Pardubitz (Pardubice)

Pardubitz (Pardubice) ist eine vielseitige Stadt in Ostböhmen, die historische Architektur, moderne Kultur, Pferdesport und regionale Traditionen miteinander verbindet. Im kompakten Zentrum entdeckst du farbenfrohe Bürgerhäuser, das markante Grüne Tor und das wehrhafte Pardubitzer Schloss. Nur wenige Gehminuten entfernt setzen die Automatischen Mühlen einen spannenden modernen Kontrast zur Renaissance-Altstadt.

Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Elbe (Labe) und Chrudimka und eignet sich dadurch auch gut für Spaziergänge und Radtouren. Bekannt ist Pardubitz außerdem für seinen Pfefferkuchen und das Große Pardubitzer Hindernisrennen. Durch die gute Lage kannst du deinen Stadtbesuch leicht mit Ausflügen zum Kunietitzer Berg, nach Kladrub an der Elbe oder in weitere Städte Ostböhmens verbinden.

Sehenswürdigkeiten und historische Altstadt

Das historische Zentrum von Pardubitz erstreckt sich rund um den Pernsteinplatz. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören das Grüne Tor, die Bartholomäuskirche und das Pardubitzer Schloss. Viele Gebäude erinnern an die Zeit der mächtigen Familie Pernstein, die das Stadtbild entscheidend geprägt hat.

Schloss, Museen und Galerien

Im Pardubitzer Schloss befindet sich das Ostböhmische Museum mit Ausstellungen zur regionalen Geschichte, Kunst und Natur. Weitere kulturelle Ziele sind die Gočár-Galerie, die Städtische Galerie GAMPA und das Institut Erinnerung der Nation.

Architektur und moderne Kultur

Neben Renaissance und Jugendstil besitzt Pardubitz mehrere bedeutende Beispiele moderner tschechischer Architektur. Besonders sehenswert sind die Automatischen Mühlen von Josef Gočár und das rondokubistische Krematorium von Pavel Janák.

Pfefferkuchen und regionale Spezialitäten

Der Pardubitzer Pfefferkuchen gehört zu den bekanntesten Spezialitäten der Stadt. In der Innenstadt findest du klassische, gefüllte und kunstvoll verzierte Varianten. Auch die regionale böhmische Küche spielt in Restaurants und Gasthäusern eine wichtige Rolle.

Pferde, Sport und Veranstaltungen

Pardubitz ist eng mit Pferden und Pferderennen verbunden. Das Große Pardubitzer Hindernisrennen gehört zu den traditionsreichsten Sportveranstaltungen Tschechiens. Darüber hinaus ist die Stadt für das Speedwayrennen Goldener Helm und ihre Luftfahrtgeschichte bekannt.

Natur und Ausflüge rund um Pardubitz

Die flache Umgebung eignet sich gut für Spaziergänge und Fahrradtouren entlang der Elbe und der Chrudimka. Beliebte Ausflugsziele sind die Burg Kunietitzer Berg, das Nationalgestüt Kladrub an der Elbe, Chrudim, Slatinian und der Kurort Bohdanetsch.


Altstadt und wichtigste Sehenswürdigkeiten

  • Grünes Tor (Zelená brána)
  • Pernsteinplatz (Pernštýnské náměstí)
  • Pardubitzer Schloss (Pardubický zámek)
  • Bartholomäuskirche (Kostel svatého Bartoloměje)
  • Haus zum Jonas (Dům U Jonáše)

Museen, Galerien und Architektur

  • Ostböhmisches Museum (Východočeské muzeum)
  • Automatische Mühlen (Automatické mlýny)
  • Gočár-Galerie (Gočárova galerie)
  • Städtische Galerie GAMPA
  • Pardubitzer Krematorium (Pardubické krematorium)

Geschichte und bedeutende Persönlichkeiten

  • Die Familie Pernstein in Pardubitz
  • Flugpionier Jan Kašpar
  • Gedenkstätte Zámeček
  • Institut Erinnerung der Nation (Institut Paměti národa)
  • Jüdische Geschichte von Pardubitz

