Historische Hotels gehören in Karlsbad (Karlovy Vary) ebenso zum Stadtbild wie Kolonnaden, Heilquellen und prachtvolle Kurhäuser. Viele der großen Häuser entstanden während der Blütezeit des Kurortes im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sie waren weit mehr als Unterkünfte: In ihren Sälen fanden Bälle, Konzerte, Empfänge, Theateraufführungen und gesellschaftliche Treffen statt.
Einige Hotelgeschichten reichen deutlich weiter zurück. Beim Grandhotel Pupp beginnt die Tradition bereits im frühen 18. Jahrhundert, obwohl das heutige monumentale Gebäude erst wesentlich später entstand. Andere Häuser wurden von Anfang an als moderne Kurhotels, Sanatorien oder Villenensembles geplant.
Bei einem Spaziergang durch Karlsbad kannst du viele dieser Hotels auch ohne Übernachtung kennenlernen. Ihre Fassaden, Türme, Erker, Parkanlagen und repräsentativen Auffahrten erzählen von der internationalen Kurgesellschaft, die das Aussehen der Stadt bis heute prägt.

Hotels als Teil der Karlsbader Kurgeschichte
Die ersten Kurgäste wohnten überwiegend in Bürgerhäusern, Gasthöfen und kleineren Kurhäusern entlang der Tepl (Teplá). Viele Gebäude trugen traditionelle Hausnamen, die teilweise bis heute bekannt sind.
Mit dem starken Wachstum des Kurortes im 19. Jahrhundert veränderten sich die Ansprüche. Wohlhabende Gäste erwarteten größere Zimmer, Speisesäle, moderne Aufzüge, zentrale Heizungen, medizinische Behandlungen und ein umfangreiches gesellschaftliches Programm.
Dadurch entstanden monumentale Hotelpaläste im Tal, freistehende Sanatorien auf den Höhen und elegante Villen im Westend. Die Hotels wurden bewusst an prominenten Stellen errichtet. Manche lagen unmittelbar an der Kurpromenade, andere erhoben sich weit sichtbar über dem Zentrum.
Die wichtigsten historischen Häuser sind heute Teil der geschützten Kurlandschaft von Karlsbad. Sie tragen wesentlich zum Erscheinungsbild der Stadt bei, die gemeinsam mit zehn weiteren europäischen Kurorten zum UNESCO-Welterbe „Bedeutende Kurstädte Europas“ gehört.
Grandhotel Pupp
Das Grandhotel Pupp ist das bekannteste historische Hotel in Karlsbad. Es steht am südlichen Ende der Alten Wiese (Stará louka) in unmittelbarer Nähe des Kaiserbads (Císařské lázně).
Die Geschichte des Standorts begann 1701 mit dem Bau des Sächsischen Saals. Wenige Jahre später kam der Böhmische Saal hinzu. Beide Gebäude dienten zunächst als repräsentative Gesellschafts- und Veranstaltungsorte für Kurgäste.
Johann Georg Pupp, ein aus Böhmen stammender Konditor, kam im 18. Jahrhundert nach Karlsbad und heiratete in die Betreiberfamilie des Böhmischen Saals ein. Seine Nachkommen erwarben schrittweise weitere Häuser und Grundstücke. Daraus entwickelte sich der spätere Hotelkomplex.
Der älteste Teil des heutigen Ensembles ist das 1877 eröffnete Parkhotel. Die früheren Gesellschaftssäle wurden ab 1892 durch einen neuen Grandhotelbau ersetzt, der 1894 eröffnet wurde.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand der große Festsaal. Die Wiener Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer vereinheitlichten anschließend die unterschiedlichen Gebäudeteile zu einem monumentalen neobarocken Gesamtbild.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Hotel verstaatlicht und zeitweise als Grandhotel Moskva geführt. Nach 1989 erhielt es seinen traditionellen Namen zurück.
Heute wird das Grandhotel Pupp weiterhin als Luxushotel genutzt. Durch Restaurants, Café, Konditorei und Veranstaltungen sind einzelne öffentliche Bereiche auch für Besucher ohne Übernachtung zugänglich. Die Gästezimmer und historischen Säle können jedoch nicht als frei zugängliche Sehenswürdigkeit besichtigt werden.
Das Hotel ist eng mit dem Internationalen Filmfestival Karlsbad verbunden. Während des Festivals dient es regelmäßig als Unterkunft und Treffpunkt für Schauspieler, Regisseure und weitere Gäste.
