Karlsbad (Karlovy Vary) ist nicht nur für seine Thermalquellen, Kolonnaden und historischen Kurhäuser bekannt. Direkt hinter dem dicht bebauten Tal der Teplá beginnen ausgedehnte Wälder mit Aussichtspunkten, Pavillons, Denkmälern und alten Kurwegen.
Schon wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt kannst du zu Aussichtstürmen, Felsvorsprüngen und stillen Waldplätzen hinaufwandern. Viele Wege lassen sich als kurze Ergänzung zu einem Stadtrundgang nutzen, andere führen über mehrere Stunden durch den Kaiserwald (Slavkovský les), das Egertal oder bis zu benachbarten Städten und Burgen.
Das Angebot reicht vom gemütlichen Waldspaziergang bei St. Linhart über Aussichtswanderungen zu Diana und den Drei Kreuzen bis zur längeren Strecke durch das Egertal nach Loket (Elbogen). Da Karlsbad in einem engen Tal liegt, solltest du allerdings auch bei kurzen Entfernungen mit deutlichen Steigungen rechnen.
Wandern direkt vom Kurzentrum
Ein großer Vorteil von Karlsbad ist die unmittelbare Nähe zwischen Stadt und Natur. Hinter der Alten Wiese (Stará louka), dem Grandhotel Pupp, dem Kaiserbad (Císařské lázně) und der Sprudelkolonnade (Vřídelní kolonáda) steigen die ersten Wanderwege zu den bewaldeten Höhen an.
Du benötigst deshalb für viele Touren weder Auto noch Bus. Vom historischen Zentrum gelangst du direkt zu Diana, Hirschsprung, Petershöhe, Drei Kreuzen oder dem Karl-IV.-Aussichtsturm.
Die Kurwälder gehören seit Jahrhunderten zum Karlsbader Kurleben. Spaziergänge an der frischen Luft waren ein fester Bestandteil des Tagesablaufs vieler Kurgäste. Entlang der Wege entstanden Aussichtspavillons, Schutzhütten, Kapellen, Obelisken und Ruhebänke.
Dadurch verbinden die Wanderungen rund um Karlsbad Natur, Bewegung und Stadtgeschichte auf ungewöhnlich enge Weise.
Wege und Schwierigkeitsgrade
In den Kurwäldern findest du breite befestigte Spazierwege ebenso wie schmale Waldpfade, Treppen und steilere Abkürzungen.
Die gut ausgebauten Wege eignen sich teilweise auch für Familien, Senioren und Kinderwagen. Andere Strecken führen über Wurzeln, felsige Abschnitte oder längere Steigungen und verlangen etwas mehr Trittsicherheit.
Die Entfernungen wirken auf der Karte häufig kurz. Durch die Hanglage können jedoch auch zwei oder drei Kilometer deutlich anstrengender sein als ein Spaziergang im flachen Gelände.
Für die meisten Touren reichen feste Freizeit- oder Wanderschuhe. Bei Regen, Schnee oder feuchtem Herbstlaub ist ein gutes Profil besonders wichtig.
Wanderung zum Aussichtsturm Diana
Der Aussichtsturm Diana (Rozhledna Diana) ist das bekannteste Wanderziel oberhalb von Karlsbad. Er steht auf der Freundschaftshöhe westlich des historischen Kurzentrums.
Der Aufstieg beginnt unter anderem an der Alten Wiese nahe dem Grandhotel Pupp. Von dort führen mehrere markierte Wege durch den Kurwald nach oben.
Am Ziel erwartet dich ein Aussichtsturm mit weitem Blick über Karlsbad und die bewaldete Umgebung. Zur Plattform führen eine Treppe und ein Aufzug. Rund um den Turm befinden sich außerdem ein Restaurant, ein Spielplatz, ein kleiner Tierbereich und das Schmetterlingshaus Diana.
Für den Aufstieg solltest du je nach Route und Tempo etwa 45 bis 75 Minuten einplanen. Mit Aufenthalt am Turm und Rückweg wird daraus eine Tour von ungefähr zwei bis drei Stunden.
Mit der Standseilbahn hinauf und zu Fuß zurück
Möchtest du dir den Aufstieg sparen, kannst du die Diana-Standseilbahn von der Alten Wiese nutzen. Von der Bergstation führen verschiedene Wege zurück ins Kurzentrum.
