Die Heilquellen sind der eigentliche Ursprung von Karlsbad (Karlovy Vary). Ohne das heiße, stark mineralisierte Wasser hätte sich die Stadt vermutlich nie zu einem der bedeutendsten Kurorte Europas entwickelt. Bis heute prägen die Quellen nicht nur medizinische Anwendungen, sondern auch das Stadtbild mit seinen Kolonnaden, Wandelhallen, Pavillons und historischen Kurhäusern.
Die meisten öffentlich zugänglichen Quellen liegen auf einer kurzen Strecke entlang der Teplá. Zwischen Sprudelkolonnade, Marktkolonnade, Mühlbrunnenkolonnade und Parkkolonnade kannst du fast alle wichtigen Trinkbrunnen bei einem einzigen Spaziergang kennenlernen.
Üblicherweise ist von 15 Karlsbader Heilquellen die Rede. Diese Zahl ist historisch gewachsen und beschreibt nicht 15 vollständig voneinander unabhängige Wasservorkommen. Mehrere Trinkbrunnen werden vom selben unterirdischen Thermalsystem gespeist, einzelne Quellen besitzen zwei Ausläufe und manche historische Quelle ist heute nicht mehr zugänglich.

Wie das Karlsbader Thermalwasser entsteht
Das Thermalwasser von Karlsbad stammt aus großer Tiefe.
Regen- und Oberflächenwasser dringt durch Spalten in das Gestein ein und gelangt vermutlich bis in Tiefen von ungefähr 2.500 Metern. Dort wird es durch die Erdwärme erhitzt und nimmt auf seinem langen Weg Mineralstoffe sowie Kohlendioxid auf.
Unter Druck steigt das Wasser anschließend entlang geologischer Störungen wieder zur Oberfläche.
Die klassischen Karlsbader Quellen gehören zu einem gemeinsamen unterirdischen System. Ihre chemische Grundzusammensetzung ähnelt sich daher. Unterschiede bestehen vor allem bei Temperatur, Schüttung und Kohlendioxidgehalt.
Das Wasser enthält unter anderem Natrium, Hydrogencarbonat, Sulfat und Chlorid. Die Mineralisation kann ungefähr 6,5 Gramm pro Liter erreichen.
Dadurch schmeckt das Wasser deutlich salziger und kräftiger als gewöhnliches Trinkwasser.
Warum es unterschiedliche Temperaturen gibt
Obwohl die Quellen aus demselben Thermalsystem stammen, besitzen sie unterschiedliche Temperaturen.
Auf dem Weg zur Oberfläche verlieren einige Wasserläufe mehr Wärme als andere. Auch die Länge der Leitungen, die Höhenlage des Auslaufs und die technische Führung des Wassers beeinflussen die Temperatur am Trinkbrunnen.
Der Sprudel erreicht mehr als 73 °C. Andere Thermalquellen liegen zwischen ungefähr 40 und 66 °C.
Stephanie-Quelle und Eisenquelle sind dagegen wesentlich kühler und unterscheiden sich teilweise auch in ihrer mineralischen Zusammensetzung vom klassischen Karlsbader Thermalwasser.
Die Temperatur beeinflusst nicht nur das Trinkerlebnis. Bei einer medizinischen Kur gehört sie zu den Eigenschaften, die ein Kurarzt bei der Auswahl der Quelle berücksichtigt.
Warum Karlsbad 15 Heilquellen zählt
Die bekannte Zahl von 15 Heilquellen ist eine touristische und historische Einordnung.
Frühere Reiseführer nannten häufig nur zwölf Quellen. Später kamen weitere erschlossene Austritte hinzu, darunter Stephanie-Quelle und Schlangenquelle.
Gleichzeitig besitzt die Fürst-Wenzel-Quelle zwei Ausläufe, die beide die Nummer 8 tragen. Die historische Nummer 13 gehört zur Dorotheenquelle, die heute nicht öffentlich zugänglich ist.
Zusätzlich wird die Eisenquelle gelegentlich als 16. Karlsbader Mineralquelle bezeichnet. Sie gehört jedoch nicht zum klassischen Rundgang entlang der Kolonnaden.
