Franzensbad (Františkovy Lázně) ist ein traditionsreicher Kurort im Westen Tschechiens und gehört gemeinsam mit Karlsbad (Karlovy Vary) und Marienbad (Mariánské Lázně) zum Westböhmischen Bäderdreieck. Die kompakte Stadt ist für ihre Mineralquellen, klassizistischen Kurhäuser, historischen Kolonnaden und weitläufigen Parkanlagen bekannt.
Seit 2021 ist Franzensbad Teil des UNESCO-Welterbes „Bedeutende Kurstädte Europas“. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander und lassen sich bequem zu Fuß entdecken. Dadurch eignet sich der Kurort sowohl für einen Tagesausflug als auch für ein ruhiges Wellnesswochenende.
Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen
Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören die Franzensquelle, die Neue Kolonnade, die Salz- und Wiesenquellenkolonnade sowie die Glauberquellenhalle. Das volkstümliche Wahrzeichen der Stadt ist die kleine Franzl-Statue mit einem Fisch.
Mineralquellen und Kurtradition
Franzensbad blickt auf eine lange Kurgeschichte zurück. Mineralwasser, schwefel- und eisenhaltiges Moor sowie natürliches Kohlendioxid bilden die Grundlage der traditionellen Anwendungen. Zahlreiche Kurhäuser und Hotels führen diese Tradition bis heute fort.
Architektur und UNESCO-Welterbe
Das historische Zentrum wird von klassizistischen und historistischen Gebäuden geprägt. Helle Fassaden, symmetrische Straßenzüge, Quellenpavillons und Wandelhallen verleihen Franzensbad ein besonders geschlossenes Erscheinungsbild.
Parks und Spaziergänge
Weitläufige Parkanlagen verbinden die Quellen, Kolonnaden und Kurhäuser miteinander. Die überwiegend ebenen Wege eignen sich für entspannte Spaziergänge durch das Zentrum und bis zum Waldpark Amerika.
Wellness und Erholung
Neben klassischen Kuranwendungen bietet Franzensbad moderne Wellness- und Freizeitangebote. Das Aquaforum mit Innen- und Außenbecken ist eines der beliebtesten Ziele für Erholungssuchende und Familien.
Ausflüge rund um Franzensbad
In der Umgebung liegen mehrere interessante Ausflugsziele. Dazu gehören die historische Stadt Eger (Cheb), das Naturreservat Soos, der erloschene Vulkan Kammerbühl (Komorní hůrka) und die Burg Seeberg (Hrad Seeberg).
Quellen, Kolonnaden und Kurarchitektur
- Franzensquelle (Františkův pramen)
- Neue Kolonnade mit Gasbad (Nová kolonáda s Plynovými lázněmi)
- Salz- und Wiesenquellenkolonnade (Kolonáda Solného a Lučního pramene)
- Glauberquellenhalle (Dvorana Glauberových pramenů)
- Kolonnade der Nataliequelle (Kolonáda pramene Natálie)
Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen
- Franzl-Statue (František)
- Kaiserbad (Císařské lázně)
- Gesellschaftshaus (Společenský dům)
- Meteorologische Säule
- Aussichtsturm Salingburg
Geschichte, Kultur und UNESCO-Welterbe
- Geschichte von Franzensbad
- Franzensbad als UNESCO-Welterbe
- Stadtmuseum Franzensbad (Městské muzeum Františkovy Lázně)
- Stadttheater Božena Němcová (Divadlo Boženy Němcové)
- Berühmte Kurgäste in Franzensbad
Kirchen und historische Bauwerke
- Orthodoxe Kirche der heiligen Olga (Chrám svaté kněžny Olgy)
- Evangelische Kirche St. Peter und Paul (Kostel svatého Petra a Pavla)
- Kirche der Kreuzerhöhung (Kostel Povýšení svatého Kříže)
- Klassizistische Kurhäuser in Franzensbad
- Nationalstraße (Národní třída)
Kur, Wellness und Erholung
- Mineralquellen in Franzensbad
- Moorbäder und Moorbehandlungen
- Kohlendioxidbäder und Gasbehandlungen
- Aquaforum Franzensbad
- Kurparks und Promenaden
Natur und Ausflüge rund um Franzensbad
- Waldpark Amerika und Amerika-Teich
- Naturreservat Soos (Národní přírodní rezervace Soos)
- Kammerbühl (Komorní hůrka)
- Burg Seeberg (Hrad Seeberg)
- Ausflug nach Eger (Cheb)
Franzensbad entdecken: Lerne die Stadt kennen
Franzensbad (Františkovy Lázně) gehört zu den traditionsreichsten Kurorten Tschechiens. Die kleine Stadt liegt im äußersten Westen Böhmens, nur wenige Kilometer von Eger (Cheb) und der deutschen Grenze entfernt. Gemeinsam mit Karlsbad (Karlovy Vary) und Marienbad (Mariánské Lázně) bildet Franzensbad das berühmte Westböhmische Bäderdreieck.