Der direkte Abstieg zur Talstation ist relativ kurz, stellenweise aber steil. Interessanter ist eine längere Variante über Hirschsprung und Petershöhe.
Diese Kombination eignet sich besonders für einen ersten Aufenthalt: Du gewinnst schnell an Höhe, besuchst den bekanntesten Aussichtsturm der Stadt und lernst beim Abstieg mehrere historische Plätze im Kurwald kennen.
Fahrplan und mögliche Wartungstage der Standseilbahn solltest du vor dem Besuch aktuell prüfen.
Hirschsprung und Gemsenstatue
Der Hirschsprung (Jelení skok) liegt auf einem bewaldeten Hang oberhalb des Kurzentrums. Zu den bekanntesten Punkten gehören ein hölzerner Aussichtspavillon und die Gemsenstatue auf einem Felsen.
Die Statue erinnert an die Gründungslegende von Karlsbad. Nach der Überlieferung soll Kaiser Karl IV. bei einer Jagd auf die heißen Quellen aufmerksam geworden sein. Obwohl die Geschichte ursprünglich von einem Hirsch erzählt, entwickelte sich die Gemse zu einem bekannten Wahrzeichen der Stadt.
Der Hirschsprung lässt sich gut auf dem Weg zwischen Diana und dem Zentrum besuchen. Von den Aussichtspunkten öffnen sich Blicke auf die Kolonnaden, die Kirche St. Maria Magdalena und die dicht bebauten Hänge.
Einige Zugänge sind steil und bei Nässe rutschig. Für Kinderwagen oder Besucher mit eingeschränkter Mobilität sind sie daher nur bedingt geeignet.
Petershöhe
Etwas oberhalb des Hirschsprungs liegt die Petershöhe (Petrova výšina). Der Aussichtspunkt erinnert an den russischen Zaren Peter den Großen, der Karlsbad zu Beginn des 18. Jahrhunderts besuchte.
Auf der Höhe befinden sich eine Büste, ein Kreuz und weitere Erinnerungszeichen. Der Blick reicht über das Kurzentrum und die gegenüberliegenden Waldhänge.
Die Petershöhe ist kein großer touristischer Komplex, sondern ein ruhiger Zwischenpunkt im Wegenetz. Besonders sinnvoll ist sie als Teil einer Rundwanderung mit Diana und Hirschsprung.
Für die gesamte Kombination solltest du ungefähr zwei bis drei Stunden einplanen.
Karl-IV.-Aussichtsturm
Der Karl-IV.-Aussichtsturm (Rozhledna Karla IV.) steht südlich des Kurzentrums in den Wäldern oberhalb des Posthofs (Poštovní dvůr).
Der neugotische Turm wurde im 19. Jahrhundert errichtet und gehört zu den ältesten Aussichtstürmen von Karlsbad. Sein Erscheinungsbild erinnert an einen kleinen Burgturm.
Eine kurze Rundwanderung beginnt beim Posthof oder an einem nahe gelegenen Parkplatz. Die Strecke ist nur wenige Kilometer lang, überwindet aber einen deutlichen Höhenunterschied.
Unterwegs kommst du unter anderem an der Kapelle Ecce Homo und kleineren Waldplätzen vorbei. Die Route ist ruhiger als die Wege rund um Diana und eignet sich gut für eine kompakte Wanderung abseits der bekanntesten Besucherströme.
Für die Tour solltest du etwa eine bis eineinhalb Stunden einplanen.
Drei-Kreuze-Aussicht
Die Drei-Kreuze-Aussicht (Tři kříže) liegt auf der östlichen Seite des Kurzentrums. Der Aufstieg beginnt im Bereich oberhalb der Sprudelkolonnade und führt über Straßen und Waldwege hinauf.
Die Strecke ist nicht besonders lang, steigt jedoch fast durchgehend an. Dadurch wirkt sie sportlicher, als die reine Entfernung vermuten lässt.
Am Ziel stehen drei weithin sichtbare Kreuze auf der Anhöhe. Von dort blickst du über das Tal der Teplá, das historische Zentrum und die gegenüberliegenden Kurwälder.
