Nikolsburg (Mikulov)

Nikolsburg (Mikulov) gehört zu den schönsten historischen Städten Südmährens. Über der Altstadt erhebt sich das mächtige Schloss Nikolsburg, während auf der gegenüberliegenden Seite der Heilige Berg mit seinen Kapellen die Stadtsilhouette prägt. Dazwischen erwarten dich verwinkelte Gassen, barocke Fassaden, jahrhundertealte Kirchen und zahlreiche Aussichtspunkte.

Die Stadt liegt eingebettet in die Weinberge und Kalksteinlandschaften der Pollauer Berge. Dadurch verbindet Nikolsburg auf kleinem Raum Kultur, Geschichte, Wein und Natur. Viele Sehenswürdigkeiten kannst du bequem zu Fuß erreichen, während sich rund um die Stadt zahlreiche Wander- und Radwege öffnen.

Schloss und historische Altstadt

Das Schloss Nikolsburg ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt. Es thront auf einem Kalksteinfelsen über den Dächern der Altstadt und beherbergt heute das Regionalmuseum. Unterhalb des Schlosses erstreckt sich der historische Hauptplatz mit Renaissancehäusern, barocken Fassaden, der Dreifaltigkeitssäule und der Dietrichstein-Gruft.

Heiliger Berg und Aussichtspunkte

Der Heilige Berg (Svatý kopeček) gehört zu den beliebtesten Zielen in Nikolsburg. Ein historischer Kreuzweg führt hinauf zu mehreren Kapellen und einem der schönsten Aussichtspunkte der Stadt. Weitere Panoramablicke bieten die Ziegenburg und die Wege rund um den Schlossberg.

Jüdisches Erbe

Nikolsburg war über Jahrhunderte eines der wichtigsten jüdischen Zentren Mährens. Im ehemaligen jüdischen Viertel sind zahlreiche historische Häuser erhalten geblieben. Besonders sehenswert sind die Obere Synagoge und der große jüdische Friedhof mit seinen alten Grabsteinen und dem sogenannten Rabbinerhügel.

Wein und regionale Küche

Nikolsburg ist das Zentrum einer bekannten südmährischen Weinbauregion. Rund um die Stadt erstrecken sich Weinberge, Weingüter und historische Keller. In den Vinotheken und Restaurants kannst du regionale Weißweine, mährische Spezialitäten und saisonale Gerichte kennenlernen.

Wandern und Radfahren

Die Pollauer Berge beginnen unmittelbar vor den Toren der Stadt. Wanderwege führen zu Kalksteinfelsen, Trockenrasen, Burgruinen und Aussichtspunkten. Auch Radfahrer finden zahlreiche Strecken durch die Weinberge, zu den Stauseen von Neumühl und in die umliegenden Winzerdörfer.

Ausflüge rund um Nikolsburg

Nikolsburg eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Ausflüge durch Südmähren. Beliebte Ziele sind Pollau, Unterwisternitz, die Maidenburg und die Kulturlandschaft Eisgrub-Feldsberg. Durch die Nähe zur österreichischen Grenze lassen sich außerdem Ausflüge in das Weinviertel unternehmen.


Sehenswürdigkeiten und historische Altstadt

  • Schloss Nikolsburg (Zámek Mikulov)
  • Historischer Hauptplatz von Nikolsburg (Náměstí)
  • Dietrichstein-Gruft (Dietrichsteinská hrobka)
  • Haus Zu den Rittern (Dům U Rytířů)
  • St.-Wenzel-Kirche (Kostel svatého Václava)

Jüdisches und religiöses Erbe

  • Jüdisches Viertel von Nikolsburg (Židovská čtvrť)
  • Obere Synagoge (Horní synagoga)
  • Jüdischer Friedhof von Nikolsburg (Židovský hřbitov)
  • Jüdischer Lehrpfad durch Nikolsburg
  • Heiliger Berg und Kreuzweg (Svatý kopeček)

Wein und regionale Genusskultur

  • Weinbaugebiet Nikolsburg (Mikulovská vinařská podoblast)
  • Weingüter und Weinverkostungen in Nikolsburg
  • Historische Weinkeller in Nikolsburg
  • Rebsorte Pálava
  • Pollauer Weinlese (Pálavské vinobraní)