Ein Besuch lässt sich gut mit dem Kaiserbad, dem Park Kaiser-Karl-IV. (Sady Karla IV.), der Alten Wiese und der Talstation der Diana-Standseilbahn verbinden.
Hotel Imperial
Das Hotel Imperial steht auf einer Anhöhe östlich des Kurzentrums. Durch seine erhöhte Lage ist der monumentale Bau aus vielen Teilen der Stadt zu sehen.
Das Hotel wurde von 1910 bis 1912 als Grandhotel und Sanatorium errichtet. Der Entwurf stammt vom französischen Architekten Ernest Hébrard. An den Planungen war außerdem der Architekt Juan Kronfuss beteiligt.
Der freistehende Hotelpalast wurde bewusst als dominantes Gebäude oberhalb der dichten Bebauung im Tal angelegt. Vor dem Haupteingang entstand ein repräsentativer Ehrenhof mit Gartenanlagen.
Das Imperial gehörte zu den modernsten Kurhotels seiner Zeit. Gäste konnten Unterkunft, medizinische Behandlungen, Gastronomie und gesellschaftliche Angebote innerhalb eines großen Komplexes nutzen.
Die Lage auf der Anhöhe machte eine besondere Verkehrsanbindung notwendig. Bereits 1907 wurde eine unterirdische Standseilbahn eröffnet, die den Theaterplatz (Divadelní náměstí) mit dem späteren Hotelstandort verband.
Diese Tunnelstandseilbahn ist bis heute in Betrieb und gehört zum Karlsbader Stadtverkehr. Eine zweite Standseilbahn führte früher von der Straße Slovenská zum Hotel, wurde jedoch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stillgelegt.
Das Imperial wird weiterhin als Hotel und medizinisches Kurhaus genutzt. Restaurants und weitere öffentliche Angebote können teilweise auch von auswärtigen Gästen besucht werden. Eine allgemeine Besichtigung der historischen Hotelräume ist nicht dauerhaft vorgesehen.
Die Fahrt mit der Imperial-Standseilbahn ist eine besonders passende Möglichkeit, den Hotelbesuch mit der Karlsbader Stadtgeschichte und der ungewöhnlichen Hanglage zu verbinden.
Bristol Palace
Das Bristol Palace erhebt sich oberhalb des Dvořák-Parks (Dvořákovy sady). Durch seine freistehende Lage ist das Gebäude vom Kurzentrum und von der Parkkolonnade (Sadová kolonáda) gut zu erkennen.
Das damalige Hotel und Sanatorium wurde von 1890 bis 1891 nach Plänen des Architekten Hans Schidlo errichtet. Die Architektur verbindet Formen der Renaissance und des Barock.
Der Bau wurde nicht zufällig auf der erhöhten Terrasse angelegt. Seine repräsentative Fassade sollte bereits aus dem Tal sichtbar sein und dem Hotel eine besondere Stellung im Stadtbild geben.
Heute gehört das Bristol Palace zu einem größeren Hotel- und Sanatoriumskomplex. Weitere historische Villen und Hotelgebäude sind über Gärten, Wege und interne Verbindungen miteinander verbunden.
Das Haus wird weiterhin als Hotel mit medizinischen, Kur- und Wellnessangeboten genutzt. Die Innenräume sind deshalb in erster Linie Hotelgästen vorbehalten.
Von außen lässt sich das Bristol Palace besonders gut vom Dvořák-Park, von der Parkkolonnade und von der Straße Sadová betrachten. Der Weg hinauf bietet zugleich schöne Perspektiven auf das Kurzentrum.
Savoy Westend Hotel
Das Savoy Westend Hotel liegt im historischen Villenviertel Westend. Im Gegensatz zu den großen Hotelpalästen im Tal besteht die Anlage aus mehreren eigenständigen Villen.
Das Hauptgebäude, die Villa Savoy, wurde 1896 und 1897 nach Plänen des Wiener Architekten Alfred Bayer errichtet. Die Architektur orientiert sich an französischen Schlössern und verbindet gotische sowie neorenaissancezeitliche Formen.
Türme, Giebel, Erker und eine abwechslungsreiche Dachlandschaft geben der Villa ihr auffälliges Erscheinungsbild. Die Anlage sollte weniger wie ein dicht bebautes Stadthotel und stärker wie ein exklusiver Landsitz wirken.
Zum heutigen Hotel gehören außerdem die Villen Artemis, Rusalka, Carlton und Kleopatra. Die älteste von ihnen ist die bereits 1875 errichtete Villa Artemis. Weitere Gebäude entstanden vor allem in den 1890er-Jahren.
