Komotau (Chomutov) liegt am südlichen Rand des Erzgebirges im Nordwesten Tschechiens. Die Stadt verbindet ein kompaktes historisches Zentrum mit Natur, Freizeitangeboten und einer bewegten Geschichte. Mittelalterliche Kirchen, das ehemalige Jesuitenareal, der Alaunsee und der weitläufige Zoopark machen Komotau zu einem abwechslungsreichen Ziel für einen Tagesausflug oder ein verlängertes Wochenende.
Historisches Zentrum entdecken
Das historische Zentrum von Komotau erstreckt sich rund um den Platz des 1. Mai (náměstí 1. máje). Hier stehen mehrere bedeutende Bauwerke dicht beieinander. Dazu gehören das Rathaus mit Teilen der ehemaligen Kommende des Deutschen Ritterordens, die Kirche St. Katharina und die Kirche Mariä Himmelfahrt mit dem Stadtturm.
Die barocke Dreifaltigkeitssäule bildet einen markanten Mittelpunkt des Platzes. Durch die kurzen Wege eignet sich das Zentrum gut für einen entspannten Rundgang.
Kirchen, Kultur und Stadtgeschichte
Komotau besitzt mehrere sehenswerte Sakralbauten aus unterschiedlichen Epochen. Besonders interessant ist das ehemalige Jesuitenareal mit der Kirche St. Ignatius, historischen Schul- und Kolleggebäuden sowie heutigen Kultur- und Ausstellungsräumen.
Im Regionalmuseum Komotau erfährst du mehr über die Entwicklung der Stadt, die Geschichte des Deutschen Ritterordens, die regionale Kunst und die archäologischen Funde aus dem Komotauer Land.
Freizeit am Alaunsee
Der Alaunsee (Kamencové jezero) gehört zu den bekanntesten Ausflugszielen der Stadt. Das Gewässer entstand auf dem Gelände eines ehemaligen Alaunbergwerks und besitzt eine besondere mineralische Zusammensetzung.
Im Sommer wird der See vor allem zum Baden und Entspannen genutzt. Liegewiesen, Badebereiche und ein Campingplatz machen das Gelände zu einem beliebten Naherholungsgebiet. In der Umgebung liegen außerdem die Otvitzer Teiche mit weiteren Freizeitmöglichkeiten.
Zoopark für Familien und Tierfreunde
Der Zoopark Komotau (Zoopark Chomutov) zählt zu den flächenmäßig größten zoologischen Anlagen Tschechiens. Der Schwerpunkt liegt auf Tierarten aus Europa, Asien und Nordafrika, die in weitläufigen und naturnah gestalteten Bereichen leben.
Zum Gelände gehören außerdem ein Eurosafari-Bereich, Spielplätze und das Alte Dorf (Stará Ves), das Einblicke in das frühere Leben auf dem Land vermittelt. Für den Zoopark solltest du mehrere Stunden einplanen.
Naturerlebnisse im Bezruč-Tal
Das Bezruč-Tal (Bezručovo údolí) beginnt am Rand von Komotau und führt weit in das Erzgebirge hinein. Wander- und Radwege verlaufen entlang der Komotau (Chomutovka) durch Wälder, Wiesen und ruhige Landschaften.
Zu den möglichen Zielen gehören ehemalige Mühlenstandorte und die Talsperre Kamenička. Das Tal eignet sich sowohl für kurze Spaziergänge als auch für längere Wanderungen und Fahrradtouren.
Ausflüge in die Umgebung
Von Komotau erreichst du mehrere interessante Ziele im Erzgebirge und im Egertal. Nahe liegen Görkau (Jirkov) mit Schloss Rothenhaus (Červený Hrádek), Kaaden (Kadaň), Klösterle an der Eger (Klášterec nad Ohří) und die Burg Hassenstein (Hasištejn).
Damit eignet sich Komotau nicht nur als eigenständiges Reiseziel, sondern auch als Ausgangspunkt für die Erkundung Nordwestböhmens.
