Lundenburg (Břeclav) liegt im äußersten Süden Mährens, nahe der österreichischen und slowakischen Grenze. Die Stadt an der Thaya (Dyje) ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und zugleich ein vielseitiger Ausgangspunkt für Ausflüge in die Kulturlandschaft Eisgrub–Feldsberg. Historische Bauwerke, jüdisches Erbe, großmährische Archäologie und weitläufige Auwälder machen Lundenburg vor allem für Reisende interessant, die Südmähren aktiv und abseits der bekanntesten Altstädte entdecken möchten.
Schloss und Stadtgeschichte
Das Schloss Lundenburg (Zámek Břeclav) erinnert an die mittelalterlichen Ursprünge der Stadt. Aus einer Grenzburg entwickelte sich zunächst ein Renaissanceschloss, das später unter den Liechtensteinern romantisch umgestaltet wurde. Gemeinsam mit dem T.G.Masaryk-Platz und der modernen St.-Wenzels-Kirche bildet es einen wichtigen Ausgangspunkt für einen Rundgang durch das Stadtzentrum.
Pohansko und das Großmährische Reich
Südlich von Lundenburg liegt mit Pohansko einer der bedeutendsten archäologischen Fundorte aus der Zeit des Großmährischen Reiches. Inmitten der Auwälder befand sich im 9. Jahrhundert eine große befestigte Siedlung mit Herrschaftsbereich, Werkstätten und Kirchen. Das klassizistische Jagdschloss Pohansko beherbergt heute eine Ausstellung zu den archäologischen Entdeckungen.
Jüdisches Erbe
Die erhaltene Synagoge und der jüdische Friedhof dokumentieren die Geschichte der früheren jüdischen Gemeinde Lundenburgs. Ausstellungen, historische Grabsteine und Erinnerungsorte geben Einblicke in das religiöse, gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben jüdischer Familien vor dem Zweiten Weltkrieg.
Auwälder und Naturerlebnisse
Rund um Lundenburg erstrecken sich ausgedehnte Auwälder entlang von March und Thaya. Alte Flussarme, Feuchtwiesen und mächtige Eichen prägen eine der wertvollsten Flusslandschaften Mitteleuropas. Besonders das Gebiet zwischen Pohansko und dem Zusammenfluss der beiden Flüsse eignet sich für ruhige Naturtouren und Tierbeobachtungen.
Radfahren durch Südmähren
Die flache Landschaft und das dichte Wegenetz machen Lundenburg zu einem idealen Ziel für Radfahrer. Beliebte Strecken führen nach Pohansko, Eisgrub, Feldsberg, Hansenburg und zu den romantischen Bauwerken der Liechtensteiner. Viele Ziele lassen sich auf verkehrsarmen Wegen miteinander verbinden.
Ausgangspunkt für Eisgrub und Feldsberg
Lundenburg liegt am Rand der UNESCO-Kulturlandschaft Eisgrub–Feldsberg. Von der Stadt aus erreichst du Schlösser, Parkanlagen, Teiche, Tempel und Aussichtsbauten. Dank der guten Bahnverbindungen eignet sich Lundenburg außerdem als Standort für Ausflüge nach Nikolsburg, Brünn, Wien oder Bratislava.