Natur, Wandern und Radfahren

  • Ziegenburg und Aussichtspunkt (Kozí hrádek)
  • Schlossgärten von Nikolsburg
  • Höhle Na Turoldu (Jeskyně Na Turoldu)
  • Geopark Turold
  • Wandern und Radfahren in den Pollauer Bergen (Pálava)

Ausflüge rund um Nikolsburg

  • Pollau und Maidenburg (Pavlov und Děvičky)
  • Unterwisternitz und Archäopark (Dolní Věstonice)
  • Stauseen von Neumühl (Nové Mlýny)
  • Eisgrub-Feldsberg-Kulturlandschaft (Lednicko-valtický areál)
  • Aqualand Moravia
  • Österreichisches Weinviertel ab Nikolsburg

Aufenthalt und Reiseplanung

  • Nikolsburg an einem Tag
  • Wochenende in Nikolsburg
  • Anreise nach Nikolsburg
  • Parken in Nikolsburg
  • Übernachten in Nikolsburg

Nikolsburg entdecken: Lerne die Stadt kennen

Nikolsburg (Mikulov) gehört zu den eindrucksvollsten historischen Städten Südmährens. Schon aus der Ferne wirkt die Stadt wie eine sorgfältig komponierte Landschaft: Das mächtige Schloss thront auf einem hellen Kalksteinfelsen, gegenüber erhebt sich der Heilige Berg, dazwischen drängen sich rote Dächer, Kirchtürme, schmale Gassen und die Häuser des alten jüdischen Viertels. Rundherum beginnen die Weinberge und Kalksteinhügel der Pollauer Berge (Pálava).

Diese ungewöhnliche Verbindung aus Architektur und Natur macht Nikolsburg zu weit mehr als einem kurzen Zwischenstopp auf dem Weg zwischen Brünn und Wien. Die Stadt ist historischer Residenzort, religiöses Zentrum, bedeutender Ort jüdischer Geschichte und Mittelpunkt einer der bekanntesten Weinregionen Tschechiens. Weil sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf engem Raum befinden, kannst du Nikolsburg gut zu Fuß entdecken. Gleichzeitig eignet sich die Stadt hervorragend als Ausgangspunkt für Wanderungen, Radtouren und Ausflüge durch Südmähren.

Zwischen Österreich, Mähren und den Pollauer Bergen

Nikolsburg liegt im Süden der Region Südmähren, nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Die Stadt entwickelte sich an einer historischen Nord-Süd-Verbindung zwischen Wien und Mähren. Diese Lage brachte Handel, politische Bedeutung und kulturellen Austausch, machte Nikolsburg in kriegerischen Zeiten aber auch zu einem strategisch wichtigen Ort.

Die Landschaft unterscheidet sich deutlich von vielen anderen Regionen Tschechiens. Statt dichter Wälder und ausgedehnter Mittelgebirge prägen Weinberge, trockene Hänge, helle Kalksteinfelsen und weite Ebenen die Umgebung. Die Pollauer Berge sind für ihre wärmeliebenden Pflanzenarten, ihre seltene Tierwelt und ihre günstigen Bedingungen für den Weinbau bekannt. Nikolsburg und Pollau (Pavlov) gehören zu den wichtigsten Ausgangspunkten für Touren durch das Landschaftsschutzgebiet Pálava.

An sonnigen Tagen kann die Atmosphäre beinahe mediterran wirken. Auf den Plätzen sitzen Besucher vor Cafés und Vinotheken, während über den Dächern das helle Schloss und die Kapellen des Heiligen Berges aufragen. Besonders reizvoll ist Nikolsburg am frühen Morgen und am Abend, wenn Tagesgäste verschwunden sind und das historische Zentrum ruhiger wird.

Eine Stadt mit langer und wechselvoller Geschichte

Nikolsburg wurde 1173 erstmals schriftlich erwähnt. Seit 1249 entwickelten die Liechtensteiner den Ort zum Mittelpunkt ihrer Herrschaft. Sie blieben bis 1560 Besitzer des Nikolsburger Herrschaftsgebiets. Von 1575 bis 1945 prägten anschließend die Dietrichsteiner die Stadt über mehrere Jahrhunderte.

Eine Schlüsselrolle spielte Kardinal Franz von Dietrichstein. Nach der Übernahme der Herrschaft im Jahr 1611 ließ er Nikolsburg architektonisch, wirtschaftlich und kulturell ausbauen. Aus einer regionalen Stadt entstand ein repräsentatives Machtzentrum mit Schloss, Kirchen, Klöstern und Bildungseinrichtungen. Nikolsburg gehörte zeitweise zu den wichtigsten Städten Mährens.

