Olmütz (Olomouc)

Olmütz (Olomouc) gehört zu den bedeutendsten historischen Städten Mährens. Die kompakte Altstadt verbindet prächtige Barockarchitektur, mittelalterliche Kirchen, weitläufige Plätze und Spuren der ehemaligen Festungsstadt. Gleichzeitig sorgen die Palacký-Universität, zahlreiche Cafés und ein lebendiges Kulturleben für eine junge und entspannte Atmosphäre.

Altstadt und historische Plätze

Das Zentrum von Olmütz lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden. Der Oberring (Horní náměstí) und der Unterring (Dolní náměstí) bilden das Herz der Altstadt. Rund um die beiden Plätze stehen das historische Rathaus, farbenfrohe Bürgerhäuser, Brunnen, Kirchen und zahlreiche Cafés.

UNESCO-Welterbe und Olmützer Barock

Das bekannteste Wahrzeichen der Stadt ist die Dreifaltigkeitssäule auf dem Oberring. Das monumentale Barockdenkmal gehört zum UNESCO-Welterbe. Auch die historischen Brunnen, Säulen, Kirchen und Paläste zeigen, welche Bedeutung Olmütz während der Barockzeit besaß.

Wenzelsdom und kirchliches Erbe

Olmütz ist seit Jahrhunderten ein bedeutendes kirchliches Zentrum Mährens. Der Wenzelsdom prägt mit seinen hohen Türmen die Silhouette der Stadt. Rund um den Dom befinden sich die ehemalige Olmützer Burg, der romanische Bischofspalast, das Erzdiözesanmuseum und weitere historische Gebäude.

Universität, Kultur und Stadtleben

Die Palacký-Universität wurde bereits im 16. Jahrhundert gegründet und prägt Olmütz bis heute. Studenten, Kulturveranstaltungen, kleine Theater, Galerien, Restaurants und moderne Cafés verleihen der historischen Stadt eine lebendige Atmosphäre. Dadurch wirkt Olmütz trotz seiner vielen Denkmäler nicht wie ein reines Freilichtmuseum.

Festungsanlagen, Parks und Spazierwege

Olmütz war lange Zeit eine der wichtigsten Festungsstädte der Habsburgermonarchie. Teile der Mauern, Bastionen und militärischen Anlagen sind noch erhalten. Nach der Aufhebung der Festung entstanden rund um die Altstadt mehrere Parks, die heute zu Spaziergängen und Erholung im Grünen einladen.

Regionale Küche und Ausflüge

Die bekannteste Spezialität der Region sind die Olmützer Quargel (Olomoucké tvarůžky), ein kräftig schmeckender Sauermilchkäse. Auch die Umgebung bietet abwechslungsreiche Ziele. Besonders beliebt sind der Heiligenberg (Svatý Kopeček), die Marchauen (Litovelské Pomoraví), Littau (Litovel), Loschitz (Loštice), Sternberg (Šternberk) und die Burg Busau (Hrad Bouzov).








Natur & Umgebung



Olmütz entdecken: Lerne die Stadt kennen

Olmütz (Olomouc) gehört zu den geschichtlich und architektonisch bedeutendsten Städten Tschechiens. Die Stadt liegt im Herzen Mährens in der fruchtbaren Hanna-Ebene und war über Jahrhunderte ein wichtiges politisches, kirchliches und kulturelles Zentrum. Noch heute erinnern prächtige Kirchen, barocke Brunnen, historische Bürgerhäuser, Adelspaläste und ehemalige Festungsanlagen an diese Vergangenheit.

Das Zentrum von Olmütz ist kompakt und lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten verteilen sich rund um den Oberring (Horní náměstí), den Unterring (Dolní náměstí) und den Domhügel mit dem Wenzelsdom. Dazwischen liegen verwinkelte Gassen, Universitätsgebäude, kleine Plätze, Cafés und Restaurants.

Im Vergleich zu Prag oder Krumau an der Moldau wirkt Olmütz vielerorts ruhiger und weniger touristisch. Gleichzeitig sorgen die zahlreichen Studenten der Palacký-Universität für eine lebendige Atmosphäre. Dadurch verbindet die Stadt historische Architektur mit einem jungen, modernen Stadtleben.