Im Vergleich zu seinen beiden größeren Nachbarn wirkt Franzensbad überschaubarer, ruhiger und besonders geschlossen. Klassizistische Kurhäuser, historische Kolonnaden, kleine Quellenpavillons und ausgedehnte Parkanlagen prägen das Stadtbild. Viele Gebäude tragen helle gelbe und weiße Fassaden, die Franzensbad ein freundliches und beinahe einheitliches Erscheinungsbild verleihen.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander und lassen sich bequem zu Fuß erreichen. Dadurch eignet sich Franzensbad sowohl für einen entspannten Tagesausflug als auch für ein verlängertes Kur- oder Wellnesswochenende. Wer länger bleibt, kann den Aufenthalt mit Ausflügen nach Eger, zum Naturreservat Soos oder zur Burg Seeberg verbinden.
Eine planmäßig angelegte Kurstadt
Franzensbad ist keine über Jahrhunderte gewachsene mittelalterliche Stadt. Der Ort wurde am Ende des 18. Jahrhunderts gezielt als Kurkolonie angelegt. Ausgangspunkt war die bereits lange bekannte Franzensquelle, deren Mineralwasser früher als Egerer Sauerwasser genutzt und in Flaschen weit über die Region hinaus verkauft wurde.
Als offizielles Gründungsdatum gilt der 27. April 1793. Damals genehmigte Kaiser Franz II., der spätere österreichische Kaiser Franz I., die Anlage des neuen Kurorts. Nach ihm erhielt Franzensbad seinen Namen.
Eine entscheidende Rolle bei der Entstehung spielte der Egerer Arzt Bernhard Vinzenz Adler. Er setzte sich für den Schutz der Mineralquellen, einen geregelten Kurbetrieb und die Entwicklung einer modernen Badeanlage ein. Aus der zunächst kleinen Kurkolonie entstand im Laufe des 19. Jahrhunderts ein international bekannter Kurort.
Der planmäßige Ursprung ist bis heute im Stadtgrundriss erkennbar. Die Straßen verlaufen regelmäßig, die wichtigsten Kurgebäude sind aufeinander abgestimmt und die Parkanlagen verbinden das Zentrum mit den weiter außerhalb gelegenen Quellen. Franzensbad wirkt dadurch wie ein zusammenhängendes historisches Kurensemble.
Teil des UNESCO-Welterbes
Seit 2021 gehört Franzensbad zum UNESCO-Welterbe „Bedeutende Kurstädte Europas“. Die grenzüberschreitende Welterbestätte umfasst elf traditionsreiche Kurorte in sieben europäischen Ländern.
Neben Franzensbad gehören auch Karlsbad und Marienbad zu diesem Verbund. Weitere vertretene Kurstädte sind unter anderem Baden-Baden, Bad Kissingen, Vichy, Spa und Bath.
Franzensbad steht innerhalb des UNESCO-Welterbes besonders für die kompakte Form einer planmäßig entwickelten Kurstadt. Mineralquellen, Badehäuser, Kolonnaden, Gesellschaftsgebäude, Hotels und Parkanlagen bilden hier ein außergewöhnlich geschlossenes Ensemble.
Das Welterbe würdigt nicht nur einzelne Gebäude. Geschützt wird das gesamte historische Kurstadtmodell mit seinen Quellen, Spazierwegen, therapeutischen Einrichtungen und gesellschaftlichen Treffpunkten. Ein Rundgang durch Franzensbad vermittelt daher anschaulich, wie sich der europäische Kurbetrieb im 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelte.
Die Franzensquelle als Ursprung der Stadt
Die Franzensquelle gehört zu den bekanntesten Orten Franzensbads. Sie liegt unter einem klassizistischen Rundpavillon mit Säulen und gilt als älteste gefasste Quelle der Stadt.