Pferde, Sport und Veranstaltungen

  • Großes Pardubitzer Hindernisrennen (Velká pardubická)
  • Pardubitzer Rennbahn (Pardubické závodiště)
  • Taxisgraben (Taxisův příkop)
  • Goldener Helm von Pardubitz (Zlatá přilba)
  • Pferdetradition und Stadtwappen von Pardubitz

Kulinarik, Freizeit und Natur

  • Pardubitzer Pfefferkuchen (Pardubický perník)
  • Pfefferkuchenläden und Manufakturen in Pardubitz
  • Park an der Flussspitze (Park Na Špici)
  • Spazierwege an Elbe und Chrudimka
  • Radfahren rund um Pardubitz

Ausflüge und Reiseplanung

  • Burg Kunietitzer Berg (Hrad Kunětická hora)
  • Ausflug nach Kladrub an der Elbe (Kladruby nad Labem)
  • Ausflug nach Chrudim
  • Pardubitz an einem Tag
  • Anreise und öffentlicher Verkehr in Pardubitz

Pardubitz entdecken: Lerne die Stadt kennen

Pardubitz (Pardubice) gehört zu den interessantesten Städten Ostböhmens. Die Stadt verbindet eine kompakte Renaissance-Altstadt mit einem wehrhaften Schloss, moderner Architektur, weitläufigen Grünanlagen und einer ausgeprägten Pferdesporttradition. Gleichzeitig ist Pardubitz für seinen verzierten Pfefferkuchen bekannt, der heute zu den bekanntesten kulinarischen Spezialitäten Tschechiens zählt.

Das historische Zentrum lässt sich bequem zu Fuß erkunden. Vom Grünen Tor führt der Weg direkt auf den Pernsteinplatz und weiter zum Pardubitzer Schloss. Nur wenige Minuten entfernt beginnt mit den Automatischen Mühlen ein modernes Kulturviertel, das historische Industriearchitektur mit Kunst, Bildung und öffentlichen Veranstaltungsflächen verbindet.

Durch die Lage an der Elbe (Labe) und der Chrudimka eignet sich Pardubitz außerdem gut für Spaziergänge und Radtouren. Die Umgebung ist überwiegend flach und bietet mehrere Ausflugsziele, darunter die Burg Kunietitzer Berg, das Nationalgestüt Kladrub an der Elbe und die Nachbarstadt Chrudim.

Pardubitz in Ostböhmen

Pardubitz liegt in der ostböhmischen Elbniederung am Zusammenfluss von Elbe und Chrudimka. Die Stadt ist das Verwaltungszentrum der Region Pardubitz und bildet gemeinsam mit Königgrätz (Hradec Králové) einen der wichtigsten städtischen Räume Ostböhmens.

Die flache Landschaft unterscheidet Pardubitz deutlich von vielen anderen tschechischen Städten, die von Hügeln oder Mittelgebirgen umgeben sind. Dadurch eignet sich die Umgebung besonders gut für entspannte Radtouren, Spaziergänge an den Flüssen und Ausflüge in die Teichlandschaften der Region.

Das Zentrum ist überschaubar und wirkt trotz der Bedeutung der Stadt angenehm kompakt. Die wichtigsten historischen Sehenswürdigkeiten liegen dicht beieinander. Gleichzeitig besitzt Pardubitz mehrere moderne Stadtviertel, Sportanlagen, Hochschulen und Industriegebiete.

Die Geschichte von Pardubitz

Pardubitz wurde erstmals gegen Ende des 13. Jahrhunderts schriftlich erwähnt. Seine wichtigste historische Entwicklungsphase begann jedoch im späten 15. Jahrhundert, als die Familie Pernstein die Herrschaft übernahm.

Wilhelm von Pernstein ließ die mittelalterliche Burg zu einer repräsentativen Residenz ausbauen. Gleichzeitig wurde die Stadt neu gestaltet. Viele Bürgerhäuser erhielten spätgotische und später Renaissance-Fassaden. Die bis heute erkennbare Verbindung aus Schloss, Befestigungsanlagen und planmäßig angelegter Altstadt geht wesentlich auf diese Zeit zurück.