Eine der wichtigsten historischen Städte Mährens

Die Geschichte von Olmütz reicht weit zurück. Archäologische Funde belegen, dass das Gebiet bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war. Im heutigen Stadtteil Neředín wurden außerdem Überreste eines römischen Militärlagers aus dem 2. Jahrhundert entdeckt.

Im frühen Mittelalter entwickelte sich auf dem heutigen Domhügel eine bedeutende Burganlage der Přemysliden. Die Olmützer Burg wurde im Jahr 1055 erstmals schriftlich erwähnt. Nur wenige Jahre später, im Jahr 1063, wurde das mährische Bistum in Olmütz gegründet. Damit begann der Aufstieg der Stadt zu einem der wichtigsten kirchlichen Zentren Mährens.

Die eigentliche Königsstadt entstand vermutlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Im Mittelalter gehörte Olmütz zu den größten und einflussreichsten Städten der böhmischen Länder. Die günstige Lage an wichtigen Handelswegen trug ebenso zur Entwicklung bei wie die politische und kirchliche Bedeutung.

Ein besonders einschneidendes Ereignis ereignete sich im Jahr 1306. Auf der Olmützer Burg wurde der junge böhmische König Wenzel III. ermordet. Mit seinem Tod endete die männliche Linie der Přemysliden.

Während des Dreißigjährigen Krieges besetzten schwedische Truppen Olmütz von 1642 bis 1650. Die Stadt wurde schwer beschädigt und verlor einen großen Teil ihrer Bevölkerung. Nach dem Krieg begann ein umfangreicher Wiederaufbau, der Olmütz sein bis heute sichtbares barockes Erscheinungsbild verlieh.

Der Oberring als Mittelpunkt der Altstadt

Das historische Zentrum von Olmütz wird von zwei großen Plätzen geprägt. Der wichtigste davon ist der Oberring (Horní náměstí). Er bildet seit Jahrhunderten das politische und gesellschaftliche Zentrum der Stadt.

Rund um den Platz stehen zahlreiche historische Bürgerhäuser mit Renaissance-, Barock- und klassizistischen Fassaden. Cafés, Restaurants und Geschäfte machen den Oberring zugleich zu einem lebendigen Treffpunkt.

Im Zentrum des Platzes befindet sich das historische Rathaus. Der ursprünglich gotische Bau wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und umgestaltet. Sein hoher Rathausturm ist eines der markantesten Bauwerke der Altstadt.

An der Nordfassade des Rathauses befindet sich die astronomische Uhr von Olmütz. Ihre heutige Gestaltung stammt aus den 1950er-Jahren. Anders als die berühmte astronomische Uhr in Prag zeigt sie keine Heiligen oder Apostel, sondern Arbeiter, Bauern, Wissenschaftler und andere Figuren im Stil des sozialistischen Realismus.

Zur Mittagszeit setzen sich die Figuren der Uhr in Bewegung. Die ungewöhnliche Gestaltung macht sie zu einer der eigenwilligsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Die Dreifaltigkeitssäule als Wahrzeichen von Olmütz

Direkt neben dem Rathaus steht die monumentale Dreifaltigkeitssäule (Sloup Nejsvětější Trojice). Sie ist das bekannteste Wahrzeichen von Olmütz und gehört seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Welterbe.

Die rund 32 Meter hohe Säule entstand zwischen 1716 und 1754. Sie wurde fast ausschließlich von Künstlern und Handwerkern aus Olmütz geschaffen und gilt daher als besonders charakteristisches Werk des Olmützer Barocks.

Der aufwendige Skulpturenschmuck zeigt unter anderem die Heilige Dreifaltigkeit, die Aufnahme Mariens in den Himmel sowie zahlreiche Heilige, die mit der Stadt und Mähren verbunden sind. Im unteren Teil der Säule befindet sich eine kleine Kapelle.