Brände und Kriege hinterließen tiefe Spuren. Feuer zerstörten im 16. Jahrhundert große Teile der gotischen Bebauung. Beim verheerenden Stadtbrand von 1784 gingen mehr als 350 Gebäude verloren. Auch das Schloss wurde im April 1945 fast vollständig durch einen Brand zerstört. Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg rettete das Wahrzeichen vor dem endgültigen Verfall.

Schloss Nikolsburg als Wahrzeichen der Stadt

Das Schloss Nikolsburg (Zámek Mikulov) beherrscht das Stadtbild. Es steht auf einem Kalksteinfelsen unmittelbar über dem historischen Zentrum und ist von fast jedem Aussichtspunkt der Stadt zu sehen. Seine Ursprünge reichen bis zu einer mittelalterlichen Burg zurück, die zunächst von den Liechtensteinern und später von den Dietrichsteinern erweitert wurde. Aus der Festung entwickelte sich schrittweise eine repräsentative Renaissance- und Barockresidenz.

Heute befindet sich im Schloss das Regionalmuseum Nikolsburg. Die Ausstellungen beschäftigen sich mit der Geschichte des Schlosses, der Stadt, der Familie Dietrichstein und dem regionalen Weinbau. Zu den besonders sehenswerten Innenräumen gehören die historische Schlossbibliothek und der Ahnensaal mit Porträts der früheren Besitzer.

Eine der außergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten steht im Schlosskeller: ein gewaltiges historisches Weinfass aus dem 17. Jahrhundert. Es erinnert daran, dass Weinbau und Herrschaftsgeschichte in Nikolsburg seit Jahrhunderten eng miteinander verbunden sind.

Auch ohne Museumsbesuch lohnt sich der Weg auf den Schlossberg. Rund um das Gebäude liegen terrassenartig angelegte Gartenbereiche, Höfe und Aussichtspunkte. Von hier blickst du über die Altstadt zum Heiligen Berg und auf die Weinlandschaft südlich und östlich der Stadt.

Der historische Hauptplatz

Unterhalb des Schlosses liegt der historische Hauptplatz (Náměstí), der natürliche Mittelpunkt der Altstadt. Seine heutige Gestalt entwickelte sich vor allem am Ende des 16. und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Mehrere Häuser besitzen einen Renaissancekern, Laubengänge, verzierte Fassaden oder historische Gewölbe.

Besonders auffällig ist das Haus „Zu den Rittern“ (U Rytířů), dessen Fassade mit figürlichen Sgraffiti geschmückt ist. Hinzu kommen ehemalige Kanonikerhäuser, das Rathaus, ein historischer Brunnen mit der Statue der Pomona und die monumentale barocke Dreifaltigkeitssäule aus den Jahren 1723 und 1724.

Der Platz bildet den besten Ausgangspunkt für einen Stadtrundgang. Von hier erreichst du in wenigen Minuten das Schloss, die Dietrichstein-Gruft, die St.-Wenzel-Kirche, das jüdische Viertel und die Wege hinauf zur Ziegenburg.

Trotz seiner repräsentativen Architektur wirkt der Hauptplatz nicht wie ein abgeschlossenes Freilichtmuseum. Cafés, Restaurants, Geschäfte, Vinotheken und Unterkünfte machen ihn weiterhin zum lebendigen Zentrum Nikolsburgs.

Die Dietrichstein-Gruft

An der unteren Seite des Hauptplatzes steht die Dietrichstein-Gruft (Dietrichsteinská hrobka). Das Gebäude geht auf die frühere St.-Anna-Kirche zurück, die im 17. Jahrhundert zusammen mit einer Nachbildung des Heiligen Hauses von Loreto errichtet worden war. Nach dem großen Stadtbrand von 1784 blieb die Anlage lange beschädigt, bevor sie im 19. Jahrhundert zur Familiengruft der Dietrichsteiner umgestaltet wurde.

Insgesamt wurden hier 45 Angehörige der Familie beigesetzt. Die Ausstellung vermittelt einen Eindruck von der Bedeutung der Dietrichsteiner für Nikolsburg und von der religiösen Vergangenheit der Stadt. Von der erhöhten Terrasse vor der Gruft hast du außerdem einen besonders schönen Blick über den Hauptplatz zum Schloss.

