Iglau (Jihlava) liegt im Zentrum der Region Hochland (Kraj Vysočina) an der historischen Grenze zwischen Böhmen und Mähren. Die frühere Silber- und Bergbaustadt verbindet eine weitläufige Altstadt mit mittelalterlichen Befestigungsanlagen, unterirdischen Gängen, bedeutenden Kirchen und zahlreichen Spuren ihrer deutsch-tschechischen Vergangenheit.
Zu den Besonderheiten gehören der große Masaryk-Platz, das Tor der Muttergottes, die St.-Jakobs-Kirche und der weit verzweigte Iglauer Untergrund. Auch Gustav Mahler, der einen Teil seiner Kindheit und Jugend in der Stadt verbrachte, ist bis heute eng mit Iglau verbunden.
Sehenswürdigkeiten und historische Altstadt
Im Zentrum von Iglau erwarten dich historische Bürgerhäuser, Kirchen, Türme und erhaltene Abschnitte der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Viele wichtige Sehenswürdigkeiten liegen rund um den Masaryk-Platz und lassen sich bequem zu Fuß erreichen.
Untergrund und Bergbaugeschichte
Die Geschichte Iglaus ist eng mit dem Silberbergbau verbunden. Unter der Altstadt erstreckt sich ein umfangreiches System aus Kellern und Gängen, das bei Führungen besichtigt werden kann. Bergbaulehrpfade und Ausstellungen greifen die frühere Bedeutung der königlichen Bergstadt auf.
Gustav Mahler und Kultur
Gustav Mahler verbrachte prägende Jahre seiner Jugend in Iglau. Das Gustav-Mahler-Haus, der Gustav-Mahler-Park sowie Konzerte und Ausstellungen erinnern an den Komponisten. Museen, Galerien und das Horácké-Theater ergänzen das kulturelle Angebot.
Zoo, Parks und Familienangebote
Der Zoo Iglau liegt nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt im Tal der Kleinen Igel. Gemeinsam mit dem Waldpark Heulos, Aussichtstürmen und dem Iglauer Untergrund macht er die Stadt zu einem abwechslungsreichen Ziel für Familien.
Wandern und Natur rund um Iglau
Wälder, Flusstäler und ehemalige Bergbaugebiete beginnen unmittelbar außerhalb des Stadtzentrums. Beliebte Ziele sind das Naturschutzgebiet Hasensprung, der Waldberg Šacberk und verschiedene Wander- und Radwege entlang der Igel.
Ausflüge in der Region Hochland
Von Iglau erreichst du zahlreiche bekannte Ziele der Region. Dazu gehören Teltsch (Telč), Trebitsch (Třebíč), Polná, Triesch (Třešť), Brtnitz (Brtnice) und die Burg Rosenstein (Hrad Roštejn).
Sehenswürdigkeiten und historische Altstadt
- Masaryk-Platz (Masarykovo náměstí)
- Tor der Muttergottes (Brána Matky Boží)
- Iglauer Rathaus
- Silberhaus (Stříbrný dům)
- Mittelalterliche Stadtmauer und Befestigungsanlagen
Untergrund, Silberbergbau und Stadtgeschichte
- Iglauer Untergrund (Jihlavské podzemí)
- Leuchtender Gang im Iglauer Untergrund
- Silberbergbau in Iglau
- Iglauer Bergrecht
- Bergbaulehrpfad Iglau
Kirchen und sakrale Bauwerke
- St.-Jakobs-Kirche (Kostel sv. Jakuba Většího)
- Aussichtsturm der St.-Jakobs-Kirche
- St.-Ignatius-Kirche (Kostel sv. Ignáce z Loyoly)
- Mariä-Himmelfahrt-Kirche (Kostel Nanebevzetí Panny Marie)
- St.-Johannes-der-Täufer-Kirche (Kostel sv. Jana Křtitele)
Gustav Mahler, jüdisches Erbe und Kultur
- Gustav-Mahler-Haus (Dům Gustava Mahlera)
- Gustav-Mahler-Park (Park Gustava Mahlera)
- Gustav Mahler in Iglau
- Jüdisches Viertel von Iglau
- Jüdischer Friedhof von Iglau
Museen, Zoo und Erlebnisse
- Museum der Region Hochland in Iglau (Muzeum Vysočiny Jihlava)
- Regionalgalerie Hochland in Iglau (Oblastní galerie Vysočiny v Jihlavě)
- Horácké-Theater (Horácké divadlo)
- Zoo Iglau (Zoo Jihlava)
- Iglau mit Kindern
Natur, Ausflüge und Reiseplanung
- Waldpark Heulos (Lesopark Heulos)
- Naturschutzgebiet Hasensprung (Zaječí skok)
- Freizeitgebiet Böhmische Mühle (Český mlýn)
- Ausflüge ab Iglau
- Anreise, Parken und öffentlicher Verkehr in Iglau
Iglau entdecken: Lerne die Stadt kennen
Iglau (Jihlava) liegt im Herzen der Böhmisch-Mährischen Höhe und gehört zu den geschichtlich interessantesten Städten der Region Hochland (Kraj Vysočina). Die frühere Silber- und Bergbaustadt verbindet eine kompakte historische Altstadt mit mittelalterlichen Befestigungsanlagen, weitläufigen unterirdischen Gängen, bedeutenden Kirchen und zahlreichen Spuren der deutsch-tschechischen Vergangenheit.