Sehenswürdigkeiten & historische Altstadt
- Platz des 1. Mai (náměstí 1. máje)
- Rathaus und ehemalige Kommende des Deutschen Ritterordens
- Kirche St. Katharina (kostel svaté Kateřiny)
- Kirche Mariä Himmelfahrt (kostel Nanebevzetí Panny Marie)
- Stadtturm Komotau (Městská věž)
Kirchen, Kultur & Stadtgeschichte
- Dreifaltigkeitssäule (Sloup Nejsvětější Trojice)
- Jesuitenareal Komotau (Jezuitský areál)
- Kirche St. Ignatius (kostel svatého Ignáce)
- Regionalmuseum Komotau (Oblastní muzeum v Chomutově)
- Komotau und der Deutsche Ritterorden
Natur, Seen & Erholung
- Alaunsee (Kamencové jezero)
- Otvitzer Teiche (Otvické rybníky)
- Bezruč-Tal (Bezručovo údolí)
- Talsperre Kamenička (vodní nádrž Kamenička)
- Talsperre Křimov (Křimovská přehrada)
Familien, Tiere & Freizeit
- Zoopark Komotau (Zoopark Chomutov)
- Eurosafari im Zoopark Komotau
- Altes Dorf im Zoopark (Stará Ves)
- Wakepark Komotau
- Aquawelt Komotau (Aquasvět Chomutov)
Ausflüge rund um Komotau
- Görkau (Jirkov)
- Schloss Rothenhaus (Červený Hrádek)
- Kaaden (Kadaň)
- Klösterle an der Eger (Klášterec nad Ohří)
- Burg Hassenstein (Hasištejn)
Reiseplanung & Aktivitäten
- Wandern in Komotau und im Bezruč-Tal
- Radfahren rund um Komotau
- Komotau mit Kindern
- Camping am Alaunsee
- Komotau an einem Wochenende
Komotau entdecken: Lerne die Stadt kennen
Komotau (Chomutov) liegt im Nordwesten Tschechiens am südlichen Rand des Erzgebirges. Die Stadt verbindet ein kompaktes historisches Zentrum mit ungewöhnlichen Freizeitangeboten, weitläufigen Naturgebieten und einer Geschichte, die vom Deutschen Ritterorden, vom Bergbau und von der industriellen Entwicklung Nordböhmens geprägt wurde.
Im Vergleich zu bekannten historischen Städten wie Kaaden oder Leitmeritz wirkt Komotau auf den ersten Blick moderner und industrieller. Im Zentrum sind jedoch zahlreiche Baudenkmäler erhalten geblieben. Rund um den Platz des 1. Mai (náměstí 1. máje) findest du mittelalterliche Kirchen, barocke Kunstwerke, historische Bürgerhäuser und die ehemalige Kommende des Deutschen Ritterordens.
Überregional bekannt ist Komotau vor allem für den Alaunsee (Kamencové jezero), den weitläufigen Zoopark und das Bezruč-Tal (Bezručovo údolí). Dadurch eignet sich die Stadt sowohl für einen kulturellen Tagesausflug als auch für einen längeren Aufenthalt mit Natur-, Familien- und Freizeitaktivitäten.
Historische Handelsstadt am Rand des Erzgebirges
Komotau entstand an der Kreuzung wichtiger historischer Handelswege. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1252. Damals gelangte der Ort in den Besitz des Deutschen Ritterordens, der hier eine befestigte Kommende errichtete.
Die Ordensanlage bildete über Jahrhunderte einen Mittelpunkt der Stadtentwicklung. Teile der ehemaligen Kommende sind bis heute erhalten und wurden später in das Rathaus integriert. Auch die angrenzende Kirche St. Katharina (kostel svaté Kateřiny) erinnert an die Zeit des Ritterordens.
Im Jahr 1396 erhielt Komotau Stadtrechte. Während der folgenden Jahrhunderte wechselten die Besitzer mehrfach. Einen wichtigen Wendepunkt markierte das Jahr 1605, als sich die Stadt von der königlichen Kammer freikaufte und fortan ihre Entwicklung stärker selbst bestimmen konnte.
Im 19. Jahrhundert veränderte sich Komotau grundlegend. Der Abbau von Braunkohle, die Eisenverarbeitung und der Ausbau der Eisenbahn machten die Stadt zu einem bedeutenden Industrie- und Verkehrszentrum Nordböhmens. Bis heute prägen die Folgen dieser Entwicklung das Stadtbild und die gesamte Region.