Der Sprudel Nr. 1
Der Sprudel (Vřídlo) ist die bekannteste, heißeste und ergiebigste Quelle von Karlsbad.
Sein Wasser erreicht ungefähr 73 °C. Mit einer Schüttung von rund 2.000 Litern pro Minute übertrifft er die übrigen Quellen deutlich.
In der Sprudelkolonnade steigt das Wasser als Geysir bis zu etwa zwölf Meter hoch auf. Die Fontäne ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.
Nur ein Teil des Wassers wird an den Trinkvasen ausgegeben. Weitere Mengen fließen über ein Leitungssystem in Kurhäuser und medizinische Einrichtungen.
Für die Trinkkur wird das Sprudelwasser auf unterschiedliche Temperaturen abgekühlt. Dadurch kannst du an mehreren Ausläufen eine jeweils etwas andere Temperatur wählen.
Unter der Kolonnade befinden sich technische Anlagen, Leitungen und natürliche Ablagerungen. Teile davon lassen sich bei einer Führung durch die Unterwelt des Sprudels besichtigen.
Die Quellen der Marktkolonnade
Die hölzerne Marktkolonnade liegt nur wenige Schritte von der Sprudelkolonnade entfernt.
Unter ihrem reich verzierten Dach befinden sich drei öffentliche Trinkquellen.
Quelle Karl IV. Nr. 2
Die Quelle Karl IV. (Pramen Karla IV.) erinnert an die Gründungslegende von Karlsbad.
Über dem Trinkbrunnen befindet sich ein Relief, das die sagenhafte Entdeckung der heißen Quellen durch Kaiser Karl IV. darstellt.
Das Wasser besitzt eine Temperatur von ungefähr 62 °C. Die Quelle gehört zu den eher schwach schüttenden Austritten.
Unterer Schlossbrunnen Nr. 3
Der Untere Schlossbrunnen (Dolní zámecký pramen) ist ein öffentlich zugänglicher Auslauf der Schlossquelle.
Seine Temperatur liegt bei ungefähr 53 °C. Er wurde in die Marktkolonnade geleitet, damit das Wasser frei genutzt werden kann.
Der ursprüngliche Quellbereich liegt höher am Schlossberg und steht teilweise in Verbindung mit dem privat betriebenen Schlossbad.
Marktbrunnen Nr. 5
Der Marktbrunnen (Tržní pramen) wurde im Jahr 1838 entdeckt.
Die Quelle versiegte im Laufe ihrer Geschichte mehrfach und trat später wieder aus. Heute erreicht sie eine Temperatur von ungefähr 65 °C.
Der Marktbrunnen gehört damit zu den heißeren Trinkquellen der Marktkolonnade.
Oberer Schlossbrunnen Nr. 4
Der Obere Schlossbrunnen (Horní zámecký pramen) wird ebenfalls von der Schlossquelle gespeist.
Er liegt höher als der öffentlich zugängliche Untere Schlossbrunnen. Seine Temperatur beträgt ungefähr 54 °C.
Der Auslauf befindet sich im Bereich des Schlossbades und ist nicht immer frei erreichbar. Zeitweise kann er auch vollständig außer Betrieb sein.
Für Besucher ist deshalb vor allem der Untere Schlossbrunnen in der Marktkolonnade relevant.
Die Quellen der Mühlbrunnenkolonnade
Die Mühlbrunnenkolonnade ist die größte und eindrucksvollste Wandelhalle von Karlsbad.
Unter dem langen Säulengang befinden sich fünf benannte Quellen. Da die Fürst-Wenzel-Quelle an zwei Stellen austritt, kannst du insgesamt sechs Trinkbrunnen nutzen.
Die Kolonnade eignet sich besonders gut, um mehrere Quellen direkt miteinander zu vergleichen.
Mühlbrunnen Nr. 6
Der Mühlbrunnen (Mlýnský pramen) gehört zu den ältesten bekannten Karlsbader Quellen.
Bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde sein Wasser ausdrücklich für Trinkkuren empfohlen. Zeitweise wurde es sogar abgefüllt und über größere Entfernungen verschickt.
Die heutige Temperatur liegt bei ungefähr 59 °C.
