Die Brücken über die Teplá gehören zu den stillen Besonderheiten von Karlsbad (Karlovy Vary). Im engen Tal wechseln Hotels, Kolonnaden, Kurhäuser und Promenaden immer wieder die Flussseite. Entsprechend dicht ist das Netz aus Straßenbrücken, historischen Metallstegen und modernen Fußgängerübergängen.
Keine einzelne Karlsbader Brücke erreicht die monumentale Wirkung der Prager Karlsbrücke. Ihren besonderen Reiz entfalten die Übergänge vielmehr als zusammenhängendes Ensemble. Zwischen dem Parkhotel Richmond, dem Kaiserbad, dem Sprudel, der Mühlbrunnkolonnade und dem Hotel Thermal überquerst du die Teplá beinahe alle paar Minuten.
Ein Spaziergang entlang der Brücken zeigt zugleich, wie sich Karlsbad entwickelt hat. Dekorative Stege aus dem 19. Jahrhundert stehen neben modernen Rekonstruktionen, funktionalen Straßenbrücken und großflächigen Überbauungen, unter denen der Fluss fast vollständig verschwindet.

Warum Karlsbad so viele Brücken besitzt
Karlsbad entstand in einem schmalen Tal, das nur wenig Platz für breite Straßen und zusammenhängende Stadtviertel bot. Hotels, Badehäuser und Quellen wurden deshalb auf beiden Seiten der Teplá errichtet.
Die Brücken verbanden Unterkünfte mit Kureinrichtungen, Promenaden mit Quellen und öffentliche Gebäude mit den gegenüberliegenden Uferstraßen. Sie waren damit ein fester Bestandteil des täglichen Kurlebens.
Viele Übergänge erfüllten zusätzlich technische Aufgaben. Unter ihren Fahrbahnen oder Tragwerken verliefen Wasser-, Gas-, Dampf- und Versorgungsleitungen. Auch heißes Thermalwasser wurde über Leitungen vom Quellgebiet zu Badehäusern und weiteren Einrichtungen transportiert.
Heute wirken die meisten Brücken selbstverständlich. Ohne sie wäre ein zusammenhängender Spaziergang durch das historische Kurzentrum jedoch kaum möglich.
Brücke, Steg oder Überbauung?
Im Tschechischen wird zwischen einer Straßenbrücke, dem most, und einem Fußgängersteg, der lávka, unterschieden.
Im Karlsbader Zentrum kommen außerdem großflächige Überbauungen hinzu. Besonders vor der Mühlbrunnkolonnade und im Bereich der Sprudelkolonnade ist die Teplá über längere Abschnitte vollständig überdeckt.
Besucher nehmen deshalb nicht immer wahr, dass sie unmittelbar über dem Fluss stehen. Plätze, Quellenausläufe, Verkehrsflächen und Teile der Kolonnaden wurden direkt über dem Flussbett angelegt.
Je nach Zählweise gibt es im Karlsbader Stadtgebiet und im angrenzenden Talabschnitt rund vierzig Brücken, Stege und Überbauungen über die Teplá. Für einen touristischen Rundgang sind vor allem die Übergänge im Kurzentrum interessant.
Hochwasser und wiederholte Erneuerungen
Die Teplá wirkt im historischen Zentrum meist schmal und ruhig. Bei starkem Hochwasser konnte sie jedoch erhebliche Schäden verursachen.
Besonders verheerend war die Überschwemmung von 1890. Damals wurden zahlreiche Brücken und Fußgängerstege beschädigt, verbogen oder vollständig fortgerissen.
Treibholz und Äste verfingen sich an Geländern und erhöhten den Druck auf die Konstruktionen. Einige historische Metallstege erhielten deshalb Geländerteile, die bei Hochwasser abgesenkt oder umgeklappt werden konnten.
Viele Karlsbader Brücken wurden im Laufe der Zeit mehrfach ersetzt. Ein historisches Baujahr bezeichnet daher nicht immer die vollständig erhaltene heutige Konstruktion. Häufig blieben nur dekorative Geländer, Wappen oder einzelne Steinbestandteile erhalten und wurden in einen moderneren Neubau integriert.
Richmond-Brücke (Richmondský most)
Eine besonders schöne Brückenrunde beginnt an der Richmond-Brücke beim Parkhotel Richmond.