Rund um diese Quelle entwickelte sich der ursprüngliche Kurort. Noch heute bildet der Pavillon einen zentralen Orientierungspunkt bei einem Stadtrundgang. In seiner Umgebung befinden sich historische Kurhäuser, gepflegte Grünanlagen und weitere repräsentative Gebäude.
Das Mineralwasser der Franzensquelle wurde bereits vor der Stadtgründung genutzt. Früher transportierten Wasserträgerinnen das Wasser nach Eger, wo es verkauft und abgefüllt wurde. Mit der Gründung Franzensbads verlagerte sich der Kurbetrieb direkt an die Quelle.
Heute ist der Quellenpavillon eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt. Seine klare klassizistische Form, die umliegenden Blumenbeete und die hellen Fassaden der benachbarten Gebäude verkörpern das typische Erscheinungsbild Franzensbads.
Mineralquellen, Moor und natürliches Kohlendioxid
Die Kurtradition von Franzensbad beruht auf mehreren natürlichen Heilmitteln. Dazu gehören kalte Mineralquellen, schwefel- und eisenhaltiges Moor sowie natürlich vorkommendes Kohlendioxid.
Im Stadtgebiet und in der näheren Umgebung befinden sich mehr als 20 gefasste Mineralquellen. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sich teilweise deutlich. Einige Quellen dienen traditionell der Trinkkur, andere werden für medizinische Anwendungen und Bäder verwendet.
Eine besondere Bedeutung besitzt das örtliche Moor. Franzensbad gehört zu den frühen europäischen Kurorten, in denen Moorbäder und Moorpackungen systematisch eingesetzt wurden. Auch Kohlendioxidbäder und trockene Gasbäder haben eine lange Tradition.
Die Anwendungen werden unter anderem bei Beschwerden des Bewegungsapparats, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und zur Rehabilitation eingesetzt. Bekannt wurde Franzensbad außerdem durch seine lange Tradition in der Frauenheilkunde.
Für Reisende steht heute neben medizinischen Kuren auch der Erholungsaspekt im Mittelpunkt. Zahlreiche Hotels und Kurhäuser verbinden klassische Anwendungen mit modernen Wellnessangeboten.
Kolonnaden und historische Trinkhallen
Kolonnaden gehören zu den charakteristischen Bauwerken europäischer Kurorte. Sie dienten als geschützte Wandelgänge, in denen Kurgäste ihr Mineralwasser trinken und sich gleichzeitig bewegen konnten.
Eine der bekanntesten Anlagen ist die Salz- und Wiesenquellenkolonnade. Der langgestreckte Bau liegt in einer weitläufigen Parklandschaft und verbindet zwei traditionelle Quellbereiche. Die offene Architektur und die umliegenden Spazierwege machen die Kolonnade zu einem besonders angenehmen Ziel.
Die Neue Kolonnade mit dem historischen Gasbad gehört ebenfalls zu den bedeutenden Bauwerken der Stadt. Der repräsentative Komplex entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Auffällig sind die symmetrische Gestaltung und die steinernen Sphinxfiguren an den Zugängen.
Eine weitere wichtige Station ist die Glauberquellenhalle. In dem Gebäude befinden sich mehrere Mineralquellen, darunter die stark mineralisierte Quelle Glauber IV. Die Halle ist nicht nur wegen der Quellen interessant, sondern auch aufgrund ihrer historischen Kurarchitektur.
Etwas außerhalb des unmittelbaren Zentrums liegt die Kolonnade der Nataliequelle. Sie befindet sich in einer ruhigen Wald- und Parklandschaft und lässt sich gut in einen längeren Spaziergang einbinden.
Das Franzl als Wahrzeichen
Das bekannteste volkstümliche Wahrzeichen der Stadt ist die kleine Bronzefigur Franzl (František). Sie stellt einen unbekleideten Jungen mit einem Fisch dar und befindet sich in der Nähe der Gesellschaftshalle.
Mit der Figur ist eine lokale Fruchtbarkeitslegende verbunden. Demnach soll es Frauen Kindersegen bringen, wenn sie die entsprechende Stelle der Statue berühren. Der Brauch nimmt Bezug auf die traditionsreiche Behandlung gynäkologischer Beschwerden in Franzensbad.
Die Figur ist heute eines der beliebtesten Fotomotive des Kurorts. Obwohl sie deutlich jünger als viele historische Gebäude ist, gehört sie fest zur touristischen Identität der Stadt.