Die Pernsteiner gehörten zu den mächtigsten Adelsfamilien Böhmens und Mährens. Ihr Einfluss prägt das Stadtbild bis heute. Der Pernsteinplatz, das Schloss, die Bartholomäuskirche und zahlreiche dekorative Fassaden erinnern an die wirtschaftliche und politische Bedeutung der Familie.

Ein weiterer Wendepunkt war die Eröffnung der Eisenbahnverbindung zwischen Prag und Olmütz im Jahr 1845. Pardubitz entwickelte sich zu einem wichtigen Verkehrsknoten und Industriestandort. Im 19. und 20. Jahrhundert entstanden neue Wohnviertel, Fabriken, öffentliche Gebäude und Sportanlagen.

Der Pernsteinplatz

Der Pernsteinplatz (Pernštýnské náměstí) bildet das historische Zentrum von Pardubitz. Rund um den Platz stehen reich verzierte Bürgerhäuser, deren Fassaden unterschiedliche Baustile zeigen. Spätgotische Elemente treffen auf Renaissance, Barock, Klassizismus und historistische Umbauten.

Viele Gebäude besitzen farbige Fassaden, dekorative Giebel und gemalte Ornamente. Besonders auffällig ist das Haus zum Jonas (Dům U Jonáše). Seine Fassade wird von einer plastischen Darstellung des biblischen Propheten Jonas geprägt, der von einem Wal verschlungen wird.

An einer Seite des Platzes steht das repräsentative Rathaus. Das Neorenaissance-Gebäude entstand im 19. Jahrhundert und fügt sich trotz seines vergleichsweise jungen Alters harmonisch in das historische Ensemble ein.

In der Mitte des Platzes befindet sich eine barocke Mariensäule. Cafés, Restaurants und kleinere Geschäfte machen den Pernsteinplatz zu einem angenehmen Ausgangspunkt für die Erkundung der Altstadt.

Das Grüne Tor

Das Grüne Tor (Zelená brána) ist das bekannteste Wahrzeichen von Pardubitz. Der hohe Torturm bildet den wichtigsten Zugang zum historischen Zentrum und ist bereits aus größerer Entfernung sichtbar.

Die Anlage besteht aus einem niedrigeren Torgebäude und dem dahinter aufragenden Turm. Der Name geht auf die grünliche Farbe des Daches zurück. An der Fassade befindet sich ein Relief, das die Wappenlegende von Pardubitz darstellt.

Der Turm kann normalerweise bestiegen werden. Von der Aussichtsplattform bietet sich ein weiter Blick über den Pernsteinplatz, die Dächer der Altstadt, das Schloss und die umliegende Elbniederung. Bei guter Sicht ist auch der Kunietitzer Berg zu erkennen.

Das Grüne Tor bildet zugleich die Verbindung zwischen dem historischen Stadtkern und der neueren Innenstadt. Wer vom Bahnhof oder von der zentralen Fußgängerzone kommt, erreicht durch das Tor direkt den Pernsteinplatz.

Das Pardubitzer Schloss

Das Pardubitzer Schloss (Pardubický zámek) gehört zu den ungewöhnlichsten Schlossanlagen Tschechiens. Es entstand aus einer mittelalterlichen Wasserburg und wurde unter den Pernsteinern zu einer repräsentativen Renaissance-Residenz umgebaut.

Anders als bei vielen anderen Schlössern blieben die mächtigen Erdwälle und Teile der Befestigungsanlagen erhalten. Dadurch verbindet die Anlage den Charakter eines Adelssitzes mit dem Erscheinungsbild einer Festung.

Der Zugang führt vom historischen Zentrum über den kleinen Platz Příhrádek zum Schlossgelände. Bereits der Weg durch die alten Tore vermittelt einen Eindruck von der früheren Verteidigungsfunktion.

Im Inneren befinden sich historische Säle, Wandmalereien und Ausstellungen. Zu den bedeutendsten Räumen gehören die Rittersäle und die Dreikönigskapelle. Besonders wertvoll sind die erhaltenen Renaissance-Malereien.

