Brauerei Karl IV. (Pivovar Karel IV.)

Die Brauerei Karl IV. (Pivovar Karel IV.) befindet sich im Becherplatz-Komplex im Zentrum von Karlsbad (Karlovy Vary). Die kleine Restaurantbrauerei wurde 2012 in den Kellerbereichen der ehemaligen Becherovka-Fabrik eingerichtet und verband Karlsbader Brautradition mit der Geschichte des bekannten Kräuterlikörs.

Der eigentliche Braubetrieb ist derzeit aus betrieblichen Gründen eingestellt. Das angeschlossene Restaurant Becherplatz und das Café Becherovka werden dagegen weiterhin betrieben. Wer den Ort hauptsächlich wegen frisch gebrautem Karl-IV.-Bier besuchen möchte, sollte sich deshalb vorab über den aktuellen Stand informieren.

Kleinbrauerei in der ehemaligen Becherovka-Fabrik

Die Brauerei liegt an der Straße T.G.Masaryk im sogenannten Becherplatz. Der Gebäudekomplex gehörte früher zur Produktion und Lagerung von Becherovka. Nach der Umgestaltung entstanden hier unter anderem das Jan-Becher-Museum, ein Café, ein Restaurant und die Kleinbrauerei Karl IV.

Die Brauanlage wurde in historischen Kellerbereichen eingerichtet, in denen früher der Karlsbader Kräuterlikör lagerte und reifte. Gewölbe, steinerne Bögen, dunkles Holz und wiederverwendete Bestandteile der ehemaligen Fabrikausstattung prägen die Gestaltung des Restaurantbereichs.

Damit unterscheidet sich der Becherplatz deutlich von einer modernen Industrieanlage. Die Brauerei war von Anfang an als gastronomischer Betrieb gedacht, bei dem Bierherstellung, Restaurantbesuch und die Geschichte des Gebäudes miteinander verbunden wurden.

Wiederbelebung einer Karlsbader Biermarke

Die Brauerei Karl IV. wurde Ende Oktober 2012 eröffnet. Nach einer längeren Unterbrechung wurde damit wieder Bier unter dem Namen Karl IV. in Karlsbad gebraut.

Der Name erinnert an Kaiser Karl IV., der Karlsbad im 14. Jahrhundert Stadtrechte und verschiedene Privilegien verlieh. Zur frühen Stadtgeschichte gehörte auch das Recht, Bier herzustellen. Die heutige Kleinbrauerei war jedoch kein mittelalterlicher Betrieb und auch keine direkte Fortsetzung einer jahrhundertelang durchgehend arbeitenden Brauerei.

Sie griff vielmehr die historische Karlsbader Brautradition und den Namen einer früheren Biermarke auf.

Die ältere Brauerei in Fischern

Die Geschichte des Karlsbader Bieres ist eng mit der früheren Brauerei im Stadtteil Fischern (Rybáře) verbunden. Dort entstand im späten 19. Jahrhundert ein größerer Braubetrieb, der die Stadt und ihre Umgebung mit Bier versorgte.

Die Produktion in Fischern endete 1999. Anschließend wurde mehrere Jahre lang kein Bier der Marke Karl IV. mehr in Karlsbad gebraut. Mit der Eröffnung der Kleinbrauerei am Becherplatz im Jahr 2012 wurde der Name nach rund 13 Jahren wiederbelebt.

Die beiden Anlagen lagen allerdings an unterschiedlichen Standorten. Die Kleinbrauerei im Becherplatz übernahm weder das frühere Brauereigebäude in Fischern noch dessen komplette technische Ausstattung.

Welche Biere hier gebraut wurden

Während des regulären Betriebs stellte die Brauerei mehrere ungefilterte und nicht pasteurisierte Biere her. Zum früheren Sortiment gehörten unter anderem ein helles Lagerbier, ein halbdunkles Bier, ein dunkles Bier, ein stärkeres Spezialbier und zeitweise ein Weizenbier.

Ergänzt wurde das Angebot durch wechselnde saisonale Sorten sowie einzelne Kräuter- und Fruchtbiere. Besondere Aufmerksamkeit erhielt ein Bier, das zeitweise in Fässern lagerte, die zuvor für die Reifung von Becherovka verwendet worden waren.

Diese Sorten gehören zum früheren Angebot der Brauerei. Da die Produktion derzeit ruht, solltest du nicht davon ausgehen, dass die genannten Karl-IV.-Biere aktuell im Restaurant erhältlich sind.

Der Braubetrieb ist derzeit eingestellt

Nach Angaben des Betreibers ist die Brauerei Karl IV. momentan aus betrieblichen Gründen außer Betrieb. Ein Termin für die Wiederaufnahme der Bierproduktion wurde bislang nicht veröffentlicht.

Die Einstellung der Produktion betrifft jedoch nicht den gesamten Becherplatz. Das Restaurant Becherplatz und das Café Becherovka sind weiterhin zugänglich. Die angegebenen Öffnungszeiten des Restaurants gelten allerdings nicht automatisch als Besichtigungszeiten der Brauerei.