Klassizistische Architektur und helle Fassaden
Franzensbad besitzt ein ungewöhnlich einheitliches Stadtbild. Zahlreiche Kurhäuser, Hotels und Badegebäude wurden im klassizistischen oder historistischen Stil errichtet. Typisch sind helle Fassaden, symmetrische Fensterachsen, Säulen, Balkone und zurückhaltender Fassadenschmuck.
Besonders prägend sind die gelben und weißen Farbtöne vieler Gebäude. Sie lassen das Zentrum freundlich und elegant wirken. Statt einer engen Altstadt mit verwinkelten Gassen erwartet dich eine offene, großzügige Kurstadt mit breiten Straßen, Promenaden und Grünflächen.
Die Nationalstraße (Národní třída) bildet eine der wichtigsten Achsen des historischen Zentrums. Entlang der Straße stehen repräsentative Kurhäuser, Hotels und gesellschaftliche Gebäude. Von hier erreichst du mehrere Quellen, Kolonnaden und Parkanlagen in wenigen Minuten.
Sehenswert sind außerdem das historische Kaiserbad, die Gesellschaftshalle und das Stadttheater Božena Němcová. Gemeinsam zeigen sie, dass ein Kuraufenthalt früher nicht nur aus medizinischen Anwendungen bestand. Konzerte, Theater, Tanzveranstaltungen und gesellschaftliche Begegnungen waren ein ebenso wichtiger Bestandteil des Kurlebens.
Kirchen in Franzensbad
Trotz seiner überschaubaren Größe besitzt Franzensbad mehrere architektonisch interessante Kirchen.
Die orthodoxe Kirche der heiligen Olga fällt durch ihre für westböhmische Kurorte ungewöhnliche Gestaltung auf. Sie entstand im späten 19. Jahrhundert für orthodoxe Kurgäste, die vor allem aus dem Russischen Reich nach Franzensbad kamen.
Die evangelische Kirche St. Peter und Paul erinnert ebenfalls an die internationale Bedeutung des Kurorts. Sie wurde für protestantische Gäste errichtet und gehört zu den markanten Sakralbauten der Stadt.
Hinzu kommt die katholische Kirche der Kreuzerhöhung. Die unterschiedlichen Kirchen zeigen, wie international die Gästestruktur Franzensbads bereits im 19. Jahrhundert war.
Parks als Teil der Kurtradition
Franzensbad ist von weitläufigen Grünanlagen umgeben. Die Parks dienten nicht nur der Verschönerung, sondern waren ein fester Bestandteil des historischen Kurkonzepts.
Spaziergänge an der frischen Luft galten als wichtiger Bestandteil der Therapie. Deshalb wurden die Quellen, Kolonnaden, Badehäuser und Gesellschaftsgebäude durch schattige Wege und Promenaden miteinander verbunden.
Zu den bekanntesten Grünanlagen gehören die Parks rund um die Franzensquelle, die Südlichen Gärten, der Westendpark und die Anlagen an der Salz- und Wiesenquelle. Blumenbeete, alte Bäume, kleine Pavillons und Sitzbänke schaffen eine ruhige Atmosphäre.
Die Wege sind überwiegend eben und eignen sich daher auch für gemütliche Spaziergänge. Selbst bei einem kurzen Aufenthalt lohnt es sich, nicht nur die einzelnen Sehenswürdigkeiten anzusteuern, sondern bewusst durch die Parks zu schlendern.
Kurkonzerte gehören weiterhin zur Atmosphäre der Stadt. In der warmen Jahreszeit finden regelmäßig musikalische Veranstaltungen in historischen Pavillons und Gesellschaftsräumen statt.
Stadtmuseum und Geschichte des Kurorts
Das Stadtmuseum Franzensbad vermittelt einen guten Überblick über die Entwicklung des Kurorts. Die Ausstellungen beschäftigen sich mit den Mineralquellen, den historischen Heilmethoden, der Architektur und dem gesellschaftlichen Leben der Kurgäste.
Zu sehen sind unter anderem historische Dokumente, medizinische Geräte, Fotografien und Gegenstände aus früheren Kurhäusern. Das Museum eignet sich besonders, wenn du die Geschichte hinter den Kolonnaden und Badegebäuden besser verstehen möchtest.