Die einzelnen Villen wurden schrittweise zu einer zusammenhängenden Hotelanlage verbunden. Nach einer umfangreichen Restaurierung wurde der modernisierte Komplex 2005 wiedereröffnet.
Heute wird das Savoy Westend als medizinisches Kur- und Wellnesshotel genutzt. Die Gärten und Innenbereiche gehören zum Hotelbetrieb und sind nicht als öffentlicher Park zugänglich.
Von den umliegenden Straßen kannst du jedoch mehrere Villen gut betrachten. Der Rundgang lässt sich mit der orthodoxen Kirche St. Peter und Paul, der Becher-Villa und weiteren historischen Häusern im Westend verbinden.
Nationalhaus und Grandhotel Ambassador
Das heutige Grandhotel Ambassador – Nationalhaus (Národní dům) steht an der Straße T.G.Masaryk im nördlichen Stadtzentrum.
Das Gebäude wurde von 1899 bis 1901 nach Plänen der Wiener Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer errichtet. Auftraggeber war der Karlsbader Schützenverein.
Ursprünglich trug der Komplex den Namen Grandhotel Schützenhaus. Er vereinte Hotelzimmer, Restaurants, ein Café, eine Bar, ein Museum und mehrere Gesellschaftsräume.
Der große Orpheum-Saal wurde für Konzerte, Bälle, Theateraufführungen und Varietéveranstaltungen genutzt. Das Nationalhaus war damit nicht nur ein Hotel, sondern zugleich ein wichtiger gesellschaftlicher und kultureller Treffpunkt.
Die Architektur verbindet neugotische, neorenaissancezeitliche und jugendstilistische Elemente. Sie zeigt besonders gut, wie unterschiedliche Stilrichtungen um 1900 in Karlsbad miteinander kombiniert wurden.
Nach mehreren Eigentümerwechseln und einer längeren Phase des Verfalls wurde das Gebäude umfassend restauriert. Heute dient es wieder als Hotel, Restaurant, Veranstaltungsort und medizinisches Kurhaus.
Durch die gastronomische und kulturelle Nutzung sind einzelne Bereiche zugänglicher als bei vielen reinen Kurhotels. Eine freie Besichtigung sämtlicher historischer Räume ist jedoch nicht möglich.
Das Nationalhaus lässt sich gut mit einem Spaziergang durch die Straße T.G.Masaryk, dem Smetana-Park (Smetanovy sady), dem Elisabethbad (Alžbětiny lázně) und dem Hotel Thermal verbinden.
Parkhotel Richmond
Das Parkhotel Richmond liegt südlich des historischen Kurzentrums in einem großen Park am Ufer der Tepl.
Die Geschichte des Standorts begann vermutlich mit einer Mühle. Im frühen 19. Jahrhundert entstand daraus das Ausflugscafé Schönbrunn. Rund um das Café wurde ein englischer Landschaftspark angelegt.
Der Betrieb wurde im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts schrittweise erweitert. Seit 1926 trägt das Haus den Namen Richmond Parkhotel.
Das heutige Erscheinungsbild geht vor allem auf einen grundlegenden Umbau im Jahr 1932 zurück. Der Karlsbader Baumeister Paul Schaufuss ließ das Gebäude aufstocken und in relativ kurzer Zeit zu einem repräsentativen Hotel umgestalten.
Die Architektur wirkt zurückhaltender und klassizistischer als die reich dekorierten Hotelpaläste aus der Zeit um 1900. Spätere Erweiterungen und Modernisierungen vergrößerten den Hotel- und Behandlungsbereich deutlich.
Heute wird das Richmond weiterhin als Kur- und Wellnesshotel genutzt. Der umgebende Park mit Spazierwegen, Stephaniequelle und Japanischem Garten der Meditation bildet einen ruhigen Übergang zwischen Kurviertel und bewaldeter Umgebung.
Der Hotelbetrieb selbst ist nicht frei zu besichtigen. Der Bereich rund um den südlichen Kurpark lässt sich jedoch gut bei einem Spaziergang entlang der Tepl erkunden.
Hotel Romance
Das Hotel Romance steht unmittelbar am Markt (Tržiště) hinter der Dreifaltigkeitssäule.
Bereits im 19. Jahrhundert befand sich an diesem Standort die Pension Annaberg. Die älteren Gebäude wurden 1898 und 1899 abgebrochen und durch das neue Kurhotel Württemberger Hof ersetzt.
