Karlsbad (Karlovy Vary) gehört zu den bekanntesten Kurstädten Europas. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen größtenteils im schmalen Tal der Teplá und lassen sich bei einem Spaziergang durch das historische Kurviertel gut miteinander verbinden. Kolonnaden, heiße Mineralquellen, repräsentative Kurhäuser, Hotels und Kirchen bilden hier ein fast geschlossenes historisches Stadtbild.
Seit 2021 gehört Karlsbad gemeinsam mit zehn weiteren Kurorten zur UNESCO-Welterbestätte „Great Spa Towns of Europe“. Ausgezeichnet wurde dabei nicht nur eine Reihe einzelner Bauwerke, sondern die gesamte historische Kurlandschaft mit ihren Quellen, Badehäusern, Promenaden, Parks, Gesellschaftsbauten und bewaldeten Höhen.
Für einen ersten Besuch solltest du dich vor allem auf das Kurzentrum konzentrieren. Mit etwas mehr Zeit lohnen sich außerdem die Aussichtspunkte in den Kurwäldern, die historischen Museen und einige Ziele außerhalb der unmittelbaren Promenade.
Das Kurviertel als wichtigste Sehenswürdigkeit
Das historische Kurviertel erstreckt sich entlang der Teplá zwischen dem Dvořák-Park (Dvořákovy sady), der Sprudelkolonnade und dem Kaiserbad. Viele der bekannten Sehenswürdigkeiten stehen direkt an dieser Achse oder nur wenige Gehminuten davon entfernt.
Die dichte Bebauung des Tals prägt den besonderen Eindruck von Karlsbad. Historische Hotels, Kurhäuser und Villen ziehen sich an den Hängen hinauf, während sich unten am Fluss die Kolonnaden, Promenaden und Quellen aneinanderreihen.
Am besten entdeckst du diesen Teil der Stadt zu Fuß. Die Wege im Zentrum sind vergleichsweise kurz, allerdings sorgen Quellenstopps, Innenbesichtigungen und kleine Abstecher dafür, dass du deutlich mehr Zeit einplanen solltest, als es die reine Entfernung vermuten lässt.
Sprudel und Sprudelkolonnade
Der Sprudel (Vřídlo) ist das bekannteste Naturphänomen von Karlsbad. Das heiße Mineralwasser tritt mit einer Temperatur von mehr als 70 Grad Celsius aus der Erde und wird im Inneren der Sprudelkolonnade mehrere Meter hoch in die Luft geleitet.
Die heutige Sprudelkolonnade (Vřídelní kolonáda) wurde 1975 eröffnet. Mit ihrer Konstruktion aus Beton und Glas unterscheidet sie sich deutlich von den historistischen Kolonnaden der Stadt. An derselben Stelle standen zuvor mehrere ältere Bauten, darunter eine repräsentative gusseiserne Kolonnade und spätere Provisorien.
Im Inneren kannst du den Sprudel aus unmittelbarer Nähe beobachten. Außerdem befinden sich hier Trinkstellen, an denen das Thermalwasser in unterschiedlichen Temperaturen angeboten wird. Der Geschmack ist stark mineralisch und für viele Besucher zunächst ungewohnt.
Unterhalb der Kolonnade liegen technische Bereiche, in denen die Thermalquelle gefasst und verteilt wird. Teile dieser sogenannten Unterwelt der Sprudelkolonnade können zeitweise im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Termine und Zugänglichkeit solltest du vor dem Besuch aktuell prüfen.
Mühlbrunnkolonnade
Die Mühlbrunnkolonnade (Mlýnská kolonáda) ist die größte historische Kolonnade in Karlsbad. Sie wurde zwischen 1871 und 1881 nach Plänen des Architekten Josef Zítek im Stil der Neorenaissance errichtet.
Die lange Wandelhalle wird von zahlreichen Säulen getragen. Auf dem Dach stehen zwölf allegorische Figuren, die die Monate des Jahres darstellen. Im Inneren befinden sich mehrere gefasste Mineralquellen, darunter der Mühlbrunnen, die Rusalka-Quelle, die Fürst-Wenzel-Quelle, die Libussa-Quelle und die Felsenquelle.
