Die Libussa-Quelle Nr. 9 (Pramen Libuše č. 9) ist eine der Thermalmineralquellen in der Mühlbrunnkolonnade (Mlýnská kolonáda) in Karlsbad (Karlovy Vary). Sie liegt mitten im historischen Kurviertel und gehört zu den Quellen, die du beim Spaziergang durch die große steinerne Kolonnade leicht mitnehmen kannst.
Im Vergleich zum Sprudel (Vřídlo), zur Mühlquelle (Mlýnský pramen) oder zur Fürst-Wenzel-Quelle (Pramen knížete Václava) steht die Libussa-Quelle etwas weniger im Mittelpunkt. Gerade deshalb lohnt sich ein kurzer Blick: Sie ist ein typischer, ruhiger Quellpunkt im klassischen Karlsbader Trinkkur-Erlebnis.

Quelle in der Mühlbrunnkolonnade
Die Libussa-Quelle befindet sich direkt in der Mühlbrunnkolonnade (Mlýnská kolonáda), einer der wichtigsten und bekanntesten Kolonnaden von Karlsbad. Wenn du durch die lange Säulenhalle gehst, begegnest du mehreren Thermalquellen auf engem Raum.
Die Lage macht die Quelle besonders einfach zugänglich. Du musst keinen eigenen Abstecher planen, sondern kommst bei einem Rundgang durch das Kurzentrum fast automatisch vorbei. Besonders gut passt sie zu einem Spaziergang von der Sprudelkolonnade (Vřídelní kolonáda) über die Marktkolonnade (Tržní kolonáda) zur Mühlbrunnkolonnade.
Die Quelle ist frei zugänglich und kann direkt vor Ort probiert werden. Wie bei allen Karlsbader Thermalquellen gilt aber: Das Wasser ist heiß und mineralreich, deshalb besser nur langsam und in kleinen Schlucken trinken.

Entstanden beim Bau der Kolonnade
Die Libussa-Quelle wurde während des Baus der steinernen Mühlbrunnkolonnade im 19. Jahrhundert gefasst. Ihr Wasser wurde aus mehreren kleineren Quellaustritten zusammengeführt und in die heutige Quellfassung geleitet.
Damit ist sie eng mit der Architektur der Mühlbrunnkolonnade verbunden. Anders als manche Quellen mit eigenem Pavillon oder langer eigenständiger Geschichte tritt sie vor allem als Teil dieses großen Kurbaus in Erscheinung.
Das macht ihren Charakter aus: Die Libussa-Quelle ist kein lautes Einzeldenkmal, sondern eine Quelle, die im Rhythmus der Kolonnade aufgeht – zwischen Säulen, Quellbecken, Trinkbechern und langsam gehenden Besuchern.
Früher Quelle der Elisabethrosen
Die Libussa-Quelle trug früher einen anderen Namen. Bis 1947 wurde sie als Quelle der Elisabethrosen bezeichnet. Erst danach erhielt sie den heutigen Namen Pramen Libuše, auf Deutsch Libussa-Quelle.
Der Name Libuše verweist auf die bekannte böhmische Sagenfigur Libussa. Dadurch klingt die heutige Bezeichnung deutlich tschechischer und stärker mit der nationalen Symbolik verbunden als der ältere Name.
Für Besucher ist dieser Namenswechsel ein kleines, aber interessantes Detail. Er zeigt, dass auch die Karlsbader Quellen nicht nur geologische Orte sind, sondern Namen tragen, die sich mit Geschichte, Sprache und Erinnerung verändern können.
Heißes Thermalwasser mit klarer Nummer
Die Libussa-Quelle ist die 9. Karlsbader Mineralquelle. Diese Nummerierung hilft, sie von den anderen Quellen in der Mühlbrunnkolonnade zu unterscheiden. Gerade dort liegen mehrere Quellaustritte nahe beieinander.
Das Wasser der Libussa-Quelle ist etwa 61,5 °C heiß. Damit gehört sie zu den warmen Karlsbader Thermalquellen. Beim Probieren solltest du vorsichtig sein, besonders wenn du direkt aus einem Kurtrinkbecher oder einer Schnabeltasse trinkst.
Für eine echte Trinkkur reicht es nicht, einfach mehrere Quellen nach Gefühl zu trinken. Die Karlsbader Mineralwässer unterscheiden sich in Temperatur und Zusammensetzung. Als touristisches Erlebnis sind kleine Schlucke in Ordnung, eine richtige Kur sollte aber ärztlich abgestimmt werden.