Sehenswürdigkeiten und Stadtbild
- Schloss Lundenburg (Zámek Břeclav)
- T.G.Masaryk-Platz (náměstí T.G.Masaryka)
- St.-Wenzels-Kirche (Kostel svatého Václava)
- Kirche Mariä Heimsuchung in Unterthemenau (Kostel Navštívení Panny Marie v Poštorné)
- Historischer Wasserturm von Lundenburg
Geschichte, Archäologie und jüdisches Erbe
- Archäologisches Areal Pohansko
- Großmährische Burgstätte Pohansko
- Jagdschloss Pohansko (Zámeček Pohansko)
- Synagoge Lundenburg (Synagoga Břeclav)
- Jüdischer Friedhof Lundenburg (Židovský hřbitov Břeclav)
Liechtensteiner Kulturlandschaft
- Liechtenstein-Haus (Lichtenštejnský dům)
- Kulturlandschaft Eisgrub–Feldsberg (Lednicko-valtický areál)
- Hansenburg (Janův hrad)
- Jagdschloss Lány (Zámeček Lány)
- Romantische Bauwerke der Liechtensteiner rund um Lundenburg
Natur und Landschaft
- Auwälder an March und Thaya
- Zusammenfluss von March und Thaya (Soutok Moravy a Dyje)
- Landschaftsschutzgebiet Zusammenfluss (CHKO Soutok)
- Thaya in Lundenburg (Dyje v Břeclavi)
- Naturlehrpfade rund um Pohansko
Radfahren und aktive Erlebnisse
- Radweg von Lundenburg nach Pohansko
- Radtour von Lundenburg nach Eisgrub
- Radtour von Lundenburg nach Feldsberg
- Rundtour durch die Auwälder von Lundenburg
- Radwege zwischen Lundenburg, Österreich und der Slowakei
Kultur, Verkehr und Reiseplanung
- Eisenbahngeschichte von Lundenburg
- Bahnhof Lundenburg (Nádraží Břeclav)
- Stadtmuseum und Galerie Lundenburg
- Volkskultur des Podluží
- Ausflüge ab Lundenburg
Lundenburg entdecken: Lerne die Stadt kennen
Lundenburg (Břeclav) liegt im äußersten Süden Mährens, nur wenige Kilometer von Österreich und der Slowakei entfernt. Die Stadt gehört zur Region Südmähren und befindet sich an der Thaya (Dyje), die hier durch eine weite, überwiegend flache Landschaft aus Auwäldern, Wiesen und landwirtschaftlich genutzten Flächen fließt.
Auf den ersten Blick wirkt Lundenburg weniger historisch als viele andere Städte Südmährens. Einen geschlossen erhaltenen Altstadtkern mit Renaissancehäusern und verwinkelten Gassen wirst du hier nicht finden. Dafür besitzt die Stadt eine ganz eigene Mischung aus mittelalterlicher Geschichte, Eisenbahntradition, jüdischem Erbe, moderner Architektur und eindrucksvollen Naturlandschaften.
Besonders interessant ist die Lage am Rand der Kulturlandschaft Eisgrub–Feldsberg. Von Lundenburg aus erreichst du zahlreiche Schlösser, romantische Bauwerke, Parkanlagen, Weinorte und Radwege. Die Stadt ist deshalb nicht nur ein eigenständiges Reiseziel, sondern auch ein praktischer Ausgangspunkt für Entdeckungstouren durch das südlichste Mähren.
Eine Stadt an alten Grenzen
Die Geschichte Lundenburgs ist eng mit seiner strategischen Lage verbunden. Schon im Mittelalter verliefen in der Umgebung wichtige Wege zwischen Mähren, Niederösterreich und dem ungarischen Herrschaftsgebiet. Nach der Mitte des 11. Jahrhunderts entstand hier eine Grenzburg, die vermutlich nach dem böhmischen Fürsten Břetislav benannt wurde.
Aus dem Namen der Burg entwickelte sich später die tschechische Bezeichnung Břeclav. Der deutsche Name Lundenburg geht dagegen auf ältere Namensformen zurück, die sich über mehrere Jahrhunderte veränderten.
Die ursprüngliche Burg kontrollierte einen wichtigen Übergang über die Thaya. Rund um die Befestigung entstanden nach und nach Siedlungen, Handwerksbetriebe und landwirtschaftliche Höfe. Die Lage am Fluss bot gute Voraussetzungen für Handel und Versorgung, brachte aber auch immer wieder Überschwemmungen und militärische Konflikte mit sich.
Im 16. Jahrhundert wurde die mittelalterliche Burg unter den Herren von Žerotín zu einem Renaissanceschloss umgebaut. Später gelangte die Herrschaft an die Familie Liechtenstein, die Lundenburg über Jahrhunderte hinweg prägte.