Die Kolonnade gehört zu den Orten, an denen sich die Karlsbader Kurtradition besonders gut nachvollziehen lässt. Kurgäste gehen mit ihren typischen Schnabeltassen von Quelle zu Quelle, während sich Besucher zwischen Säulen, Quellenaustritten und Aussichtspunkten bewegen.
Regelmäßig finden in und vor der Mühlbrunnkolonnade auch Konzerte und kleinere kulturelle Veranstaltungen statt. Selbst ohne Veranstaltung lohnt sich ein Rundgang durch die gesamte Halle, da sich aus den einzelnen Abschnitten immer wieder neue Blicke auf die Teplá und die umliegenden Häuser ergeben.
Marktkolonnade
Die Marktkolonnade (Tržní kolonáda) steht am historischen Markt unterhalb des Schlossturms. Die reich verzierte Holzkonstruktion wurde zwischen 1882 und 1883 nach Plänen der Wiener Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer errichtet.
Ursprünglich war die Kolonnade nur als provisorischer Bau gedacht. Ihre filigrane Gestaltung im Schweizer Stil machte sie jedoch zu einem festen Bestandteil des Stadtbildes.
Unter dem Dach befinden sich die Quelle Karl IV., die Marktquelle und der Untere Schlossbrunnen. Ein Relief erinnert an die Überlieferung, nach der Kaiser Karl IV. bei einer Jagd auf die heißen Quellen aufmerksam geworden sein soll. Die genaue Entstehung der Stadt lässt sich historisch nicht auf diese Legende reduzieren, sie gehört jedoch bis heute zur Karlsbader Erzähltradition.
Die Marktkolonnade ist vergleichsweise klein, zählt durch ihre Holzarchitektur aber zu den auffälligsten und meistfotografierten Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Parkkolonnade und Dvořák-Park
Die Parkkolonnade (Sadová kolonáda) liegt am nördlichen Beginn des historischen Kurzentrums. Sie ist der erhaltene Teil eines früheren Pavillonkomplexes, der 1881 ebenfalls nach Plänen von Fellner und Helmer entstand.
Die gusseiserne Konstruktion wirkt leichter und offener als die massive Mühlbrunnkolonnade. Hier befinden sich die Schlangenquelle und der Zugang zur Parkquelle.
Direkt neben der Kolonnade liegt der Dvořák-Park (Dvořákovy sady). Die gepflegte Grünanlage bildet einen ruhigen Übergang zwischen dem Hotel Thermal, dem Elisabethbad und den historischen Kolonnaden. Im Park stehen ein Denkmal für den Komponisten Antonín Dvořák und mehrere alte Bäume.
Die Parkkolonnade eignet sich gut als Ausgangspunkt für einen Spaziergang durch das Kurviertel. Von hier kannst du der Teplá in Richtung Mühlbrunnkolonnade, Markt und Sprudel folgen.
Schlossturm und Schlossberg
Der Schlossturm (Zámecká věž) erhebt sich oberhalb der Marktkolonnade auf dem Schlossberg (Zámecký vrch). Er ist der letzte deutlich sichtbare Rest einer kleinen gotischen Burg, die vermutlich im 14. Jahrhundert unter Karl IV. errichtet wurde.
Nach Bränden und mehreren Umbauten erhielt der Turm sein heutiges Erscheinungsbild. Zeitweise diente er unter anderem als städtischer Wachtturm und als repräsentativer Ort zur Begrüßung bedeutender Kurgäste.
Heute befindet sich im Schlossturm eine Ausstellung zur UNESCO-Welterbestätte „Great Spa Towns of Europe“. Je nach Öffnung kannst du außerdem Aussichtspunkte und historische Innenräume besuchen.
Unmittelbar daneben liegt die Schlosskolonnade (Zámecká kolonáda). Sie entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Plänen von Friedrich Ohmann. Ein großer Teil der Anlage gehört heute zum privaten Schlossbad und ist nicht frei zugänglich. Öffentlich erreichbar sind vor allem der Bereich des Oberen Schlossbrunnens und die Wege rund um den Schlossturm.