Platz des 1. Mai als historisches Zentrum
Das Zentrum von Komotau erstreckt sich rund um den lang gezogenen Platz des 1. Mai (náměstí 1. máje). Der Platz ist von Bürgerhäusern, Kirchen und öffentlichen Gebäuden gesäumt und bildet den besten Ausgangspunkt für einen Stadtrundgang.
Besonders auffällig ist die barocke Dreifaltigkeitssäule (Sloup Nejsvětější Trojice). Sie wurde Ende des 17. Jahrhunderts errichtet und später um weitere Heiligenfiguren ergänzt. Das Denkmal erinnert an die religiöse Prägung der Stadt und gehört zu den wichtigsten Kunstwerken im öffentlichen Raum.
Rund um den Platz findest du Cafés, kleinere Geschäfte und mehrere Zugänge zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten. Da das historische Zentrum überschaubar ist, lassen sich die wichtigsten Bauwerke bequem zu Fuß entdecken.
Rathaus und ehemalige Kommende des Deutschen Ritterordens
Die heutige Rathausanlage gehört zu den geschichtlich bedeutendsten Orten Komotaus. Ihre Ursprünge reichen bis in das 13. Jahrhundert zurück, als der Deutsche Ritterorden an dieser Stelle eine befestigte Kommende errichtete.
Nach dem Ende der Ordensherrschaft wurde die Anlage mehrfach umgebaut und zeitweise als Schloss genutzt. Nachdem sich Komotau im Jahr 1605 freigekauft hatte, ging das Gebäude in den Besitz der Stadt über und wurde zum Rathaus.
In den historischen Räumen befinden sich heute Teile der Stadtverwaltung und Ausstellungen des Regionalmuseums Komotau (Oblastní muzeum v Chomutově). Die unterschiedlichen Bauphasen sind an mehreren Stellen noch erkennbar und machen die Anlage zu einem besonders interessanten Zeugnis der Stadtgeschichte.
Kirche St. Katharina
Direkt an die Rathausanlage schließt die Kirche St. Katharina (kostel svaté Kateřiny) an. Ihr gotischer Chor zählt zu den ältesten erhaltenen Bauteilen der Stadt und entstand während der Herrschaft des Deutschen Ritterordens.
Die Kirche wurde im Laufe ihrer Geschichte mehrfach beschädigt, umgebaut und zeitweise zweckentfremdet. Nach einer umfassenden Restaurierung wird sie heute vor allem für Ausstellungen, Konzerte und kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Der schlichte gotische Innenraum unterscheidet sich deutlich von den späteren barocken Kirchen der Stadt. Besonders in Verbindung mit der ehemaligen Kommende vermittelt die Kirche einen Eindruck vom mittelalterlichen Komotau.
Kirche Mariä Himmelfahrt und Stadtturm
Zu den markantesten Bauwerken am Platz gehört die Kirche Mariä Himmelfahrt (kostel Nanebevzetí Panny Marie). Der Sakralbau wurde bereits im Mittelalter erwähnt und später zu einer spätgotischen Hallenkirche umgestaltet.
An die Kirche schließt der Stadtturm (Městská věž) an. Der Turm prägt die Silhouette des historischen Zentrums und kann zu bestimmten Zeiten als Aussichtspunkt besucht werden. Von oben öffnet sich der Blick über die Dächer Komotaus, die umliegenden Stadtviertel und bei guter Sicht bis zu den Höhen des Erzgebirges.
Die Kombination aus Kirche und Turm gehört zu den wichtigsten Fotomotiven der Stadt. Besonders vom gegenüberliegenden Bereich des Platzes lässt sich das Ensemble gut überblicken.
Jesuitenareal und Kirche St. Ignatius
Nur wenige Schritte vom zentralen Platz entfernt liegt das ehemalige Jesuitenareal (Jezuitský areál). Der Bau des Komplexes begann Ende des 16. Jahrhunderts auf Initiative von Georg Popel von Lobkowicz.
Zum Areal gehören die ehemalige Jesuitenschule, das Kolleg, Wirtschaftsgebäude und die Kirche St. Ignatius (kostel svatého Ignáce). Die frühbarocke Kirche wurde im 17. Jahrhundert nach Plänen des italienischen Architekten Carlo Lurago errichtet.