Die Dreifaltigkeitssäule wurde nicht nur als religiöses Denkmal errichtet. Sie sollte zugleich den Stolz der Stadt und ihrer Bewohner ausdrücken. Heute bildet sie gemeinsam mit dem Rathaus das zentrale Ensemble des Oberrings.

Der Unterring und die barocken Brunnen

Nur wenige Schritte vom Oberring entfernt liegt der Unterring (Dolní náměstí). Auch dieser Platz ist von historischen Bürgerhäusern und bedeutenden Denkmälern umgeben.

Besonders auffällig ist die Mariensäule, die nach einer Pestepidemie im frühen 18. Jahrhundert errichtet wurde. Sie erinnert an die Opfer der Krankheit und gehört zu den zahlreichen barocken Denkmälern der Stadt.

Olmütz ist außerdem für seine historischen Brunnen bekannt. Sechs große Barockbrunnen verteilen sich über die Plätze und Straßen der Altstadt. Sie zeigen Figuren aus der antiken Mythologie und verweisen damit auf die humanistische Bildungstradition der Stadt.

Zu den bekanntesten gehören der Neptunbrunnen, der Herkulesbrunnen, der Jupiterbrunnen, der Tritonenbrunnen und der Merkurbrunnen. Der größte und auffälligste ist der Caesarbrunnen am Oberring.

Die Figur des römischen Feldherrn Julius Caesar nimmt Bezug auf eine alte Stadtlegende. Nach dieser Überlieferung soll Caesar Olmütz gegründet haben. Historische Belege dafür gibt es nicht, dennoch gehört die Erzählung fest zur städtischen Tradition.

Das historische Brunnenensemble wurde im Jahr 2002 durch den modernen Arionbrunnen ergänzt. Seine Schildkrötenfiguren sind besonders bei Kindern ein beliebtes Motiv.

Der Wenzelsdom und der Domhügel

Östlich der beiden Hauptplätze erhebt sich der Domhügel. Hier liegen einige der ältesten und bedeutendsten Bauwerke von Olmütz.

Das weithin sichtbare Zentrum des Viertels ist der Wenzelsdom (Katedrála svatého Václava). Seine Geschichte reicht bis ins frühe 12. Jahrhundert zurück. Nach mehreren Bränden, Umbauten und Erweiterungen erhielt die Kathedrale im 19. Jahrhundert ihr heutiges neugotisches Erscheinungsbild.

Besonders eindrucksvoll sind die schlanken Türme an der Westfassade und der rund 100 Meter hohe Südturm. Er ist der höchste Kirchturm Mährens und prägt die Silhouette von Olmütz.

Im Inneren erwarten dich hohe Gewölbe, Seitenkapellen, Kunstwerke und die bedeutende Krypta. Der Dom ist Sitz des Erzbischofs von Olmütz und gehört zu den wichtigsten Kirchen Tschechiens.

Unmittelbar neben der Kathedrale befinden sich die Reste der ehemaligen Olmützer Burg. Hier wurde 1306 König Wenzel III. ermordet. Teile der historischen Burganlage sind heute in das Erzdiözesanmuseum und die umliegenden Gebäude integriert.

Romanischer Bischofspalast und Erzdiözesanmuseum

Zu den wertvollsten Baudenkmälern auf dem Domhügel gehört der romanische Bischofspalast. Er wird häufig auch als Přemyslidenpalast oder Zdík-Palast bezeichnet.

Das Gebäude entstand im 12. Jahrhundert unter Bischof Heinrich Zdík. Erhalten geblieben sind unter anderem romanische Fenster, Säulen und Teile des Kreuzgangs. Die Anlage gehört zu den bedeutendsten Beispielen romanischer Architektur in Tschechien.

Das angrenzende Erzdiözesanmuseum präsentiert sakrale Kunstwerke, historische Bücher, Gemälde, Skulpturen und liturgische Gegenstände. Gleichzeitig führt der Rundgang durch Teile der ehemaligen Burg und des Bischofspalastes.

Das Museum eignet sich besonders für Reisende, die sich intensiver mit der Geschichte der Stadt, der Kirche und der mährischen Kunst beschäftigen möchten.