Der historische Name der gesamten Kolonnade geht auf diese Quelle zurück.
Rusalka-Quelle Nr. 7
Die Rusalka-Quelle (Rusalčin pramen) war früher als Neubrunnen bekannt.
Über ihr entstand Ende des 18. Jahrhunderts eine der ersten großen hölzernen Wandelhallen des Kurortes. Im frühen 19. Jahrhundert gehörte sie zu den beliebtesten Quellen von Karlsbad.
Das Wasser besitzt heute eine Temperatur von ungefähr 60 °C.
Der Name Rusalka erinnert an ein weibliches Wasserwesen aus der slawischen Sagenwelt.
Fürst-Wenzel-Quelle Nr. 8
Die Fürst-Wenzel-Quelle (Pramen knížete Václava) wurde 1784 unter dem früheren Bernhardsfelsen entdeckt.
Ursprünglich trat das Wasser als mehrere Meter hoher natürlicher Geysir aus. Es wurde zeitweise auch für die Herstellung von Karlsbader Sprudelsalz verwendet.
Heute fließt die Quelle in zwei Trinkvasen innerhalb der Mühlbrunnenkolonnade.
Der erste Auslauf erreicht ungefähr 66 °C, der zweite etwa 65 °C. Beide gehören zur selben Quelle und tragen deshalb die gemeinsame Nummer 8.
Libussa-Quelle Nr. 9
Die Libussa-Quelle (Libušin pramen) trug ursprünglich den Namen Elisabeth-Rosenquelle.
Seit 1947 erinnert ihre heutige Bezeichnung an die sagenhafte böhmische Fürstin Libussa.
Das Wasser erreicht ungefähr 63 °C.
Der Trinkbrunnen befindet sich im mittleren Bereich der Mühlbrunnenkolonnade.
Felsenquelle Nr. 10
Die Felsenquelle (Skalní pramen) liegt am nördlichen Ende der Mühlbrunnenkolonnade.
Ihr Name erinnert an den früheren Bernhardsfelsen, der während der Erweiterung der Kolonnade teilweise abgetragen wurde.
Mit ungefähr 47 °C gehört die Felsenquelle zu den kühleren klassischen Thermalquellen.
Der Unterschied zu den heißeren Quellen derselben Kolonnade ist beim Probieren deutlich spürbar.
Freiheitsquelle Nr. 11
Die Freiheitsquelle (Pramen Svoboda) tritt in einem eigenen achteckigen Holzpavillon zwischen der Mühlbrunnenkolonnade und Bad III aus.
Sie wurde in den 1860er-Jahren beim Bau eines neuen Kurhauses entdeckt.
Zunächst hieß sie Kurhausquelle, später Franz-Joseph-Quelle. Ihren heutigen Namen erhielt sie nach dem Zweiten Weltkrieg.
Das Wasser besitzt eine Temperatur von ungefähr 63 °C.
Durch den kleinen freistehenden Pavillon wirkt die Freiheitsquelle anders als die Trinkbrunnen in den großen Kolonnaden.
Parkquelle Nr. 12
Die Parkquelle (Sadový pramen) wurde 1852 beim Bau des Militärbadehauses entdeckt.
Ihr Wasser enthält vergleichsweise viel Kohlendioxid und erreicht eine Temperatur von ungefähr 43 °C.
Damit gehört sie zu den kühleren Quellen des zentralen Kurviertels.
Der öffentlich zugängliche Trinkbrunnen befindet sich im Bereich der Parkkolonnade und des Dvořák-Parks.
Je nach Betrieb des angrenzenden Gebäudes können sich die Zugangszeiten ändern.
Dorotheenquelle Nr. 13
Die Dorotheenquelle (Dorotka) besitzt eine besondere Stellung.
Sie liegt südlich des Kurzentrums in einem kleinen Steinpavillon in der Nähe des Parkhotels Richmond.
An diesem Ort tritt vor allem trockenes Kohlendioxid aus. Die Menge des Wassers ist sehr gering und seine Mineralisation deutlich schwächer als bei den klassischen Thermalquellen.