Die Drei Kreuze gehören zu den besten Plätzen für einen Blick auf die kompakte Tallage von Karlsbad. Besonders am frühen Morgen oder am späten Nachmittag lohnt sich die Aussicht für Fotos.
Camera-Obscura-Pavillon
Unterhalb der Drei Kreuze liegt der Camera-Obscura-Pavillon. An diesem Ort befand sich früher eine optische Dunkelkammer, in der das Bild der umliegenden Landschaft in das Innere projiziert wurde.
Der heutige Holzpavillon dient vor allem als Aussichtspunkt und Schutzhütte. Er lässt sich ohne großen Umweg mit der Wanderung zu den Drei Kreuzen verbinden.
Die Kombination aus Sprudelkolonnade, Camera Obscura und Drei Kreuzen benötigt je nach Tempo ungefähr eineinhalb bis zweieinhalb Stunden.
Der Rückweg kann auf derselben Strecke oder über alternative Waldwege erfolgen.
Von den Drei Kreuzen zur Goethe-Aussicht
Wer länger wandern möchte, kann den Weg von den Drei Kreuzen bis zur Goethe-Aussicht (Goethova vyhlídka) fortsetzen.
Der Aussichtsturm liegt südöstlich des Kurzentrums auf einer bewaldeten Anhöhe. Die einfache Strecke vom Sprudel über die Drei Kreuze ist nur wenige Kilometer lang, überwindet aber mehrere Hundert Höhenmeter.
Die Wanderung führt zunehmend aus dem unmittelbaren Stadtbereich hinaus. Dadurch wird es unterwegs ruhiger, und die dichte Bebauung verschwindet zwischen den Bäumen.
Der historische Aussichtsturm besitzt keine durchgehend verlässlichen Öffnungszeiten. Die Wanderung lohnt sich dennoch wegen der Waldstrecke und der Aussichtspunkte am Weg.
Mit Hin- und Rückweg solltest du ungefähr drei bis vier Stunden einplanen.
Kürzere Anreise zur Goethe-Aussicht
Möchtest du nur die Umgebung der Goethe-Aussicht erkunden, kannst du mit dem Stadtbus in Richtung Hůrky fahren. Von der dortigen Haltestelle ist der Weg wesentlich kürzer als vom Stadtzentrum.
Diese Variante eignet sich für Besucher, die den Aussichtsturm sehen möchten, aber den langen Anstieg aus dem Tal vermeiden wollen.
Fahrplan und Betriebstage der Busverbindung solltest du vor der Tour prüfen. Auch die Öffnungszeiten des Aussichtsturms können saisonal oder wetterabhängig sein.
Familienwanderungen bei St. Linhart
St. Linhart gehört zu den familienfreundlichsten Wandergebieten rund um Karlsbad. Das Waldgebiet liegt westlich des Zentrums und lässt sich über Straßen, Kurwaldwege oder mit dem Auto erreichen.
Hier verlaufen mehrere befestigte Rundwege mit nur mäßigen Steigungen. Zu den Hauptattraktionen gehören große Wildgehege mit Beobachtungsplattformen und erhöhten Holzwegen.
Je nach Bereich kannst du unter anderem Wildschweine, Hirsche oder Damwild beobachten. Da es sich um weitläufige Gehege handelt, sind Tiere nicht jederzeit direkt an den Plattformen zu sehen.
Die Wege eignen sich besonders für Familien, gemütliche Spaziergänge und Besucher, die keine steile Aussichtswanderung unternehmen möchten.
Rundweg zu den Wildgehegen
Eine beliebte Rundstrecke beginnt am Parkplatz St. Linhart und führt über befestigte Waldwege zu mehreren Beobachtungsbereichen.
Die Route ist ungefähr vier Kilometer lang und kann in gut einer Stunde bewältigt werden. Mit Pausen an den Gehegen solltest du mehr Zeit einplanen.
Der Weg weist nur moderate Höhenunterschiede auf und ist deutlich einfacher als die Aufstiege zu Drei Kreuze oder Petershöhe.
Besonders mit Kindern kann der Aufenthalt problemlos zwei bis drei Stunden dauern.
Waldspielpfad und Pavillons
Rund um St. Linhart verlaufen außerdem kürzere Wege mit Spiel- und Lernstationen.