Zum Stadtmuseum gehört außerdem die außerhalb gelegene Burg Seeberg (Hrad Seeberg). Dadurch lässt sich der Museumsbesuch gut mit einem Ausflug in die Umgebung verbinden.
Aquaforum und moderne Erholung
Neben historischen Kuranwendungen bietet Franzensbad auch moderne Freizeit- und Wellnessangebote. Das Aquaforum gehört zu den größten Badeanlagen der Region.
Es besitzt Innen- und Außenbecken, Whirlpools, Wasserattraktionen und Bereiche zum Entspannen. Die Anlage eignet sich sowohl für einen Wellnessnachmittag als auch für Familien mit Kindern.
Das Aquaforum zeigt, dass Franzensbad heute nicht ausschließlich ein medizinischer Kurort ist. Die Stadt richtet sich ebenso an Erholungssuchende, Wellnessgäste und Reisende, die einen ruhigen Aufenthalt mit Baden und Spaziergängen verbinden möchten.
Waldpark Amerika
Südwestlich des Stadtzentrums liegt der Waldpark Amerika. Das Erholungsgebiet rund um den Amerika-Teich ist über Spazierwege mit den städtischen Parkanlagen verbunden.
Der Park bietet Waldwege, Freizeitflächen und ruhige Plätze am Wasser. Ein kleiner Tierpark macht das Gebiet auch für Familien interessant. In der warmen Jahreszeit ist der Amerika-Teich ein beliebtes Ziel für Spaziergänge und Erholung.
Der Weg vom Zentrum zum Waldpark führt durch eine grüne Übergangslandschaft. Dadurch kannst du einen Stadtbummel problemlos mit einem längeren Naturspaziergang kombinieren.
Aussichtsturm Salingburg
Am Rand des Kurgebiets steht der Aussichtsturm Salingburg. Der kleine, burgartig gestaltete Turm wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet und erinnert mit seinen Zinnen an eine romantische Burgruine.
Von der Aussichtsplattform bietet sich ein Blick über Franzensbad und die umliegende Landschaft. Der Turm lässt sich gut mit einem Spaziergang durch die südlichen Parkanlagen oder einem Besuch des Waldparks Amerika verbinden.
Salingburg gehört zwar nicht zu den großen Aussichtstürmen Tschechiens, ist aber ein charakteristisches Ausflugsziel innerhalb des Franzensbader Kurgebiets.
Berühmte Gäste
Franzensbad zog im 19. und frühen 20. Jahrhundert zahlreiche bekannte Persönlichkeiten an. Zu den Gästen gehörten Schriftsteller, Musiker, Adelige und Politiker aus verschiedenen Teilen Europas.
Johann Wolfgang von Goethe besuchte die Region mehrfach und beschäftigte sich unter anderem mit der Geologie des nahe gelegenen Kammerbühls. Auch Ludwig van Beethoven, Johann Strauss und die tschechische Schriftstellerin Božena Němcová werden mit dem Kurort verbunden.
Die Anwesenheit prominenter Gäste trug zum internationalen Ruf der Stadt bei. Gleichzeitig entwickelte sich Franzensbad zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt, an dem medizinische Behandlung, Erholung, Kultur und Unterhaltung miteinander verbunden wurden.
Ausflug nach Eger
Eger (Cheb) liegt nur wenige Kilometer von Franzensbad entfernt und gehört zu den naheliegendsten Ausflugszielen.
Das historische Zentrum wird vom Marktplatz mit dem Häuserblock Stöckl (Špalíček) geprägt. Die eng aneinandergebauten Kaufmannshäuser gehören zu den bekanntesten Stadtansichten Westböhmens.
Weitere wichtige Sehenswürdigkeiten sind die Egerer Burg mit der Schwarzen Kapelle und die Kirche St. Nikolaus. Eger besitzt im Gegensatz zum klassizistischen Franzensbad eine deutlich ältere, mittelalterlich geprägte Stadtstruktur.
Beide Orte ergänzen sich daher gut. Während Franzensbad für Kurarchitektur und Parkanlagen steht, bietet Eger einen historischen Marktplatz, Bürgerhäuser und eine mittelalterliche Burg.
Naturreservat Soos
Das Nationale Naturreservat Soos gehört zu den außergewöhnlichsten Landschaften der Region. Es liegt nordöstlich von Franzensbad und ist für seine Moore, Mineralquellen und Kohlendioxidaustritte bekannt.