Schloss Lundenburg
Das Schloss Lundenburg (Zámek Břeclav) erhebt sich auf einer leichten Anhöhe unweit des Stadtzentrums. Seine heutige Erscheinung unterscheidet sich deutlich von klassischen südmährischen Schlössern wie Eisgrub oder Feldsberg.
Unter den Liechtensteinern wurde das ältere Renaissanceschloss im 19. Jahrhundert im romantischen Stil umgestaltet. Teile des Gebäudes erhielten den Charakter einer künstlichen Burgruine. Diese Gestaltung passte zum damaligen Interesse an mittelalterlichen Formen und malerischen Landschaftsszenen.
Das Schloss wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts unterschiedlich genutzt und über längere Zeit vernachlässigt. Inzwischen bemüht sich die Stadt um eine schrittweise Sicherung und Restaurierung des Gebäudes. Ein Aussichtsturm ermöglicht zeitweise einen Blick über Lundenburg, die Thayaebene und die umliegenden Wälder.
Auch wenn das Schloss keine vollständig eingerichteten Prunkräume besitzt, gehört es zu den wichtigsten historischen Wahrzeichen der Stadt. Seine wechselvolle Baugeschichte erzählt von der mittelalterlichen Grenzlage, der Renaissancezeit und der Landschaftsgestaltung der Liechtensteiner.
Der T.G.Masaryk-Platz
Das heutige Zentrum Lundenburgs befindet sich rund um den T.G.Masaryk-Platz. Der weitläufige Platz ist von Geschäften, Dienstleistungsbetrieben, Cafés und öffentlichen Gebäuden umgeben. Im Vergleich zu den historischen Marktplätzen anderer mährischer Städte wirkt er modern und offen.
Sein auffälligstes Bauwerk ist die St.-Wenzels-Kirche (Kostel svatého Václava). Sie steht an der Stelle einer barocken Kirche, die während eines Luftangriffs im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.
Der moderne Neubau entstand erst in den 1990er-Jahren. Seine klaren Formen, der hohe Turm und die auffällige Dachlandschaft machen die Kirche zu einem markanten Orientierungspunkt. Im Inneren setzt sich die zeitgenössische Gestaltung fort.
Die St.-Wenzels-Kirche erinnert zugleich an die schweren Zerstörungen, die Lundenburg in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs erlitt. Zahlreiche historische Gebäude gingen verloren oder wurden später durch Neubauten ersetzt. Das erklärt, warum das Stadtzentrum heute weniger geschlossen und historisch wirkt als andere Orte der Region.
Die Kirche in Unterthemenau
Zu den schönsten Bauwerken Lundenburgs gehört die Kirche Mariä Heimsuchung (Kostel Navštívení Panny Marie) im Stadtteil Unterthemenau (Poštorná). Sie wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Auftrag der Liechtensteiner errichtet.
Das Gotteshaus fällt durch seine farbenreiche Backsteinarchitektur, dekorative Keramikelemente und grün glasierte Dachziegel auf. Viele der verwendeten Ziegel und Schmuckelemente wurden in den örtlichen fürstlichen Keramikwerken hergestellt.
Gemeinsam mit dem benachbarten Pfarrhaus und dem historischen Schulgebäude bildet die Kirche ein ungewöhnlich geschlossenes Ensemble. Die Architektur verbindet historistische Formen mit regionalen Materialien und handwerklicher Detailarbeit.
Unterthemenau besitzt einen eigenständigen Charakter und war früher eine selbstständige Gemeinde. Der Stadtteil gehört zum kulturellen Raum des Podluží, der für seine Trachten, Volksfeste, Musik und Weintraditionen bekannt ist.
Jüdisches Lundenburg
Über Jahrhunderte lebte in Lundenburg eine bedeutende jüdische Gemeinde. Jüdische Familien beteiligten sich am Handel, am Handwerk und an der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt.