Nach der Auflösung des Jesuitenordens wurden die Gebäude unterschiedlich genutzt. Heute ist das Areal ein wichtiges Kulturzentrum. In den historischen Räumen befinden sich unter anderem die Stadtbibliothek und mehrere Galerien. Die Kirche St. Ignatius dient vor allem als Veranstaltungsort für Konzerte und Ausstellungen.
Regionalmuseum Komotau
Das Regionalmuseum Komotau (Oblastní muzeum v Chomutově) beschäftigt sich mit der Geschichte, Archäologie, Kunst und Natur des Komotauer Landes. Seine Ausstellungen verteilen sich auf mehrere historische Gebäude im Stadtzentrum.
In der ehemaligen Rathaus- und Kommendenanlage kannst du unter anderem regionale Kunstwerke, Skulpturen, historische Steinfragmente und eine mechanische Weihnachtskrippe sehen. Zur Museumsanlage gehört auch die Kirche St. Katharina.
Weitere Ausstellungen behandeln die Ur- und Frühgeschichte der Region sowie die Entwicklung Komotaus vom mittelalterlichen Marktort zur Industrie- und Verwaltungsstadt. Das Museum eignet sich besonders, wenn du die historischen Zusammenhänge hinter den Gebäuden im Zentrum besser verstehen möchtest.
Alaunsee als besonderes Natur- und Freizeitgebiet
Der Alaunsee (Kamencové jezero) ist die bekannteste Natursehenswürdigkeit Komotaus. Er entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf dem Gelände eines ehemaligen Alaunbergwerks. Nach dem Ende des Abbaus füllte sich die Grube mit Wasser.
Seine mineralische Zusammensetzung unterscheidet den Alaunsee von gewöhnlichen Badeseen. Das Wasser enthält verschiedene Salze und Mineralien, die das Wachstum zahlreicher Wasserpflanzen einschränken. Dadurch besitzt der See einen offenen und ungewöhnlichen Charakter.
Rund um das Gewässer entstanden bereits früh Badeanlagen. Heute findest du hier Liegewiesen, Sandflächen, Stege und verschiedene Freizeitmöglichkeiten. In der warmen Jahreszeit ist der Alaunsee ein beliebtes Ziel zum Baden und Entspannen.
Zum Gelände gehört auch ein Campingplatz. Dadurch kannst du den Aufenthalt am See mit einem Besuch der Innenstadt, des Zooparks oder des Erzgebirges verbinden.
Otvitzer Teiche und Wakepark
Unmittelbar neben dem Alaunsee liegen die Otvitzer Teiche (Otvické rybníky). Das Gebiet ergänzt das Freizeitangebot im Norden der Stadt und bildet gemeinsam mit dem Alaunsee und dem Zoopark ein großes zusammenhängendes Erholungsareal.
Auf einem der Teiche befindet sich ein Wakepark, der sich besonders an aktive Besucher richtet. Daneben führen Wege durch das flache Ufergebiet und verbinden die verschiedenen Freizeitbereiche miteinander.
Die Umgebung eignet sich auch für Spaziergänge und Fahrradtouren. Durch die kurzen Entfernungen lassen sich Alaunsee, Teiche und Zoopark gut an einem Tag kombinieren.
Zoopark Komotau
Der Zoopark Komotau (Zoopark Chomutov) zählt flächenmäßig zu den größten zoologischen Anlagen Tschechiens. Auf einem weitläufigen Gelände leben zahlreiche Tierarten aus Europa, Asien und Nordafrika.
Der Schwerpunkt liegt auf Tieren der paläarktischen Region. Dazu gehören Arten, deren natürliche Lebensräume sich über weite Teile der nördlichen Erdhalbkugel erstrecken. Viele Gehege sind großzügig und naturnah angelegt.
Zum Zoopark gehört außerdem ein Eurosafari-Gelände, das je nach Angebot mit einer geführten Fahrt erkundet werden kann. Ein weiteres Teilgebiet ist das Alte Dorf (Stará Ves). Dort vermitteln historische Gebäude und traditionelle Handwerksdarstellungen einen Eindruck vom früheren Leben auf dem Land.
Spielplätze und Lernstationen machen den Zoopark besonders für Familien interessant. Für den Besuch solltest du mehrere Stunden oder einen eigenen Ausflugstag einplanen.
