Kuttenberg (Kutná Hora)

Kuttenberg (Kutná Hora) gehört zu den bedeutendsten historischen Städten Tschechiens. Der mittelalterliche Silberbergbau machte den Ort einst zu einem wirtschaftlichen Zentrum des Königreichs Böhmen und ermöglichte den Bau prachtvoller Kirchen, Bürgerhäuser und königlicher Gebäude. Heute ist Kuttenberg vor allem für seine UNESCO-geschützte Altstadt, den Dom der heiligen Barbara und das Beinhaus im Stadtteil Sedletz bekannt.

Sehenswürdigkeiten in Kuttenberg

Die historische Altstadt bietet eine außergewöhnliche Dichte an gotischen und barocken Bauwerken. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören der Dom der heiligen Barbara, der Welsche Hof, das Steinhaus und der spätgotische Steinbrunnen. Viele der bekanntesten Orte lassen sich bei einem Stadtrundgang zu Fuß entdecken.

Silberbergbau und Münzprägung

Die Geschichte Kuttenbergs ist eng mit dem Abbau von Silber verbunden. Im Mittelalter gehörten die Bergwerke zu den bedeutendsten Europas. Im Welschen Hof befand sich die königliche Münzstätte, in der unter anderem der Prager Groschen geprägt wurde. Museen und ehemalige Stollen erinnern heute an diese wirtschaftliche Blütezeit.

Sedletz und das Beinhaus

Der Stadtteil Sedletz (Sedlec) liegt außerhalb der eigentlichen Altstadt und zählt zu den wichtigsten Besucherzielen Kuttenbergs. Dort befinden sich das berühmte Beinhaus Sedletz und die Kathedrale Mariä Himmelfahrt und des heiligen Johannes des Täufers. Beide Orte sind eng mit der Geschichte des ehemaligen Zisterzienserklosters verbunden.

Museen, Kunst und Kultur

Kuttenberg besitzt mehrere Museen und Kultureinrichtungen. Das Böhmische Silbermuseum informiert über Bergbau, Stadtgeschichte und mittelalterliches Leben. Im ehemaligen Jesuitenkolleg zeigt die Galerie der Mittelböhmischen Region moderne und zeitgenössische Kunst.

Spaziergänge und Natur

Unterhalb des historischen Zentrums erstreckt sich das Tal der Vrchlice. Spazierwege führen durch eine grüne Landschaft mit alten Mühlen, Felsen und Spuren des früheren Bergbaus. Auch die Weinberge rund um die Stadt bieten schöne Ausblicke auf den Barbaradom und die Dächer der Altstadt.

Ausflüge ab Prag

Kuttenberg liegt rund 70 Kilometer östlich von Prag und eignet sich gut für einen Tagesausflug. Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten solltest du einen vollständigen Tag einplanen. Bei einem Aufenthalt von zwei Tagen bleibt zusätzlich Zeit für Museen, kleinere Kirchen, Spazierwege und Ausflugsziele in der Umgebung.



UNESCO-Welterbe und wichtigste Sehenswürdigkeiten

  • Dom der heiligen Barbara (Chrám svaté Barbory)
  • Welscher Hof (Vlašský dvůr)
  • Historische Altstadt von Kuttenberg
  • Jesuitenkolleg (Jezuitská kolej)
  • UNESCO-Welterbe Kuttenberg

Silberbergbau und Münzprägung

  • Böhmisches Silbermuseum im Hrádek (České muzeum stříbra – Hrádek)
  • Mittelalterliches Silberbergwerk
  • Prager Groschen und Kuttenberg
  • Königliche Münzstätte im Welschen Hof
  • Silberpfad von Kuttenberg (Stříbrná stezka)

Kirchen, Klöster und sakrale Orte

  • Beinhaus Sedletz (Kostnice Sedlec)
  • Kathedrale Mariä Himmelfahrt und des heiligen Johannes des Täufers (Katedrála Nanebevzetí Panny Marie a svatého Jana Křtitele)
  • Jakobskirche (Kostel svatého Jakuba)
  • Kirche der Muttergottes am Náměti (Kostel Matky Boží Na Náměti)
  • Fronleichnamskapelle (Kaple Božího těla)