Der Erzbischöfliche Palast

Der Erzbischöfliche Palast (Arcibiskupský palác) befindet sich zwischen dem Domhügel und der historischen Altstadt. Der repräsentative frühbarocke Bau gehört zu den bedeutendsten Palästen Mährens.

Im Inneren befinden sich reich ausgestattete Säle, historische Möbel, Gemälde und Stuckverzierungen. Der Palast diente über Jahrhunderte als Residenz der Olmützer Bischöfe und Erzbischöfe.

Eine besondere Rolle spielte er im Revolutionsjahr 1848. Nachdem Kaiser Ferdinand I. abgedankt hatte, bestieg der erst 18-jährige Franz Joseph I. hier den österreichischen Kaiserthron.

Damit wurde Olmütz für kurze Zeit zu einem Mittelpunkt der europäischen Politik. Die prunkvollen Räume des Palastes erinnern bis heute an dieses Ereignis.

Kirchenstadt Olmütz

Neben dem Wenzelsdom besitzt Olmütz zahlreiche weitere bedeutende Kirchen. Sie verdeutlichen, weshalb die Stadt lange Zeit als geistliches Zentrum Mährens galt.

Direkt am Oberring steht die St.-Mauritius-Kirche (Kostel svatého Mořice). Der mächtige gotische Bau fällt durch seine beiden ungleichen Türme auf. Im Inneren befindet sich eine der größten Orgeln Tschechiens.

Von einem der Türme eröffnet sich ein weiter Blick über die Dächer der Altstadt. Der Aufstieg lohnt sich besonders, wenn du das historische Zentrum von oben betrachten möchtest.

Die St.-Michael-Kirche (Kostel svatého Michala) gehört zu den schönsten Barockkirchen der Stadt. Ihre drei Kuppeln sind bereits aus der Ferne gut zu erkennen. Der reich verzierte Innenraum vermittelt einen Eindruck vom barocken Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen Krieg.

Weitere wichtige Sakralbauten sind die Kirche Maria Schnee, die Sarkanderkapelle und die Kirche der Unbefleckten Empfängnis Mariens. Zusammen bilden sie eine ungewöhnlich dichte Kirchenlandschaft.

Palacký-Universität und studentisches Leben

Olmütz ist nicht nur eine historische Kirchen- und Festungsstadt, sondern auch eine bedeutende Universitätsstadt. Die Palacký-Universität wurde 1573 gegründet und ist die älteste Universität Mährens sowie die zweitälteste Universität Tschechiens.

Ihre Fakultäten und Einrichtungen verteilen sich auf zahlreiche Gebäude in und um die Altstadt. Einige davon befinden sich in ehemaligen Jesuiten- und Klosterbauten.

Durch die Universität leben viele Studenten in Olmütz. Sie prägen die Cafés, Bars, Kulturzentren und Veranstaltungen der Stadt. Besonders rund um die Universitätsgebäude und in den Seitenstraßen der Altstadt herrscht eine entspannte und junge Atmosphäre.

Im ehemaligen Jesuitenkonvikt befindet sich heute das Kunstzentrum der Palacký-Universität. Dort werden Ausstellungen, Konzerte, Theateraufführungen und weitere kulturelle Veranstaltungen organisiert.

Die Verbindung aus jahrhundertealter Architektur und modernem Universitätsleben macht einen besonderen Teil des Reizes von Olmütz aus.

Olmütz als ehemalige Festungsstadt

Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges wurde Olmütz zu einer starken Festungsstadt der Habsburgermonarchie ausgebaut. Bastionen, Mauern, Tore und vorgelagerte Forts sollten die Stadt vor Angriffen schützen.

Im 18. Jahrhundert gehörte Olmütz zu den wichtigsten Festungen des Habsburgerreiches. Noch im 19. Jahrhundert wurde das Verteidigungssystem erweitert.

Nach der Aufhebung des Festungsstatus konnten große Teile der Stadtmauern abgetragen werden. Auf den ehemaligen Befestigungsflächen entstanden breite Straßen, neue Stadtviertel und ausgedehnte Parkanlagen.

