Prachatitz (Prachatice) ist eine historische Stadt am Rand des Böhmerwaldes. Die gut erhaltene Renaissancealtstadt, farbenreiche Sgraffitofassaden und die Spuren des mittelalterlichen Salzhandels machen den Ort zu einem attraktiven Ziel für Kulturreisende, Wanderer und Entdecker kleinerer böhmischer Städte. Durch die kompakte Altstadt lassen sich viele Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erreichen.
Renaissancealtstadt und Großer Platz
Der Große Platz bildet das Zentrum von Prachatitz. Rundherum stehen reich verzierte Bürgerhäuser, das Alte Rathaus und das Neue Rathaus. Besonders auffällig sind die zahlreichen Renaissancefassaden mit figürlichen und ornamentalen Sgraffiti.
Goldener Steig und Salzhandel
Prachatitz verdankte seinen früheren Wohlstand dem Goldenen Steig. Über den historischen Handelsweg transportierten Säumer Salz aus dem Raum Passau nach Böhmen. Museen, Fassaden und Wanderwege erinnern bis heute an diese bedeutende Epoche.
Stadttore und Befestigungsanlagen
Teile der mittelalterlichen Stadtmauer sind noch erhalten. Das Untere Tor gehört zu den bekanntesten Bauwerken der Stadt und bildet einen eindrucksvollen Zugang zur Altstadt. Ein Spaziergang entlang der Befestigung vermittelt einen guten Eindruck von der früheren Größe der Anlage.
Kirchen, Museen und Stadtgeschichte
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören die Jakobskirche und das Prachatitzer Museum. Weitere historische Orte erinnern an Persönlichkeiten wie Johann Nepomuk Neumann, Jan Hus und Christian von Prachatitz.
Wandern am Libín
Der Libín ist der Hausberg von Prachatitz und erhebt sich südlich der Stadt. Wanderwege führen durch die Wälder bis zum Aussichtsturm auf dem Gipfel. Von dort eröffnet sich ein weiter Blick über Südböhmen und den Böhmerwald.
Ausflüge rund um Prachatitz
Prachatitz eignet sich als Ausgangspunkt für Touren nach Hussinetz, Wallern und Winterberg. Auch der Böhmerwald und der Lipno-Stausee sind gut erreichbar. Dadurch lässt sich ein Stadtbesuch abwechslungsreich mit Natur, Geschichte und weiteren Ausflugszielen verbinden.
Prachatitz entdecken: Lerne die Stadt kennen
Prachatitz (Prachatice) gehört zu den schönsten historischen Städten im Süden Tschechiens. Die kompakte Altstadt liegt am Rand des Böhmerwaldes und ist von einer teilweise erhaltenen Stadtbefestigung umgeben. Renaissancehäuser mit kunstvollen Sgraffitofassaden, schmale Gassen, historische Stadttore und der weitläufige Große Platz erinnern an eine Zeit, in der Prachatitz zu den wichtigsten Handelsstädten Südböhmens gehörte.
Der Wohlstand der Stadt beruhte vor allem auf dem Goldenen Steig. Über diesen mittelalterlichen Handelsweg transportierten Säumer Salz aus dem Raum Passau nach Böhmen. Prachatitz entwickelte sich dadurch zu einem bedeutenden Markt- und Umschlagplatz. Noch heute begegnet Dir die Geschichte des Salzhandels an zahlreichen Gebäuden, in Museen, auf Wanderwegen und bei traditionellen Veranstaltungen.
Gleichzeitig ist Prachatitz ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in den Böhmerwald. Der Hausberg Libín erhebt sich unmittelbar südlich der Stadt und bietet Wanderwege, Waldlandschaften und einen Aussichtsturm. Dadurch kannst Du einen Besuch der historischen Altstadt unkompliziert mit Naturerlebnissen verbinden.
Eine Stadt zwischen Südböhmen und Böhmerwald
Prachatitz liegt im westlichen Teil Südböhmens in einem Talkessel am Fuß des Libín. Die Stadt befindet sich an der landschaftlichen Grenze zwischen dem südböhmischen Hügelland und den bewaldeten Höhen des Böhmerwaldes.