Die Synagoge gehört zu den wichtigsten erhaltenen Zeugnissen dieser Geschichte. Das Gebäude wurde im 19. Jahrhundert errichtet und später im Stil der Neoromanik umgestaltet. Heute dient es als Ausstellungs- und Veranstaltungsort des städtischen Museums.
Eine Dauerausstellung beschäftigt sich mit der Geschichte der jüdischen Bevölkerung Lundenburgs. Dokumente, Fotografien und persönliche Schicksale vermitteln einen Eindruck vom Gemeindeleben vor dem Zweiten Weltkrieg und von dessen gewaltsamem Ende während der deutschen Besatzung.
Ein weiterer wichtiger Erinnerungsort ist der jüdische Friedhof. Dort haben sich zahlreiche historische Grabsteine, eine Zeremonienhalle und das ehemalige Totengräberhaus erhalten. Besonders auffällig ist das Grabmal der Familie Kuffner, die zu den wirtschaftlich einflussreichsten jüdischen Familien der Stadt gehörte.
Synagoge und Friedhof lassen sich gut miteinander verbinden. Gemeinsam ermöglichen sie einen vertieften Einblick in einen Teil der Stadtgeschichte, der im heutigen Stadtbild nicht mehr überall sichtbar ist.
Eisenbahnstadt mit internationaler Bedeutung
Die Entwicklung Lundenburgs wurde im 19. Jahrhundert entscheidend durch die Eisenbahn verändert. Im Jahr 1839 erreichte ein Zug der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn die Stadt. Damit gehörte Lundenburg zu den ersten Orten auf dem Gebiet des heutigen Tschechiens mit einem Eisenbahnanschluss.
In den folgenden Jahrzehnten entstanden weitere Verbindungen nach Brünn, Prerau, Wien, Pressburg, Znaim, Nikolsburg und Eisgrub. Lundenburg entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Eisenbahnknoten Mitteleuropas.
Die Bahn brachte neue Arbeitsplätze, Industriebetriebe und Einwohner in die Stadt. Rund um den Bahnhof entstanden Werkstätten, Lagerhäuser, Wohnviertel und Versorgungseinrichtungen. Das frühere Landstädtchen wandelte sich zu einem modernen Verkehrs- und Industriezentrum.
Noch heute ist der Bahnhof Lundenburg ein wichtiger Umsteigepunkt. Internationale Züge verbinden die Stadt unter anderem mit Prag, Brünn, Wien, Bratislava und Budapest. Für Reisende ohne Auto ist Lundenburg deshalb einer der praktischsten Ausgangspunkte in Südmähren.
Die örtliche Eisenbahngeschichte wird in Ausstellungen und kleineren Sammlungen dokumentiert. Auch das weitläufige Gleisgelände und die historischen Bahnbauten erinnern an die besondere Bedeutung des Schienenverkehrs.
Pohansko und das Großmährische Reich
Südlich von Lundenburg liegt mit Pohansko eines der bedeutendsten archäologischen Gebiete Tschechiens. Inmitten der Auwälder befand sich im 9. Jahrhundert eine große befestigte Siedlung des Großmährischen Reiches.
Das Areal umfasste einen Fürstenhof, Wohnbereiche, Werkstätten, Befestigungsanlagen und mehrere Kirchen. Archäologische Ausgrabungen brachten Schmuck, Waffen, Werkzeuge, Keramik und zahlreiche Gräber ans Licht.
Die Funde zeigen, dass Pohansko ein bedeutendes politisches, militärisches und wirtschaftliches Zentrum war. Die Siedlung lag an wichtigen Handelswegen und kontrollierte Übergänge durch die Flusslandschaft von March und Thaya.
Heute führen Wege durch das weitläufige archäologische Gelände. Informationstafeln erklären die ursprüngliche Bebauung und die wichtigsten Funde. Reste der Befestigungen und rekonstruierte Grundrisse machen die Dimensionen der Anlage sichtbar.