Ein Rundweg verbindet den Waldspielpfad mit dem Pavillon Am Bild (U Obrazu) sowie den Aussichtspavillons Predigerstuhl (Kazatelna) und Rusalka.
Die Strecke eignet sich für einen ruhigen Waldnachmittag und kann mit den Wildgehegen kombiniert werden. Teile des Weges sind befestigt und daher auch bei wechselhaftem Wetter angenehmer als schmale Waldpfade.
Kurze Rundwege am Eulenpfad
Am Eulenpfad (Sovova stezka) beginnen mehrere kurze Spazierwege im Kurwald. Sie eignen sich für Besucher, die nur wenig Zeit haben oder keine längere Wanderung unternehmen möchten.
Die Rundwege führen zu kleinen Denkmälern, Hütten, historischen Ruhebänken und Waldspielstationen. Je nach Variante benötigst du etwa 25 bis 60 Minuten.
Zu den interessanten Stationen gehört der Findlater-Obelisk (Findlaterův obelisk), der an den schottischen Grafen James Ogilvy Findlater erinnert. Er unterstützte zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Ausbau von Waldwegen rund um Karlsbad.
Die kurzen Wege lassen sich gut mit Diana oder St. Linhart verbinden.
Hans-Heiling-Felsen im Egertal
Die Hans-Heiling-Felsen (Svatošské skály) gehören zu den schönsten Naturzielen im direkten Umland von Karlsbad.
Die bizarren Granitformationen liegen im bewaldeten Tal der Eger (Ohře) zwischen Doubí und Loket. Einzelne Felstürme erreichen eine Höhe von mehreren Dutzend Metern und tragen Namen, die mit einer alten Hochzeitssage verbunden sind.
Die Felsen sind als Nationales Naturdenkmal geschützt. Am Fluss führt ein weitgehend ebener Weg durch das Tal, der von Wanderern und Radfahrern gemeinsam genutzt wird.
Die Landschaft unterscheidet sich deutlich von den Aussichtspfaden direkt über dem Kurzentrum. Statt steiler Stadtblicke erwarten dich ein ruhiges Flusstal, bewaldete Hänge und markante Felsformationen.
Von Doubí zu den Hans-Heiling-Felsen
Die einfachste Wanderung beginnt im Karlsbader Stadtteil Doubí. Dorthin gelangst du mit einem Stadtbus oder dem Auto.
Von Doubí folgst du dem Weg entlang der Eger. Bis zu den Hans-Heiling-Felsen sind es ungefähr zweieinhalb Kilometer.
Die Route weist kaum größere Steigungen auf und eignet sich daher auch für Familien. Da der Weg gleichzeitig Teil eines beliebten Radwegs ist, solltest du besonders an Wochenenden aufmerksam gehen.
Für Hin- und Rückweg benötigst du ohne längere Pause ungefähr eineinhalb bis zwei Stunden.
Von den Hans-Heiling-Felsen nach Loket
Eine der besten Streckenwanderungen der Region führt von Doubí über die Hans-Heiling-Felsen bis nach Loket (Elbogen).
Die gesamte Strecke ist ungefähr neun Kilometer lang und folgt über weite Abschnitte der Eger. Neben den Felsen gehören die bewaldeten Flussschleifen und die Annäherung an Loket zu den Höhepunkten.
Am Ende erreichst du die historische Altstadt und die weithin sichtbare Burg Loket (Hrad Loket). Dadurch lässt sich die Wanderung hervorragend mit einer Burgbesichtigung und einer Pause in der Stadt verbinden.
Für die reine Wanderung solltest du ungefähr drei Stunden einplanen. Mit Felsen, Einkehr und Stadtbesichtigung wird daraus ein ganzer Ausflug.
Die Rückfahrt nach Karlsbad ist mit Bus oder Bahn möglich. Die passende Verbindung solltest du vor dem Start prüfen.
Rundwanderung an den Hans-Heiling-Felsen
Möchtest du nicht bis Loket laufen, kannst du an den Felsen die Eger überqueren und über höher gelegene Waldwege nach Doubí zurückkehren.
Diese Variante ist abwechslungsreicher als der gleiche Rückweg entlang des Flusses. Sie besitzt jedoch mehr Steigungen und sollte mit einer aktuellen Wanderkarte oder gespeicherten Route geplant werden.