Anders als viele bekannte Reiseziele in Tschechien wird Iglau nicht von einer einzigen Sehenswürdigkeit bestimmt. Der Reiz der Stadt entsteht vielmehr aus dem Zusammenspiel verschiedener Epochen und Themen. Du kannst durch mittelalterliche Kellergewölbe gehen, von historischen Türmen über die Dächer blicken, mehr über den Komponisten Gustav Mahler erfahren oder den innenstadtnahen Zoo besuchen.
Dank ihrer zentralen Lage eignet sich die Stadt außerdem als Ausgangspunkt für Ausflüge nach Teltsch (Telč), Trebitsch (Třebíč), Polná oder zur Burg Rosenstein (Hrad Roštejn).
Eine Stadt zwischen Böhmen und Mähren
Iglau liegt unmittelbar an der historischen Grenze zwischen Böhmen und Mähren. Das Stadtzentrum befindet sich auf der mährischen Seite, während sich Teile des heutigen Stadtgebietes bis nach Böhmen erstrecken. Diese Lage prägte die Entwicklung der Stadt ebenso wie ihre kulturelle und sprachliche Geschichte.
Über Jahrhunderte lebten in Iglau deutsch- und tschechischsprachige Bewohner zusammen. Die Stadt war das Zentrum der sogenannten Iglauer Sprachinsel, eines ehemals überwiegend deutschsprachigen Gebietes innerhalb der Böhmisch-Mährischen Höhe. Noch heute erinnern deutsche Straßennamen in historischen Dokumenten, alte Inschriften und die Bezeichnung Iglau an diese Vergangenheit.
Für Reisende ist die Lage besonders praktisch. Iglau befindet sich ungefähr auf halber Strecke zwischen Prag und Brünn (Brno) und ist sowohl über die Autobahn als auch mit dem Zug erreichbar. Trotz ihrer Funktion als regionales Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum besitzt die Stadt einen überschaubaren historischen Kern, den du gut zu Fuß erkunden kannst.
Vom Silberfund zur königlichen Bergstadt
Die Entwicklung Iglaus ist eng mit dem Silberbergbau verbunden. Nachdem im 13. Jahrhundert in der Umgebung Silber entdeckt worden war, entstand auf einer Anhöhe über dem Fluss Igel (Jihlava) eine planmäßig angelegte Bergstadt.
Bergleute, Handwerker und Händler kamen aus verschiedenen Teilen Mitteleuropas in die Region. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich Iglau zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Zentrum des Königreichs Böhmen. Die Stadt erhielt umfangreiche Rechte und wurde durch Mauern, Tore und Türme geschützt.
Das in Iglau entwickelte Bergrecht beeinflusste später auch andere Bergbauregionen. Regeln zur Arbeit in den Gruben, zur Verteilung der Erträge und zur Organisation des Bergbaus wurden in schriftlicher Form festgehalten und weitergegeben. Dadurch besitzt Iglau nicht nur für die regionale Geschichte, sondern auch für die Entwicklung des europäischen Bergrechts eine besondere Bedeutung.