Diese Lage prägt den Charakter der Stadt bis heute. Im historischen Zentrum findest Du dicht beieinanderliegende Bürgerhäuser, Kirchen, Rathäuser und Reste der Stadtbefestigung. Nur wenige Kilometer außerhalb beginnen Wälder, Wanderwege und kleinere Ortschaften mit enger Verbindung zur Geschichte des Goldenen Steigs.
Prachatitz eignet sich daher sowohl für einen Tagesausflug als auch für einen längeren Aufenthalt. An einem Tag kannst Du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt besichtigen. Mit zusätzlichen Wanderungen, Museumsbesuchen und Ausflügen in die Umgebung lohnt sich auch ein Wochenende.
Der Goldene Steig und der Salzhandel
Die Geschichte von Prachatitz ist untrennbar mit dem Goldenen Steig verbunden. Der mittelalterliche Handelsweg führte vom Donauraum über den Böhmerwald nach Böhmen. Besonders wichtig war der Transport von Salz, das in den böhmischen Ländern benötigt wurde und aus dem Raum Passau eingeführt wurde.
Das Salz wurde auf Pferden über die bewaldeten Höhen des Böhmerwaldes transportiert. Die Händler und Pferdeführer wurden als Säumer bezeichnet. Ihre Karawanen zogen auf festgelegten Wegen durch die Landschaft und erreichten schließlich Prachatitz, wo das Salz gelagert, gehandelt und weiterverteilt wurde.
Die Stadt erhielt wichtige Handelsrechte und entwickelte sich zu einem wirtschaftlichen Zentrum der Region. Vor allem im 16. Jahrhundert brachte der Salzhandel großen Wohlstand. Wohlhabende Bürger ließen ihre Häuser ausbauen und mit aufwendigen Renaissancefassaden verzieren.
Als der Salzhandel im 17. Jahrhundert an Bedeutung verlor, endete die wirtschaftliche Blütezeit. Gleichzeitig wurden dadurch viele Gebäude später nur wenig verändert. So konnte sich das geschlossene historische Stadtbild bis in die Gegenwart erhalten.
Die Renaissancealtstadt von Prachatitz
Der historische Stadtkern von Prachatitz gehört zu den wertvollsten Altstadtanlagen Tschechiens. Zahlreiche Bürgerhäuser stammen aus der Renaissancezeit oder wurden während dieser Epoche grundlegend umgestaltet.
Besonders auffällig sind die Sgraffitofassaden. Bei dieser Gestaltungstechnik werden mehrere unterschiedlich gefärbte Putzschichten aufgetragen. Anschließend werden Muster, Ornamente oder figürliche Darstellungen aus der oberen Schicht herausgekratzt. Dadurch entstehen kontrastreiche Fassadenbilder.
In Prachatitz findest Du sowohl einfache geometrische Muster als auch aufwendige Szenen mit historischen, religiösen und allegorischen Motiven. Viele Häuser erzählen durch ihre Fassadengestaltung von der Bildung, dem Selbstverständnis und dem Wohlstand ihrer früheren Besitzer.
Das Zentrum steht als städtisches Denkmalreservat unter besonderem Schutz. Dennoch wirkt die Altstadt nicht wie ein abgeschlossener Museumsbereich. In den historischen Gebäuden befinden sich Geschäfte, Cafés, Restaurants, Behörden und kulturelle Einrichtungen.
Großer Platz als Mittelpunkt der Stadt
Das Herz der Altstadt ist der Große Platz (Velké náměstí). Der langgestreckte Platz wird von farbenfrohen Bürgerhäusern, den beiden Rathäusern und weiteren historischen Gebäuden umgeben.
Hier kannst Du besonders gut erkennen, wie geschlossen das Renaissancebild der Stadt erhalten geblieben ist. Viele Fassaden besitzen verzierte Giebel, Erker, Wandmalereien und Sgraffiti. Einige Häuser wurden später barock oder klassizistisch umgestaltet, ohne dass der historische Charakter des Platzes verloren ging.
Der Große Platz ist ein guter Ausgangspunkt für Deinen Stadtrundgang. Von hier erreichst Du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten innerhalb weniger Minuten. Kleine Gassen führen zur Jakobskirche, zum Unteren Tor und zu den erhaltenen Abschnitten der Stadtmauer.