Die St.-Wenzel-Kirche

Oberhalb des Hauptplatzes erhebt sich die St.-Wenzel-Kirche (Kostel svatého Václava). Ihre Lage zwischen Altstadt, Schlossberg und jüdischem Viertel macht sie zu einem wichtigen Orientierungspunkt. Der Bau vereint Spuren verschiedener Epochen und erinnert daran, dass Nikolsburg über lange Zeit nicht nur Residenzstadt, sondern auch ein bedeutendes kirchliches Zentrum war.

Der Kirchturm prägt zusammen mit dem Schlossturm die Silhouette der Stadt. Von erhöhten Stellen im historischen Zentrum erscheinen beide Türme häufig nebeneinander, obwohl sie zu unterschiedlichen Baukomplexen gehören.

Der Heilige Berg über Nikolsburg

Der Heilige Berg (Svatý kopeček) erhebt sich östlich der Altstadt und bildet das natürliche Gegenstück zum Schlossberg. Der felsige Hügel gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Nikolsburgs. Sein Gipfel ist von der St.-Sebastian-Kapelle, einem Glockenturm und der Kapelle des Heiligen Grabes gekrönt.

Zum Gipfel führt ein historischer Kreuzweg, der zu den ältesten Anlagen dieser Art in den böhmischen Ländern zählt. Der gesamte Komplex besteht aus 17 Bauwerken: 14 Kreuzwegkapellen, der St.-Sebastian-Kapelle, dem Glockenturm und der Heilig-Grab-Kapelle.

Der Aufstieg ist stellenweise steil und führt über steinige Wege. Festes Schuhwerk ist deshalb empfehlenswert. Unterwegs öffnen sich immer wieder Ausblicke auf das Schloss, die Dächer der Altstadt und die umliegenden Weinberge. Vom Gipfel kannst du bei guter Sicht weit über das südliche Mähren bis in Richtung Österreich blicken.

Der Heilige Berg ist zugleich ein geschütztes Naturgebiet. Auf seinen trockenen Kalksteinhängen wachsen seltene wärmeliebende Pflanzen, während Schmetterlinge, Käfer und andere spezialisierte Tierarten geeignete Lebensräume finden. Ein Naturlehrpfad informiert über Flora, Fauna, Kalksteinabbau und die Geschichte des Kreuzwegs.

Das jüdische Viertel

Nikolsburg war über Jahrhunderte eines der wichtigsten jüdischen Zentren Mährens. Die Gemeinde wuchs vor allem durch jüdische Familien, die aus anderen Städten und Regionen vertrieben worden waren. Zeitweise lebten im Nikolsburger Viertel rund 600 Familien, und die Stadt war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts Sitz des mährischen Landesrabbiners.

Das historische Viertel erstreckte sich vor allem entlang der heutigen Straßen Husova, Alfonse Muchy und Brněnská. Von ursprünglich 317 Häusern blieben etwa 90 erhalten. Viele Gebäude besitzen Renaissancekerne, schmale Durchgänge, kleine Innenhöfe oder andere charakteristische Bauelemente.

Ein rund 1,5 Kilometer langer Lehrpfad führt zu 16 Stationen. Dazu gehören historische Wohnhäuser, die Obere Synagoge, eine Mikwe, Stolpersteine, die Zeremonienhalle und der jüdische Friedhof. Der Rundgang gehört zu den eindrucksvollsten Möglichkeiten, die vielschichtige Geschichte der Stadt kennenzulernen.

Das Viertel verlangt etwas mehr Aufmerksamkeit als die großen Sehenswürdigkeiten. Viele Spuren verbergen sich hinter schlichten Fassaden, in Kellerräumen, Durchgängen oder ungewöhnlichen Grundstücksformen. Gerade dadurch entsteht ein authentischer Eindruck davon, wie eng das jüdische und christliche Nikolsburg miteinander verbunden waren.

Die Obere Synagoge

Von den einst zahlreichen Synagogen Nikolsburgs blieb nur die Obere Synagoge (Horní synagoga) erhalten. Ihr Ursprung reicht in das 16. Jahrhundert zurück. Nach Bränden und Umbauten erhielt das Gebäude seine barocke Gestalt.

Im Inneren fällt besonders die ungewöhnliche Gewölbekonstruktion auf, die von vier Säulen im Zentrum des Gebetssaals getragen wird. Heute gehört die Synagoge zum Regionalmuseum und beherbergt eine Ausstellung über Rabbi Löw und das jüdische Bildungswesen in Mähren.

