Smetana-Park (Smetanovy sady)

Der Smetana-Park (Smetanovy sady) bildet einen grünen Übergang zwischen der Karlsbader Innenstadt und dem historischen Kurviertel. Die langgestreckte Anlage führt von der Umgebung der Hauptpost direkt auf das Elisabethbad (Alžbětiny lázně) zu, dessen repräsentative Fassade den Abschluss der zentralen Sichtachse bildet.

Im Vergleich zu den bewaldeten Höhen und weitläufigeren Landschaftsparks von Karlsbad (Karlovy Vary) wirkt der Smetana-Park streng geordnet. Geschnittene Linden, symmetrische Wege, offene Rasenflächen und ein Springbrunnen erinnern an einen klassischen französischen Garten.

Viele Besucher durchqueren den Park auf dem Weg zwischen der T.G.Masaryk-Straße und dem Kurzentrum. Es lohnt sich jedoch, etwas genauer hinzusehen: Neben dem bekannten Blumenkalender findest du hier eine historische Brunnenplastik, zahlreiche Sitzbänke und einen modernen Poesiomaten.

Smetana-Park (Smetanovy sady) mit Grünanlage, Wasserelementen und Blick auf das Elisabethbad (Alžbětiny lázně) in Karlsbad.

Repräsentativer Zugang zum Elisabethbad

Die Gestaltung des Smetana-Parks ist vollständig auf das Elisabethbad ausgerichtet. Eine breite Mittelachse verläuft durch die Grünanlage und führt den Blick direkt zur Hauptfassade des historischen Badehauses.

Besonders auffällig ist die vierreihige Lindenallee. Die regelmäßig geschnittenen Baumkronen bilden im Sommer beinahe geschlossene grüne Wände und verleihen dem Park seine ungewöhnlich klare räumliche Struktur. Zwischen den Wegen liegen gepflegte Rasenflächen, während mehrere Bänke zu einer kurzen Pause einladen.

Der Park ist dadurch weniger ein verwinkelter Rückzugsort als vielmehr eine repräsentative Promenade. Seine Wirkung entsteht vor allem durch die Verbindung von Gartenarchitektur, Baumreihen und dem Elisabethbad im Hintergrund.

Entstehung des Parks

Das Gelände wurde bereits vor der heutigen Gestaltung als städtische Grünfläche genutzt. Im damaligen Kaiser-Franz-Joseph-I.-Park befand sich zeitweise eine kommunale Baumschule, in der Pflanzen für die Karlsbader Parks und Promenaden herangezogen wurden.

Seine heutige Form erhielt der Park gemeinsam mit dem Bau des Elisabethbades in den Jahren 1905 und 1906. Die Anlage wurde in einem historisierenden französischen Gartenstil gestaltet und 1906 für die Öffentlichkeit geöffnet.

Wer den Park entwarf, ist nicht eindeutig überliefert. Franz Drobny plante das Elisabethbad, kann jedoch nicht gesichert als Gestalter der gesamten Parkanlage genannt werden. Park und Badehaus wurden dennoch bewusst als zusammengehöriges Ensemble angelegt.

Später erhielt die Grünanlage ihren heutigen Namen nach dem tschechischen Komponisten Bedřich Smetana.

Der Blumenkalender am Parkeingang

Am Eingang des Parks in Richtung Hauptpost befindet sich eines der bekanntesten Fotomotive von Karlsbad: der Blumenkalender. In einem bepflanzten Beet wird während der entsprechenden Saison das aktuelle Datum aus Blumen und anderen Pflanzen dargestellt.

Die Datumsanzeige wird regelmäßig angepasst. Bepflanzung, Farben und Aussehen verändern sich abhängig von der Jahreszeit und der laufenden Pflege.

Vom Blumenkalender aus öffnet sich ein besonders schöner Blick durch die Lindenallee bis zum Elisabethbad. Dadurch eignet sich dieser Bereich gut für ein Erinnerungsfoto oder als Ausgangspunkt für einen kurzen Rundgang durch den Park.

Springbrunnen und Frau mit Krug

Direkt vor dem Elisabethbad liegt ein größeres Wasserbecken mit Springbrunnen. Darin steht die Bronzeplastik Frau mit Krug (Žena se džbánem) des tschechischen Bildhauers Břetislav Benda.