Auf dem Platz steht außerdem ein historischer Brunnen. Zusammen mit den geschlossenen Häuserzeilen und den umliegenden Türmen bildet er eines der bekanntesten Stadtbilder von Prachatitz.
Altes Rathaus
Das Alte Rathaus (Stará radnice) gehört zu den bedeutendsten Renaissancegebäuden der Stadt. Es wurde im 16. Jahrhundert errichtet und besitzt eine reich gestaltete Fassade.
Die Sgraffitodarstellungen zeigen unter anderem Szenen, die sich mit Recht, Verantwortung und der Führung einer Stadt beschäftigen. Lateinische Inschriften und bildliche Motive sollten die damaligen Ratsherren an ihre Pflichten erinnern.
An der Fassade befindet sich außerdem das Wappen der Rosenberger. Dieses einflussreiche böhmische Adelsgeschlecht spielte über lange Zeit eine wichtige Rolle in der Geschichte Südböhmens und war eng mit der Entwicklung von Prachatitz verbunden.
Das Gebäude steht direkt am Großen Platz und bildet zusammen mit den benachbarten Bürgerhäusern eines der wichtigsten Renaissanceensembles der Altstadt.
Neues Rathaus
Unmittelbar neben dem Alten Rathaus steht das Neue Rathaus (Nová radnice). Das Gebäude entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Stil der Neorenaissance.
Besonders markant sind der Eckturm und die reich verzierte Fassade. Ein langes Sgraffitoband zeigt eine Säumerkarawane auf dem Goldenen Steig. Pferde, Waren und Händler erinnern an die Zeit, in der der Salzhandel den Wohlstand der Stadt begründete.
Obwohl das Neue Rathaus wesentlich jünger als die umliegenden Renaissancehäuser ist, fügt es sich durch seine historische Formensprache gut in das Stadtbild ein. Der direkte Vergleich zwischen Altem und Neuem Rathaus zeigt außerdem, wie stark sich spätere Architekten an der Blütezeit von Prachatitz orientierten.
Jakobskirche
Die Kirche des heiligen Jakobus des Älteren (Kostel svatého Jakuba Většího) ist das wichtigste Sakralgebäude der Stadt. Sie steht nur wenige Schritte vom Großen Platz entfernt und prägt mit ihren Türmen die Silhouette der Altstadt.
Der Bau der gotischen Kirche begann im Mittelalter. Spätere Umbauten und Restaurierungen ergänzten das Gebäude, ohne seinen gotischen Grundcharakter zu verändern.
Die Widmung an den heiligen Jakobus passt zur Geschichte von Prachatitz. Jakobus galt unter anderem als Schutzpatron von Pilgern, Kaufleuten und Reisenden. Damit war er für eine Stadt an einem bedeutenden Handelsweg von besonderer Bedeutung.
Im Inneren findest Du historische Altäre, Wandmalereien und weitere Kunstwerke aus verschiedenen Epochen. Einer der Türme kann zeitweise als Aussichtspunkt genutzt werden. Von oben bietet sich ein weiter Blick über die Dächer der Altstadt, die Stadtbefestigung und die bewaldete Umgebung.
Unteres Tor
Das Untere Tor (Dolní brána), auch Píseker Tor (Písecká brána) genannt, ist der eindrucksvollste erhaltene Zugang zur Altstadt. Es war Teil der mittelalterlichen Befestigung und kontrollierte eine der wichtigsten Straßen in die Stadt.
Das Tor besteht aus mehreren Bauabschnitten. Seine heutige Erscheinung ist stark von der Renaissance geprägt. Sgraffiti, Wappen und Inschriften schmücken die Fassade und machen das Gebäude zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Prachatitz.
Wenn Du durch das Tor gehst, bekommst Du einen guten Eindruck davon, wie Reisende und Händler früher die geschützte Stadt betraten. Hinter dem Tor öffnen sich die engen Altstadtgassen, die direkt zum Großen Platz führen.
Im Gebäude befindet sich heute die Galerie Unteres Tor. Dadurch verbindet das historische Bauwerk seine ursprüngliche Funktion als Teil der Stadtbefestigung mit einer kulturellen Nutzung.
Stadtmauer und Befestigungsanlagen
Prachatitz war von einem umfangreichen Befestigungssystem umgeben. Es bestand aus einer doppelten Stadtmauer, Toren, Türmen, Bastionen und einem Stadtgraben.