Im Mittelpunkt steht das Jagdschloss Pohansko (Zámeček Pohansko). Der klassizistische Bau wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts für die Liechtensteiner errichtet und diente als Ausgangspunkt für Jagden in den umliegenden Wäldern.
Im Jagdschloss befindet sich eine archäologische Ausstellung. Dadurch verbindet Pohansko frühmittelalterliche Geschichte mit der späteren Kulturlandschaft der Liechtensteiner.
Die Auwälder an March und Thaya
Die Umgebung Lundenburgs gehört zu den bedeutendsten Auenlandschaften Mitteleuropas. Südlich und östlich der Stadt erstrecken sich ausgedehnte Wälder, Feuchtwiesen, Altarme und Flussarme entlang von March (Morava) und Thaya.
Diese Landschaft wird regelmäßig durch Hochwasser beeinflusst. Alte Eichen, Eschen und Ulmen wechseln sich mit Wiesen, Tümpeln und offenen Wasserflächen ab. Die Auwälder bieten Lebensraum für zahlreiche Vogelarten, Amphibien, Insekten und seltene Pflanzen.
Besonders eindrucksvoll ist das Gebiet rund um den Zusammenfluss von March und Thaya. In der Nähe treffen zugleich die Staatsgebiete von Tschechien, Österreich und der Slowakei aufeinander.
Das sensible Naturgebiet steht unter besonderem Schutz. Nicht alle Wege sind jederzeit frei zugänglich, und saisonale Sperrungen können dem Schutz der Tierwelt oder der Hochwassergefahr dienen. Vor längeren Touren solltest du deshalb die aktuellen Hinweise der Stadt oder der Naturschutzverwaltung prüfen.
Radfahren rund um Lundenburg
Lundenburg ist ein ideales Ziel für Radfahrer. Die Landschaft ist überwiegend flach, das Wegenetz dicht und die Auswahl an erreichbaren Zielen außergewöhnlich groß.
Eine der beliebtesten Strecken führt vom Stadtzentrum durch die Auwälder nach Pohansko. Von dort kannst du weiter in Richtung Jagdschloss Lány, zum Zusammenflussgebiet oder zu den Grenzwegen nach Österreich und in die Slowakei fahren.
In nordwestlicher Richtung erreichst du Eisgrub (Lednice), Hansenburg (Janův hrad) und die Teichlandschaft der Liechtensteiner. Nach Westen führen Radwege über Unterthemenau nach Feldsberg (Valtice).
Viele Strecken verlaufen auf ruhigen Nebenstraßen, Forstwegen oder eigenständigen Radwegen. Dadurch eignet sich die Gegend auch für Familien und weniger geübte Radfahrer.
Lundenburg ist außerdem an mehrere überregionale Radrouten angeschlossen. Dazu gehören Verbindungen entlang der Thaya, durch die Weinregion Südmährens und zwischen Wien, Brünn und Bratislava.
Eingangstor zur Kulturlandschaft Eisgrub–Feldsberg
Die Kulturlandschaft Eisgrub–Feldsberg gehört seit 1996 zum UNESCO-Welterbe. Sie entstand über mehrere Jahrhunderte unter der Familie Liechtenstein und verbindet Architektur, Gartenkunst, Forstwirtschaft und Landschaftsgestaltung.
Auf einer riesigen Fläche verteilen sich Schlösser, Parks, Alleen, Teiche, Jagdhäuser, Tempel, Kolonnaden und künstliche Ruinen. Viele dieser Bauwerke sind durch Rad- und Wanderwege miteinander verbunden.
Von Lundenburg aus erreichst du Schloss Eisgrub, Schloss Feldsberg, Hansenburg, den Apollotempel, die Drei Grazien, das Rendezvous und die Kolonnade auf dem Reisten. Pohansko bildet den südöstlichen Teil dieser gestalteten Landschaft.