Die 1927 errichtete Brücke unterscheidet sich deutlich von den schmalen Metallstegen im engeren Kurzentrum. Balustraden, dekorative Vasen, Girlanden und kleine Figuren verleihen ihr den Charakter einer repräsentativen Parkbrücke.
Sie fügt sich in die Grünanlagen rund um das Hotel und die südliche Kurpromenade ein. Von hier kannst du der Teplá flussabwärts in Richtung Kunstgalerie, Kaiserbad und Grandhotel Pupp folgen.
Die Richmond-Brücke steht als eigenständiges Kulturdenkmal unter Schutz. Gemeinsam mit dem Labitzky-Steg gehört sie zu den besonders wertvollen historischen Übergängen der Stadt.
Mickiewicz-Brücke (Mickiewiczův most)
Nördlich der Richmond-Brücke liegt die Mickiewicz-Brücke im Bereich der Straße U Imperiálu.
Die heutige Straßenbrücke stammt im Wesentlichen aus einer Erneuerung von 1985. Sie verbindet den Bereich unterhalb des Hotels Imperial mit dem gegenüberliegenden Ufer.
Für Besucher besitzt sie weniger dekorative Details als die Richmond-Brücke. Im Verlauf eines Spaziergangs zeigt sie jedoch gut, dass die Teplá-Brücken nicht nur touristische Schmuckstücke, sondern bis heute wichtige Verkehrsverbindungen sind.
Karlsbrücke (Karlův most)
Auch Karlsbad besitzt eine Karlsbrücke. Sie darf allerdings nicht mit der berühmten Karlsbrücke in Prag verwechselt werden.
Die Karlsbader Karlsbrücke liegt an der Slowakischen Straße nahe der Kunstgalerie. Die einbogige Straßenbrücke aus Stahlbeton entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Im Laufe ihrer Geschichte trug sie unterschiedliche Bezeichnungen. Sie war unter anderem als Erzherzog-Karls-Brücke, Professor-Seegen-Brücke und Brücke Karls IV. bekannt.
Ihre klare Bogenform wirkt zurückhaltender als die reich verzierten Fußgängerstege weiter flussabwärts. Der Standort eignet sich gut für einen Abstecher zur Kunstgalerie Karlsbad.

Brücke bei der Kunstgalerie
Nur wenig von der Karlsbrücke entfernt führt ein kleinerer Übergang zur Kunstgalerie und zum dortigen Parkplatz.
Eine Brücke ist an dieser Stelle bereits seit dem 19. Jahrhundert belegt. Die heutige Konstruktion geht auf eine spätere Erneuerung zurück.
Der Übergang besitzt vor allem eine praktische Funktion. Er erschließt die Galerie und das gegenüberliegende Ufer, ohne im Stadtbild besonders hervorzutreten.
Goethe-Steg (Goethova lávka)
Der Goethe-Steg verbindet die Marienbader Straße (Mariánskolázeňská) nahe dem Kaiserbad mit dem Goethe-Weg (Goethova stezka).
Wegen der nahen Kirche St. Peter und Paul wurde er früher auch als Pfarrsteg bezeichnet. Die historische Metallkonstruktion stammte aus dem späten 19. Jahrhundert, war zuletzt jedoch so stark beschädigt, dass der Übergang geschlossen werden musste.
Zwischen 2021 und 2022 wurde der Steg umfassend erneuert. Erhaltene Bestandteile flossen in den Neubau ein, während fehlende Geländer, Wappen und Verzierungen anhand historischer Aufnahmen rekonstruiert wurden.
Auch die frühere Hochwasserfunktion der klappbaren Geländerteile wurde technisch wiederhergestellt. Dadurch ist der Goethe-Steg nicht nur eine Verbindung über die Teplá, sondern zugleich ein Beispiel für den sorgfältigen Umgang mit historischer Ingenieurskunst.
Festivalbrücke (Festivalový most)
Die Festivalbrücke liegt zwischen dem Kaiserbad und dem Grandhotel Pupp. Sie gehört zu den wichtigsten Straßenverbindungen im südlichen Kurzentrum.
Die frühere Brücke befand sich zuletzt in schlechtem baulichem Zustand und wurde 2022 vollständig ersetzt. Die heutige Konstruktion wurde Ende 2022 für den Verkehr freigegeben und Anfang 2023 offiziell eröffnet.