Mehrere Abschnitte der Mauern sind bis heute erhalten. Besonders im südlichen und östlichen Teil der Altstadt kannst Du den Verlauf der Befestigung gut nachvollziehen. Ein Rundgang entlang der Mauern zeigt Dir Prachatitz aus einer anderen Perspektive als der zentrale Große Platz.
Ursprünglich besaß die Stadt zwei bedeutende Haupttore. Neben dem erhaltenen Unteren Tor existierte das Obere Tor, das auch als Passauer Tor bezeichnet wurde. Durch dieses Tor kamen viele Säumerkarawanen aus Richtung Passau in die Stadt. Das Bauwerk wurde später abgerissen.
Entlang der ehemaligen Befestigung findest Du Informationstafeln und ruhige Wege. Der Mauerrundgang lässt sich gut mit einem Spaziergang durch die angrenzenden Grünflächen verbinden.
Prachatitzer Museum
Das Prachatitzer Museum (Prachatické muzeum) befindet sich in einem historischen Bürgerhaus am Großen Platz. Es ist die wichtigste Anlaufstelle, wenn Du mehr über die Stadtgeschichte und den Goldenen Steig erfahren möchtest.
Die Ausstellungen behandeln die Entwicklung von Prachatitz, das Leben der Bürger, die Renaissancezeit und die wirtschaftliche Bedeutung des Salzhandels. Historische Gegenstände, Modelle, Karten und Dokumente veranschaulichen den Alltag der Händler und Säumer.
Besonders interessant ist die Verbindung zwischen den Exponaten und den Gebäuden außerhalb des Museums. Nach dem Besuch kannst Du viele Details an den Fassaden, Rathäusern und Stadttoren besser einordnen.
Das Museum eignet sich auch als Programmpunkt bei schlechtem Wetter und ergänzt den Rundgang durch die Altstadt um den historischen Hintergrund.
Historische Bürgerhäuser und Sgraffitofassaden
Neben den Rathäusern prägen zahlreiche Bürgerhäuser das Erscheinungsbild von Prachatitz. Zu den bekanntesten Gebäuden gehören Häuser mit figürlichen Sgraffiti, biblischen Szenen, geometrischen Mustern und historischen Inschriften.
Viele Fassaden wurden während der wirtschaftlichen Blütezeit des 16. Jahrhunderts gestaltet. Die Bürger wollten mit den Verzierungen nicht nur ihren Wohlstand zeigen, sondern häufig auch Bildung, moralische Werte oder politische Verbundenheit ausdrücken.
Ein Rundgang durch die Stadt lohnt sich deshalb besonders langsam. Viele der interessantesten Darstellungen befinden sich oberhalb der Erdgeschosse und werden beim schnellen Vorbeigehen leicht übersehen.
Auch abseits des Großen Platzes findest Du verzierte Häuser, Durchgänge, kleine Innenhöfe und bauliche Details aus verschiedenen Jahrhunderten.
Johann Nepomuk Neumann
Prachatitz ist der Geburtsort des heiligen Johann Nepomuk Neumann (Jan Nepomuk Neumann). Er wurde im 19. Jahrhundert in der Stadt geboren, wanderte später in die Vereinigten Staaten aus und wurde Bischof von Philadelphia.
Neumann setzte sich besonders für Bildung, soziale Einrichtungen und den Aufbau katholischer Schulen ein. Im Jahr 1977 wurde er heiliggesprochen.
Sein Geburtshaus in Prachatitz erinnert an sein Leben und Wirken. Für kirchengeschichtlich interessierte Besucher ist es einer der wichtigsten Orte der Stadt. Auch in der lokalen Erinnerungskultur besitzt Johann Nepomuk Neumann eine besondere Bedeutung.
Jan Hus und der Weg nach Hussinetz
Mit der Umgebung von Prachatitz ist auch der böhmische Reformator Jan Hus verbunden. Er wurde im nahe gelegenen Hussinetz (Husinec) geboren und soll in Prachatitz die Schule besucht haben.
Ein historischer Wanderweg erinnert an seinen überlieferten Schulweg zwischen Hussinetz und Prachatitz. Die Strecke verbindet die Geschichte der beiden Orte mit der Landschaft entlang des Flusses Blanice.