Alternativ gehst du auf dem einfachen Talweg zurück. Diese Strecke ist leichter und besser für Familien geeignet.
Wandern nach Engelhaus
Östlich von Karlsbad liegt Engelhaus (Andělská Hora) mit einer frei zugänglichen Burgruine auf einem markanten Felshügel.
Von Karlsbad führt ein markierter Wanderweg durch Wälder und offene Landschaft bis in den kleinen Ort. Die Strecke ist ungefähr zehn Kilometer lang und benötigt rund zweieinhalb bis drei Stunden.
Die Ruine der Burg Engelhaus bietet einen weiten Blick über das Umland. Da die Anlage frei zugänglich ist, kannst du sie flexibel in die Wanderung einbauen.
Für die Rückfahrt stehen regionale Busverbindungen zur Verfügung. Der Fahrplan sollte vor der Tour geprüft werden, da die Verbindungen nicht immer dicht aufeinander folgen.
Verlängerung zum Hermannstein
Von Engelhaus kannst du weiter zum Hermannstein (Šemnická skála) wandern. Der markante vulkanische Felsen erhebt sich über der Landschaft zwischen Engelhaus und Kyselka.
Der Aufstieg auf den Aussichtspunkt ist stellenweise steil und verlangt etwas Trittsicherheit. Oben öffnet sich ein weiter Blick über das Egertal und die umliegenden Höhen.
Diese Verlängerung eignet sich für erfahrenere Wanderer und macht aus der Tour nach Engelhaus eine längere Tageswanderung.
Wandern im Kaiserwald
Der Kaiserwald ist das große bewaldete Landschaftsgebiet südlich und westlich von Karlsbad. Teile der Karlsbader Kurwälder gehören bereits zu diesem geschützten Gebiet.
Weiter im Inneren des Kaiserwaldes findest du stille Waldwege, Teiche, Moore, ehemalige Bergbauorte und kleine historische Städte.
Für viele Touren außerhalb des unmittelbaren Stadtgebiets ist ein Auto praktisch. Einige Ausgangspunkte lassen sich jedoch auch mit regionalen Bussen oder Bahnen erreichen.
Lange Wanderung nach Bečov nad Teplou
Bečov nad Teplou (Petschau) ist vor allem für seine Burg- und Schlossanlage bekannt. Von Karlsbad beziehungsweise Doubí führen längere Wanderwege durch den Kaiserwald bis nach Bečov.
Die Strecke umfasst je nach genauer Route mehr als 20 Kilometer und sollte als Ganztageswanderung geplant werden.
Unterwegs durchquerst du ausgedehnte Waldgebiete und kommst in die Umgebung früherer Bergbaustädte. Die Route ist deutlich anspruchsvoller als die Wanderung nach Loket und benötigt eine gute Vorbereitung.
In Bečov kannst du die Wanderung mit Burg, Schloss und historischem Zentrum verbinden. Für die Rückfahrt stehen Bus und Bahn zur Verfügung.
Kladská und das Glatzener Moor
Kladská liegt im südlichen Teil des Kaiserwaldes und eignet sich als eigenständiger Ausflug ab Karlsbad.
Der kleine Ort ist für seine Holzhäuser im Alpenstil und die umgebende Moorlandschaft bekannt. Ein Naturlehrpfad führt rund um den Kladská-Teich und teilweise über Holzstege durch das geschützte Gebiet.
Im Vergleich zu den Karlsbader Kurwaldwegen ist die Strecke weitgehend flach. Sie eignet sich für ruhige Spaziergänge, Naturbeobachtung und Besucher, die keine größeren Höhenunterschiede bewältigen möchten.
Kladská liegt allerdings deutlich außerhalb der Stadt und wird am einfachsten mit dem Auto erreicht.
Wanderungen im Erzgebirge
Nördlich von Karlsbad beginnt das Erzgebirge (Krušné hory). Rund um Boží Dar, Jáchymov, Horní Blatná und den Keilberg (Klínovec) findest du Hochmoorwege, Bergbaurouten und längere Wanderstrecken.
Das Gelände liegt deutlich höher als Karlsbad. Dadurch sind Wetter und Temperaturen oft anders als im Tal der Teplá.