Der Pavillon ist seit 2012 nicht mehr für Besucher geöffnet. Die Anlage dient heute vor allem der Messung und Überwachung natürlicher Gasaustritte.
Aus diesem Grund fehlt die Nummer 13 in vielen modernen Übersichten der öffentlich nutzbaren Quellen.
Stephanie-Quelle Nr. 14
Die Stephanie-Quelle (Pramen Štěpánka) liegt im Alois-Klein-Pavillon vor dem Parkhotel Richmond.
Die ursprüngliche Quelle wurde 1884 erschlossen, versiegte später jedoch. In den 1990er-Jahren konnte sie erneut gefasst werden.
Mit ungefähr 14 °C ist sie wesentlich kälter als die klassischen Thermalquellen im Zentrum.
Die Schüttung ist gering und kann während der Frostperiode vollständig eingestellt werden.
Die Quelle liegt rund 1,5 Kilometer südlich des Sprudels und lässt sich gut mit einem Spaziergang zum Richmond-Park verbinden.
Schlangenquelle Nr. 15
Die Schlangenquelle (Hadí pramen) ist die jüngste öffentlich erschlossene Quelle der klassischen Reihe.
Sie wurde 2001 bei der Rekonstruktion der Parkkolonnade zugänglich gemacht.
Das Wasser besitzt eine Temperatur von ungefähr 29 °C und einen vergleichsweise hohen Kohlendioxidgehalt. Dadurch schmeckt es für viele Besucher etwas frischer als die heißen Quellen.
Der auffällige Trinkbrunnen ist mit metallenen Schlangenfiguren gestaltet, aus denen das Wasser austritt.
Eisenquelle als Nummer 16
Die Eisenquelle (Železnatý pramen) wird gelegentlich als 16. Karlsbader Mineralquelle bezeichnet.
Sie liegt nördlich des zentralen Kurviertels an einem Hang oberhalb der Teplá.
Mit ungefähr 12 °C ist sie die kälteste öffentlich zugängliche Karlsbader Mineralquelle. Ihr hoher Eisenanteil unterscheidet sie deutlich vom klassischen Thermalsystem.
Die Quelle wurde im 19. Jahrhundert für Trinkkuren genutzt. Heute ist sie eher ein kleines historisches Ziel außerhalb des üblichen Quellenrundgangs.
Wie schmeckt das Karlsbader Thermalwasser?
Der Geschmack überrascht viele Besucher.
Durch die starke Mineralisation wirkt das Wasser salzig, leicht bitter und teilweise metallisch. Je nach Temperatur und Kohlensäuregehalt unterscheiden sich die Quellen spürbar.
Sehr heißes Wasser wird häufig als intensiver wahrgenommen. Kühlere Quellen wie Schlangenquelle oder Parkquelle wirken für manche Besucher etwas milder.
Der Geschmack ist jedoch kein zuverlässiges Zeichen dafür, ob eine Quelle medizinisch besser geeignet ist.
Bei einer Kur wird das Wasser nicht nach persönlicher Vorliebe, sondern nach ärztlicher Empfehlung ausgewählt.
Die traditionelle Karlsbader Trinkkur
Eine medizinische Trinkkur folgt einem festgelegten Ablauf.
Ein Kurarzt entscheidet, welche Quelle geeignet ist, wie viel Wasser getrunken werden soll und zu welcher Tageszeit die Anwendung stattfindet.
Traditionell wird das Wasser vor den Mahlzeiten langsam aus einer Schnabeltasse getrunken. Ein Becher fasst häufig ungefähr 200 Milliliter.
Das Wasser wird nicht auf einmal geleert. Es soll über mehrere Minuten in kleinen Schlucken getrunken werden.
Zwischen mehreren Bechern werden Pausen eingelegt. Währenddessen gehen die Kurgäste langsam durch die Kolonnade.
Diese Verbindung aus Wasser, Bewegung, Ruhe und regelmäßiger Tagesstruktur gehört seit Jahrhunderten zur Karlsbader Kurtradition.
Nicht unkontrolliert größere Mengen trinken
Das Karlsbader Thermalwasser ist kein gewöhnliches Tafelwasser.
Einzelne kleine Probeschlucke während eines Stadtrundgangs sind etwas anderes als eine systematische Trinkkur.