Kleine Quelle mit typischem Kurstadtgefühl
Die Libussa-Quelle ist keine Sehenswürdigkeit, bei der du lange stehenbleiben musst. Ihr Reiz liegt eher im Gesamtbild. Du stehst in der Mühlbrunnkolonnade, hörst das leise Geräusch der Quellen, siehst Menschen mit Kurtrinkbechern und bekommst einen Eindruck davon, wie die Karlsbader Trinkkur im Alltag funktioniert.
Gerade solche kleineren Quellen machen den Besuch der Kolonnaden interessant. Man merkt, dass Karlsbad nicht nur aus einem berühmten Sprudel besteht, sondern aus einem ganzen System von Quellen, Wegen und Ritualen.
Wenn du die verschiedenen Quellen in der Mühlbrunnkolonnade vergleichst, ist die Libussa-Quelle ein guter Zwischenpunkt: nicht die bekannteste, aber ein fester Teil der Karlsbader Quellenlandschaft.
Nicht mit anderen Quellen verwechseln
In der Mühlbrunnkolonnade liegen mehrere Quellen dicht beieinander. Die Libussa-Quelle Nr. 9 sollte deshalb nicht mit der Mühlquelle Nr. 6 (Mlýnský pramen č. 6), der Rusalka-Quelle Nr. 7 (Pramen Rusalka č. 7), der Fürst-Wenzel-Quelle Nr. 8 (Pramen knížete Václava č. 8) oder der Felsenquelle Nr. 10 (Skalní pramen č. 10) verwechselt werden.
Auch die Freiheitsquelle Nr. 11 (Pramen Svoboda č. 11) liegt in der Nähe, befindet sich aber in einem eigenen Pavillon neben der Mühlbrunnkolonnade.
Wenn du die Quellen nacheinander anschaust, lohnt es sich, auf die Namen und Nummern zu achten. So wird der Spaziergang durch die Kolonnade übersichtlicher und interessanter.
Für wen lohnt sich die Libussa-Quelle?
Die Libussa-Quelle lohnt sich vor allem, wenn du die Mühlbrunnkolonnade genauer erleben möchtest. Sie ist kein einzelnes Hauptziel, aber ein schöner Punkt für alle, die sich für die Thermalquellen und die Trinkkur interessieren.
Wenn du nur kurz in Karlsbad bist, wirst du wahrscheinlich vor allem die Kolonnade als Ganzes wahrnehmen. Wenn du aber etwas mehr Zeit hast, kannst du die einzelnen Quellen bewusst vergleichen: Temperatur, Geschmack, Lage und Atmosphäre unterscheiden sich spürbar.
Die Libussa-Quelle passt besonders gut zu einem langsamen Rundgang durch das klassische Kurviertel.

Gute Kombinationen in der Nähe
Die Libussa-Quelle lässt sich sehr gut mit allen Quellen der Mühlbrunnkolonnade verbinden. Besonders naheliegend sind die Mühlquelle Nr. 6 (Mlýnský pramen č. 6), die Rusalka-Quelle Nr. 7 (Pramen Rusalka č. 7), die Fürst-Wenzel-Quelle Nr. 8 (Pramen knížete Václava č. 8) und die Felsenquelle Nr. 10 (Skalní pramen č. 10).
Auch die Marktkolonnade (Tržní kolonáda), die Sprudelkolonnade (Vřídelní kolonáda), das Kurhaus III (Lázně III), die Kurbrücke (Lázeňský most), die Parkquelle (Sadový pramen) und die Parkkolonnade (Sadová kolonáda) passen gut dazu.
Eine einfache Route führt von der Sprudelkolonnade zur Marktkolonnade, weiter zur Mühlbrunnkolonnade und danach Richtung Kurhaus III und Parkkolonnade. Die Libussa-Quelle ist dabei ein kleiner, aber typischer Stopp in der Mitte des Kurviertels.
Kurzinfos
Name: Libussa-Quelle Nr. 9
Tschechischer Name: Pramen Libuše č. 9
Ort: Karlsbad (Karlovy Vary)
Lage: Mühlbrunnkolonnade (Mlýnská kolonáda), linkes Ufer der Teplá, historisches Kurzentrum
Art: Thermalmineralquelle / Trinkquelle
Nummer: 9. Karlsbader Mineralquelle
Erstmals gefasst: während des Baus der Mühlbrunnkolonnade im 19. Jahrhundert
Entstehung: Wasser aus mehreren kleineren Quellaustritten
Früherer Name: Quelle der Elisabethrosen
Heutiger Name: seit 1947 Pramen Libuše
Temperatur: etwa 61,5 °C
Schüttung: etwa 3 bis 5 Liter pro Minute
Zugang: frei zugänglich in der Mühlbrunnkolonnade
Geeignet für: Quellenvergleich, Trinkkur-Erlebnis, Spaziergang durch die Mühlbrunnkolonnade und Kurgeschichte
Wichtig: heißes, mineralreiches Wasser nur langsam und in kleinen Mengen probieren; echte Trinkkur ärztlich abstimmen
Nicht verwechseln mit: Mühlquelle, Rusalka-Quelle, Fürst-Wenzel-Quelle, Felsenquelle oder Freiheitsquelle
Gut kombinierbar mit: Mühlbrunnkolonnade (Mlýnská kolonáda), Marktkolonnade (Tržní kolonáda), Sprudelkolonnade (Vřídelní kolonáda), Kurhaus III (Lázně III), Kurbrücke (Lázeňský most) und Parkkolonnade (Sadová kolonáda)
Zeitbedarf: wenige Minuten, am besten als Teil eines Rundgangs durch die Mühlbrunnkolonnade