Die Synagoge liegt nur wenige Gehminuten vom Hauptplatz entfernt. Sie lässt sich daher gut in einen Rundgang durch die Altstadt integrieren.

Der jüdische Friedhof

Am westlichen Hang unterhalb der Ziegenburg liegt der jüdische Friedhof. Er zählt zu den bedeutendsten jüdischen Begräbnisstätten Tschechiens. Die ersten Bestattungen fanden vermutlich bereits im 15. Jahrhundert statt, der älteste noch lesbare Grabstein stammt aus dem Jahr 1605. Heute befinden sich auf dem Gelände ungefähr 4.000 Grabstätten.

Der bekannteste Bereich ist der sogenannte Rabbinerhügel. Dort wurden bedeutende Nikolsburger Rabbiner und mährische Landesrabbiner bestattet. Die Grabsteine stammen aus verschiedenen Epochen und zeigen Renaissance-, Barock- und klassizistische Formen.

Zum Friedhof gehört außerdem eine historische Zeremonienhalle. Wegen des unregelmäßigen Geländes, der alten Bäume und der dicht stehenden Grabsteine besitzt der Ort eine besondere Atmosphäre. Für einen respektvollen Rundgang solltest du ausreichend Zeit einplanen.

Aussicht von der Ziegenburg

Nördlich des historischen Zentrums steht auf einem felsigen Hügel die Ziegenburg (Kozí hrádek). Der erhaltene Wehrturm war einst Teil der Stadtverteidigung und sicherte die Zugänge zum Schloss.

Heute gehört der Hügel zu den beliebtesten Aussichtspunkten Nikolsburgs. Von oben zeigt sich die besondere Topografie der Stadt besonders deutlich: Auf der einen Seite erhebt sich das Schloss, auf der anderen der Heilige Berg, während sich dazwischen Altstadt, Kirchen und Weinberge ausbreiten.

Der Aufstieg ist kürzer als der Weg auf den Heiligen Berg und eignet sich deshalb auch für einen spontanen Spaziergang am Abend. Das Licht fällt dann häufig seitlich auf das Schloss und die roten Dächer der Altstadt.

Höhle Na Turoldu und Kalksteinlandschaft

Am nördlichen Stadtrand liegt der Turold, ein ehemaliges Kalksteinabbaugebiet mit der Höhle Na Turoldu (Jeskyně Na Turoldu). Das unterirdische System gehört zur Karstlandschaft der Pollauer Berge und unterscheidet sich deutlich von den großen Tropfsteinhöhlen des Mährischen Karstes.

Rund um den früheren Steinbruch kannst du geologische Strukturen, Trockenrasen und typische Pflanzen der wärmeren südmährischen Landschaft entdecken. Der Turold lässt sich gut mit einem Spaziergang zur Ziegenburg oder einer längeren Wanderung in Richtung Katzenklippe (Kočičí skála) verbinden. Markierte Wege führen von Nikolsburg durch die Kalksteinlandschaft der Pálava.

Nikolsburg als Stadt des Weins

Wein gehört in Nikolsburg nicht nur zur Gastronomie, sondern zur Identität der Stadt. Nikolsburg ist das Zentrum der gleichnamigen Weinbausubregion, einer von vier südmährischen Weinbausubregionen. Die kalkreichen Böden und das warme Klima schaffen besonders günstige Bedingungen für Weißwein.

Zu den typischen Rebsorten der Umgebung gehören Welschriesling, Grüner Veltliner, Riesling, Sauvignon, Chardonnay und Grauburgunder. Eng mit der Region verbunden ist außerdem die aromatische Rebsorte Pálava.

In der Stadt findest du historische Weinkeller, Vinotheken, Weingüter und Restaurants mit regionalen Weinen. Viele Betriebe bieten Verkostungen an, bei denen du Unterschiede zwischen einzelnen Lagen und Rebsorten kennenlernen kannst. Besonders reizvoll ist es, den Stadtbesuch mit einer Wanderung durch die Weinberge oder einer Radtour zu verbinden.

Das bekannteste Weinfest der Stadt ist die Pollauer Weinlese (Pálavské vinobraní), die traditionell im September stattfindet. Dann wird das historische Zentrum mehrere Tage lang zur Kulisse für Wein, Musik, Umzüge und kulturelle Veranstaltungen.