Als die Silbervorkommen allmählich an Bedeutung verloren, musste sich die Stadt wirtschaftlich neu ausrichten. Handel, Handwerk und insbesondere die Textilproduktion wurden zu wichtigen Erwerbszweigen. Viele der repräsentativen Bürgerhäuser in der Altstadt zeugen noch heute vom früheren Wohlstand.
Der Masaryk-Platz als Mittelpunkt der Altstadt
Das Zentrum von Iglau bildet der weitläufige Masaryk-Platz (Masarykovo náměstí). Er gehört zu den größten historischen Marktplätzen Tschechiens und beeindruckt durch seine lang gestreckte Form sowie die geschlossene Bebauung mit Bürgerhäusern verschiedener Epochen.
Viele Gebäude besitzen mittelalterliche oder renaissancezeitliche Kerne, auch wenn ihre Fassaden später im Barock, im Klassizismus oder im Historismus umgestaltet wurden. Hinter den oft schmalen Vorderseiten verbergen sich tiefe Grundstücke, Innenhöfe, Keller und ehemalige Wirtschaftsräume.
Am Platz befinden sich das historische Rathaus, mehrere Kirchen, das Museum der Region Hochland und zahlreiche Geschäfte und gastronomische Betriebe. Der Masaryk-Platz eignet sich daher gut als Ausgangspunkt für einen Stadtrundgang.
Besonders interessant ist das Iglauer Rathaus, das im Laufe der Zeit aus mehreren Bürgerhäusern zusammengefügt wurde. Seine repräsentativen Innenräume erinnern an die Bedeutung der Stadtverwaltung und an den Wohlstand der früheren Bergstadt.
Ein weiteres bemerkenswertes Gebäude ist das Silberhaus (Stříbrný dům). Das restaurierte Bürgerhaus greift die Geschichte des Silberbergbaus, der Münzprägung und des städtischen Lebens auf. Es vermittelt einen anschaulichen Eindruck davon, wie eng der Alltag der Bewohner mit Handel und Bergbau verbunden war.
Unterwegs im Iglauer Untergrund
Zu den außergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten gehört der Iglauer Untergrund (Jihlavské podzemí). Unter den Straßen und Häusern der Altstadt erstreckt sich ein weit verzweigtes System aus Kellern, Gängen und Verbindungsräumen.
Die unterirdischen Anlagen wurden über mehrere Jahrhunderte angelegt. Viele Bürgerhäuser besaßen tiefe Keller, in denen Waren, Lebensmittel und Getränke gelagert wurden. Mit der Zeit wurden einzelne Räume erweitert und teilweise miteinander verbunden.
Heute sind ausgewählte Abschnitte im Rahmen geführter Besichtigungen zugänglich. Die Rundgänge vermitteln nicht nur einen Eindruck von der Größe des Systems, sondern erklären auch, wie die unterirdischen Räume genutzt wurden.
Besonders bekannt ist ein Abschnitt mit einer rätselhaften leuchtenden Wand. Bei entsprechender Beleuchtung scheint die Oberfläche ein schwaches grünliches Licht abzugeben. Der ungewöhnliche Effekt gehört zu den bekanntesten Besonderheiten des Iglauer Untergrunds.
Neben den historischen Kellern können teilweise auch jüngere Anlagen besichtigt werden, darunter ehemalige Schutzräume und technische Versorgungsgänge. Dadurch erhältst du einen Einblick in verschiedene Phasen der Stadtgeschichte.
Das Tor der Muttergottes und die Stadtmauer
Das Tor der Muttergottes (Brána Matky Boží) ist das einzige erhaltene Tor der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Ursprünglich besaß Iglau mehrere Zugänge, die nachts geschlossen und streng bewacht wurden.
Der Torturm entstand bereits im Mittelalter und wurde später mehrfach verändert. Sein heutiges Erscheinungsbild wird unter anderem durch einen renaissancezeitlichen Aufbau geprägt. Im Inneren befindet sich eine Ausstellung zur Geschichte der Stadt und ihrer Befestigung.
Von der Aussichtsplattform eröffnet sich ein weiter Blick über die Dächer der Altstadt und die Umgebung. Besonders gut erkennst du von hier die Türme der St.-Jakobs-Kirche und die Struktur des historischen Stadtzentrums.
Auch Teile der Stadtmauer sind erhalten geblieben. Ein Spaziergang entlang der Befestigungsreste vermittelt dir einen Eindruck davon, wie stark Iglau einst gesichert war. Stellenweise lassen sich noch Mauerabschnitte, ehemalige Gräben und Bereiche des Zwingers erkennen.