Museen, Kunst und Stadtgeschichte

  • Galerie der Mittelböhmischen Region (Galerie Středočeského kraje)
  • Sankturin-Haus (Sankturinovský dům)
  • Josef-Kajetán-Tyl-Haus (Tylův dům)
  • Kuttenberger Religionsfrieden von 1485
  • Kuttenberg während der Hussitenzeit

Altstadt, Architektur und Natur

  • Steinhaus (Kamenný dům)
  • Steinbrunnen (Kamenná kašna)
  • Barborská-Straße und Heiligenterrasse
  • Tal der Vrchlice
  • Weinberge von Kuttenberg

Ausflüge und Reiseplanung

  • Anreise von Prag nach Kuttenberg
  • Kuttenberg an einem Tag
  • Kuttenberg mit Kindern
  • Schloss Kačina (Zámek Kačina)
  • Festung Maleschau (Tvrz Malešov)

Kuttenberg entdecken: Lerne die Stadt kennen

Kuttenberg (Kutná Hora) gehört zu den eindrucksvollsten historischen Städten Tschechiens. Rund 70 Kilometer östlich von Prag erwartet dich eine außergewöhnliche Verbindung aus mittelalterlicher Bergbaugeschichte, gotischer Architektur, prächtigen Kirchen und verwinkelten Altstadtgassen. Der Reichtum der Stadt beruhte einst auf großen Silbervorkommen, die Kuttenberg zu einem der wichtigsten wirtschaftlichen Zentren des Königreichs Böhmen machten.

Heute zählt die Stadt zu den beliebtesten Ausflugszielen in Mittelböhmen. Besonders bekannt sind der monumentale Dom der heiligen Barbara, der historische Welsche Hof und das geheimnisvolle Beinhaus im Stadtteil Sedletz. Der historische Stadtkern gehört gemeinsam mit bedeutenden Sakralbauten seit 1995 zum UNESCO-Welterbe.

Kuttenberg eignet sich für einen Tagesausflug ab Prag, bietet aber genügend Sehenswürdigkeiten, Museen und Spazierwege für einen längeren Aufenthalt. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt neben den berühmten Bauwerken auch stille Gassen, spätgotische Bürgerhäuser, Aussichtspunkte und Spuren des mittelalterlichen Silberbergbaus.

Vom Silber geprägt

Die Geschichte Kuttenbergs ist eng mit dem Silber verbunden. In der Umgebung wurden bereits im Mittelalter ergiebige Silbervorkommen entdeckt. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts kamen Bergleute, Handwerker und Kaufleute in die Region. Rund um die einzelnen Gruben entstanden Siedlungen, die später zu einer bedeutenden Bergbaustadt zusammenwuchsen.

Der Silberabbau machte Kuttenberg wohlhabend und verschaffte der Stadt eine außergewöhnliche Stellung im Königreich Böhmen. Zeitweise galt sie nach Prag als zweitwichtigste Stadt des Landes. Das gewonnene Silber finanzierte königliche Vorhaben, prächtige Kirchen und repräsentative Bürgerhäuser.

Der Bergbau beeinflusste nahezu alle Bereiche des städtischen Lebens. Er bestimmte die Wirtschaft, die Architektur und die gesellschaftliche Ordnung. Noch heute begegnet dir dieses Erbe an vielen Orten – in Museen, historischen Gebäuden, unterirdischen Stollen und den zahlreichen Darstellungen von Bergleuten.

Der Dom der heiligen Barbara

Das bekannteste Wahrzeichen Kuttenbergs ist der Dom der heiligen Barbara (Chrám svaté Barbory). Der monumentale spätgotische Bau erhebt sich am Rand der Altstadt und gehört zu den bedeutendsten Kirchen Tschechiens.

Die heilige Barbara gilt als Schutzpatronin der Bergleute. Die Wahl des Patroziniums unterstreicht die enge Verbindung zwischen der Kirche und der Bergbaugeschichte der Stadt. Der Bau wurde von wohlhabenden Bürgern und Bergbauunternehmern finanziert und sollte den Reichtum sowie das Selbstbewusstsein Kuttenbergs sichtbar machen.