Auf den Wällen und im Schlosspark leben frei laufende Pfauen. Die Wege rund um das Schloss eignen sich gut für einen ruhigen Spaziergang und bieten immer wieder Ausblicke auf die Befestigungsanlagen.

Das Ostböhmische Museum

Im Pardubitzer Schloss befindet sich das Ostböhmische Museum (Východočeské muzeum). Seine Sammlungen behandeln die Geschichte, Kunst und Natur Ostböhmens.

Die Ausstellungen reichen von archäologischen Funden über historische Waffen und Münzen bis zu regionalem Kunsthandwerk. Besonders bekannt ist die Sammlung böhmischer Glaskunst. Weitere Bereiche widmen sich der Stadtgeschichte und der Entwicklung des Schlosses.

Durch die Verbindung von Museum und historischem Gebäude eignet sich der Besuch auch für Reisende, die sich normalerweise nur wenig Zeit für klassische Museumsausstellungen nehmen. Viele Räume sind bereits wegen ihrer Architektur und Wandmalereien sehenswert.

Die Bartholomäuskirche

Die Bartholomäuskirche (Kostel svatého Bartoloměje) steht zwischen dem Pernsteinplatz und dem Schloss. Sie wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts als Stadt- und Begräbniskirche der Pernsteiner errichtet.

Der Bau wirkt von außen vergleichsweise schlicht, besitzt jedoch eine große historische Bedeutung. Im Chorraum befindet sich das Grabmal von Adalbert von Pernstein. Es gehört zu den wichtigsten Renaissance-Grabmälern der Region.

Die Kirche bildet gemeinsam mit dem Grünen Tor, dem Pernsteinplatz und dem Schloss eines der zentralen historischen Ensembles von Pardubitz.

Příhrádek und die alten Schlosszugänge

Příhrádek ist ein kleiner historischer Platz zwischen Altstadt und Schloss. Er wird von ehemaligen Befestigungstoren, historischen Gebäuden und ruhigen Durchgängen eingerahmt.

Der Platz gehörte ursprünglich zum gesicherten Vorbereich der Schlossanlage. Heute bildet er einen atmosphärischen Übergang zwischen dem belebteren Stadtzentrum und dem ruhigeren Schlossgelände.

Příhrádek wird häufig nur auf dem Weg zum Schloss durchquert, lohnt sich aber auch als eigenständiger kurzer Zwischenstopp. Besonders am frühen Morgen oder am Abend lässt sich hier die historische Struktur der Stadt gut nachvollziehen.

Die Automatischen Mühlen

Die Automatischen Mühlen (Automatické mlýny) gehören zu den bedeutendsten modernen Sehenswürdigkeiten von Pardubitz. Der monumentale Industriekomplex wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Plänen des Architekten Josef Gočár errichtet.

Gočár zählt zu den wichtigsten Vertretern der modernen tschechischen Architektur. Das Mühlengebäude erinnert mit seinen massiven Backsteinfassaden, Türmen und geometrischen Formen teilweise an eine Festung.

Nach dem Ende des industriellen Betriebs wurde das Gelände umfassend umgestaltet. Heute bildet es ein Kultur-, Bildungs- und Kreativviertel. Historische Industriearchitektur wurde dabei mit neuen Gebäuden und öffentlichen Plätzen verbunden.

Auf dem Gelände befinden sich Galerien, Veranstaltungsräume, Bildungsangebote und eine Aussichtsterrasse. Die Automatischen Mühlen zeigen, wie sich ehemalige Industrieanlagen zeitgemäß weiterentwickeln lassen, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren.

Die Gočár-Galerie und die Städtische Galerie

Die Gočár-Galerie nutzt Ausstellungsräume in den Automatischen Mühlen und im Haus zum Jonas am Pernsteinplatz. Der Schwerpunkt liegt auf moderner und zeitgenössischer Kunst.