Die St.-Jakobs-Kirche und ihre Türme
Die St.-Jakobs-Kirche (Kostel sv. Jakuba Většího) gehört zu den wichtigsten Bauwerken der Stadt. Die frühgotische Kirche erhebt sich am Rand des Masaryk-Platzes und ist schon von weitem an ihren zwei unterschiedlich hohen Türmen zu erkennen.
Der höhere Nordturm diente früher unter anderem als Beobachtungs- und Feuerwachturm. Heute kannst du ihn besteigen und die Aussicht auf die Altstadt genießen. Der Aufstieg über die schmalen Treppen lohnt sich besonders bei klarem Wetter.
Im südlichen Turm hängt die historische Glocke Zuzana. Sie zählt zu den bedeutenden Glocken der Region und erinnert an die lange kirchliche Tradition Iglaus.
Im Inneren der Kirche findest du gotische Bauelemente, historische Kunstwerke und mehrere Kapellen. Die St.-Jakobs-Kirche ist damit nicht nur ein religiöses Zentrum, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der mittelalterlichen Stadtgeschichte.
Weitere Kirchen und Klöster
Iglau besitzt mehrere bemerkenswerte Sakralbauten. Direkt am Masaryk-Platz steht die barocke St.-Ignatius-Kirche (Kostel sv. Ignáce z Loyoly), die ursprünglich zum Jesuitenkomplex gehörte. Ihre reich gestaltete Fassade bildet einen auffälligen Kontrast zu den älteren Bürgerhäusern der Umgebung.
Die Mariä-Himmelfahrt-Kirche (Kostel Nanebevzetí Panny Marie) gehört zum ehemaligen Minoritenkloster. Sie zählt zu den ältesten erhaltenen Kirchen der Stadt und bewahrt zahlreiche mittelalterliche Bauelemente.
Außerhalb des mittelalterlichen Stadtkerns befindet sich die St.-Johannes-der-Täufer-Kirche (Kostel sv. Jana Křtitele). Sie steht im Bereich einer älteren Siedlung, die bereits vor der Gründung der königlichen Bergstadt bestand.
Die Kirchen lassen sich gut in einen Rundgang durch die Altstadt einbinden. Gemeinsam vermitteln sie einen Eindruck von der religiösen und architektonischen Entwicklung Iglaus vom Mittelalter bis zum Barock.
Gustav Mahler und seine Jugend in Iglau
Der Komponist und Dirigent Gustav Mahler verbrachte einen großen Teil seiner Kindheit und Jugend in Iglau. Obwohl er in Kalischt (Kaliště) geboren wurde, zog seine Familie kurz nach seiner Geburt in die aufstrebende Stadt.
Im Gustav-Mahler-Haus (Dům Gustava Mahlera) erfährst du mehr über seine Familie, seine Jugendjahre und die musikalische Umgebung, die ihn geprägt haben könnte. Die Ausstellung verbindet persönliche Dokumente mit Informationen zur Stadtgeschichte und zum kulturellen Leben des 19. Jahrhunderts.
Mahler wuchs in einer Stadt auf, in der deutsche, tschechische und jüdische Traditionen aufeinandertrafen. Militärmusik, Volkslieder, Kirchenglocken und die Geräusche des städtischen Alltags gehörten zu seiner frühen Klangwelt.
Auch im heutigen Kulturleben spielt Gustav Mahler eine wichtige Rolle. Konzerte, Ausstellungen und musikalische Veranstaltungen greifen regelmäßig sein Werk und seine Verbindung zu Iglau auf.
Der Gustav-Mahler-Park und das jüdische Erbe
Der Gustav-Mahler-Park (Park Gustava Mahlera) befindet sich an einem geschichtlich sensiblen Ort. Hier stand früher die große Synagoge der Stadt, die während der Zeit des Nationalsozialismus zerstört wurde.
Bei der Gestaltung des Parks wurden Fundamente und bauliche Spuren der früheren Synagoge sichtbar gemacht. Skulpturen, Wasserflächen und weitere Gestaltungselemente erinnern sowohl an Gustav Mahler als auch an die jüdische Gemeinde Iglaus.