Die Figur entstand bereits um 1940 beziehungsweise 1941. Erst 1963 wurde sie am Springbrunnen im Smetana-Park aufgestellt. Deshalb begegnen dir für das Kunstwerk gelegentlich unterschiedliche Jahresangaben.

Die weibliche Figur mit dem Krug fügt sich unauffällig in die symmetrische Gartenanlage ein. Zusammen mit dem Wasserbecken bildet sie den gestalterischen Mittelpunkt unmittelbar vor der Hauptfassade des Elisabethbades.

Poesiomat mit Klängen und Geschichten

Seit Mai 2025 steht im Smetana-Park außerdem ein Poesiomat. Das mechanische Hörrohr wird mit einer Kurbel bedient und spielt verschiedene literarische, musikalische und historische Aufnahmen ab.

Zu hören sind unter anderem Gedichte, Lieder und Beiträge zu Persönlichkeiten, die mit Karlsbad verbunden sind. Dazu gehören Johann Wolfgang Goethe, Antonín Dvořák und der Karlsbader Arzt David Becher.

Der Poesiomat ergänzt die historische Gartenanlage um ein modernes kulturelles Element. Da er ohne Strom betrieben wird, kannst du ihn direkt beim Spaziergang ausprobieren.

Ruhiger Park zwischen Innenstadt und Kurviertel

Der Smetana-Park liegt an einer wichtigen Verbindung zwischen dem geschäftigen Zentrum und dem historischen Kurgebiet. Trotzdem findest du unter den Linden meist einen angenehmen Platz für eine kurze Pause.

Die Hauptwege verlaufen weitgehend eben und lassen sich unkompliziert begehen. Der Park ist jederzeit frei zugänglich und kostet keinen Eintritt. Bei Märkten, Konzerten, Stadtfesten oder der Eröffnung der Karlsbader Kursaison können einzelne Bereiche allerdings durch Stände, Bühnen oder andere Aufbauten belegt sein.

Für einen kurzen Rundgang genügen etwa 15 bis 30 Minuten. Mit einer Pause, dem Poesiomaten oder einem Besuch des Elisabethbades kannst du entsprechend mehr Zeit einplanen.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Am besten lässt sich der Smetana-Park mit dem unmittelbar angrenzenden Elisabethbad verbinden. Auch die historische Hauptpost und die T.G.Masaryk-Straße liegen nur wenige Schritte entfernt.

In Richtung Kurzentrum erreichst du das Hotel Thermal, den Dvořák-Park (Dvořákovy sady) und die Gartenkolonnade (Sadová kolonáda). Dort befinden sich außerdem die Parkquelle und die Schlangenquelle.

Der Park eignet sich daher gut als Beginn oder Abschluss eines längeren Spaziergangs durch Karlsbad. Eine passende Route führt von der T.G.Masaryk-Straße durch den Smetana-Park zum Elisabethbad und anschließend entlang der Teplá weiter in das historische Kurviertel.

Kurzinfos

Name: Smetana-Park
Tschechischer Name: Smetanovy sady
Namensgeber: Bedřich Smetana
Ort: Karlsbad (Karlovy Vary)
Lage: Zwischen der Umgebung der Hauptpost und dem Elisabethbad
Art: Historischer öffentlicher Stadt- und Kurpark
Entstehung: 1905 bis 1906
Eröffnung: 1906
Gartenstil: Historisierender französischer Stil
Besonderheiten: Vierreihige Lindenallee, Blumenkalender, Springbrunnen, Bronzeplastik und Poesiomat
Brunnenplastik: Frau mit Krug von Břetislav Benda, geschaffen um 1940/1941 und seit 1963 im Park
Zugang: Frei zugänglich
Öffnungszeiten: Keine regulären Öffnungszeiten
Eintritt: Kostenlos
Geeignet für: Kurze Spaziergänge, Pausen und Fotostopps
Gut kombinierbar mit: Elisabethbad, Hauptpost, T.G.Masaryk-Straße, Hotel Thermal, Dvořák-Park und Gartenkolonnade
Zeitbedarf: Etwa 15 bis 30 Minuten
Hinweis: Bei Veranstaltungen können einzelne Parkbereiche zeitweise belegt oder eingeschränkt sein.