Kirche St. Maria Magdalena
Die Kirche St. Maria Magdalena (Kostel svaté Máří Magdalény) steht direkt oberhalb der Sprudelkolonnade. Der hochbarocke Bau wurde zwischen 1733 und 1736 nach Plänen von Kilian Ignaz Dientzenhofer errichtet.
Mit ihren beiden Türmen gehört die Kirche zu den markantesten Bauwerken im Zentrum. Im Inneren findest du eine reich ausgestattete barocke Gestaltung mit Altären, Skulpturen und Gemälden.
Unter dem Kirchengebäude liegt eine Krypta mit Gebeinen, die vom früheren Friedhof an diesem Ort stammen. Die Krypta ist nicht ständig zugänglich. Auch die allgemeinen Öffnungszeiten können sich durch Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen ändern.
Durch ihre Lage lässt sich die Kirche ohne Umweg mit der Sprudelkolonnade, dem Markt und dem Schlossturm verbinden.
Stadttheater
Das Stadttheater (Karlovarské městské divadlo) steht an der Teplá zwischen der Sprudelkolonnade und der Alten Wiese. Es wurde von 1884 bis 1886 nach Plänen von Ferdinand Fellner und Hermann Helmer errichtet.
Die Architekten entwarfen im damaligen Europa zahlreiche Theater- und Gesellschaftsbauten. In Karlsbad schufen sie einen repräsentativen Bau, der gut zur Architektur der Kurstadt passt.
Besonders sehenswert ist die historische Innenausstattung. An der künstlerischen Gestaltung waren unter anderem Gustav Klimt, Ernst Klimt und Franz Matsch beteiligt. Der bemalte Theatervorhang gehört zu den wertvollsten Details des Hauses.
Das Theater ist weiterhin ein regulärer Veranstaltungsort. Den Innenraum siehst du am einfachsten während einer Vorstellung. Separate Besichtigungen werden nicht jederzeit angeboten und müssen gegebenenfalls vorab angefragt werden.
Alte Wiese und Neue Wiese
Die Alte Wiese (Stará louka) und die Neue Wiese (Nová louka) gehören zu den schönsten Promenaden von Karlsbad. Beide verlaufen an der Teplá und sind von historischen Hotels, Wohnhäusern, Cafés und Geschäften gesäumt.
Die Alte Wiese führt vom Bereich des Stadttheaters in Richtung Grandhotel Pupp. Von hier öffnen sich typische Blicke auf die dicht bebaute Tallandschaft und die gegenüberliegenden Fassaden.
Auf der Neuen Wiese befinden sich unter anderem das Museum Karlovy Vary und die Kunstgalerie. Beide Uferseiten lassen sich über mehrere kleine Brücken miteinander verbinden.
Der Spaziergang durch diesen Teil der Stadt gehört auch ohne konkrete Innenbesichtigung zu den wichtigsten Erlebnissen in Karlsbad.
Grandhotel Pupp
Das Grandhotel Pupp steht am südlichen Ende der Alten Wiese und gehört zu den bekanntesten Gebäuden der Stadt. Seine Geschichte reicht bis in das frühe 18. Jahrhundert zurück. Das heutige repräsentative Erscheinungsbild entstand überwiegend durch spätere Erweiterungen und Umbauten.
Das Hotel ist ein aktiver Beherbergungs- und Gastronomiebetrieb. Es kann daher nicht wie ein Museum vollständig frei besichtigt werden. Schon die Außenansicht, der Platz vor dem Gebäude und die Lage am Übergang zwischen Kurviertel und Kurwäldern machen es jedoch zu einer wichtigen Station.
Das Grandhotel Pupp ist außerdem eng mit dem Internationalen Filmfestival Karlsbad verbunden. Während des Festivals wird das Umfeld zu einem der zentralen Treffpunkte für Gäste, Filmschaffende und Besucher.
Direkt neben dem Hotel liegt die Talstation der Diana-Standseilbahn.
Kaiserbad
Das Kaiserbad (Císařské lázně) zählt zu den bedeutendsten historischen Kurhäusern in Karlsbad. Es wurde zwischen 1893 und 1895 nach Plänen von Ferdinand Fellner und Hermann Helmer errichtet.