Die jüdische Geschichte der Stadt reicht weit zurück. Zeitweise bestand ein eigenes jüdisches Viertel mit Synagoge, Geschäften und Wohnhäusern. Auch ein jüdischer Friedhof ist erhalten.
Das jüdische Erbe gehört zu den wichtigsten historischen Themen der Stadt. Es erzählt von kultureller Vielfalt, wirtschaftlicher Bedeutung, Verfolgung und Verlust.
Museen, Galerien und Kultur
Das Museum der Region Hochland in Iglau (Muzeum Vysočiny Jihlava) befindet sich in historischen Bürgerhäusern am Masaryk-Platz. Die Ausstellungen beschäftigen sich mit der Geschichte, Archäologie, Natur und Volkskultur der Böhmisch-Mährischen Höhe.
Hier kannst du mehr über den Silberbergbau, die Entwicklung der Stadt, regionales Handwerk und die Landschaft der Region erfahren. Das Museum eignet sich besonders als Ergänzung zu einem Rundgang durch die Altstadt.
Die Regionalgalerie Hochland in Iglau (Oblastní galerie Vysočiny v Jihlavě) präsentiert Werke tschechischer Kunst vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Wechselnde Ausstellungen greifen außerdem aktuelle künstlerische und gesellschaftliche Themen auf.
Zum kulturellen Angebot gehören darüber hinaus das Horácké-Theater, kleinere Galerien, Konzertsäle und Veranstaltungsorte. Iglau besitzt damit ein für seine Größe ungewöhnlich vielfältiges Kulturleben.
Auch moderne Architektur spielt eine Rolle. Neben mittelalterlichen und barocken Bauwerken findest du in verschiedenen Stadtteilen Villen, Industriegebäude und Beispiele der Architektur des 20. Jahrhunderts.
Der Zoo Iglau
Der Zoo Iglau (Zoo Jihlava) liegt im Tal der Kleinen Igel (Jihlávka) unmittelbar unterhalb des historischen Zentrums. Durch seine innenstadtnahe Lage lässt er sich besonders leicht mit einem Altstadtrundgang verbinden.
Der Zoo ist für naturnah gestaltete Anlagen und vergleichsweise kurze Wege bekannt. Verschiedene Bereiche orientieren sich an Lebensräumen und Kontinenten. Dadurch eignet sich der Besuch nicht nur für Familien, sondern auch für Reisende, die einen entspannten Kontrast zur Stadtbesichtigung suchen.
Vom Masaryk-Platz erreichst du das Gelände zu Fuß. Der Weg führt teilweise durch den Waldpark Heulos und verbindet historische Sehenswürdigkeiten mit Grünflächen und Freizeitangeboten.
Grünflächen und Erholung in der Stadt
Iglau besitzt mehrere Parks, Flusstäler und Waldgebiete in unmittelbarer Nähe des Zentrums. Der Waldpark Heulos (Lesopark Heulos) erstreckt sich zwischen Altstadt, Zoo und dem Tal der Kleinen Igel.
Das Gebiet eignet sich zum Spazieren, Joggen und Radfahren. Wege, Spielplätze und Freizeiteinrichtungen machen den Waldpark zu einem beliebten Erholungsraum.
Ein weiteres Freizeitgebiet befindet sich bei der Böhmischen Mühle (Český mlýn). Dort gibt es Sportanlagen, Radwege und Möglichkeiten für aktive Erholung entlang des Flusses.
Die Verbindung aus Altstadt und Natur ist eine besondere Stärke Iglaus. Schon nach wenigen Minuten zu Fuß kannst du die belebten Plätze verlassen und ruhige Wege im Grünen erreichen.
Wandern rund um Iglau
Die Umgebung der Stadt ist von Wäldern, Hügeln, Flusstälern und ehemaligen Bergbaugebieten geprägt. Zahlreiche Wege eignen sich für kurze Spaziergänge und längere Wanderungen.
Ein bekanntes Ziel ist das Naturschutzgebiet Hasensprung (Zaječí skok). Dort erheben sich markante Felsen über dem Tal der Igel. Das Gebiet zählt zu den ältesten geschützten Naturräumen der Böhmisch-Mährischen Höhe.
Auch der Bergbaulehrpfad führt durch landschaftlich reizvolle Bereiche. Informationstafeln erklären ehemalige Gruben, Halden und andere Spuren des Silberbergbaus.