Einige Abschnitte der Stadtmauer sind bis heute erhalten. Besonders gut lassen sie sich in den Bezruč-Parkanlagen (Bezručovy sady) erkennen.

Ein wichtiger Ort der Festungsgeschichte ist die Kronenfestung (Korunní pevnůstka). Das ehemalige militärische Gelände wird heute kulturell und touristisch genutzt. Dort befindet sich unter anderem die Festung des Wissens (Pevnost poznání), ein interaktives Wissenschaftszentrum der Palacký-Universität.

Parks rund um die Altstadt

Olmütz besitzt einen grünen Parkring, der sich teilweise entlang der früheren Stadtbefestigung erstreckt. Die Parkanlagen bieten ruhige Wege und schattige Plätze nur wenige Minuten von den wichtigsten Sehenswürdigkeiten entfernt.

Zu den bedeutendsten Anlagen gehören die Smetana-Parkanlagen (Smetanovy sady), die Čech-Parkanlagen (Čechovy sady) und die Bezruč-Parkanlagen.

Die Smetana-Parkanlagen sind besonders für ihre lange Baumallee und die Ausstellungsanlagen bekannt. In diesem Bereich finden regelmäßig Gartenbauausstellungen und Veranstaltungen statt.

Die Bezruč-Parkanlagen verlaufen unterhalb der östlichen Altstadtmauer. Von dort kannst du Teile der historischen Befestigung sehen und anschließend direkt zum Domhügel oder zur Kronenfestung weitergehen.

Die Parks eignen sich gut für eine Pause während des Stadtrundgangs. Gleichzeitig zeigen sie, wie sich Olmütz nach dem Ende seiner Zeit als Festungsstadt verändert hat.

Kloster Hradisko

Nördlich des Stadtzentrums liegt das ehemalige Kloster Hradisko (Klášter Hradisko). Der weitläufige Barockkomplex gehört zu den eindrucksvollsten Bauwerken außerhalb der Altstadt.

Das Kloster wurde ursprünglich im 11. Jahrhundert gegründet. Seine heutige monumentale Gestalt entstand überwiegend im 17. und 18. Jahrhundert.

Die symmetrischen Gebäudeflügel, Innenhöfe und repräsentativen Räume erinnern an große mitteleuropäische Residenzen. Wegen seiner Größe und Architektur wird das Kloster gelegentlich als mährisches Escorial bezeichnet.

Heute wird die Anlage als Militärkrankenhaus genutzt. Teile des historischen Komplexes können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Olmützer Quargel und mährische Küche

Die bekannteste kulinarische Spezialität der Region sind die Olmützer Quargel (Olomoucké tvarůžky). Der gereifte Sauermilchkäse besitzt einen kräftigen Geruch und einen charakteristischen würzigen Geschmack.

In Olmütz wird der Käse auf unterschiedliche Weise serviert. Du findest ihn beispielsweise paniert, eingelegt, als Brotaufstrich, in Suppen oder als Bestandteil herzhafter Gerichte.

Trotz seines Namens wird der Käse heute hauptsächlich im rund 30 Kilometer entfernten Loschitz (Loštice) hergestellt. Dort befindet sich auch ein Museum, das sich mit seiner Geschichte und Produktion beschäftigt.

Neben dem Quargel kannst du in Olmütz klassische mährische und tschechische Gerichte probieren. Dazu gehören Braten mit Knödeln, Gulasch, Suppen, Kartoffelgerichte und süße Mehlspeisen.

Die Universitätsstadt besitzt außerdem eine vielseitige Café- und Bistroszene. Neben traditionellen Gasthäusern findest du moderne Restaurants, kleine Brauereien, Weinbars und internationale Küche.

Heiligenberg als nahes Ausflugsziel

Der Heiligenberg (Svatý Kopeček) liegt nordöstlich des Stadtzentrums und gehört verwaltungstechnisch zu Olmütz. Das Ausflugsziel verbindet religiöse Architektur, Natur und Freizeitangebote.

Das wichtigste Bauwerk ist die barocke Wallfahrtsbasilika Mariä Heimsuchung. Sie erhebt sich weithin sichtbar über der Hanna-Ebene und gehört zu den bedeutenden Wallfahrtsorten Mährens.