Besonders beeindruckend sind das filigrane Strebewerk, das ungewöhnliche Dach, die hohen Gewölbe und die historischen Wandmalereien. Einige Darstellungen zeigen Szenen aus dem Leben der Bergleute und geben Einblicke in die mittelalterliche Arbeitswelt.

Von der Umgebung des Doms eröffnen sich schöne Ausblicke auf das Tal des Baches Vrchlice und die historische Stadtlandschaft.

Die Barborská-Straße und das Jesuitenkolleg

Der Zugang zum Barbaradom führt über eine der schönsten Straßen Kuttenbergs. Entlang der Barborská-Straße stehen Heiligenfiguren, die an die berühmte Karlsbrücke in Prag erinnern. Von der Terrasse blickst du über die Dächer, Weinberge und das Tal unterhalb der Altstadt.

Direkt daneben befindet sich das ehemalige Jesuitenkolleg (Jezuitská kolej). Der lang gestreckte Barockbau prägt gemeinsam mit dem Barbaradom das Stadtbild. Heute ist hier die Galerie der Mittelböhmischen Region (Galerie Středočeského kraje), kurz GASK, untergebracht.

Die Galerie präsentiert moderne und zeitgenössische Kunst. Der Innenhof und die Gartenanlagen eignen sich auch für eine kurze Pause während des Stadtrundgangs.

Der Welsche Hof und der Prager Groschen

Der Welsche Hof (Vlašský dvůr) war eines der wichtigsten wirtschaftlichen und politischen Gebäude des mittelalterlichen Kuttenbergs. Ursprünglich diente der Komplex als befestigter Herrensitz und Lagerplatz für Silber. Später wurde hier die königliche Münzstätte eingerichtet.

Unter König Wenzel II. wurden die zuvor über das Land verteilten Münzstätten im Welschen Hof zusammengeführt. Hier entstand der berühmte Prager Groschen, der über lange Zeit zu den bedeutendsten Münzen Mitteleuropas gehörte.

Der Welsche Hof war nicht nur ein Zentrum der Münzprägung. Böhmische Könige hielten sich hier auf, und wichtige politische Entscheidungen wurden innerhalb seiner Mauern getroffen. Heute kannst du dich bei einer Besichtigung mit der Geschichte des Silbers, der Münzherstellung und der königlichen Verwaltung beschäftigen.

Teile des Gebäudekomplexes werden weiterhin von der Stadtverwaltung genutzt.

Das Böhmische Silbermuseum

Das Böhmische Silbermuseum befindet sich im Hrádek, einem spätgotischen Herrensitz in der Altstadt. Das Gebäude gehörte einst wohlhabenden Unternehmern, die vom Silberbergbau profitierten.

Die Ausstellungen vermitteln einen umfassenden Einblick in die Entwicklung Kuttenbergs, die Verarbeitung des Erzes und das Leben der Bergleute. Historische Werkzeuge, Münzen, Modelle und archäologische Funde verdeutlichen, wie eng der Alltag der Stadt mit dem Bergbau verbunden war.

Zu den bekanntesten Angeboten gehört die Besichtigung eines mittelalterlichen Bergwerks. Ausgestattet mit Schutzkleidung gelangst du durch schmale unterirdische Gänge und erfährst, unter welchen schwierigen Bedingungen das Silbererz abgebaut wurde.

Der Zugang ist stellenweise eng und dunkel. Die Bergwerksführung eignet sich daher besonders für Besucher, die keine Probleme mit engen Räumen haben. Für kleine Kinder und Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit ist sie nur bedingt geeignet.

Das Steinhaus

Das Steinhaus (Kamenný dům) gehört zu den schönsten spätgotischen Bürgerhäusern Tschechiens. Seine aufwendig gestaltete Fassade zeigt, welchen Wohlstand einzelne Kuttenberger Familien während der Blütezeit des Silberbergbaus erreichten.

Spitzbögen, Erker, plastischer Schmuck und religiöse Motive prägen das Erscheinungsbild des Hauses. Im Inneren befinden sich Ausstellungen zur Stadtgeschichte, zum bürgerlichen Alltag und zur Kunst des Mittelalters.