Florale Rosetten, verzierte Brüstungen und Details aus patiniertem Messing greifen die historistische Umgebung auf. Der moderne Neubau wirkt dadurch weniger technisch als eine gewöhnliche Straßenbrücke.
Der Name erinnert an das Internationale Filmfestival Karlsbad. Das Grandhotel Pupp und das benachbarte Kaiserbad gehören zu den wichtigsten Schauplätzen des Festivals.
Von der Brücke ergeben sich gute Perspektiven auf beide Gebäude und die Marienbader Straße.

Labitzky-Steg (Labitzkého lávka)
Direkt beim Grandhotel Pupp liegt der Labitzky-Steg, einer der schönsten historischen Fußgängerübergänge über die Teplá.
Die filigrane Metallkonstruktion wurde 1874 errichtet. Plastische Verzierungen und das fein gearbeitete Geländer zeigen den gestalterischen Anspruch, mit dem selbst kleine Verkehrswege im Kurzentrum ausgestattet wurden.
Der Steg verbindet die Marienbader Straße mit dem Friedensplatz (Mírové náměstí) vor dem Grandhotel Pupp.
Seit 1991 steht der Labitzky-Steg als eigenständiges Kulturdenkmal unter Schutz. Durch seine Lage vor dem bekannten Hotel gehört er zugleich zu den häufig fotografierten Brücken der Stadt.
Jean-de-Carro-Steg (Lávka Jeana de Carro)
Der Jean-de-Carro-Steg liegt im Bereich des Hotels Embassy zwischen dem Labitzky-Steg und dem Theatersteg.
Er verbindet die Alte Wiese (Stará louka) mit der Neuen Wiese (Nová louka). Benannt ist er nach dem Arzt Jean de Carro, der zu den wichtigen Persönlichkeiten der Karlsbader Medizingeschichte gehörte.
Auf einzelnen Karten wird der Steg fälschlich als Dvořák-Steg bezeichnet. Der eigentliche Dvořák-Steg befindet sich jedoch beim Hotel Thermal und dem Dvořák-Park.
Der Übergang ist klein und unauffällig, gehört aber zu den typischen Fußgängerstegen, über die sich beide Seiten der Kurpromenade bequem miteinander verbinden lassen.
Theatersteg (Divadelní lávka)
Der Theatersteg führt vom Theaterplatz (Divadelní náměstí) zur Alten Wiese.
Durch seine Lage am Stadttheater gehört er zu den meistgenutzten Fußgängerübergängen im Zentrum. Die frühere Konstruktion wurde 2010 entfernt und durch einen modernen Steg mit geschwungener Stahlform ersetzt.
Rampen ermöglichen einen weitgehend stufenlosen Zugang. Dadurch ist der Theatersteg auch mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator leichter nutzbar als manche ältere Brücke.
Vom Steg hast du einen schönen Blick auf das Stadttheater, die historischen Fassaden entlang der Alten Wiese und den Verlauf der Teplá.
Johannesbrücke (Jánský most)
Die Johannesbrücke liegt im dicht bebauten Bereich zwischen Theaterplatz, Markt und Alter Wiese.
An dieser Stelle befand sich schon früh ein wichtiger Übergang. Die heutige einbogige Straßenbrücke wurde im 20. Jahrhundert umfassend erneuert.
Ihr Name erinnert an eine Statue des heiligen Johannes Nepomuk, die früher auf der Brücke stand. Die barocke Figur wurde später mehrfach versetzt, die historische Bezeichnung der Brücke blieb jedoch erhalten.
Die Johannesbrücke verbindet mehrere wichtige Wege im Umfeld der Marktkolonnade und der Sprudelkolonnade. Durch den Straßenverkehr solltest du hier stärker auf Autos, Busse und Lieferfahrzeuge achten als auf den reinen Fußgängerstegen.
Sprudelsteg und Sprudelkolonnade
Im Bereich des Karlsbader Sprudels ist die Teplá über einen größeren Abschnitt überbaut.
Die heutige Sprudelkolonnade entstand zwischen Ende der 1960er- und Mitte der 1970er-Jahre. Teile des Gebäudes, der Verkehrsflächen und des Sprudelstegs liegen direkt über dem Fluss.
Dadurch verschwindet die Teplá an dieser Stelle fast vollständig aus dem Blick. Erst nördlich und südlich der Kolonnade wird ihr Verlauf wieder deutlich sichtbar.