Zur Zeit seiner Eröffnung gehörte das Gebäude zu den modernsten Kureinrichtungen Europas. Neben repräsentativen Gesellschaftsräumen verfügte es über zahlreiche Behandlungsräume und eine technisch aufwendige Infrastruktur.
Nach dem Ende des regulären Kurbetriebs blieb das Kaiserbad lange nur eingeschränkt nutzbar. Zwischen 2019 und 2023 wurde es umfassend restauriert und anschließend wieder für die Öffentlichkeit geöffnet.
Heute kannst du Teile des historischen Gebäudes im Rahmen von Ausstellungen und Besichtigungen kennenlernen. Im früheren Innenhof befindet sich außerdem ein moderner Konzert- und Veranstaltungssaal. Öffnungszeiten, Führungen und zugängliche Bereiche können sich je nach Programm ändern.
Aussichtsturm Diana
Der Aussichtsturm Diana (Rozhledna Diana) steht auf der Freundschaftshöhe oberhalb des Grandhotels Pupp. Er wurde zwischen 1912 und 1914 errichtet und gehört zu den bekanntesten Aussichtspunkten von Karlsbad.
Die bequemste Anreise erfolgt mit der Diana-Standseilbahn von der Alten Wiese. Alternativ kannst du über verschiedene Wege durch den Kurwald hinaufgehen.
Auf die Aussichtsplattform gelangst du über eine Treppe oder mit einem Aufzug. Von oben reicht der Blick über das Kurviertel, die bewaldeten Höhen und weite Teile der Umgebung.
Rund um den Turm befinden sich ein Restaurant, ein kleiner Tierbereich, ein Spielplatz und das Schmetterlingshaus Diana. Der Aussichtsturm selbst ist gewöhnlich kostenlos zugänglich. Für Standseilbahn und weitere Angebote fallen eigene Gebühren an.
Fahrplan, saisonale Betriebszeiten und mögliche Wartungsunterbrechungen solltest du vor dem Besuch prüfen.
Hirschsprung und Gemsenstatue
Der Hirschsprung (Jelení skok) liegt in den Kurwäldern oberhalb des Stadtzentrums. Zu den bekanntesten Punkten gehören ein hölzerner Aussichtspavillon und die Gemsenstatue, die auf einem Felsen über dem Tal steht.
Die Statue erinnert an die Gründungslegende von Karlsbad, obwohl darin ursprünglich von einem Hirsch die Rede ist. Im Laufe der Zeit wurde die Gemse dennoch zu einem bekannten Symbol der Stadt.
Der Aufstieg ist kürzer als der Weg zu einigen weiter entfernten Aussichtstürmen, kann aber stellenweise steil sein. Du kannst den Hirschsprung gut mit Diana und der Petershöhe (Petrova výšina) verbinden.
Drei-Kreuze-Aussicht und Camera Obscura
Die Drei-Kreuze-Aussicht (Tři kříže) liegt auf der östlichen Seite des Kurzentrums. Von hier hast du einen weiten Blick über die Teplá, die Kolonnaden und die gegenüberliegenden Waldhänge.
Etwas unterhalb befindet sich der Camera-Obscura-Pavillon (Camera obscura). An diesem Ort stand früher eine echte Dunkelkammer, in der Bilder der Landschaft auf eine Fläche projiziert wurden. Der heutige Holzpavillon dient vor allem als Aussichtspunkt.
Die Wege zu den beiden Zielen sind steiler als die Spazierwege im Kurzentrum. Sie eignen sich besonders, wenn du Karlsbad mit einer kleinen Wanderung verbinden möchtest.
Russisch-orthodoxe Kirche St. Peter und Paul
Die russisch-orthodoxe Kirche St. Peter und Paul (Pravoslavný chrám svatého Petra a Pavla) steht im Villenviertel Westend oberhalb des Kurzentrums. Sie wurde zwischen 1893 und 1898 nach Plänen des Architekten Gustav Wiedermann errichtet.
Mit ihren farbigen Kuppeln und der reich gegliederten Fassade unterscheidet sie sich deutlich von den barocken und historistischen Kirchen im Tal. Der Bau erinnert zugleich an die Bedeutung russischer Kurgäste für die Entwicklung von Karlsbad im 19. Jahrhundert.
