Tomáš-Garrigue-Masaryk-Statue (Socha Tomáše Garrigua Masaryka)

Die Tomáš-Garrigue-Masaryk-Statue (Socha Tomáše Garrigua Masaryka) steht im Karlsbader Geschäftszentrum an einer kleinen platzartigen Erweiterung der T.G.Masaryka-Straße. Die überlebensgroße Bronzefigur erinnert an den Gründer und ersten Präsidenten der Tschechoslowakei, der sich in den 1920er- und frühen 1930er-Jahren mehrfach zur Erholung in Karlsbad (Karlovy Vary) aufhielt.

Das 2007 enthüllte Denkmal stammt vom Karlsbader Bildhauer Jan Kotek. Masaryk erscheint nicht in einer triumphalen oder übermäßig monumentalen Pose, sondern als zurückhaltende Persönlichkeit im Anzug mit einem beschriebenen Blatt Papier in der Hand.

Die Statue lässt sich gut bei einem Spaziergang durch die Fußgängerzone besuchen. Direkt dahinter steht der historische Glaspalast (Skleněný palác), während das Nationalhaus (Národní dům) und das Besucherzentrum The Home of Becherovka nur wenige Schritte entfernt liegen.

Standort an der T.G.Masaryka-Straße

Die Statue steht an der Ecke der T.G.Masaryka-Straße und der Dr.-David-Becher-Straße (ulice Dr. Davida Bechera). Der kleine Platz gehört zur zentralen Karlsbader Einkaufs- und Fußgängerzone.

Hinter dem Denkmal erhebt sich der sogenannte Glaspalast, der im 19. Jahrhundert als repräsentatives Glasgeschäft mit angeschlossener Werkstatt errichtet wurde. Die historische Fassade bildet einen passenden Hintergrund für die moderne Bronzefigur.

Von der Hauptpost erreichst du das Denkmal bei einem kurzen Spaziergang über die T.G.Masaryka-Straße. Auch von der zentralen Haltestelle Markthalle (Tržnice) sind es nur wenige Minuten zu Fuß.

Tomáš Garrigue Masaryk und Karlsbad

Tomáš Garrigue Masaryk lebte von 1850 bis 1937. Nach der Gründung der Tschechoslowakei wurde er 1918 zum ersten Präsidenten des neuen Staates gewählt und blieb bis 1935 im Amt.

Mit Karlsbad war Masaryk durch mehrere persönliche Aufenthalte verbunden. Bereits kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs besuchte er die Stadt. Als Präsident kehrte er in den 1920er- und frühen 1930er-Jahren wiederholt zur Erholung zurück.

Seine Aufenthalte dienten nach den historischen Überlieferungen weniger einer klassischen medizinischen Kur als der Ruhe und Erholung. Masaryk wohnte gewöhnlich im damaligen Hotel Savoy-Westend und unternahm Spaziergänge sowie Ausritte in die Karlsbader Kurwälder.

Zu seinen Zielen gehörte unter anderem St. Linhart (Svatý Linhart), wo sich heute ein beliebtes Wald- und Ausflugsgebiet befindet. Während seiner Aufenthalte traf er außerdem Politiker und Vertreter der Karlsbader Stadtverwaltung.

Entstehung des Denkmals

Die Stadt Karlsbad beschloss in der Mitte der 2000er-Jahre, ein neues Denkmal für den ersten tschechoslowakischen Präsidenten aufzustellen. Zunächst war eine Bronzeausführung nach einem bereits vorhandenen Werk eines anderen Bildhauers geplant.

Als dieses Vorhaben nicht umgesetzt werden konnte, erhielt der in Karlsbad geborene Bildhauer Jan Kotek den Auftrag für einen eigenen Entwurf. Die gestalterische Einbindung der Statue in den kleinen Platz vor dem Glaspalast wurde vom Karlsbader Architekten Břetislav Kubíček vorbereitet.

Die Bronze entstand in einer Kunstgießerei in Horní Kalná bei Vrchlabí. Am 15. September 2007 wurde das Denkmal anlässlich des 70. Todestages Masaryks feierlich enthüllt.

Zu den Gästen der Zeremonie gehörte Charlotta Kotíková, eine Urenkelin Masaryks. An der Veranstaltung nahmen außerdem Vertreter der Stadt, des Karlsbader Gebiets und zahlreiche Einwohner teil.

Zurückhaltende Gestaltung

Die Bronzefigur ist etwa 2,40 Meter hoch und damit leicht überlebensgroß. Sie steht auf einem niedrigen ovalen Granitsockel, wodurch Masaryk den Passanten vergleichsweise nah und nicht stark erhöht gegenübertritt.

Dargestellt ist er barhäuptig in einem formellen Anzug mit Weste und Krawatte. In der linken Hand hält er ein beschriebenes Blatt Papier. Die rechte Hand liegt in Höhe der Brust am Revers beziehungsweise an der Weste.

Die schlanke Körperhaltung und die ruhige Geste verleihen der Statue einen nachdenklichen Charakter. Jan Kotek verzichtete bewusst auf eine heroische Darstellung. Stattdessen sollte das Denkmal Masaryks Disziplin, Bescheidenheit und philosophische Ausrichtung ausdrücken.

Auf der bronzenen Standplatte befindet sich ein Faksimile seiner Unterschrift.

Inschrift am Sockel

Bei der Enthüllung im Jahr 2007 trug der Granitsockel zunächst keine deutlich sichtbare Namensinschrift. Für Besucher, die Masaryk nicht erkannten, war daher nicht immer sofort klar, welche Persönlichkeit dargestellt wird.