Die Region eignet sich besonders für einen zusätzlichen Wandertag während eines längeren Aufenthalts.
Gottesgaber Moor
Das Gottesgaber Moor (Božídarské rašeliniště) liegt bei Boží Dar und gehört zu den bekanntesten Naturlehrpfaden im Erzgebirge.
Der kurze Rundweg führt teilweise über Holzstege durch eine geschützte Moorlandschaft. Informationstafeln erklären Pflanzen, Tiere und die Entstehung des Gebiets.
Die Strecke eignet sich für Familien und Besucher, die eine leichte Wanderung in einer besonderen Landschaft suchen.
Wolfspingen bei Horní Blatná
Von Horní Blatná führt ein Rundweg zu den Wolfspingen (Vlčí jámy). Dabei handelt es sich um große Einsturzbereiche ehemaliger Zinnbergwerke.
Die Wanderung verbindet Bergbaugeschichte, Waldlandschaft und Aussichtspunkte. Unterwegs kannst du außerdem den Aussichtsturm auf dem Plattenberg (Blatenský vrch) besuchen.
Die Route ist knapp fünf Kilometer lang und eignet sich als Halbtagesausflug.
Welche Wanderung passt zu dir?
Für einen kurzen Spaziergang eignen sich der Eulenpfad, der Abstieg von Diana oder ein Weg zum Hirschsprung.
Für eine erste Aussichtswanderung ist die Kombination aus Diana, Petershöhe und Hirschsprung besonders empfehlenswert.
Familien finden bei St. Linhart und auf dem Weg von Doubí zu den Hans-Heiling-Felsen die einfachsten Routen.
Eine sportlichere Halbtagestour führt zu den Drei Kreuzen und weiter zur Goethe-Aussicht.
Für eine abwechslungsreiche Tageswanderung bietet sich die Strecke von Doubí über die Hans-Heiling-Felsen nach Loket an.
Erfahrene Wanderer können längere Strecken nach Engelhaus, Bečov oder durch den Kaiserwald einplanen.
Wandern ohne Auto
Viele Wanderziele erreichst du direkt zu Fuß aus dem Kurzentrum. Dazu gehören Diana, Hirschsprung, Petershöhe, Drei Kreuze, Camera Obscura und der Karl-IV.-Aussichtsturm.
Für die Hans-Heiling-Felsen kannst du mit dem Stadtbus nach Doubí fahren. Die Goethe-Aussicht lässt sich durch eine Busfahrt nach Hůrky abkürzen.
Bei Streckenwanderungen nach Loket, Engelhaus oder Bečov kannst du für den Rückweg regionale Busse oder Bahnen nutzen.
Da manche Verbindungen nur in größeren Abständen fahren, solltest du die Rückfahrt vor dem Start festlegen und nicht erst am Ziel nach einer Verbindung suchen.
Wegmarkierungen und Navigation
Die Wanderwege sind überwiegend mit den in Tschechien üblichen farbigen Markierungen gekennzeichnet. Farbige Balken an Bäumen, Pfosten und Mauern weisen den Weg.
An wichtigen Kreuzungen stehen Wegweiser mit Zielorten und Entfernungen. Im dichten Netz der Kurwälder können jedoch mehrere markierte und unmarkierte Wege aufeinandertreffen.
Eine aktuelle Wanderkarte oder eine gespeicherte Offlinekarte ist deshalb sinnvoll. Besonders für längere Routen im Kaiserwald oder alternative Rückwege solltest du dich nicht ausschließlich auf die Beschilderung verlassen.
Beste Jahreszeit zum Wandern
Die Kurwälder können grundsätzlich ganzjährig besucht werden.
Im Frühling blühen die ersten Waldpflanzen, während die Temperaturen meist angenehm für längere Aufstiege sind. Im Sommer bieten die dichten Wälder viel Schatten.
Der Herbst gehört zu den schönsten Zeiten für Wanderungen rund um Karlsbad. Das Laub färbt sich, und von den Aussichtspunkten öffnet sich ein weiter Blick über die bewaldeten Hänge.
Im Winter sind viele Wege ebenfalls begehbar. Schnee, Eis und früh einsetzende Dunkelheit können die Touren jedoch deutlich erschweren. Aussichtstürme, Standseilbahn und gastronomische Betriebe haben teilweise eingeschränkte Öffnungszeiten.