Die Kirche wird weiterhin religiös genutzt. Ein Innenbesuch ist zu bestimmten Zeiten möglich, kann jedoch durch Gottesdienste oder kirchliche Veranstaltungen eingeschränkt sein.
Der Weg dorthin führt durch das ruhige Westend mit historischen Villen und ehemaligen Kurhotels.
Museum Karlovy Vary
Das Museum Karlovy Vary befindet sich an der Neuen Wiese. Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Geschichte der Stadt und der Region, den Thermalquellen, dem Kurwesen und der Entwicklung des gesellschaftlichen Lebens.
Im Vergleich zu den großen Kolonnaden und Aussichtspunkten wirkt das Museum zurückhaltender. Für Besucher, die die Entstehung und Entwicklung von Karlsbad genauer verstehen möchten, bietet es jedoch eine gute Ergänzung zum Stadtrundgang.
Die Öffnungszeiten und möglichen Schließtage solltest du vor dem Besuch aktuell prüfen.
Besucherzentrum Becherovka
Das Besucherzentrum Becherovka befindet sich in der ehemaligen Fabrik an der Straße T.G.Masaryk. Die Ausstellung führt durch die Geschichte des Karlsbader Kräuterlikörs und erklärt die Entwicklung der Marke.
Der Standort liegt außerhalb des eigentlichen Kurviertels, lässt sich aber gut mit dem Elisabethbad, dem Smetana-Park und dem unteren Stadtzentrum verbinden.
Je nach gewählter Besichtigungsvariante können Verkostungen dazugehören. Reservierungen, Altersvorgaben und aktuelle Öffnungszeiten solltest du vor dem Besuch prüfen.
Glasmuseum und Glashütte Moser
Die Glashütte Moser gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten außerhalb des historischen Zentrums. Das Unternehmen wurde 1857 in Karlsbad gegründet und ist für hochwertiges Kristallglas bekannt.
Im Glasmuseum erfährst du mehr über die Unternehmensgeschichte, frühere Entwürfe und die aufwendige Herstellung. Bei ausgewählten Führungen kannst du zusätzlich die laufende Produktion in der Glashütte beobachten.
Museum und Produktionsbesichtigung können unterschiedliche Öffnungszeiten haben. Besonders für eine Führung durch die Glashütte empfiehlt sich eine vorherige Reservierung.
Der Besuch lohnt sich vor allem, wenn du dich für traditionelles Handwerk und typische Karlsbader Produkte interessierst.
Goethe-Aussicht und Karl-IV.-Aussichtsturm
Mit mehr Zeit kannst du weitere Aussichtstürme in den Kurwäldern besuchen. Die Goethe-Aussicht (Goethova vyhlídka) liegt östlich des Stadtzentrums und wurde Ende des 19. Jahrhunderts nach Plänen von Fellner und Helmer errichtet.
Der Karl-IV.-Aussichtsturm (Rozhledna Karla IV.) steht südlich des Kurviertels. Der neugotische Turm wurde 1877 eröffnet und lässt sich über Waldwege vom Kaiserbad oder der Kunstgalerie erreichen.
Beide Ziele liegen weiter außerhalb als Diana oder Hirschsprung. Sie eignen sich daher eher für einen längeren Aufenthalt oder einen Tag mit Schwerpunkt Wandern und Kurwälder.
Parks und Kurwälder
Die Parks und Wälder sind ein wesentlicher Bestandteil der historischen Kurstadt. Spaziergänge gehörten traditionell zum Tagesablauf der Kurgäste und verbanden Bewegung, Erholung und gesellschaftliches Leben.
Neben dem Dvořák-Park und dem Smetana-Park ist besonders der Skalník-Park (Skalníkovy sady) oberhalb der Mühlbrunnkolonnade sehenswert. Er wurde im frühen 19. Jahrhundert vom Landschaftsgärtner Václav Skalník gestaltet.
Weitere Spazierwege führen zum Park am Kaiserbad, zum Hotel Richmond, zur Stephanie-Quelle und zu zahlreichen kleineren Pavillons, Denkmälern und Aussichtspunkten.