In Prachatitz befindet sich außerdem ein Gebäude, das traditionell als Hus-Haus bezeichnet wird. Eine Ausstellung beschäftigt sich dort mit seinem Leben, seiner Zeit und seinem Vermächtnis.
Ein Ausflug nach Hussinetz lässt sich gut mit einem Aufenthalt in Prachatitz kombinieren. Der Ort liegt nur wenige Kilometer entfernt und besitzt ein Museum im mutmaßlichen Geburtshaus von Jan Hus.
Feste des Goldenen Salzsteigs
Die Feste des Goldenen Salzsteigs (Slavnosti Zlaté solné stezky) gehören zu den wichtigsten wiederkehrenden Veranstaltungen in Prachatitz. Sie erinnern an die historische Bedeutung des Salzhandels und der Säumerkarawanen.
Während des Festes ziehen kostümierte Gruppen durch die Altstadt. Historische Märkte, Handwerksvorführungen, Musik und verschiedene Darstellungen greifen das Leben in der Renaissancezeit auf.
Der Große Platz und die umliegenden Gassen bilden eine passende Kulisse für die Veranstaltung. Besonders die Renaissancehäuser und Stadttore lassen die Geschichte des Goldenen Steigs während des Festes lebendig erscheinen.
Da Termine und Programme jährlich wechseln, solltest Du die aktuellen Angaben vor Deiner Reise auf der offiziellen Tourismusseite der Stadt prüfen.
Wandern auf dem Goldenen Steig
Der Goldene Steig ist heute ein wichtiges Wander- und Geschichtsthema. Markierte Wege folgen teilweise den historischen Handelsrouten durch den Böhmerwald.
Von Prachatitz aus kannst Du verschiedene Abschnitte erkunden. Einige Wege führen durch Wälder, über alte Hohlwege und zu Orten, die früher als Rastplätze oder Handelsstationen dienten.
Besonders interessant ist die Verbindung zwischen Prachatitz und Wallern (Volary). Wallern war ebenfalls eng mit dem Salzhandel verbunden und besitzt bis heute eine besondere historische Beziehung zum Goldenen Steig.
Die Wanderwege eignen sich für Reisende, die Geschichte und Natur miteinander verbinden möchten. Informationstafeln und thematische Stationen erklären an vielen Stellen die Bedeutung der ehemaligen Handelsroute.
Libín – der Hausberg von Prachatitz
Südlich von Prachatitz erhebt sich der 1.096 Meter hohe Libín. Der bewaldete Berg ist ein beliebtes Ziel für Wanderungen und bildet eine markante Kulisse hinter der Stadt.
Auf dem Gipfel steht ein historischer Aussichtsturm. Von seiner Plattform reicht der Blick über den Böhmerwald, das südböhmische Hügelland und bei guten Bedingungen bis zu weiter entfernten Gebirgszügen.
Mehrere Wanderwege führen von Prachatitz auf den Libín. Die Strecke verläuft überwiegend durch Wald und überwindet einen deutlichen Höhenunterschied. Für den Aufstieg solltest Du daher feste Schuhe und ausreichend Zeit einplanen.
In der Umgebung des Berges befinden sich weitere Freizeitangebote. Der Libín eignet sich dadurch sowohl für klassische Wanderer als auch für aktive Besucher, die einen längeren Aufenthalt in Prachatitz planen.
Prachatitz als Ausgangspunkt für den Böhmerwald
Durch seine Lage am Rand des Böhmerwaldes ist Prachatitz ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region. Im Vergleich zu kleineren Bergorten bietet die Stadt eine größere Auswahl an Unterkünften, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und kulturellen Angeboten.
Von hier erreichst Du unter anderem Winterberg (Vimperk), Wallern, den Lipno-Stausee und verschiedene Wandergebiete des Böhmerwaldes. Auch kleinere Orte, historische Dörfer und Aussichtspunkte liegen in der Umgebung.
Prachatitz eignet sich besonders für Reisende, die nicht ausschließlich in der Natur übernachten möchten, sondern am Abend in eine historische Stadt zurückkehren wollen.
Ausflüge in der Umgebung
Ein naheliegendes Ausflugsziel ist Hussinetz mit dem Geburtshaus von Jan Hus. Die kleine Stadt liegt nordöstlich von Prachatitz und lässt sich mit einer Wanderung oder kurzen Fahrt erreichen.