Das Gebäude macht deutlich, dass Kuttenbergs historische Bedeutung nicht nur an großen Kirchen und königlichen Bauwerken ablesbar ist. Auch die Wohnhäuser wohlhabender Bürger trugen zum repräsentativen Charakter der Stadt bei.

Der Steinbrunnen

Der spätgotische Steinbrunnen (Kamenná kašna) steht auf einem kleinen Platz in der Altstadt. Er wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts errichtet und zählt zu den markantesten technischen Denkmälern Kuttenbergs.

Die Wasserversorgung war in der hoch gelegenen Bergbaustadt eine große Herausforderung. Der Brunnen diente deshalb nicht nur der Verschönerung des Stadtbildes, sondern vor allem als wichtiges Wasserreservoir.

Seine reich verzierte steinerne Konstruktion erinnert in ihrer Gestaltung an einen kleinen gotischen Zentralbau. Der Steinbrunnen lässt sich gut in einen Rundgang zwischen dem Steinhaus, dem historischen Zentrum und dem Barbaradom einbauen.

Kirchen und historische Bauwerke

Neben dem Barbaradom besitzt Kuttenberg mehrere weitere sehenswerte Kirchen. Die Jakobskirche (Kostel svatého Jakuba) fällt durch ihren hohen Turm auf, der das Stadtbild bereits aus der Ferne prägt. Der gotische Kirchenbau entstand während der wirtschaftlichen Blütezeit Kuttenbergs.

Die Kirche der Muttergottes auf dem Náměti (Kostel Matky Boží Na Náměti) wurde ebenfalls durch den Reichtum des Silberbergbaus ermöglicht. Sie liegt etwas abseits der wichtigsten Besucherwege und bietet eine ruhigere Atmosphäre.

Zu den historischen Besonderheiten gehört außerdem die Fronleichnamskapelle (Kaple Božího těla) in der Nähe des Barbaradoms. Das ursprünglich als Beinhaus geplante Bauwerk besitzt einen eindrucksvollen Innenraum und bietet von seiner Terrasse einen schönen Blick in das Tal.

Auch Reste der Stadtbefestigung und kleinere historische Häuser erinnern an die Zeit, in der Kuttenberg zu den mächtigsten Städten Böhmens gehörte.

Sedletz und das berühmte Beinhaus

Der Stadtteil Sedletz (Sedlec) liegt nordöstlich des historischen Zentrums. Er bildet einen eigenen touristischen Schwerpunkt und ist vor allem für das Beinhaus Sedletz (Kostnice Sedlec) bekannt.

Das Beinhaus befindet sich in der unteren Kapelle der Friedhofskirche Allerheiligen. Im Inneren wurden die Gebeine zahlreicher Verstorbener zu außergewöhnlichen Dekorationen angeordnet. Zu den bekanntesten Elementen gehören ein großer Kronleuchter, Girlanden und das Wappen der Familie Schwarzenberg.

Die Gestaltung wirkt auf viele Besucher faszinierend und zugleich beklemmend. Das Beinhaus ist jedoch keine bloße Kuriosität, sondern ein geweihter Raum und eine Gedenkstätte. Ein respektvolles Verhalten ist daher besonders wichtig.

Da das Bauwerk zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Kuttenbergs gehört, kann es vor allem während der Hauptreisezeit stark besucht sein.

Die Kathedrale von Sedletz

Nur wenige Gehminuten vom Beinhaus entfernt steht die Kathedrale Mariä Himmelfahrt und des heiligen Johannes des Täufers (Katedrála Nanebevzetí Panny Marie a svatého Jana Křtitele).

Die ehemalige Klosterkirche des Zisterzienserklosters Sedletz gehört gemeinsam mit dem historischen Zentrum und dem Barbaradom zum UNESCO-Welterbe. Sie entstand ursprünglich im gotischen Stil und wurde später nach Plänen von Johann Blasius Santini-Aichl umgebaut.