Wandern und Radfahren rund um Nikolsburg

Nikolsburg ist ein hervorragender Ausgangspunkt für Wanderungen durch die Pollauer Berge. Ein dichtes Netz markierter Wege verbindet den Heiligen Berg, die Ziegenburg, den Turold und die umliegenden Kalksteinformationen. Längere Routen führen über Klentnitz (Klentnice) zur Burgruine Waisenstein (Sirotčí hrádek), zur Tafelberglandschaft und weiter in Richtung Pollau.

Auch für Radfahrer ist die Region attraktiv. Wege verlaufen durch Weinberge, entlang kleiner Dörfer und zu den Stauseen von Neumühl (Nové Mlýny). Die überwiegend offene Landschaft bietet weite Ausblicke, allerdings können Wind, Sonne und längere Steigungen an den Pollauer Bergen anspruchsvoller sein, als es die geringe Höhe der Landschaft zunächst vermuten lässt.

Im Sommer solltest du für Touren ausreichend Wasser mitnehmen. Viele Hänge sind nur spärlich bewaldet und bieten wenig Schatten.

Ausflüge in die Umgebung

Zu den beliebtesten Zielen nördlich von Nikolsburg gehören Pollau und Unterwisternitz (Dolní Věstonice). Pollau liegt unterhalb der Burgruine Maidenburg (Děvičky) und bietet Ausblicke auf die Stauseen von Neumühl. Unterwisternitz ist durch bedeutende archäologische Funde aus der Altsteinzeit bekannt.

Östlich von Nikolsburg beginnt die Kulturlandschaft Eisgrub-Feldsberg (Lednice–Valtice). Das UNESCO-Welterbe umfasst Schlösser, Parks, Teiche, Alleen und romantische Bauwerke in einer großflächig gestalteten Landschaft. Die geschützte Kernfläche erstreckt sich über rund 143 Quadratkilometer.

Auch grenzüberschreitende Ausflüge nach Niederösterreich bieten sich an. Laa an der Thaya und die Weinorte rund um Falkenstein liegen nur eine kurze Fahrt entfernt. Dadurch kannst du den Aufenthalt in Nikolsburg gut mit einer Reise durch das österreichische Weinviertel verbinden.

Wie viel Zeit solltest du für Nikolsburg einplanen?

Für Schloss, Hauptplatz, jüdisches Viertel und einen Aussichtspunkt solltest du mindestens einen vollständigen Tag einplanen. Dabei bleibt allerdings nur wenig Zeit für Museen, längere Besichtigungen oder eine Weinverkostung.

Zwei Tage sind ideal, um zusätzlich den Heiligen Berg, den jüdischen Friedhof, die Ziegenburg und den Turold zu besuchen. Mit drei oder vier Tagen kannst du Wanderungen durch die Pollauer Berge sowie Ausflüge nach Pollau, Unterwisternitz oder Eisgrub-Feldsberg einplanen. Diese Empfehlung ergibt sich aus der Lage und Zahl der Sehenswürdigkeiten sowie den zahlreichen Wander- und Ausflugsmöglichkeiten rund um die Stadt.

Kurzinfos

  • Deutscher Name: Nikolsburg
  • Tschechischer Name: Mikulov
  • Region: Südmähren (Jihomoravský kraj)
  • Historische Landschaft: Mähren
  • Erste schriftliche Erwähnung: 1173
  • Bedeutende Herrscherfamilien: Liechtensteiner und Dietrichsteiner
  • Bekanntestes Wahrzeichen: Schloss Nikolsburg (Zámek Mikulov)
  • Weitere Wahrzeichen: Heiliger Berg (Svatý kopeček) und Ziegenburg (Kozí hrádek)
  • Bedeutendes Kulturerbe: Historisches jüdisches Viertel mit Oberer Synagoge und jüdischem Friedhof
  • Weinbauregion: Weinbausubregion Nikolsburg (Mikulovská vinařská podoblast)
  • Typische Landschaft: Weinberge, Kalksteinfelsen und Trockenrasen der Pollauer Berge
  • Empfohlene Aufenthaltsdauer: Zwei Tage für die Stadt, drei bis vier Tage mit Ausflügen
  • Geeignet für: Kulturreisen, Weinreisen, Wanderungen, Radtouren und romantische Wochenenden
  • Nahe Ausflugsziele: Pollauer Berge, Pollau, Unterwisternitz, Stauseen von Neumühl und Eisgrub-Feldsberg
  • Grenznähe: Wenige Kilometer von Österreich entfernt