Der Sprudelsteg verbindet beide Ufer im direkten Umfeld der Kolonnade. Er gehört zu den am stärksten frequentierten Übergängen, auch wenn er im Vergleich zu den historischen Metallstegen weniger als eigenständige Sehenswürdigkeit wahrgenommen wird.
Spitalsteg (Špitálská lávka)
Der Spitalsteg liegt zwischen Sprudelkolonnade und Mühlbrunnkolonnade nahe dem Informationszentrum.
An dieser Stelle bestand bereits früh eine Verbindung über die Teplá. Historisch war der Übergang auch als Dr.-Mitterbacher-Steg bekannt.
Teile der späteren Metallkonstruktion wurden erneuert, während dekorative Elemente und historische Geländerformen erhalten oder nachgebildet wurden.
Bei einem normalen Spaziergang durch das Kurzentrum überquerst du den Steg häufig, ohne ihm besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Gerade darin zeigt sich die Bedeutung der kleinen Brücken: Sie sind selbstverständlicher Bestandteil der Promenade und gleichzeitig Zeugnisse der Karlsbader Stadtgeschichte.
Mühlbrücke (Mlýnský most)
Die Mühlbrücke liegt am südlichen Ende der Mühlbrunnkolonnade gegenüber der Bäderstraße (Lázeňská).
Die heutige Tragkonstruktion stammt aus einer Erneuerung der 1980er-Jahre. Historische Geländerteile wurden aufgearbeitet und wiederverwendet.
Von der Brücke bietet sich eine der klassischen Ansichten auf die lange Säulenfront der Mühlbrunnkolonnade. Besonders am frühen Morgen oder am Abend lässt sich das Gebäude von hier gut fotografieren.
Der Übergang verbindet die Kolonnade mit den gegenüberliegenden Uferstraßen und gehört zu den wichtigsten Fußwegen im mittleren Kurzentrum.
Überbauung vor der Mühlbrunnkolonnade
Nördlich der Mühlbrücke verbreitert sich die Fläche vor der Mühlbrunnkolonnade deutlich.
Unter dem Platz fließt weiterhin die Teplá. Der Fluss wird hier auf einer längeren Strecke vollständig von Promenadenflächen und Teilen der Kolonnadenanlage überdeckt.
Die Überbauung entstand vermutlich in den 1950er-Jahren. Sie schuf mehr Platz vor der Kolonnade und erleichterte die Bewegung der zahlreichen Kurgäste.
Heute ist kaum noch zu erkennen, dass sich unter den Quellenausläufen und den breiten Flächen ein Flussbett befindet.
Gogol-Steg (Gogolova lávka)
Der Gogol-Steg verbindet die Straße I. P. Pavlova mit dem Mühlkai und dem Zugang zu den Skalník-Parkanlagen (Skalníkovy sady).
Ein Übergang ist an dieser Stelle bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert nachgewiesen. Eine spätere Metallkonstruktion entstand 1874, während die heutige Form auf eine Erneuerung in den 1980er-Jahren zurückgeht.
Restaurierte historische Geländer wurden in die moderne Tragkonstruktion eingebaut. Dadurch bewahrt der Steg trotz technischer Erneuerung einen Teil seines früheren Erscheinungsbildes.
Von hier ergeben sich schöne Blicke entlang der Teplá und zurück zur Mühlbrunnkolonnade.

Kurbrücke (Lázeňský most)
Die Kurbrücke verbindet den Bereich des Kurhauses III (Lázně III) mit dem Dvořák-Park und den gegenüberliegenden Straßen.
Eine Stahlbrücke bestand hier bereits seit dem späten 19. Jahrhundert. In den 1960er-Jahren wurde sie durch eine Stahlbetonkonstruktion ersetzt, die nach jahrzehntelanger Nutzung erneut stark sanierungsbedürftig war.
Ab 2025 wurde die Brücke vollständig neu gebaut. Die heutige Kurbrücke wurde am 19. Juni 2026 eröffnet.
Ihre Gestaltung greift Rundbogenmotive der Fassade von Kurhaus III auf. Historischer Travertin und Granit der vorherigen Brücke wurden aufbereitet und in neue Betonelemente integriert.
Zur neuen Anlage gehören ein stufenloser Fußgängerbereich, wiederverwendetes Granitpflaster und eine Sitzbank mit Blick in Richtung Mühlbrunnkolonnade.