Santini verband gotische Bauelemente mit barocken Formen. Diese als Barockgotik bezeichnete Architektur verleiht der Kathedrale ein ungewöhnlich helles und elegantes Erscheinungsbild.

Besonders sehenswert sind die hohen Gewölbe, die klar gegliederte Raumwirkung und der teilweise zugängliche Dachbereich. Die Kathedrale bietet einen starken Kontrast zum dunkleren und engeren Beinhaus.

UNESCO-Welterbe Kuttenberg

Der historische Stadtkern von Kuttenberg wurde 1995 gemeinsam mit dem Barbaradom und der Kathedrale von Sedletz in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Die Auszeichnung würdigt Kuttenberg als herausragendes Beispiel einer mittelalterlichen Stadt, deren Entwicklung unmittelbar mit dem Silberbergbau verbunden war. Die Stadt besitzt eine ungewöhnlich hohe Dichte an gotischen und barocken Bauwerken.

Das Welterbe umfasst nicht nur einzelne Sehenswürdigkeiten. Auch die Struktur der Altstadt, die Lage über dem Tal und das Zusammenspiel von Kirchen, Bürgerhäusern und ehemaligen Bergbauanlagen tragen zum besonderen Charakter Kuttenbergs bei.

Spaziergang durch die Altstadt

Kuttenberg lässt sich besonders gut zu Fuß erkunden. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im historischen Zentrum liegen relativ nah beieinander. Dennoch solltest du für einen Rundgang genügend Zeit einplanen, da die Altstadt auf mehreren Höhenlagen liegt und viele gepflasterte Straßen besitzt.

Ein typischer Spaziergang führt vom historischen Zentrum zum Welschen Hof, weiter über kleine Gassen zum Steinhaus und Steinbrunnen. Anschließend gelangst du über die Barborská-Straße am Jesuitenkolleg vorbei zum Barbaradom.

Unterwegs entdeckst du historische Fassaden, kleine Plätze, Innenhöfe und Aussichtspunkte. Abseits der bekanntesten Wege ist die Stadt häufig überraschend ruhig.

Sedletz liegt außerhalb der Altstadt und wird am besten als eigener Abschnitt des Besuchs eingeplant.

Natur, Weinberge und das Tal der Vrchlice

Kuttenberg ist nicht nur wegen seiner Architektur interessant. Direkt unterhalb des Barbaradoms beginnt das Tal des Baches Vrchlice. Spazierwege führen durch eine grüne Landschaft mit Felsen, historischen Mühlen und Spuren früherer Bergbautätigkeit.

Rund um die Stadt wird außerdem Wein angebaut. Die Weinberge erinnern an eine Tradition, die bereits im Mittelalter bestand. Einige Hänge liegen unmittelbar unterhalb des historischen Zentrums und prägen das Panorama Kuttenbergs.

Wanderwege und Bergbaulehrpfade verbinden Naturerlebnis und Geschichte. Sie eignen sich besonders für einen zweiten Aufenthaltstag oder für Reisende, die nach dem Besuch der Altstadt ruhigere Orte kennenlernen möchten.

Kuttenberg als Tagesausflug ab Prag

Kuttenberg gehört zu den beliebtesten Tageszielen ab Prag. Die Stadt ist weit genug von der Hauptstadt entfernt, um einen deutlich anderen Charakter zu besitzen, lässt sich aber dennoch gut an einem Tag besuchen.

Bei einem Tagesausflug solltest du dich auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten konzentrieren. Dazu gehören der Barbaradom, die historische Altstadt, der Welsche Hof sowie das Beinhaus und die Kathedrale in Sedletz.

Da Altstadt und Sedletz nicht direkt nebeneinanderliegen, solltest du die Reihenfolge der Besichtigungen vorher planen. Auch für das Silbermuseum und die Bergwerksführung ist ausreichend Zeit erforderlich.

Ein Tagesausflug vermittelt einen guten ersten Eindruck. Für Museen, Kirchen, Spazierwege und weniger bekannte Orte sind zwei Tage deutlich entspannter.

Kuttenberg mit Kindern

Kuttenberg kann auch für Familien interessant sein. Besonders die Geschichte des Silberbergbaus, die Münzprägung und die unterirdischen Stollen machen das Mittelalter anschaulich erlebbar.