Weitere Wanderziele sind die Alten Berge (Staré Hory), der Waldberg Šacberk und der Naturpark Čeřínek. Die Wege verbinden Naturerlebnisse mit der Geschichte des Bergbaus und der regionalen Besiedlung.
Iglau mit Kindern entdecken
Iglau ist aufgrund seiner überschaubaren Größe und der abwechslungsreichen Sehenswürdigkeiten gut für einen Familienausflug geeignet. Besonders beliebt sind der Zoo, die unterirdischen Gänge und die Aussichtstürme.
Der Iglauer Untergrund vermittelt Geschichte auf eine anschauliche Weise. Dunkle Gänge, Gewölbe und geheimnisvolle Räume machen die Führung auch für ältere Kinder interessant.
Im Waldpark Heulos und im Freizeitgebiet Böhmische Mühle findest du zusätzliche Möglichkeiten für Bewegung und Pausen im Grünen. Die kurzen Entfernungen zwischen Altstadt, Zoo und Park erleichtern die Tagesplanung.
Für einen entspannten Familienbesuch solltest du mindestens einen vollständigen Tag einplanen. Bei zwei Tagen bleibt zusätzlich Zeit für Museen, einen längeren Spaziergang oder einen Ausflug in die Umgebung.
Ausflüge in die Region Hochland
Iglau eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Ausflüge durch die Region Hochland. Zu den bekanntesten Zielen gehört Teltsch (Telč), dessen historische Altstadt und Schloss zum UNESCO-Welterbe gehören.
Auch Trebitsch (Třebíč) ist gut erreichbar. Dort kannst du das jüdische Viertel, den jüdischen Friedhof und die St.-Prokop-Basilika besuchen. Diese Bauwerke gehören ebenfalls zum UNESCO-Welterbe.
Ein weiteres lohnendes Ziel ist die Burg Rosenstein (Hrad Roštejn). Die gut erhaltene Burg liegt in einem Waldgebiet und lässt sich mit Wanderungen oder einem Besuch der umliegenden Dörfer verbinden.
In Triesch (Třešť) spielt die traditionelle Krippenkunst eine besondere Rolle. Polná besitzt eine historische Altstadt, ein Schloss und bedeutende Zeugnisse jüdischer Geschichte. Brtnitz (Brtnice) ist für sein Schloss, seine Brücken und das historische Stadtbild bekannt.
Wie viel Zeit solltest du für Iglau einplanen?
Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt reicht ein voller Tag. Du kannst am Vormittag den Masaryk-Platz, das Tor der Muttergottes und die St.-Jakobs-Kirche besuchen und anschließend an einer Führung durch den Untergrund teilnehmen.
Bei einem zweitägigen Aufenthalt bleibt zusätzlich Zeit für das Gustav-Mahler-Haus, das Regionalmuseum, den Zoo und einen Spaziergang durch den Waldpark Heulos.
Drei oder mehr Tage lohnen sich, wenn du Iglau als Ausgangspunkt für Ausflüge nach Teltsch, Trebitsch oder zu den Burgen und Naturschutzgebieten der Region nutzen möchtest.
Kurzinfos
- Deutscher Name: Iglau
- Tschechischer Name: Jihlava
- Region: Hochland (Kraj Vysočina)
- Historische Landschaften: Böhmen und Mähren
- Erste urkundliche Erwähnung: 1233
- Historische Bedeutung: Königliche Silber- und Bergbaustadt
- Zentraler Platz: Masaryk-Platz (Masarykovo náměstí)
- Bekannteste Sehenswürdigkeit: Iglauer Untergrund (Jihlavské podzemí)
- Erhaltenes Stadttor: Tor der Muttergottes (Brána Matky Boží)
- Bedeutende Persönlichkeit: Gustav Mahler
- Wichtiges Familienziel: Zoo Iglau (Zoo Jihlava)
- Empfohlene Aufenthaltsdauer: Ein bis zwei Tage
- Geeignet für: Städtereisende, Familien, Geschichtsinteressierte, Musikfreunde und Wanderer
- Nahe Ausflugsziele: Teltsch (Telč), Trebitsch (Třebíč), Polná, Triesch (Třešť), Brtnitz (Brtnice) und Burg Rosenstein (Hrad Roštejn)