Unter der Brücke verlaufen verschiedene Versorgungsleitungen, darunter auch eine Leitung für Karlsbader Thermalwasser.

Atrium-Steg
Der Atrium-Steg verbindet den Bereich der Parkquelle mit dem Einkaufszentrum Atrium.
Der moderne Fußgängersteg wurde in den 1990er-Jahren errichtet. Er besitzt keine historische Metallgestaltung und dient vor allem als praktische Verbindung zwischen Kurviertel und Geschäftsbereich.
Für Besucher ist er besonders nützlich, wenn der Kolonnadenspaziergang mit Einkauf, Restaurantbesuch oder einer Pause im Einkaufszentrum verbunden werden soll.

Dvořák-Steg (Dvořákova lávka)
Der Dvořák-Steg führt vom Dvořák-Park zum Vorplatz des Hotels Thermal.
Die breite Konstruktion entstand Anfang der 1970er-Jahre und überquert die Teplá in einem ungewöhnlich schrägen Winkel.
Der Übergang wirkt weniger wie ein schmaler Steg und eher wie ein kleiner öffentlicher Platz über dem Wasser. Seine Größe passt zur modernen Architektur des Hotels Thermal.
Von hier kannst du gut den Kontrast zwischen dem grünen Dvořák-Park, den historischen Gebäuden des Kurzentrums und dem funktionalistischen Hotelkomplex erkennen.
Postbrücke (Poštovní most)
Die Postbrücke liegt vor dem historischen Hauptpostamt am unteren Ende der T.G.Masaryka-Straße.
Die heutige Stahlbetonbrücke entstand Ende der 1960er-Jahre und ersetzte einen älteren Übergang. Einzelne Elemente ihrer Gestaltung erinnern an Postkästen und greifen damit die unmittelbare Umgebung auf.
Die Brücke markiert ungefähr den Übergang vom klassischen Kurviertel in das neuere Geschäfts- und Verwaltungszentrum.
In der Nähe stehen der Brunnen mit Glasobelisk, das Hauptpostamt, das Hotel Thermal und der Dvořák-Park. Dadurch lässt sich die Postbrücke gut als Endpunkt eines Spaziergangs entlang der wichtigsten Teplá-Brücken nutzen.
Weitere Brücken außerhalb des Kurzentrums
Nördlich der Postbrücke folgen weitere Übergänge, die vor allem für den städtischen Alltagsverkehr wichtig sind.
Dazu gehören unter anderem der Schulsteg, die Brücke des 17. November, der Drahowitzer Steg, die Brücke des 1. Mai und die Kopt-Brücke.
Die Kopt-Brücke wird auch Teufelsbrücke genannt. Sie liegt im Bereich der früheren Karlsbader Salzfabrik und der sogenannten Teufelsinsel.
Diese nördlichen Brücken besitzen weniger touristische Bedeutung als die Übergänge zwischen Richmond und Hotel Thermal. Wer sich jedoch für Stadtentwicklung, Verkehr oder die industrielle Geschichte Karlsbads interessiert, kann den Spaziergang bis zur Mündung der Teplá in die Eger verlängern.
Historische Namen auf alten Stadtplänen
Viele Brücken wechselten im Laufe der Geschichte ihre Namen.
Bezeichnungen richteten sich nach benachbarten Hotels, Ärzten, Herrschern, Künstlern oder politischen Persönlichkeiten. Nach gesellschaftlichen und politischen Veränderungen wurden zahlreiche Übergänge umbenannt.
Auf historischen Ansichtskarten kann dieselbe Brücke deshalb unter mehreren deutschen oder tschechischen Namen erscheinen.
Auch Baujahre müssen vorsichtig gelesen werden. Manchmal bezeichnet eine Jahreszahl den ersten dokumentierten Übergang, manchmal eine Metallkonstruktion des 19. Jahrhunderts und manchmal den heutigen Ersatzbau.
Die schönsten Brücken für Fotos
Die Richmond-Brücke bietet mit Balustraden, Putten und Parklandschaft eines der dekorativsten Motive.
Von der Festivalbrücke lassen sich Kaiserbad und Grandhotel Pupp gut gemeinsam aufnehmen. Der Labitzky-Steg eignet sich für Detailbilder historischer Metallarbeit.