Die auffällig unregelmäßige Anordnung der Balkone hängt mit unterschiedlichen Vorstellungen der damaligen Eigentümer zusammen. Dadurch besitzt die Fassade eine individuelle Gliederung, die sich von den benachbarten Häusern unterscheidet.
Später trug das Hotel den Namen Luxor. In der Nachkriegszeit wurde es in Kurhotel Puškin umbenannt. Nach mehreren Modernisierungen entstand die heutige Bezeichnung Hotel Romance beziehungsweise Hotel Romance Puškin.
Das Gebäude wird weiterhin als Hotel genutzt. Seine Bedeutung liegt weniger in einer freistehenden monumentalen Architektur als in seiner Einbindung in das historische Ensemble rund um Markt, Marktkolonnade (Tržní kolonáda) und Maria-Magdalena-Kirche (Kostel svaté Máří Magdalény).
Atlantic Palace
Das Atlantic Palace steht an einer markanten Ecke beim Markt, nur wenige Schritte von der Sprudelkolonnade (Vřídelní kolonáda) entfernt.
Das Gebäude entstand zwischen 1912 und 1914 und gehört damit zur späten Phase der Karlsbader Vorkriegsarchitektur. Bei der Planung werden in verschiedenen Quellen Fritz Mahler und Alfred Bayer genannt.
Die Fassade verbindet geometrische Formen der Wiener Secession mit Elementen des späten Jugendstils und des frühen Art déco. Besonders auffällig sind die Figuren kleiner Putten, die dem Keramiker und Bildhauer Michael Powolny zugeschrieben werden.
Das Hotel gehörte damit zu den moderneren Gebäuden des Karlsbads kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Seine Gestaltung unterscheidet sich deutlich von den neobarocken und neorenaissancezeitlichen Hotelpalästen der älteren Generation.
Das Atlantic Palace wird weiterhin als Hotel genutzt. Die Fassade ist vom Markt und vom gegenüberliegenden Ufer der Tepl gut sichtbar. Die Innenräume gehören überwiegend zum Hotel- und Kurbetrieb.
Quisisana
Das historische Haus Quisisana steht an der Straße Mariánskolázeňská in unmittelbarer Nähe des Grandhotels Pupp.
Anton und Marie Pupp ließen das Kurhaus 1887 und 1888 errichten. Der Entwurf wird Alfred Bayer zugeschrieben. Eine größere bauliche Anpassung erfolgte in den Jahren 1929 und 1930.
Die Architektur verbindet Neorenaissance, Neugotik und neobarocke Elemente. Loggien, Erker, Balustraden und plastischer Fassadenschmuck verleihen dem Haus eine repräsentative Erscheinung.
Heute wird das Gebäude als Pupp Quisisana Dependance geführt und ist in den Betrieb des Grandhotels Pupp eingebunden. Gäste nutzen die Zimmer im historischen Haus und können gleichzeitig Dienstleistungen des Grandhotels in Anspruch nehmen.
Quisisana ist ein gutes Beispiel für ein eigenständiges historisches Kurhaus, das heute Teil eines größeren Hotelkomplexes ist.
Bei einem Spaziergang zwischen Grandhotel Pupp und Kaiserbad kannst du das Gebäude gut von außen betrachten.
Hotel Thermal
Das Hotel Thermal gehört zu einer deutlich jüngeren Phase der Karlsbader Hotelgeschichte. Es entstand nicht während der Kaiserzeit, sondern in der sozialistischen Tschechoslowakei.
Der Komplex wurde zwischen 1968 und 1977 nach Plänen des Architektenehepaars Věra Machoninová und Vladimír Machonin errichtet. Zum Ensemble gehören das Hotelhochhaus, Kongress- und Kinosäle sowie eine Schwimmbadanlage auf der Hangterrasse.
Die Architektur verbindet Brutalismus mit Formen des internationalen Stils. Sie steht in starkem Kontrast zu den historischen Häusern und Kolonnaden des Kurzentrums.
Das Thermal wurde als Hotel-, Kongress- und Festivalzentrum geplant. Bis heute bildet es den wichtigsten Veranstaltungsort des Internationalen Filmfestivals Karlsbad.
Das Gebäude gehört damit ebenfalls zu den historisch bedeutenden Hotels der Stadt, repräsentiert jedoch eine völlig andere Epoche. Es zeigt, wie sich Karlsbad im 20. Jahrhundert als moderner Kongress- und Festivalort neu positionierte.