Bezruč-Tal als Zugang zum Erzgebirge
Westlich und nordwestlich von Komotau beginnt das Bezruč-Tal (Bezručovo údolí). Das lange Tal wird von der Komotau (Chomutovka) durchflossen und führt tief in die Wälder des Erzgebirges hinein.
Durch das Tal verlaufen Wander- und Radwege, die sich für kurze Spaziergänge ebenso eignen wie für längere Touren. Auf dem Weg findest du ehemalige Mühlenstandorte, Waldwiesen, Felsbereiche und kleinere Wasserläufe.
Das Tal ist aufgrund seines geringen Gefälles auch für entspannte Fahrradtouren geeignet. Teile der Strecke werden zudem von Inlineskatern genutzt. Mit zunehmender Entfernung von der Stadt wird die Landschaft ruhiger und waldreicher.
Das Bezruč-Tal gehört zu den wichtigsten Naherholungsgebieten Komotaus. Es bietet einen deutlichen Kontrast zur industriell geprägten Landschaft südlich der Stadt.
Talsperre Kamenička
Zu den interessantesten Zielen im oberen Bezruč-Tal gehört die Talsperre Kamenička. Sie wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Trinkwasserversorgung errichtet.
Besonders auffällig ist die Gestaltung der Staumauer. Ihre Mauerkrone erinnert mit ihren steinernen Zinnen an eine mittelalterliche Befestigung. Dadurch wirkt die technische Anlage ungewöhnlich dekorativ.
Die Talsperre liegt in einem geschützten Waldgebiet und kann im Rahmen längerer Wanderungen oder Fahrradtouren erreicht werden. Da sie weiterhin der Wasserversorgung dient, gelten in ihrer unmittelbaren Umgebung besondere Schutzbestimmungen.
Bergbau und Industriegeschichte
Komotau wurde über Jahrhunderte durch Bodenschätze geprägt. Zunächst spielte der Abbau von Alaun eine bedeutende Rolle. Später gewannen Braunkohle, Eisenverarbeitung und Maschinenbau an Bedeutung.
Mit dem Eisenbahnausbau entwickelte sich die Stadt im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt. Bahnstrecken verbanden Komotau mit Prag, Eger, Aussig an der Elbe und den Industriegebieten auf beiden Seiten des Erzgebirges.
Die Schwerindustrie veränderte nicht nur die Stadt, sondern auch die umliegende Landschaft. Südlich und östlich von Komotau entstanden große Tagebaugebiete, Kraftwerke und neue Siedlungen. Nach 1989 wurden zahlreiche Industriebetriebe geschlossen oder umstrukturiert.
Heute versucht Komotau, seine industrielle Vergangenheit mit neuen Freizeit-, Kultur- und Naturangeboten zu verbinden. Der Alaunsee, der Zoopark und die renaturierten Bereiche im Umland zeigen diesen Wandel besonders deutlich.
Ausflüge nach Görkau und Schloss Rothenhaus
Die Nachbarstadt Görkau (Jirkov) schließt unmittelbar an Komotau an. Beide Städte bilden heute einen nahezu zusammenhängenden Siedlungsraum.
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Görkau gehört Schloss Rothenhaus (Červený Hrádek). Das barocke Schloss liegt in einem Park am Rand des Erzgebirges und kann gut mit einem Aufenthalt in Komotau verbunden werden.
Auch das historische Zentrum von Görkau eignet sich für einen kurzen Abstecher. Interessant sind vor allem die Stadtkeller, die Kirche St. Ägidius und der Stadtturm.
Kaaden und Klösterle an der Eger
Südwestlich von Komotau liegen mit Kaaden (Kadaň) und Klösterle an der Eger (Klášterec nad Ohří) zwei der schönsten historischen Städte der Region.
Kaaden besitzt einen gut erhaltenen Stadtkern mit einem großen Marktplatz, einer mittelalterlichen Stadtbefestigung und der ungewöhnlich schmalen Henkersgasse. Klösterle an der Eger ist vor allem für sein Schloss, den Landschaftspark und die Porzellangeschichte bekannt.
Beide Städte lassen sich mit dem Auto oder Zug erreichen und eignen sich gut als Ergänzung zu einem mehrtägigen Aufenthalt in Komotau.