Von der Umgebung der Basilika reicht der Blick bei gutem Wetter weit über Olmütz und die umliegende Landschaft. Rund um den Heiligenberg verlaufen mehrere Spazier- und Wanderwege.

In unmittelbarer Nähe befindet sich der Olmützer Zoo. Dadurch eignet sich der Heiligenberg auch für Familien und für einen halben oder ganzen Ausflugstag außerhalb des historischen Zentrums.

Ausflüge in die Umgebung von Olmütz

Olmütz ist ein guter Ausgangspunkt für weitere Ziele in Mittelmähren. Besonders interessant ist das Landschaftsschutzgebiet Marchauen (Litovelské Pomoraví), das sich entlang der March erstreckt.

Die geschützte Flusslandschaft besteht aus Auwäldern, Wiesen, Nebenarmen und Feuchtgebieten. Sie eignet sich zum Radfahren, Wandern und für ruhige Naturausflüge.

In den Marchauen liegt die historische Stadt Littau (Litovel). Wegen der zahlreichen Flussarme wird sie gelegentlich als Venedig der Hanna bezeichnet.

Ein weiteres beliebtes Ziel ist die Burg Busau (Hrad Bouzov). Die romantisch wirkende Burg wurde im 19. und frühen 20. Jahrhundert umfassend umgestaltet und gehört heute zu den bekanntesten Burgen Mährens.

Nördlich von Olmütz liegt Sternberg (Šternberk) mit seiner historischen Burg. Kulinarisch Interessierte können Loschitz besuchen und dort das Museum der Olmützer Quargel erkunden.

Wie viel Zeit solltest du für Olmütz einplanen?

Für einen ersten Besuch solltest du mindestens einen vollständigen Tag einplanen. In dieser Zeit kannst du den Oberring, den Unterring, die Dreifaltigkeitssäule, das Rathaus und den Domhügel kennenlernen.

Angenehmer ist ein Aufenthalt von zwei Tagen. Dann bleibt zusätzlich Zeit für das Erzdiözesanmuseum, den Erzbischöflichen Palast, die Kirchen, die Parkanlagen oder die Kronenfestung.

Mit drei Tagen kannst du außerdem den Heiligenberg besuchen oder einen Ausflug in die Marchauen, nach Loschitz, Sternberg oder zur Burg Busau unternehmen.

Olmütz eignet sich besonders für Reisende, die historische Städte, sakrale Architektur, Barockkunst, Museen und regionale Küche mögen. Durch die kompakte Altstadt, die Universität und die vielen Grünanlagen ist die Stadt zugleich abwechslungsreich und angenehm entspannt.

Kurzinfos

  • Deutscher Name: Olmütz
  • Tschechischer Name: Olomouc
  • Historische Region: Mähren
  • Verwaltungsregion: Olmützer Region (Olomoucký kraj)
  • Lage: In der Hanna-Ebene an der March (Morava)
  • Erste Erwähnung der Olmützer Burg: 1055
  • Entstehung der Königsstadt: Erste Hälfte des 13. Jahrhunderts
  • Bekanntestes Wahrzeichen: Dreifaltigkeitssäule auf dem Oberring
  • UNESCO-Welterbe: Dreifaltigkeitssäule seit 2000
  • Bedeutendste Kirche: Wenzelsdom
  • Universität: Palacký-Universität, gegründet 1573
  • Typisch für die Stadt: Barockarchitektur, Kirchen, historische Brunnen und Festungsanlagen
  • Kulinarische Spezialität: Olmützer Quargel (Olomoucké tvarůžky)
  • Empfohlene Aufenthaltsdauer: Zwei Tage
  • Geeignet für: Städtereisen, Kulturreisen, Architektur, Geschichte, Museen und regionale Küche
  • Nahe Ausflugsziele: Heiligenberg (Svatý Kopeček), Marchauen (Litovelské Pomoraví), Littau (Litovel), Loschitz (Loštice), Sternberg (Šternberk) und Burg Busau (Hrad Bouzov)