Auch die Städtische Galerie GAMPA befindet sich im Areal der Automatischen Mühlen. Sie zeigt wechselnde Ausstellungen, Installationen und Projekte zu gesellschaftlichen und kulturellen Themen.

Durch die Nähe zur Altstadt lassen sich die Galerien gut mit einem Rundgang durch das historische Zentrum verbinden. Die Kombination aus Renaissancearchitektur, Industriekultur und zeitgenössischer Kunst gehört zu den besonderen Stärken von Pardubitz.

Das Ostböhmische Theater

Das Ostböhmische Theater (Východočeské divadlo) zählt zu den markantesten Gebäuden der neueren Innenstadt. Der Jugendstilbau entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Plänen des Architekten Antonín Balšánek.

Die Fassade ist mit Figuren, Ornamenten und weiteren dekorativen Elementen geschmückt. Das Theater bildet einen deutlichen architektonischen Kontrast zur Renaissance-Altstadt.

Auch ohne Vorstellungsbesuch lohnt sich ein Blick auf das Gebäude. Es liegt nur wenige Gehminuten vom Grünen Tor entfernt und lässt sich gut in einen Stadtrundgang integrieren.

Das Pardubitzer Krematorium

Das Pardubitzer Krematorium ist eines der bedeutendsten Beispiele des tschechischen Rondokubismus. Es wurde nach Plänen des Architekten Pavel Janák errichtet.

Der Rondokubismus entwickelte sich in der Tschechoslowakei nach dem Ersten Weltkrieg. Typisch sind runde, bogenförmige und geometrische Gestaltungselemente, die traditionelle slawische Motive mit moderner Architektur verbinden sollten.

Bekannt wurde das Gebäude auch als Drehort des Films „Der Leichenverbrenner“. Das Krematorium liegt außerhalb des unmittelbaren historischen Zentrums, ist für Architektur- und Filmfreunde jedoch ein interessantes Ziel.

Pardubitzer Pfefferkuchen

Pardubitz ist in ganz Tschechien für seinen Pfefferkuchen beziehungsweise Lebkuchen bekannt. Der Pardubitzer Pfefferkuchen (Pardubický perník) wird in unterschiedlichen Formen, Größen und Geschmacksrichtungen angeboten.

Besonders typisch sind verzierte Herzen, Figuren und kleine Pfefferkuchenhäuser. Viele Stücke sind mit weißem oder farbigem Zuckerguss dekoriert. Sie werden sowohl als Süßigkeit als auch als Andenken verkauft.

Die Herstellung besitzt in Pardubitz eine lange Tradition. Das Produkt ist heute eng mit dem Namen der Stadt verbunden und als regionale Spezialität geschützt.

In der Innenstadt findest du mehrere Geschäfte, die klassischen Pfefferkuchen, gefüllte Varianten und aufwendig dekorierte Stücke anbieten. Für viele Besucher gehört der Kauf eines Pfefferkuchens fest zu einem Aufenthalt in Pardubitz.

Pferde und das Große Pardubitzer Hindernisrennen

Pferde spielen in der Geschichte und im Selbstbild von Pardubitz eine zentrale Rolle. Bereits das Stadtwappen zeigt ein halbes weißes Pferd auf rotem Grund.

Die Pardubitzer Rennbahn gehört zu den bekanntesten Pferderennbahnen Mitteleuropas. Seit dem 19. Jahrhundert finden hier bedeutende Rennen statt.

Das wichtigste Ereignis ist das Große Pardubitzer Hindernisrennen (Velká pardubická). Es wurde erstmals 1874 ausgetragen und gilt als eines der anspruchsvollsten Hindernisrennen Europas.

Die Strecke führt über unterschiedliche natürliche und künstliche Hindernisse. Besonders bekannt ist der Taxisgraben, der außerhalb des eigentlichen Rennens nicht übersprungen wird.

Auch außerhalb großer Renntage ist die Pferdetradition in der Stadt präsent. Sie prägt Veranstaltungen, Denkmäler, Souvenirs und die touristische Darstellung von Pardubitz.