Viele dieser Ziele sind kostenlos zugänglich. Die Wege können jedoch steil sein und sind nicht überall barrierefrei.
Sehenswürdigkeiten für einen kurzen Aufenthalt
Hast du nur zwei bis drei Stunden Zeit, solltest du dich auf das zentrale Kurviertel konzentrieren. Eine sinnvolle Route beginnt an der Parkkolonnade, führt weiter zur Mühlbrunnkolonnade und anschließend über den Markt zur Marktkolonnade.
Von dort erreichst du den Schlossturm, die Sprudelkolonnade und die Kirche St. Maria Magdalena. Danach kannst du an der Teplá über das Stadttheater und die Alte Wiese bis zum Grandhotel Pupp gehen.
Diese Strecke zeigt dir die wichtigsten Kolonnaden, Quellen und historischen Fassaden, ohne dass du das Zentrum verlassen musst.
Karlsbad an einem Tag
Für einen ganzen Tag kannst du den Rundgang durch das Kurviertel mit dem Kaiserbad und einem Aussichtspunkt verbinden.
Nach dem Spaziergang entlang der Kolonnaden bietet sich die Fahrt mit der Diana-Standseilbahn an. Anschließend kannst du entweder mit der Bahn zurückfahren oder über Hirschsprung und die Waldwege hinuntergehen.
Alternativ lässt sich der Nachmittag für den Schlossturm, das Museum Karlovy Vary oder die russisch-orthodoxe Kirche nutzen.
Möchtest du mehrere Innenbesichtigungen einplanen, solltest du dich auf zwei oder drei Einrichtungen beschränken. Die Öffnungszeiten stimmen nicht immer überein und einige Angebote sind nur im Rahmen festgelegter Führungen zugänglich.
Sehenswürdigkeiten für einen zweiten Tag
Bei einem Aufenthalt von zwei Tagen kannst du zusätzlich die Glashütte Moser und das Besucherzentrum Becherovka besuchen. Beide Ziele liegen außerhalb der klassischen Promenadenroute und vermitteln einen anderen Blick auf die Stadt.
Für einen aktiveren zweiten Tag bieten sich die Drei-Kreuze-Aussicht, die Goethe-Aussicht oder der Karl-IV.-Aussichtsturm an. So lernst du nicht nur das Kurzentrum, sondern auch die bewaldete Umgebung von Karlsbad kennen.
Kurzinfos
Ort: Karlsbad
Tschechischer Name: Karlovy Vary
Region: Karlsbader Region
Art: Historische Kurstadt
UNESCO: Seit 2021 Teil der Great Spa Towns of Europe
Wichtigste Sehenswürdigkeiten: Sprudel, Mühlbrunnkolonnade, Marktkolonnade, Kaiserbad und Aussichtsturm Diana
Wichtigste Kirche im Kurzentrum: Kirche St. Maria Magdalena
Auffälligste Kirche: Russisch-orthodoxe Kirche St. Peter und Paul
Wichtigste Museen: Museum Karlovy Vary, Glasmuseum Moser und Besucherzentrum Becherovka
Zentrale Spazierroute: Parkkolonnade – Mühlbrunnkolonnade – Marktkolonnade – Sprudelkolonnade – Alte Wiese – Kaiserbad
Zeitbedarf für das Kurzentrum: Etwa zwei bis vier Stunden ohne längere Innenbesichtigungen
Zeitbedarf für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten: Mindestens ein ganzer Tag
Empfohlene Aufenthaltsdauer: Ein bis zwei Tage
Kostenlose Ziele: Kolonnaden, zahlreiche Quellen, Parks, Promenaden und viele Aussichtspunkte
Kostenpflichtige Ziele: Museen, Ausstellungen, Standseilbahn, Führungen und einzelne Freizeiteinrichtungen
Barrierefreiheit: Promenade und Kolonnaden überwiegend gut erreichbar; Kurwaldwege und Aussichtspunkte teilweise steil
Geeignet für: Architektur, Kurgeschichte, Spaziergänge, Fotografie, Museen und Aussichtspunkte
Wichtiger Hinweis: Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Führungen und saisonale Betriebszeiten vor dem Besuch aktuell prüfen