Besonders auffällig sind die sogenannten Mofetten. Dabei tritt Kohlendioxid aus dem Boden aus und lässt kleine Schlammlöcher blubbern. Ein Lehrpfad führt über Holzstege durch das Schutzgebiet.
Die karge, mineralisch geprägte Landschaft unterscheidet sich deutlich von den gepflegten Parks Franzensbads. Soos ist deshalb ein besonders abwechslungsreiches Ziel für Naturfreunde und Familien.
Kammerbühl
Der Kammerbühl (Komorní hůrka) liegt zwischen Franzensbad und Eger. Der bewaldete Hügel ist der Überrest eines erloschenen Vulkans und gehört zu den bekanntesten geologischen Orten Westböhmens.
Johann Wolfgang von Goethe besuchte den Kammerbühl und beteiligte sich an der damaligen Diskussion über seinen vulkanischen Ursprung. Heute erinnert ein in den Fels eingelassener Stolleneingang an die historischen Untersuchungen.
Der Kammerbühl ist kein spektakulärer hoher Berg, sondern ein ruhiges geologisches Ausflugsziel. Er lässt sich gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen.
Burg Seeberg
Die Burg Seeberg (Hrad Seeberg) liegt westlich von Franzensbad beim Ort Ostroh. Die historische Anlage wurde auf einem Felssporn über einem Bach errichtet und zählt zu den wichtigsten Ausflugszielen im Egerland.
In den Gebäuden befinden sich Ausstellungen zur Geschichte der Burg, zum bürgerlichen Leben und zur Volkskultur der Region. Historische Möbel, Handwerksgeräte und landwirtschaftliche Gegenstände vermitteln einen Einblick in den Alltag vergangener Jahrhunderte.
Die Burg lässt sich gut mit einer Wanderung, Radtour oder Autofahrt durch die ländliche Umgebung von Franzensbad verbinden.
Für wen eignet sich Franzensbad?
Franzensbad ist vor allem für Reisende geeignet, die Ruhe, historische Architektur und entspannte Spaziergänge suchen. Die Stadt besitzt keine hektische Innenstadt und kein großes Nachtleben. Ihr Reiz liegt in der gepflegten Kuratmosphäre, den Parks und den kurzen Wegen.
Architekturliebhaber finden ein außergewöhnlich geschlossenes Ensemble aus klassizistischen Kurhäusern, Kolonnaden und Quellenpavillons. Naturfreunde können Ausflüge nach Soos, zum Kammerbühl oder in den Waldpark Amerika unternehmen.
Auch für ältere Reisende und Gäste mit eingeschränkter Mobilität ist Franzensbad aufgrund der überwiegend flachen Wege interessant. Familien können den Aufenthalt mit dem Aquaforum, dem Tierpark Amerika und dem Naturreservat Soos abwechslungsreich gestalten.
Für einen ersten Rundgang durch das Zentrum genügt ein Tag. Zwei bis drei Tage bieten dir genügend Zeit für die wichtigsten Quellen, Parks, Museen und einen Ausflug in die Umgebung. Ein längerer Aufenthalt lohnt sich besonders, wenn du Kur- oder Wellnessangebote nutzen möchtest.
Kurzinfos
- Deutscher Name: Franzensbad
- Tschechischer Name: Františkovy Lázně
- Region: Karlsbader Region (Karlovarský kraj)
- Bezirk: Eger (Cheb)
- Gründung: 1793
- Namensgeber: Kaiser Franz II., später Kaiser Franz I. von Österreich
- UNESCO-Status: Seit 2021 Teil des Welterbes „Bedeutende Kurstädte Europas“
- Kurortgruppe: Westböhmisches Bäderdreieck
- Natürliche Heilmittel: Mineralquellen, Moor und natürliches Kohlendioxid
- Bekannteste Quelle: Franzensquelle
- Bekanntestes Wahrzeichen: Franzl-Statue mit Fisch
- Typisches Stadtbild: Klassizistische Kurhäuser, Kolonnaden und ausgedehnte Parkanlagen
- Empfohlene Aufenthaltsdauer: Ein Tag für das Zentrum, zwei bis drei Tage mit Umgebung
- Geeignet für: Kur, Wellness, Architektur, ruhige Spaziergänge und Naturausflüge
- Nahe Ausflugsziele: Eger, Naturreservat Soos, Kammerbühl und Burg Seeberg