Speedway und der Goldene Helm

Neben dem Pferdesport besitzt Pardubitz eine lange Speedwaytradition. Das bekannteste Rennen ist der Goldene Helm (Zlatá přilba), der erstmals 1929 ausgetragen wurde.

Das Rennen gehört zu den traditionsreichsten Speedwayveranstaltungen der Welt. Fahrer aus unterschiedlichen Ländern treten dabei gegeneinander an.

Pferderennen und Speedway zeigen zwei sehr unterschiedliche Seiten der Sportstadt Pardubitz. Beide Veranstaltungen ziehen regelmäßig Besucher aus dem In- und Ausland an.

Jan Kašpar und die Luftfahrtgeschichte

Pardubitz ist eng mit den Anfängen der tschechischen Luftfahrt verbunden. Der Ingenieur und Flugpionier Jan Kašpar stammte aus der Stadt.

Im Jahr 1911 absolvierte er einen historischen Flug von Pardubitz nach Prag. Dieser Flug gilt als wichtiger Meilenstein der tschechischen Luftfahrtgeschichte.

An Jan Kašpar erinnern Denkmäler, Straßennamen und Ausstellungen. Seine Geschichte ergänzt das Stadtbild um ein weiteres technikgeschichtliches Thema neben Eisenbahn, Industriearchitektur und Motorsport.

Erinnerung an den Widerstand

Während des Zweiten Weltkriegs war Pardubitz ein bedeutender Ort des tschechoslowakischen Widerstands. Die Stadt war eng mit der Widerstandsgruppe Silver A verbunden, die Kontakt zur tschechoslowakischen Exilregierung hielt.

Nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich wurden zahlreiche Menschen verhaftet und ermordet. An der Hinrichtungsstätte Zámeček kamen im Jahr 1942 insgesamt 194 Menschen ums Leben.

Heute erinnert die Gedenkstätte Zámeček an die Opfer, den Widerstand und die deutsche Besatzung. Die moderne Ausstellung arbeitet mit historischen Dokumenten, Zeitzeugenberichten und multimedialen Elementen.

Auch das Institut Erinnerung der Nation beschäftigt sich mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen persönliche Erlebnisse von Menschen, die Krieg, Diktatur, Verfolgung und politische Umbrüche erlebt haben.

Spaziergänge an Elbe und Chrudimka

Pardubitz liegt direkt an zwei Flüssen. Elbe und Chrudimka prägen nicht nur die Landschaft, sondern bieten auch Möglichkeiten für Spaziergänge und Radtouren.

Ein beliebtes Ziel ist der Park Na Špici am Zusammenfluss der beiden Flüsse. Die Grünanlage verfügt über Wege, Sportflächen, Spielmöglichkeiten und offene Wiesen.

Entlang der Flüsse verlaufen mehrere Rad- und Spazierwege. Durch das flache Gelände sind die Strecken auch für Familien und weniger geübte Radfahrer geeignet.

Die Wege bieten eine ruhige Alternative zum historischen Zentrum. Besonders an warmen Tagen lässt sich ein Stadtrundgang gut mit einer Pause am Wasser verbinden.

Radfahren rund um Pardubitz

Die Umgebung von Pardubitz gehört zu den fahrradfreundlichsten Regionen Tschechiens. Große Steigungen gibt es kaum, und viele Ziele sind über Nebenstraßen oder ausgebaute Radwege erreichbar.

Beliebte Strecken führen entlang der Elbe, zum Kunietitzer Berg, nach Bohdanetsch oder in Richtung Kladrub an der Elbe. Auch eine Verbindung nach Königgrätz ist möglich.

Pardubitz eignet sich deshalb gut als Ausgangspunkt für mehrtägige Radtouren durch Ostböhmen. Dabei lassen sich Städte, Schlösser, Teichlandschaften, Wälder und historische Dörfer miteinander verbinden.

Die Burg Kunietitzer Berg

Die Burg Kunietitzer Berg (Hrad Kunětická hora) liegt wenige Kilometer nordöstlich von Pardubitz. Sie steht auf einem weithin sichtbaren Hügel, der sich deutlich aus der flachen Elbniederung erhebt.

