem See erhebt sich der mächtige Jezerní hora (Seewandberg) mit seiner 320 Meter hohen Felswand.

Ein gut ausgebauter Wanderweg führt von der Passhöhe Špičácké sedlo zum See – etwa 3,5 Kilometer, auch für Familien oder E-Bikes geeignet. Unterwegs kannst du die Ruhe des Waldes genießen und mit etwas Glück seltene Vogelarten beobachten. In unmittelbarer Nähe liegt auch der kleinere Čertovo jezero (Teufelssee), was die Wanderung zu einer perfekten Rundtour macht.

Der Schwarze See ist nicht nur ein Naturdenkmal, sondern auch geschichtlich interessant: Bereits in den 1920er-Jahren wurde hier eines der ersten Pumpspeicherkraftwerke Mitteleuropas errichtet – ein technisches Denkmal, das heute noch besichtigt werden kann.


Čertovo jezero (Teufelssee)

Der Teufelssee (tschechisch Čertovo jezero) ist ein geheimnisvoller Gletschersee im Böhmerwald (Šumava) – wildromantisch, abgeschieden und von Legenden umrankt. Auf etwa 1.030 Metern Höhe gelegen, nur wenige Kilometer südwestlich von Železná Ruda (Hirschberg), gilt er als kleiner Bruder des nahen Černé jezero (Schwarzen Sees), steht ihm aber landschaftlich in nichts nach.

Mit einer Fläche von rund 10 Hektar und einer Tiefe von knapp 37 Metern liegt der See eingebettet in steile, bewaldete Hänge unterhalb des Berges Jezerní hora. Seine dunkle Wasseroberfläche, gespeist von Regenwasser und kleinen Quellen, reflektiert die Fichtenwälder fast mystisch. Der See ist natürlichen Ursprungs und entstand am Ende der letzten Eiszeit durch glaziale Erosion.

Der Name „Teufelssee“ stammt – wie so oft – aus einer alten Legende: Ein Teufel soll einst einen Felsblock ins Tal geschleudert haben und so das Seebecken erschaffen haben. Diese Sage verleiht dem Ort bis heute eine geheimnisvolle Aura.

Čertovo jezero ist Teil des streng geschützten Naturschutzgebiets „Černé a Čertovo jezero“ und liegt an der europäischen Wasserscheide: Während das Wasser des nahen Schwarzen Sees in die Nordsee fließt, gelangt das Wasser des Teufelssees über die Donau ins Schwarze Meer – ein geographisches Kuriosum.

Erreichbar ist der See über markierte Wanderwege, z. B. ab Špičák oder Železná Ruda – etwa 3,5 bis 5 Kilometer je nach Route. Baden, Fischen oder Bootfahren ist verboten, um die empfindliche Natur zu schützen. Wer hierher kommt, sucht Ruhe, Naturverbundenheit und ein Stück ursprünglichen Böhmerwald – genau das bietet der Čertovo jezero in vollendeter Form.