Weitere Hotels in historischen Gebäuden
Neben den großen und weithin bekannten Hotels gibt es in Karlsbad zahlreiche kleinere Häuser mit längerer Geschichte.
Das Felix-Zawojski-Haus (Dům Felix Zawojski) am Markt wurde ursprünglich als Modesalon errichtet und erst nach einer Restaurierung im frühen 21. Jahrhundert zu einem Hotel umgebaut. Es ist daher ein historisches Gebäude mit heutiger Hotelnutzung, jedoch kein ursprüngliches Grandhotel.
Das Hotel Promenáda befindet sich in einem historischen Haus am Markt, das traditionell den Namen Zum Pomeranzenbaum trug. Der Standort reicht weit zurück, während das heutige Erscheinungsbild durch spätere Umbauten geprägt wurde.
Das Carlsbad Plaza nutzt mehrere historische Gebäude im südlichen Kurviertel. Frühere Kur- und Hotelhäuser wurden dabei zu einem größeren modernen Hotelkomplex zusammengeführt.
Auch im Westend stehen ehemalige Villen und Sanatorien, die heute als Hotels genutzt werden. Dazu gehören unter anderem die Villa Ritter, die Villa Smetana und die Villa Vyšehrad.
Diese kleineren Häuser ergänzen die großen Hotelpaläste und zeigen, wie unterschiedlich sich historische Gebäude an moderne Ansprüche anpassen ließen.
Unterschiedliche Baustile
Die historischen Hotels in Karlsbad folgen keinem einheitlichen Stil. Das Grandhotel Pupp wird vor allem von französischer Neorenaissance und neobarocker Gestaltung geprägt.
Beim Bristol Palace treffen Renaissance- und Barockformen aufeinander. Das Savoy Westend erinnert mit Türmen und Erkern an französische Schlossarchitektur.
Das Nationalhaus verbindet Neugotik, Neorenaissance und Jugendstil. Das Atlantic Palace steht bereits am Übergang zur geometrischen Wiener Secession und zum Art déco.
Das Parkhotel Richmond besitzt eine stärker klassizistische Wirkung, während das Hotel Thermal die Architektur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts repräsentiert.
Bei einem Rundgang lohnt es sich, auf Türme, Erker, Balkone, Loggien, monumentale Einfahrten und aufwendig gestaltete Dachlandschaften zu achten. Viele Hotels wurden bewusst so entworfen, dass sie aus dem Tal oder von den gegenüberliegenden Hängen sichtbar sind.
Vom Richmond zum Grandhotel Pupp
Ein längerer Spaziergang zu historischen Hotels kann am Parkhotel Richmond beginnen. Von dort führt der Weg entlang der Tepl durch den südlichen Kurbezirk.
Unterwegs liegen der Posthof (Poštovní dvůr), die Kunstgalerie Karlsbad, der Park Kaiser-Karl-IV. und das Kaiserbad. Anschließend erreichst du das Grandhotel Pupp.
Diese Route zeigt unterschiedliche Phasen der Karlsbader Kurgeschichte: vom ehemaligen Ausflugslokal im Landschaftspark über repräsentative Kurgebäude bis zum neobarocken Grandhotel.
Ohne längere Aufenthalte solltest du für den Weg ungefähr anderthalb bis zwei Stunden einplanen.
Vom Grandhotel Pupp zum Hotel Imperial
Vom Grandhotel Pupp führt die Alte Wiese am Ufer der Tepl in Richtung Markt. Dort stehen das Hotel Romance, das Atlantic Palace und weitere historische Kur- und Hotelhäuser.
Am Theaterplatz kannst du in die unterirdische Imperial-Standseilbahn steigen. Sie bringt dich direkt auf die Anhöhe unterhalb des Hotels Imperial.
Diese Kombination zeigt besonders deutlich den Unterschied zwischen der engen Bebauung im Tal und dem freistehenden Hotelpalast auf der Höhe.
Für die Strecke mit kurzen Pausen und Fahrt mit der Standseilbahn solltest du etwa zwei Stunden einplanen.
Historische Hotels und Villen im Westend
Ein eigener Architekturspaziergang bietet sich im Villenviertel Westend an. Ausgangspunkt kann das Bristol Palace oberhalb des Dvořák-Parks sein.
Von dort führt der Weg durch die Straßen Sadová, Petra Velikého und Krále Jiřího. Unterwegs erreichst du das Savoy Westend Hotel und mehrere weitere Villen und historische Kurhäuser.
