Sonnenuhr (Sluneční hodiny)

Die Sonnenuhr (Sluneční hodiny) gehört zu den ungewöhnlicheren Details im Karlsbader Kurzentrum. Sie befindet sich unmittelbar bei der Sprudelkolonnade (Vřídelní kolonáda) und ist vollständig in die gepflasterte Fläche eingelassen. Wer nicht bewusst nach ihr sucht, läuft daher leicht über das Kunstwerk hinweg, ohne seine besondere Funktion zu erkennen.

Anders als bei einer klassischen Sonnenuhr gibt es hier keinen fest montierten Schattenstab. Stattdessen stellst du dich selbst auf die zentrale Datumsplatte und wirst dadurch zum Zeiger der Uhr. Bei ausreichend Sonnenlicht fällt dein Schatten auf die umlaufende Zeitskala.

Die Sonnenuhr verbindet technische Zeitmessung mit Motiven der Karlsbader Thermalquellen und der traditionellen Trinkkur. Für einen kurzen Zwischenstopp genügen wenige Minuten, doch gerade die vielen Details im Bronzerelief machen einen genaueren Blick interessant.

Lage bei der Sprudelkolonnade

Die Sonnenuhr liegt an der Sprudelstraße (Vřídelní) im historischen Zentrum von Karlsbad (Karlovy Vary). Sie befindet sich auf der gepflasterten Fläche neben der Sprudelkolonnade, nahe dem Zugang zum Untergrund der Kolonnade.

In direkter Umgebung liegen einige der bekanntesten Ziele der Stadt. Dazu gehören der Sprudel (Vřídlo), die Kirche St. Maria Magdalena (kostel svaté Máří Magdalény), der Markt (Tržiště) und die Marktkolonnade (Tržní kolonáda).

Die Sonnenuhr lässt sich deshalb unkompliziert in einen Rundgang durch das Kurzentrum einbauen. Ein eigener längerer Weg ist nicht erforderlich.

Eine Sonnenuhr ohne festen Zeiger

Bei dem Kunstwerk handelt es sich um eine analemmatische Sonnenuhr. Ihr Zifferblatt ist elliptisch angeordnet, während sich in der Mitte eine Platte mit den Monaten beziehungsweise den passenden Jahreszeitenpositionen befindet.

Um die Uhr auszuprobieren, stellst du dich ungefähr auf die zum aktuellen Datum passende Stelle. Dein Körper übernimmt die Funktion des sogenannten Gnomons, also des Schattenzeigers. Der Schatten fällt anschließend auf die umlaufenden Stundenmarkierungen.

Die angezeigte Sonnenzeit kann von der Uhrzeit auf dem Smartphone abweichen. Dafür sind unter anderem der Sonnenstand, die Jahreszeit, die Sommerzeit und die sogenannte Zeitgleichung verantwortlich. Die Sonnenuhr eignet sich daher eher als anschauliches Erlebnis historischer Zeitmessung als als minutengenaue Alltagsuhr.

Entstehung im frühen 21. Jahrhundert

Die Sonnenuhr ist kein historisches Werk aus der Blütezeit des Karlsbader Kurbetriebs. Sie entstand im Zusammenhang mit der Neugestaltung der Promenade bei der Sprudelkolonnade und wurde um 2007 öffentlich zugänglich.

Die Grundidee stammt von Tomáš Vylita, dem früheren Direktor der Verwaltung der natürlichen Heilquellen und Kolonnaden. Die künstlerische Gestaltung übernahm der Bildhauer und Keramiker Pavel Knapek.

Das technische Projekt wurde vom Planungsbüro des Ingenieurs Václav Kouba ausgearbeitet. Die Bronzekomponenten entstanden in einer Metallgießerei in Hradec Králové, während der steinerne Mittelpunkt von einem Karlsbader Unternehmen gefertigt wurde.

Gestaltung aus Bronze und Stein

Die Sonnenuhr besteht aus einem großflächigen Bronzerelief, das bündig in das umgebende Steinpflaster eingelassen ist. Zum Zifferblatt gehören römische Zahlen, Stundenmarkierungen, Strahlen, Inschriften und eine zentrale Datumsplatte.

Die Gestaltung greift die natürlichen Grundlagen des Karlsbader Kurwesens auf. Stilisierte Wellen, Wirbel, Gesteinsformen und weitere Elemente stehen für Thermalwasser, Kohlendioxid, Erde und die aus der Tiefe aufsteigenden Quellen.

Wer sich in die Mitte stellt, wird damit nicht nur zum Schattenzeiger. Symbolisch befindet sich der Besucher zugleich im Zentrum einer aufsteigenden Thermalströmung. Die Sonnenuhr verbindet auf diese Weise ihre technische Funktion mit dem Charakter ihres Standortes.