Größere Mengen sollten nicht ohne medizinische Beratung getrunken werden. Das gilt besonders bei Vorerkrankungen, während einer Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder bei Problemen mit Herz, Nieren und Stoffwechsel.
Auch die heißesten Quellen sollten nur vorsichtig probiert werden. Das Wasser kann Verbrennungen verursachen, wenn es unmittelbar am Auslauf getrunken oder verschüttet wird.
Traditionelle Anwendungsbereiche
Die Karlsbader Kur wird traditionell vor allem bei Erkrankungen des Verdauungssystems und bei Stoffwechselstörungen eingesetzt.
Dazu zählen unter anderem Beschwerden von Magen, Darm, Leber, Gallenwegen und Bauchspeicheldrüse sowie bestimmte Formen von Diabetes, Gicht und Fettstoffwechselstörungen.
Eine medizinische Kur besteht jedoch nicht nur aus Thermalwasser.
Trinkkur, Ernährung, Bewegung, Physiotherapie, Bäder und weitere Anwendungen werden individuell miteinander kombiniert.
Ob eine Karlsbader Kur für eine bestimmte Erkrankung geeignet ist, muss medizinisch beurteilt werden.
Der Karlsbader Quellenbecher
Die typische Karlsbader Schnabeltasse gehört untrennbar zum Stadtbild.
Sie besteht meist aus Porzellan und besitzt einen hohlen Henkel, durch den das Wasser getrunken wird.
Die schmale Öffnung erleichtert kleine Schlucke und verhindert teilweise, dass das heiße Wasser zu schnell in den Mund gelangt.
Schnabeltassen werden in zahlreichen Formen und Farben angeboten. Einfache Modelle findest du direkt bei den Kolonnaden, hochwertigere Becher in Porzellan- und Souvenirgeschäften.
Für einen normalen Rundgang reicht ein kleiner Becher vollkommen aus.
Kostenloses Probieren der Quellen
Die öffentlichen Trinkquellen sind grundsätzlich kostenlos zugänglich.
Du benötigst lediglich einen Becher. Manche Besucher verwenden eine eigene Tasse, andere kaufen eine typische Karlsbader Schnabeltasse.
Eintritt wird an den Trinkbrunnen nicht erhoben.
Ausnahmen können sich durch Bauarbeiten, technische Wartungen, Frost oder die Öffnungszeiten einzelner Gebäude ergeben.
Der Sprudel, die Quellen der Marktkolonnade, die Mühlbrunnenkolonnade, Freiheitsquelle und Schlangenquelle sind meist besonders leicht zugänglich.
Rundgang zu den wichtigsten Quellen
Ein Quellenrundgang beginnt am besten an der Sprudelkolonnade.
Dort siehst du zunächst den hohen Geysir und kannst das abgekühlte Sprudelwasser an den Trinkvasen probieren.
Nach wenigen Schritten erreichst du die Marktkolonnade mit Quelle Karl IV., Unterem Schlossbrunnen und Marktbrunnen.
Anschließend führt der Weg entlang der Teplá zur Mühlbrunnenkolonnade. Dort liegen Mühlbrunnen, Rusalka-Quelle, Fürst-Wenzel-Quelle, Libussa-Quelle und Felsenquelle.
Nur wenige Schritte weiter steht der Pavillon der Freiheitsquelle.
Danach erreichst du den Dvořák-Park mit Parkkolonnade, Parkquelle und Schlangenquelle.
Die gesamte zentrale Strecke ist nur ungefähr 800 Meter lang. Ohne Pausen kannst du sie schnell zurücklegen. Für das ruhige Besichtigen, Probieren und Fotografieren solltest du jedoch etwa anderthalb bis zwei Stunden einplanen.
Erweiterung zur Stephanie-Quelle
Wenn du mehr Zeit hast, kannst du den Rundgang nach Süden verlängern.
Von der Sprudelkolonnade führt der Weg entlang der Teplá am Kaiserbad und am Grandhotel Pupp vorbei zum Richmond-Park.
Dort steht der Alois-Klein-Pavillon mit der Stephanie-Quelle.