Die orthodoxe Kirche St. Peter und Paul bildet eine passende Ergänzung. Ihre vergoldeten Kuppeln stehen in einem reizvollen Kontrast zu den neugotischen und neorenaissancezeitlichen Villen.
Je nach Strecke und Pausen solltest du für das Westend ungefähr anderthalb bis zweieinhalb Stunden einplanen.
Besuch der historischen Hotels
Die meisten historischen Hotels in Karlsbad sind weiterhin in Betrieb. Ihre Fassaden kannst du frei betrachten, die Innenräume sind jedoch keine allgemein zugänglichen Museen.
Am einfachsten erhältst du einen Eindruck von den öffentlichen Bereichen bei einem Besuch in einem Hotelrestaurant, Café oder bei einer Veranstaltung. Besonders das Grandhotel Pupp, das Hotel Imperial und das Nationalhaus bieten hierfür Möglichkeiten.
Du solltest dennoch berücksichtigen, dass es sich um aktive Hotelbetriebe handelt. Gästezimmer, Treppenhäuser, Wellnessbereiche und Veranstaltungsräume sind nicht automatisch öffentlich zugänglich.
Öffnungszeiten von Restaurants, Cafés und Veranstaltungen können sich ändern und sollten vor dem Besuch aktuell geprüft werden. Das gilt besonders während des Internationalen Filmfestivals und anderer größerer Veranstaltungen.
Für wen lohnt sich ein Hotelrundgang?
Ein Rundgang zu den historischen Hotels eignet sich besonders für Architektur- und Geschichtsinteressierte. Viele Häuser liegen direkt an den üblichen Wegen durch das Kurzentrum und können ohne zusätzlichen Eintritt betrachtet werden.
Das Grandhotel Pupp und das Hotel Imperial sind die wichtigsten Ziele für einen ersten Eindruck. Das Bristol Palace und das Savoy Westend zeigen dagegen die Entwicklung der höher gelegenen Hotel- und Villenviertel.
Das Nationalhaus verbindet Hotelgeschichte mit Kultur und gesellschaftlichem Leben. Das Atlantic Palace steht für den stilistischen Übergang zum 20. Jahrhundert, während das Hotel Thermal eine völlig andere Phase der Karlsbader Architektur zeigt.
Wer sich Zeit für mehrere Stadtbereiche nimmt, erkennt, wie stark Hotels die Entwicklung von Karlsbad geprägt haben. Sie waren nicht nur Unterkünfte, sondern zentrale Orte des Kurbetriebs, der Unterhaltung und des internationalen gesellschaftlichen Lebens.
Kurzinfos
Thema: Historische Hotels in Karlsbad
Ort: Karlsbad (Karlovy Vary)
Blütezeit der großen Kurhotels: Vor allem 1890 bis 1914
Älteste Hoteltradition: Grandhotel Pupp, Ursprünge seit 1701
Eröffnung des heutigen Grandhotel-Hauptbaus: 1894
Bedeutender Hotelpalast auf der Anhöhe: Hotel Imperial
Historisches Hotel über dem Dvořák-Park: Bristol Palace
Bedeutendes Villenensemble: Savoy Westend Hotel
Historisches Gesellschafts- und Hotelgebäude: Nationalhaus, heute Grandhotel Ambassador
Historisches Parkhotel: Parkhotel Richmond
Später Jugendstil und Art déco: Atlantic Palace
Jüngere Hotelarchitektur: Hotel Thermal
Architekturstile: Neorenaissance, Neobarock, Neugotik, Jugendstil, Art déco, Klassizismus und Nachkriegsmoderne
Zugang: Fassaden frei sichtbar; Innenräume abhängig von Hotelbetrieb, Gastronomie und Veranstaltungen
Öffnungszeiten: Restaurants, Cafés und Veranstaltungen vor dem Besuch aktuell prüfen
Eintritt: Für Außenbesichtigungen keiner
Geeignet für: Architekturinteressierte, Geschichtsinteressierte, Fotografen und Stadtspaziergänge
Gut kombinierbar mit: Kaiserbad, Alte Wiese, Markt, Sprudelkolonnade, Dvořák-Park, Westend, orthodoxer Kirche und Imperial-Standseilbahn
Zeitbedarf: Etwa zwei bis drei Stunden für die wichtigsten Hotels im Kurzentrum, vier bis sechs Stunden mit Westend, Richmond und Hotel Imperial