Hinweise auf die Karlsbader Trinkkur

In das Zifferblatt wurden auch Bezüge zur traditionellen Karlsbader Trinkkur aufgenommen. Die Anlage sollte ursprünglich nicht nur die Tageszeit darstellen, sondern zugleich an den zeitlich gegliederten Ablauf einer Kur erinnern.

Damit passt die Sonnenuhr besonders gut in die Umgebung der Sprudelkolonnade. Der Sprudel und die übrigen Heilquellen bestimmten über Jahrhunderte den Tagesrhythmus vieler Kurgäste. Trinkzeiten, Spaziergänge und Ruhephasen folgten festen Abläufen.

Ein Teil der Inschriften ist auf Tschechisch und Latein ausgeführt. Auch ohne alle Texte zu verstehen, lässt sich die Grundidee der Sonnenuhr jedoch leicht ausprobieren.

Begehbares Kunstwerk für alle Altersgruppen

Da das Werk fast vollständig ebenerdig ausgeführt ist, kannst du direkt über das Zifferblatt gehen und dich auf die Datumsplatte stellen. Bei der Planung wurde berücksichtigt, dass auch Kinder und Rollstuhlfahrer die Sonnenuhr nutzen können.

Am besten funktioniert sie bei klarem Himmel und deutlich sichtbarem Sonnenlicht. Bei bewölktem Wetter bleibt das Relief zwar als Kunstwerk erkennbar, der eigene Schatten zeigt dann jedoch keine verlässliche Zeit an.

Für Familien bietet die Sonnenuhr eine kleine spielerische Unterbrechung während des Rundgangs. Erwachsene entdecken zugleich zahlreiche Hinweise auf Geologie, Heilquellen und Karlsbader Kurgeschichte.

Aktuelle Zugänglichkeit

Die Sonnenuhr befindet sich im öffentlichen Raum und besitzt keine eigenen Öffnungszeiten. Grundsätzlich kann sie kostenlos besichtigt und betreten werden.

Im Umfeld der Sprudelkolonnade und der angrenzenden gepflasterten Flächen sind jedoch Bau- und Sanierungsarbeiten vorgesehen. Dadurch kann der direkte Zugang zur Sonnenuhr zeitweise eingeschränkt oder durch Baustellenabsperrungen verändert sein.

Da sich der genaue Bauablauf ändern kann, solltest du die aktuelle Zugänglichkeit vor dem Besuch prüfen. Eine dauerhafte Entfernung der Sonnenuhr ist bislang nicht vorgesehen.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Die Sonnenuhr lässt sich besonders gut mit einem Besuch der Sprudelkolonnade und des Sprudels verbinden. Auch der Untergrund der Sprudelkolonnade liegt unmittelbar daneben, sofern Führungen beziehungsweise Besichtigungen angeboten werden.

Nur wenige Schritte entfernt stehen die Kirche St. Maria Magdalena und die Marktkolonnade mit der Karl-IV.-Quelle. Über den Markt erreichst du außerdem die Schlosskolonnade (Zámecká kolonáda), den Schlossturm (Zámecká věž) und die Dreifaltigkeitssäule (Sloup Nejsvětější Trojice).

Für die Sonnenuhr selbst reichen gewöhnlich etwa fünf bis zehn Minuten. Zusammen mit den benachbarten Kolonnaden und Quellen lässt sich daraus jedoch problemlos ein längerer Rundgang durch das Zentrum von Karlsbad zusammenstellen.

Kurzinfos

Name: Sonnenuhr
Tschechischer Name: Sluneční hodiny
Ort: Karlsbad (Karlovy Vary)
Lage: Bei der Sprudelkolonnade an der Sprudelstraße
Art: Analemmatische Sonnenuhr und begehbare Bodenplastik
Entstehung: Um 2007
Idee: Tomáš Vylita
Künstlerische Gestaltung: Pavel Knapek
Material: Bronze und Stein
Funktionsweise: Der Besucher dient selbst als Schattenzeiger
Besonderheiten: Darstellungen der Thermalquellen, Bezüge zur Trinkkur und zur Karlsbader Geologie
Zugang: Grundsätzlich frei zugänglich, bei Bauarbeiten möglicherweise eingeschränkt
Öffnungszeiten: Keine eigenen Öffnungszeiten
Eintritt: Kostenlos
Geeignet für: Familien, Kunstinteressierte und Besucher mit Interesse an Zeitmessung und Kurgeschichte
Gut kombinierbar mit: Sprudelkolonnade, Sprudel, Kirche St. Maria Magdalena, Marktkolonnade und Schlosskolonnade
Zeitbedarf: Etwa 5 bis 10 Minuten
Hinweis: Zugänglichkeit wegen möglicher Bauarbeiten vor dem Besuch aktuell prüfen