Am Theatersteg entstehen schöne Perspektiven auf Stadttheater, Alte Wiese und Teplá. Von der Mühlbrücke öffnet sich der klassische Blick auf die Mühlbrunnkolonnade.
Der Gogol-Steg bietet eine längere Sichtachse entlang des Flusses. Der Dvořák-Steg zeigt dagegen die moderne Seite von Karlsbad mit Hotel Thermal und Parklandschaft.
Am frühen Morgen sind Promenaden und Stege meist ruhiger. In der Dämmerung spiegeln sich Fassaden, Laternen und Brückenbeleuchtung besonders schön im Wasser.
Spaziergang entlang der Teplá-Brücken
Eine ausführliche Brückenroute beginnt an der Richmond-Brücke.
Von dort folgst du dem Fluss über Mickiewicz-Brücke und Karlsbrücke zum Goethe-Steg. Danach erreichst du Kaiserbad, Festivalbrücke, Labitzky-Steg und das Grandhotel Pupp.
Über Jean-de-Carro-Steg und Theatersteg geht es weiter zur Johannesbrücke und zur Sprudelkolonnade. Nördlich davon folgen Spitalsteg, Mühlbrücke und die Überbauung vor der Mühlbrunnkolonnade.
Anschließend führen Gogol-Steg und Kurbrücke zum Dvořák-Park. Über Atrium-Steg oder Dvořák-Steg erreichst du das Hotel Thermal und schließlich die Postbrücke.
Ohne längere Stopps dauert der Weg ungefähr eine Stunde. Mit Kolonnaden, Kaiserbad, Cafépause und Fotostopps solltest du mindestens einen halben Tag einplanen.
Barrierefreiheit
Die meisten Brücken im historischen Zentrum liegen auf den weitgehend befestigten Promenaden entlang der Teplá.
Der Theatersteg besitzt Rampenzugänge. Auch die neue Kurbrücke wurde mit stufenlosen Fußgängerverbindungen gestaltet.
Bei älteren Übergängen können Kopfsteinpflaster, Bordsteine und schmale Gehwege die Nutzung mit Rollstuhl oder Rollator erschweren.
Einige Brücken sind zugleich für den Straßenverkehr geöffnet. Dort solltest du besonders auf Busse, Lieferfahrzeuge und enge Fahrbahnen achten.
Die Route zwischen Grandhotel Pupp und Hotel Thermal ist insgesamt deutlich einfacher zugänglich als die steilen Straßen und Waldwege an den Karlsbader Hängen.
Kurzinfos
Thema: Brücken über die Teplá
Ort: Karlsbad (Karlovy Vary)
Fluss: Teplá
Gesamtzahl: Je nach Zählweise rund vierzig Brücken, Stege und Überbauungen im Stadtgebiet und angrenzenden Talabschnitt
Historisch dokumentiert: 21 Brücken und Stege im Jahr 1888
Bedeutendes Hochwasser: 1890
Besonders dekorative Brücke: Richmond-Brücke
Typischer historischer Metallsteg: Labitzky-Steg
Geschützte Einzeldenkmäler: Richmond-Brücke und Labitzky-Steg
Wichtiger Festivalstandort: Festivalbrücke beim Grandhotel Pupp
Übergang beim Stadttheater: Theatersteg
Wichtiger Übergang beim Sprudel: Johannesbrücke und Sprudelsteg
Beste Ansicht der Mühlbrunnkolonnade: Mühlbrücke
Moderner Übergang: Dvořák-Steg beim Hotel Thermal
Jüngster Neubau: Kurbrücke, eröffnet am 19. Juni 2026
Weitere aktuelle Rekonstruktionen: Goethe-Steg und Festivalbrücke
Empfohlene Route: Richmond-Brücke bis Postbrücke
Zeitbedarf: Etwa eine Stunde ohne längere Stopps, mit Sehenswürdigkeiten ein halber Tag
Zugang: Öffentlich und kostenlos
Öffnungszeiten: Keine festen Zeiten
Barrierefreiheit: Je nach Übergang unterschiedlich, zentrale Promenaden überwiegend gut zugänglich
Geeignet für: Stadtspaziergänge, Architektur, Kurgeschichte und Fotografie
Hinweis: Historische Baujahre können den ersten Übergang, eine frühere Konstruktion oder den heutigen Ersatzbau bezeichnen.

















Promenade am Teplá-Ufer