Die Stadt selbst besitzt zwar nicht die repräsentativen Schlossanlagen der Nachbarorte, ist aber eng mit ihrer Geschichte verbunden. Gleichzeitig bietet sie günstigere Unterkünfte, gute Einkaufsmöglichkeiten und eine hervorragende Bahnanbindung.
Wein, Brauchtum und Podluží
Lundenburg liegt am Rand des Weinbaugebiets der Mährischen Slowakei. Besonders die Stadtteile Unterthemenau und Alt-Lundenburg (Stará Břeclav) sind eng mit den Traditionen des Podluží verbunden.
Die Region ist bekannt für farbenprächtige Trachten, verzierte Häuser, Blasmusik und lebendige Kirchweihfeste. Bei traditionellen Veranstaltungen gehören Musik, Tanz, Wein und regionale Spezialitäten selbstverständlich zusammen.
Auch wenn Lundenburg selbst weniger als klassische Weinstadt bekannt ist, liegen zahlreiche bedeutende Weinorte in der Umgebung. Groß Billowitz (Velké Bílovice), Feldsberg und die Dörfer des Podluží sind schnell erreichbar.
In Gasthäusern und Weinstuben kannst du südmährische Weine und regionale Gerichte kennenlernen. Typisch sind kräftige Suppen, Fleischgerichte, Kraut, Knödel, süße Mehlspeisen und saisonale Spezialitäten.
Ausflüge ab Lundenburg
Die Lage der Stadt ermöglicht zahlreiche Tagesausflüge. Schloss Eisgrub mit seinem Landschaftspark, dem Palmenhaus und dem Minarett gehört zu den bekanntesten Zielen. Feldsberg bietet ein prachtvolles Barockschloss, historische Weinkeller und den nationalen Weinsalon.
Auch Nikolsburg (Mikulov) mit seinem Schloss und dem Heiligen Berg ist bequem erreichbar. Naturfreunde können das Pollauer Gebirge, die Stauseen von Neumühl oder die Auwälder an March und Thaya besuchen.
Für Weinreisende bieten sich Groß Billowitz, Unter Bojanowitz und weitere Weinorte der Region an. Selbst Ausflüge nach Wien, Bratislava oder Brünn sind dank der direkten Bahnverbindungen möglich.
Wie viel Zeit solltest du einplanen?
Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum genügen einige Stunden. Dabei kannst du den T.G.Masaryk-Platz, die St.-Wenzels-Kirche, die Synagoge, den jüdischen Friedhof und das Schloss besuchen.
Für Pohansko solltest du mindestens einen halben Tag einplanen. Besonders schön ist die Verbindung mit einer Radtour durch die Auwälder.
Möchtest du Lundenburg als Ausgangspunkt für Eisgrub, Feldsberg und weitere Ziele der Region nutzen, lohnt sich ein Aufenthalt von zwei bis drei Tagen. Durch die gute Bahnanbindung eignet sich die Stadt auch für eine Reise ohne Auto.
Kurzinfos
- Deutscher Name: Lundenburg
- Tschechischer Name: Břeclav
- Region: Südmähren
- Fluss: Thaya (Dyje)
- Historischer Ursprung: Grenzburg aus dem 11. Jahrhundert
- Bekanntestes Wahrzeichen: Schloss Lundenburg (Zámek Břeclav)
- Bedeutendster Ausflugsort: Pohansko mit Jagdschloss und großmährischer Ausgrabungsstätte
- Besondere Architektur: Kirche Mariä Heimsuchung in Unterthemenau
- Historische Besonderheit: Einer der ältesten Eisenbahnstandorte auf dem Gebiet des heutigen Tschechiens
- Landschaft: Auwälder an March und Thaya
- Empfohlene Aufenthaltsdauer: Ein Tag für Stadt und Pohansko, zwei bis drei Tage mit Ausflügen
- Geeignet für: Radfahrer, Naturfreunde, Geschichtsinteressierte und Bahnreisende
- Nahe Ausflugsziele: Eisgrub, Feldsberg, Nikolsburg, Hansenburg und Groß Billowitz