Der zusätzliche Spaziergang ist besonders angenehm, wenn du das belebte Kurzentrum mit einem ruhigeren Park verbinden möchtest.
Da die Quelle während der kalten Jahreszeit außer Betrieb sein kann, solltest du ihren aktuellen Zustand vorher prüfen.
Quellen und Kolonnaden als UNESCO-Welterbe
Die Heilquellen prägen nicht nur die Medizin, sondern die gesamte Architektur von Karlsbad.
Kolonnaden und Wandelhallen entstanden, damit Kurgäste das Wasser bei jedem Wetter trinken und sich dabei langsam bewegen konnten.
Hotels, Kurhäuser, Parks und Spazierwege wurden ebenfalls auf den Tagesablauf einer Kur ausgerichtet.
Seit 2021 gehört Karlsbad gemeinsam mit zehn weiteren europäischen Kurorten zum UNESCO-Welterbe „Bedeutende Kurstädte Europas“.
Die Quellen, ihre technischen Anlagen und die um sie entstandene Stadtlandschaft sind ein zentraler Bestandteil dieses gemeinsamen Erbes.
Thermalwasser für Bäder und Anwendungen
Nur ein kleiner Teil des Karlsbader Thermalwassers fließt aus den öffentlichen Trinkbrunnen.
Große Mengen werden über ein Leitungsnetz in Kurhäuser und medizinische Einrichtungen transportiert.
Dort wird das Wasser für Bäder und weitere balneologische Anwendungen verwendet.
Nicht jedes Thermalbecken in Karlsbad enthält jedoch unverdünntes Sprudelwasser. Anteil, Temperatur und Aufbereitung unterscheiden sich je nach Einrichtung.
Wenn dir die genaue Zusammensetzung wichtig ist, solltest du direkt beim jeweiligen Bad oder Hotel nachfragen.
Führungen zu den Quellen
Wer mehr über das Thermalsystem erfahren möchte, kann an einer Führung teilnehmen.
Besonders interessant ist die Unterwelt des Sprudels. Dort siehst du Leitungen, natürliche Mineralablagerungen, technische Einrichtungen und die Räume, in denen Souvenirs mit Sprudelstein überzogen werden.
Weitere Führungen behandeln die Geschichte der Kolonnaden und die medizinische Nutzung der Quellen.
Termine, Sprachen und Zugänge können saisonal wechseln. Eine vorherige Reservierung ist deshalb sinnvoll.
Beste Zeit für einen Quellenrundgang
Die zentralen Quellen kannst du das ganze Jahr über besuchen.
Am frühen Morgen erlebst du in den Kolonnaden noch einen Teil der traditionellen Kuratmosphäre. Viele Kurgäste trinken ihr Wasser vor dem Frühstück und gehen langsam durch die Wandelhallen.
Im Laufe des Tages wird es besonders rund um Sprudel und Marktkolonnade deutlich voller.
Der Winter wirkt ruhiger, allerdings können einzelne Außenquellen wegen Frost geschlossen sein.
Bei Regen bieten Markt- und Mühlbrunnenkolonnade einen guten Schutz. Die moderne Sprudelkolonnade ist ebenfalls vollständig überdacht.
Besuch mit Kindern
Auch für Kinder kann ein Quellenrundgang interessant sein.
Geysir, unterschiedliche Trinkbrunnen und die ungewöhnlichen Schnabeltassen sorgen für Abwechslung.
Kinder sollten das Wasser jedoch nur in sehr kleinen Mengen probieren. Besonders an heißen Quellen besteht Verbrühungsgefahr.
Die Brunnenrohre und technischen Einrichtungen dürfen nicht berührt oder zum Spielen benutzt werden.
Da die zentrale Strecke weitgehend eben ist, eignet sie sich gut für einen Familienrundgang.
Barrierefreiheit
Die meisten zentralen Quellen liegen entlang einer relativ ebenen Promenade.
Sprudelkolonnade, Marktkolonnade, Mühlbrunnenkolonnade und Parkbereich sind grundsätzlich gut erreichbar.
An einzelnen Brunnen können jedoch Stufen, Schwellen oder schmale Zugänge vorhanden sein.