Wandern bei Regen
Bei leichtem Regen eignen sich die breiten Kurwege und die befestigten Routen bei St. Linhart besser als steile Pfade zu Drei Kreuze oder Petershöhe.
Nasses Laub, Wurzeln und glatte Steine können die kurzen Abstiege oberhalb des Kurzentrums rutschig machen.
Der Weg durch das Egertal ist größtenteils eben, kann nach längerem Regen aber schlammige Abschnitte und Pfützen aufweisen.
Nach Stürmen oder starkem Wind sind kurzfristige Wegsperrungen möglich. Hinweise an den Zugängen solltest du beachten.
Naturschutz und Rücksicht
Die Kurwälder und der Kaiserwald sind sensible Natur- und Erholungsgebiete. Die Hans-Heiling-Felsen stehen zusätzlich unter besonderem Schutz.
Bleibe auf den vorhandenen Wegen, beschädige keine Pflanzen und nimm Abfälle wieder mit. In Moorgebieten solltest du die Holzstege nicht verlassen.
Auf gemeinsam genutzten Wegen im Egertal musst du mit Radfahrern rechnen. Besonders in Kurven und an schmalen Stellen ist gegenseitige Rücksicht wichtig.
Wildtiere sollten nicht gefüttert oder außerhalb der vorgesehenen Beobachtungsbereiche verfolgt werden.
Gute Kombinationen
Diana, Hirschsprung und Petershöhe lassen sich gut mit dem Grandhotel Pupp, der Alten Wiese und dem Kaiserbad verbinden.
Die Wanderung zu Drei Kreuze und Camera Obscura beginnt nahe der Sprudelkolonnade und der Kirche St. Maria Magdalena.
Der Karl-IV.-Aussichtsturm lässt sich mit dem Posthof, der Kunstgalerie und dem Park am Kaiserbad kombinieren.
St. Linhart eignet sich besonders zusammen mit den Wildgehegen und den familienfreundlichen Waldwegen.
Die Hans-Heiling-Felsen lassen sich auf einer längeren Tour mit der Burg und Altstadt von Loket verbinden.
In Engelhaus ergänzen sich Wanderung, Burgruine und die barocke Dreifaltigkeitskirche.
Kurzinfos
Thema: Wandern rund um Karlsbad
Ort: Karlsbad (Karlovy Vary)
Wichtigstes Wandergebiet: Karlsbader Kurwälder
Größeres Landschaftsgebiet: Kaiserwald (Slavkovský les)
Bekanntestes Wanderziel: Aussichtsturm Diana
Beliebte Aussichtspunkte: Hirschsprung, Petershöhe, Drei Kreuze und Goethe-Aussicht
Familienfreundliches Gebiet: St. Linhart mit Wildgehegen
Beste Flusstalwanderung: Doubí – Hans-Heiling-Felsen – Loket
Länge Doubí bis Loket: Etwa neun Kilometer
Kurze Familienvariante: Doubí – Hans-Heiling-Felsen – Doubí
Burgentour: Karlsbad – Engelhaus
Kurze Aussichtstour: Karl-IV.-Aussichtsturm
Anspruchsvollere Kurwaldtour: Sprudel – Drei Kreuze – Goethe-Aussicht
Lange Tageswanderungen: Engelhaus, Bečov nad Teplou oder Ostrov
Leichte Naturausflüge: St. Linhart, Kladská und Gottesgaber Moor
Öffentliche Verkehrsmittel: Stadtbus nach Doubí und Hůrky, Standseilbahn nach Diana sowie regionale Bus- und Bahnverbindungen
Beste Jahreszeit: Frühling bis Herbst
Winter: Viele Wege begehbar, Schnee und Eis beachten
Ausrüstung: Feste Schuhe, Wasser, Wetterschutz und aktuelle Wanderkarte
Kosten: Wanderwege und die meisten Aussichtspunkte kostenlos
Geeignet für: Kurze Spaziergänge, Familienwanderungen, Aussichtstouren und anspruchsvollere Tageswanderungen
Wichtiger Hinweis: Wetter, Fahrpläne, Öffnungszeiten von Aussichtstürmen und mögliche Wegsperrungen vor längeren Touren aktuell prüfen.