Die Bergwerksführung eignet sich eher für ältere Kinder, da die Gänge eng, dunkel und stellenweise anstrengend sind. Vor dem Besuch sollten die jeweiligen Teilnahmebedingungen geprüft werden.

Das Beinhaus kann auf jüngere Kinder verstörend wirken. Eltern sollten daher selbst einschätzen, ob die Darstellung menschlicher Gebeine für ihre Kinder geeignet ist.

Als ruhigere Alternativen bieten sich ein Rundgang durch die Altstadt, die Gartenanlagen des Jesuitenkollegs oder ein Spaziergang im Tal der Vrchlice an.

Beste Reisezeit

Kuttenberg ist grundsätzlich ganzjährig ein lohnendes Reiseziel. Im Frühling und Herbst eignet sich das meist milde Wetter besonders gut für Stadtrundgänge und Spaziergänge in der Umgebung.

Im Sommer sind die Tage lang, allerdings besuchen dann besonders viele Tagesgäste die Stadt. Am frühen Morgen und am späteren Nachmittag ist die Atmosphäre in der Altstadt häufig ruhiger.

Im Winter wirkt Kuttenberg stiller und zurückhaltender. Die gotischen Kirchen und historischen Gassen entfalten dann eine besonders eindrucksvolle Stimmung. Einige touristische Angebote können außerhalb der Hauptsaison jedoch eingeschränkt sein.

Wie lange solltest du bleiben?

Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten solltest du mindestens einen vollständigen Tag einplanen. Damit kannst du die Altstadt, den Barbaradom und die beiden Hauptsehenswürdigkeiten in Sedletz besuchen.

Zwei Tage sind empfehlenswert, wenn du zusätzlich das Silbermuseum, das mittelalterliche Bergwerk, die GASK und kleinere Kirchen kennenlernen möchtest. Außerdem bleibt dann Zeit für einen Spaziergang durch das Tal der Vrchlice oder die Weinberge.

Kuttenberg ist kompakt genug für einen kurzen Aufenthalt, besitzt aber deutlich mehr Sehenswürdigkeiten, als viele Tagesgäste zunächst vermuten.

Ausflugsziele rund um Kuttenberg

In der Umgebung Kuttenbergs liegen mehrere Schlösser, Burgen und historische Städte. Das klassizistische Schloss Kačina (Zámek Kačina) befindet sich nur wenige Kilometer entfernt und ist von einem weitläufigen Landschaftspark umgeben.

Das romantische Schloss Žleby (Zámek Žleby) bietet historische Innenräume, Türme und eine malerische Parkanlage. Südwestlich von Kuttenberg liegt die Festung Maleschau (Tvrz Malešov), die mit der Geschichte der Hussitenzeit verbunden ist.

Weitere mögliche Ziele sind Kolín an der Elbe, die Kurstadt Podiebrad (Poděbrady) und die Burg Böhmisch Sternberg (Český Šternberk).

Kurzinfos

  • Deutscher Name: Kuttenberg
  • Tschechischer Name: Kutná Hora
  • Region: Mittelböhmische Region
  • Historische Bedeutung: Ehemaliges Zentrum des böhmischen Silberbergbaus und der königlichen Münzprägung
  • UNESCO-Welterbe: Historischer Stadtkern, Dom der heiligen Barbara und Kathedrale von Sedletz
  • Bekanntestes Wahrzeichen: Dom der heiligen Barbara (Chrám svaté Barbory)
  • Weitere Hauptsehenswürdigkeit: Beinhaus Sedletz (Kostnice Sedlec)
  • Wichtigstes Museum: Böhmisches Silbermuseum im Hrádek
  • Empfohlene Aufenthaltsdauer: Ein bis zwei Tage
  • Geeignet für: Kulturreisen, Geschichtsinteressierte, Architekturfreunde und Tagesausflüge ab Prag
  • Entfernung von Prag: Rund 70 Kilometer östlich der Hauptstadt
  • Nahe Ausflugsziele: Schloss Kačina, Schloss Žleby, Festung Maleschau und Kolín