Der Obere Schlossbrunnen, die Dorotheenquelle, Stephanie-Quelle und Eisenquelle liegen außerhalb des einfachsten zentralen Rundgangs und sind teilweise schwieriger erreichbar.
Die aktuelle Zugänglichkeit kann sich durch Bauarbeiten oder technische Sperrungen verändern.
Wie viel Zeit solltest du einplanen?
Für einen kurzen Spaziergang vom Sprudel zur Parkkolonnade reichen ungefähr 30 bis 45 Minuten.
Wenn du die einzelnen Quellen probieren, Inschriften lesen und die Kolonnaden ausführlich betrachten möchtest, solltest du anderthalb bis zwei Stunden einplanen.
Mit Unterwelt des Sprudels, Stephanie-Quelle oder weiteren Kurgebäuden kann daraus ein halber Tag werden.
Eine medizinische Trinkkur folgt dagegen einem festen Tagesplan und erstreckt sich meist über einen längeren Kuraufenthalt.
Für wen lohnt sich der Quellenrundgang?
Die Heilquellen gehören zu jedem ersten Besuch in Karlsbad.
Auch ohne medizinische Kur kannst du hier verstehen, warum die Stadt überhaupt entstand und weshalb ihre Architektur so stark von Promenaden, Wandelhallen und Kurhäusern geprägt ist.
Der zentrale Rundgang ist kurz, kostenlos und mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten verbunden.
Besonders interessant ist der Vergleich zwischen dem mächtigen Sprudel, den eleganten Trinkbrunnen der Mühlbrunnenkolonnade und den kühleren Quellen im Dvořák-Park.
Die Quellen sind damit nicht nur medizinische Einrichtungen, sondern zugleich Naturphänomen, Stadtgeschichte und lebendige Karlsbader Tradition.
Kurzinfos
Thema: Heilquellen von Karlsbad
Ort: Karlsbad (Karlovy Vary)
Übliche Zahl: 15 Heilquellen
Zusätzliche Mineralquelle: Eisenquelle als Nummer 16
Gemeinsames System: Karlsbader unterirdisches Thermalsystem
Entstehungstiefe: Vermutlich bis ungefähr 2.500 Meter
Mineralisation: Bis etwa 6,5 Gramm pro Liter
Wassertyp: Natrium-Hydrogencarbonat-Sulfat-Chlorid
Heißeste Quelle: Sprudel
Temperatur des Sprudels: Rund 73 °C
Schüttung des Sprudels: Ungefähr 2.000 Liter pro Minute
Höhe des Geysirs: Bis zu etwa zwölf Meter
Kühlste klassische Quelle: Stephanie-Quelle mit ungefähr 14 °C
Kühlste zusätzliche Mineralquelle: Eisenquelle mit ungefähr 12 °C
Wichtigste Kolonnaden: Sprudelkolonnade, Marktkolonnade, Mühlbrunnenkolonnade und Parkkolonnade
Weitere Quellbauten: Pavillon der Freiheitsquelle und Alois-Klein-Pavillon
Zentrale Quellenstrecke: Rund 800 Meter
Eintritt: Öffentliche Trinkquellen grundsätzlich kostenlos
Trinkbecher: Karlsbader Schnabeltasse aus Porzellan oder Glas
Quelle Nr. 8: Fürst-Wenzel-Quelle mit zwei Ausläufen
Quelle Nr. 13: Dorotheenquelle, nicht öffentlich zugänglich
Mögliche Einschränkungen: Wartungen, technische Ausfälle und winterliche Stilllegungen
Medizinische Trinkkur: Nur nach Beratung durch einen Kurarzt
Typischer Ablauf: Langsam in kleinen Schlucken trinken und dabei ruhig gehen
Zeitbedarf für den zentralen Rundgang: Ungefähr anderthalb bis zwei Stunden
Gut kombinierbar mit: Kolonnaden, Unterwelt des Sprudels, Dvořák-Park und historischem Kurzentrum
Hinweis: Größere Mengen des stark mineralisierten Wassers nicht ohne medizinische Empfehlung trinken.









