Die Burg wurde im Mittelalter gegründet und später von den Pernsteinern ausgebaut. Trotz mehrerer Zerstörungen und Umbauten besitzt sie bis heute einen eindrucksvollen wehrhaften Charakter.

Von der Burg eröffnet sich ein weiter Blick über die Landschaft Ostböhmens. Bei gutem Wetter sind Pardubitz, Königgrätz und entfernte Gebirgszüge zu erkennen.

Der Kunietitzer Berg lässt sich mit dem Fahrrad, dem Auto oder teilweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Er gehört zu den wichtigsten Ausflugszielen für Besucher von Pardubitz.

Weitere Ausflugsziele in der Umgebung

Rund um Pardubitz liegen mehrere sehenswerte Städte, Schlösser und Landschaftsgebiete. Besonders bedeutend ist Kladrub an der Elbe (Kladruby nad Labem) mit seinem historischen Nationalgestüt und der von Pferdezucht geprägten Kulturlandschaft.

Südlich von Pardubitz liegt Chrudim. Die historische Stadt ist vor allem für ihr Marionettenmuseum und den gut erhaltenen Marktplatz bekannt.

Slatinian (Slatiňany) verbindet ein Schloss, einen Landschaftspark und Themen rund um Pferdezucht. Bohdanetsch (Lázně Bohdaneč) ist ein kleiner Kurort mit Architektur von Josef Gočár und einer von Teichen geprägten Umgebung.

Auch Königgrätz ist schnell erreichbar. Die Stadt ist für ihre historische Altstadt und ihre moderne Architektur bekannt. Für einen längeren Tagesausflug bietet sich außerdem Kuttenberg (Kutná Hora) an.

Wie viel Zeit solltest du für Pardubitz einplanen?

Für einen ersten Überblick reicht ein voller Tag. In dieser Zeit kannst du das Grüne Tor, den Pernsteinplatz, die Bartholomäuskirche, das Schloss und die Automatischen Mühlen besuchen.

Mit einem Museumsbesuch, einer Galerie oder einem längeren Spaziergang entlang der Flüsse sind zwei Tage sinnvoll. Ein zweiter Tag bietet außerdem ausreichend Zeit für einen Ausflug zum Kunietitzer Berg oder nach Kladrub an der Elbe.

Pardubitz eignet sich sowohl als eigenständiges Städteziel als auch als Zwischenstopp auf einer Reise durch Ostböhmen. Durch die gute Bahnverbindung lässt sich die Stadt unkompliziert mit Prag, Königgrätz, Brünn und weiteren tschechischen Städten kombinieren.

Kurzinfos

  • Deutscher Name: Pardubitz
  • Tschechischer Name: Pardubice
  • Region: Region Pardubitz (Pardubický kraj)
  • Historische Landschaft: Ostböhmen
  • Lage: Am Zusammenfluss von Elbe (Labe) und Chrudimka
  • Erste schriftliche Erwähnung: 1295
  • Prägende Adelsfamilie: Pernstein
  • Bekanntestes Wahrzeichen: Grünes Tor (Zelená brána)
  • Wichtigste Schlossanlage: Pardubitzer Schloss (Pardubický zámek)
  • Zentraler Altstadtplatz: Pernsteinplatz (Pernštýnské náměstí)
  • Bekannte Spezialität: Pardubitzer Pfefferkuchen (Pardubický perník)
  • Bekannteste Sportveranstaltung: Großes Pardubitzer Hindernisrennen (Velká pardubická)
  • Bedeutendes modernes Kulturareal: Automatische Mühlen (Automatické mlýny)
  • Empfohlene Aufenthaltsdauer: Ein bis zwei Tage
  • Geeignet für: Architekturfreunde, Kulturreisende, Familien, Radfahrer und Pferdesportfreunde
  • Wichtigstes nahes Ausflugsziel: Burg Kunietitzer Berg (Hrad Kunětická hora)
  • Weitere nahe Ausflugsziele: Kladrub an der Elbe, Chrudim, Slatinian, Bohdanetsch und Königgrätz