Regelmäßige Brauereiführungen oder öffentlich ausgeschriebene Besichtigungen der Produktionsanlage werden derzeit nicht angeboten. Möchtest du gezielt wegen der Brauerei kommen, solltest du den aktuellen Betriebszustand vor dem Besuch direkt beim Becherplatz prüfen.

Restaurant Becherplatz

Das Restaurant befindet sich in den historischen Räumen des Komplexes und greift die frühere Nutzung des Gebäudes gestalterisch auf. Teile alter Fässer, Rohrleitungen und technische Elemente der Becherovka-Produktion wurden in die Einrichtung integriert.

Auch ohne laufende Bierproduktion vermittelt der Restaurantbereich deshalb einen Eindruck von der Industrie- und Getränkegeschichte des Ortes. Der Besuch eignet sich vor allem als Ergänzung zum Jan-Becher-Museum oder als gastronomische Pause zwischen dem Stadtzentrum und dem Karlsbader Kurviertel.

Welche Biere aktuell ausgeschenkt werden, kann sich ändern. Besonders bei einem gezielten Interesse an Karl-IV.-Bier empfiehlt sich eine vorherige Nachfrage.

Jan-Becher-Museum im selben Komplex

Die naheliegendste Kombination ist das Jan-Becher-Museum, das sich unmittelbar am Becherplatz befindet. Dort erfährst du mehr über die Geschichte von Becherovka, die verwendeten Kräuter und die Entwicklung der Karlsbader Likörproduktion.

Die Verbindung aus Museum, ehemaliger Fabrik, Restaurant und früherer Kleinbrauerei macht den Becherplatz zu einem interessanten Ziel für Besucher, die sich nicht nur für die Heilquellen und Kolonnaden, sondern auch für die Industrie- und Genussgeschichte von Karlsbad interessieren.

Für Museum und Restaurant solltest du genügend Zeit einplanen. Ein kurzer Blick auf den Gebäudekomplex lässt sich dagegen problemlos in einen Spaziergang durch das untere Stadtzentrum integrieren.

Lage zwischen Zentrum und Kurviertel

Die Brauerei Karl IV. liegt an der Straße T.G.Masaryk, einer der wichtigsten Einkaufs- und Verkehrsachsen im Zentrum von Karlsbad. Vom Becherplatz erreichst du das Elisabethbad (Alžbětiny lázně) und den Smetana-Park (Smetanovy sady) in wenigen Minuten.

Von dort kannst du weiter zum Hotel Thermal, an die Teplá und in das eigentliche Kurviertel gehen. Auch der Untere Bahnhof (Dolní nádraží) und der Busbahnhof liegen vergleichsweise nahe.

Der Becherplatz eignet sich deshalb gut als erste oder letzte Station eines Karlsbad-Rundgangs. Besonders sinnvoll ist der Besuch, wenn du ohnehin das Jan-Becher-Museum besichtigen möchtest.

Für wen sich der Besuch lohnt

Die Brauerei Karl IV. ist derzeit kein klassisches Ziel für eine aktive Brauereibesichtigung. Besucher sollten weder eine laufende Produktion noch garantiert verfügbares Hausbier erwarten.

Interessant bleibt der Ort dennoch für alle, die sich für die Geschichte Karlsbader Getränke, die ehemalige Becherovka-Fabrik oder historische Gastronomieräume interessieren. Das Restaurant und der Becherplatz lassen sich außerdem unkompliziert mit einem Rundgang durch das Stadtzentrum verbinden.

Sollte die Bierproduktion künftig wieder aufgenommen werden, könnte die Brauerei erneut stärker als eigenständiges gastronomisches Ziel an Bedeutung gewinnen. Bis dahin steht vor allem der historische Zusammenhang des Gebäudekomplexes im Vordergrund.

Kurzinfos

Name: Brauerei Karl IV.
Tschechischer Name: Pivovar Karel IV.
Ort: Karlsbad (Karlovy Vary)
Adresse: T.G.Masaryk 57, 360 01 Karlsbad
Lage: Becherplatz im Zentrum von Karlsbad
Art: Kleinbrauerei und Restaurantbrauerei
Eröffnung: 2012
Standort: Kellerbereiche der ehemaligen Becherovka-Fabrik
Historischer Bezug: Karlsbader Brautradition und frühere Biermarke Karl IV.
Früheres Angebot: Helle, halbdunkle und dunkle Lagerbiere, Spezial- und Saisonbiere
Aktueller Zustand: Braubetrieb derzeit aus betrieblichen Gründen eingestellt
Restaurant: Weiterhin geöffnet
Brauereibesichtigung: Derzeit keine regulären Besichtigungen ausgewiesen
Öffnungszeiten: Öffnungszeiten des Restaurants vor dem Besuch aktuell prüfen
Eintritt: Kein Eintritt für den Restaurantbereich
Geeignet für: Freunde der Bier-, Gastronomie- und Industriegeschichte
Gut kombinierbar mit: Jan-Becher-Museum, Elisabethbad, Smetana-Park und Stadtzentrum
Zeitbedarf: Etwa 45 bis 90 Minuten für Restaurant und Becherplatz; mit Museumsbesuch entsprechend länger