Im Jahr 2012 ließ die Stadt eine zusätzliche Bronzeinschrift am Sockel anbringen. Sie nennt den vollständigen Namen und die Lebensdaten des Präsidenten.

Die Gestaltung der Buchstaben stammt ebenfalls von Jan Kotek. Durch die Ergänzung ist das Denkmal heute auch ohne weitere Informationstafel eindeutig zuzuordnen.

Ort des öffentlichen Gedenkens

Die Statue ist weiterhin ein wichtiger Ort des städtischen Erinnerns. Zu Masaryks Geburtstag am 7. März und zum Jahrestag seines Todes am 14. September finden hier regelmäßig Gedenkveranstaltungen statt.

Vertreter der Stadt, Vereine und Einwohner legen dabei Blumen oder Kränze nieder. Das Denkmal besitzt damit nicht nur kunsthistorische Bedeutung, sondern erfüllt bis heute eine aktive gesellschaftliche Funktion.

Außerhalb solcher Termine ist der Platz ein gewöhnlicher Teil der Fußgängerzone. Passanten gehen unmittelbar an der Figur vorbei, sitzen auf nahe gelegenen Bänken oder nutzen den Bereich als Treffpunkt.

Besuch und Zugänglichkeit

Die Tomáš-Garrigue-Masaryk-Statue steht im öffentlichen Raum und ist jederzeit frei zugänglich. Es gibt keine Öffnungszeiten und keinen Eintritt.

Der Platz ist befestigt und weitgehend eben. Die Figur lässt sich aus kurzer Entfernung betrachten und fotografieren. Bei Gedenkfeiern, Märkten oder anderen Veranstaltungen kann der unmittelbare Bereich vorübergehend stärker belegt sein.

Für die reine Besichtigung genügen etwa fünf bis zehn Minuten. Da die Statue unmittelbar an der T.G.Masaryka-Straße liegt, lässt sie sich problemlos mit einem Einkaufsbummel oder einem längeren Stadtspaziergang verbinden.

Für wen lohnt sich der Besuch?

Das Denkmal ist besonders für Besucher interessant, die sich für die moderne tschechische Geschichte, Kunst im öffentlichen Raum oder Masaryks Verbindung zu Karlsbad interessieren.

Die Statue gehört nicht zu den monumentalen Hauptsehenswürdigkeiten der Kurstadt. Ihre Wirkung entsteht vielmehr durch die ruhige Gestaltung und die unmittelbare Einbindung in den städtischen Alltag.

Auch für einen kurzen Fotostopp lohnt sich der Platz, da sich die Bronzefigur, der Glaspalast und die historischen Häuser der Fußgängerzone gut miteinander verbinden.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Direkt hinter der Statue steht der Glaspalast. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich das Nationalhaus, das nach Plänen von Ferdinand Fellner und Hermann Helmer entstand.

Wenn du der T.G.Masaryka-Straße weiter in Richtung Norden folgst, erreichst du das Besucherzentrum The Home of Becherovka in der ehemaligen Becherovka-Fabrik. Ebenfalls in der Nähe liegen die frühere Städtische Markthalle (Městská tržnice) und der Platz der Republik (náměstí Republiky).

In der anderen Richtung führt die Fußgängerzone zur Hauptpost, zum Smetana-Park (Smetanovy sady) und zum Elisabethbad (Alžbětiny lázně).

Eine passende Route beginnt an der Hauptpost und führt über die T.G.Masaryka-Straße zum Nationalhaus und zur Masaryk-Statue. Anschließend kannst du weiter zum Becherovka-Besucherzentrum und zum Platz der Republik gehen.

Kurzinfos

Name: Tomáš-Garrigue-Masaryk-Statue
Tschechischer Name: Socha Tomáše Garrigua Masaryka
Weitere Bezeichnung: Tomáš-Garrigue-Masaryk-Denkmal
Dargestellte Person: Tomáš Garrigue Masaryk
Ort: Karlsbad (Karlovy Vary)
Lage: Vor dem Glaspalast an der Ecke T.G.Masaryka-Straße und Dr.-David-Becher-Straße
Art: Überlebensgroße figurale Bronzeplastik
Entstehung: 2007
Enthüllung: 15. September 2007
Anlass: 70. Todestag Tomáš Garrigue Masaryks
Künstler: Jan Kotek
Standortplanung: Břetislav Kubíček
Höhe: Etwa 2,40 Meter
Material der Statue: Bronze
Material des Sockels: Granit
Darstellung: Masaryk im Anzug mit einem beschriebenen Blatt Papier in der linken Hand
Besonderheit: Zurückhaltende, bewusst nicht heroische Gestaltung
Namensinschrift: 2012 am Sockel ergänzt
Heutige Bedeutung: Ort regelmäßiger städtischer Gedenkveranstaltungen
Zugang: Jederzeit frei zugänglich
Öffnungszeiten: Keine
Eintritt: Kostenlos
Geeignet für: Geschichts-, Kunst- und Stadtspaziergänge
Gut kombinierbar mit: T.G.Masaryka-Straße, Glaspalast, Nationalhaus, The Home of Becherovka, Hauptpost und Smetana-Park
Zeitbedarf: Etwa 5 bis 10 Minuten
Hinweis: Bei Gedenkveranstaltungen kann der unmittelbare Bereich vorübergehend stärker belegt sein.