Burg Hassenstein
Ein weiteres lohnendes Ausflugsziel ist die Burg Hassenstein (Hasištejn). Die mächtige Burgruine steht auf einem bewaldeten Höhenzug südwestlich der Stadt.
Von den erhaltenen Mauern und Türmen öffnen sich weite Ausblicke über das Egertal und zum Erzgebirge. Die Burganlage vermittelt einen anschaulichen Eindruck von der mittelalterlichen Geschichte Nordwestböhmens.
Der Besuch lässt sich mit einer Rundfahrt durch Kaaden, Klösterle an der Eger oder die kleineren Orte am südlichen Erzgebirgsrand verbinden.
Komotau für Familien
Komotau eignet sich besonders gut für einen Familienausflug. Der Zoopark bietet ein umfangreiches Tagesprogramm, während der Alaunsee in den Sommermonaten zusätzliche Freizeitmöglichkeiten schafft.
Auch das Alte Dorf im Zoopark, die Spielplätze und die Spazierwege rund um die Otvitzer Teiche sind auf Familien ausgerichtet. Bei schlechtem Wetter bieten sich das Regionalmuseum, die Galerien im Jesuitenareal oder weitere Kultur- und Freizeiteinrichtungen an.
Durch die Kombination aus Tierpark, Wasser und Natur lässt sich ein abwechslungsreiches Wochenende gestalten, ohne ständig größere Entfernungen zurücklegen zu müssen.
Komotau als Ausgangspunkt für das Erzgebirge
Die Lage am Fuß des Erzgebirges macht Komotau zu einem geeigneten Ausgangspunkt für Ausflüge in höhere Lagen. Über das Bezruč-Tal erreichst du Wander- und Radwege, kleinere Bergorte und mehrere Talsperren.
Weitere Ziele sind Sebastiansberg (Hora Svatého Šebestiána), Sonnenberg (Výsluní) und die Umgebung der Talsperre Preßnitz (vodní nádrž Přísečnice). Im Winter bieten die höheren Lagen Möglichkeiten zum Langlaufen und für Ausflüge in verschneite Berglandschaften.
Komotau selbst liegt verkehrsgünstiger und bietet eine größere Auswahl an Geschäften, Restaurants und Unterkünften als viele kleinere Erzgebirgsorte. Dadurch kann die Stadt als praktischer Standort für die Erkundung der Region dienen.
Wie viel Zeit solltest du für Komotau einplanen?
Für einen Rundgang durch das historische Zentrum, den Besuch des Stadtturms und einen kurzen Museumsbesuch solltest du mindestens einen halben Tag einplanen. In Verbindung mit dem Alaunsee entsteht daraus ein abwechslungsreicher Tagesausflug.
Der Zoopark benötigt aufgrund seiner Größe mehrere Stunden. Möchtest du zusätzlich das Bezruč-Tal erkunden, lohnt sich ein Aufenthalt von zwei Tagen.
Für ein verlängertes Wochenende kannst du Komotau mit Görkau, Kaaden, Klösterle an der Eger oder einer Tour durch das Erzgebirge verbinden. Dadurch lernst du sowohl die historischen Städte als auch die Natur- und Industrielandschaften Nordwestböhmens kennen.
Kurzinfos
- Deutscher Name: Komotau
- Tschechischer Name: Chomutov
- Region: Aussiger Region (Ústecký kraj)
- Lage: Am südlichen Fuß des Erzgebirges in Nordwestböhmen
- Erste schriftliche Erwähnung: 1252
- Stadtrechte: 1396
- Historische Bedeutung: Kommende des Deutschen Ritterordens, Handelsstadt und späteres Industriezentrum
- Zentraler Platz: Platz des 1. Mai (náměstí 1. máje)
- Bekannteste Natursehenswürdigkeit: Alaunsee (Kamencové jezero)
- Wichtigstes Familienziel: Zoopark Komotau (Zoopark Chomutov)
- Bedeutendes Naherholungsgebiet: Bezruč-Tal (Bezručovo údolí)
- Empfohlene Aufenthaltsdauer: Ein bis zwei Tage
- Geeignet für: Kulturreisende, Familien, Wanderer, Radfahrer und Erzgebirgsurlauber
- Nahe Ausflugsziele: Görkau, Schloss Rothenhaus, Kaaden, Klösterle an der Eger und Burg Hassenstein