Wallern ist ein weiteres wichtiges Ziel am Goldenen Steig. Die Stadt war ebenfalls ein bedeutender Ort des Salzhandels und ist für ihre Geschichte als Säumersiedlung bekannt.
Winterberg verbindet eine historische Altstadt mit einem Schloss und einer günstigen Lage im Böhmerwald. Der Ort eignet sich als Ausgangspunkt für weitere Touren in höhere Gebirgslagen.
Für einen längeren Ausflug bietet sich außerdem der Lipno-Stausee an. Rund um den See findest Du Wanderwege, Aussichtspunkte, Wassersportmöglichkeiten und verschiedene Freizeitangebote.
Essen und regionale Atmosphäre
In der Altstadt von Prachatitz findest Du Restaurants, Gasthäuser und Cafés in historischen Gebäuden. Die regionale Küche ist von südböhmischen und böhmischen Traditionen geprägt.
Typische Gerichte bestehen häufig aus Fleisch, Kartoffeln, Kraut, Knödeln oder Pilzen. In der waldreichen Umgebung spielen außerdem saisonale Waldfrüchte und Pilzgerichte eine Rolle.
Besonders angenehm ist eine Pause am Großen Platz. Von dort kannst Du die verzierten Fassaden und das ruhige Stadtleben beobachten. Außerhalb großer Veranstaltungen wirkt Prachatitz meist deutlich entspannter als bekanntere Reiseziele wie Krumau an der Moldau (Český Krumlov).
Wie viel Zeit solltest Du einplanen?
Für einen ersten Rundgang durch die Altstadt solltest Du mindestens einen halben Tag einplanen. Dabei kannst Du den Großen Platz, die Rathäuser, die Jakobskirche, das Untere Tor und Teile der Stadtmauer kennenlernen.
Mit einem Besuch im Prachatitzer Museum, weiteren Ausstellungen und einer längeren Pause lohnt sich ein ganzer Tag. Wenn Du zusätzlich auf den Libín wandern oder einen Abschnitt des Goldenen Steigs erkunden möchtest, solltest Du mindestens zwei Tage vorsehen.
Prachatitz eignet sich daher sowohl als Zwischenstopp auf einer Rundreise durch Südböhmen als auch als Standort für ein verlängertes Wochenende.
Für wen eignet sich Prachatitz?
Prachatitz ist besonders interessant für Reisende, die historische Altstädte abseits der größten Besucherströme suchen. Architekturfreunde finden zahlreiche Renaissancefassaden, Sgraffiti und gut erhaltene Bürgerhäuser.
Geschichtsinteressierte können sich intensiv mit dem Goldenen Steig, dem Salzhandel und der Entwicklung mittelalterlicher Handelsstädte beschäftigen. Wanderer profitieren von der Nähe zum Libín und zum Böhmerwald.
Auch für Fotografen bietet Prachatitz viele Motive. Besonders reizvoll sind der Große Platz, das Untere Tor, die Sgraffitofassaden und der Blick vom Kirchturm oder vom Libín.
Familien können den Stadtbesuch mit kurzen Wanderungen, Museumsbesuchen und Ausflügen in die Natur verbinden. Durch die überschaubare Größe lässt sich das Zentrum bequem zu Fuß erkunden.
Kurzinfos
- Deutscher Name: Prachatitz
- Tschechischer Name: Prachatice
- Region: Südböhmische Region
- Landschaft: Am Rand des Böhmerwaldes
- Erste urkundliche Erwähnung: 1323
- Historische Bedeutung: Handels- und Umschlagplatz am Goldenen Steig
- Wichtigstes Handelsgut: Salz aus dem Raum Passau
- Bekanntestes Stadtbild: Renaissancehäuser am Großen Platz
- Bedeutende Sehenswürdigkeiten: Unteres Tor, Jakobskirche, Altes Rathaus und Stadtmauer
- Hausberg: Libín, 1.096 Meter
- Empfohlene Aufenthaltsdauer: Ein bis zwei Tage
- Geeignet für: Kulturreisende, Wanderer, Geschichtsinteressierte und Fotografen
- Nahe Ausflugsziele: Hussinetz, Wallern, Winterberg und Böhmerwald