Trebitsch (Třebíč)

Trebitsch (Třebíč) liegt in der Region Hochland (Kraj Vysočina) und gehört zu den geschichtlich bedeutendsten Städten Mährens. Bekannt ist die Stadt vor allem für ihr UNESCO-Welterbe, das die Basilika St. Prokop, das jüdische Viertel und den jüdischen Friedhof miteinander verbindet. Daneben erwarten dich ein weitläufiger historischer Stadtplatz, interessante Museen, Aussichtspunkte und naturnahe Wege entlang der Igel (Jihlava).

Sehenswürdigkeiten und UNESCO-Welterbe

Das kulturelle Herz von Trebitsch bilden die Basilika St. Prokop (Bazilika sv. Prokopa), das jüdische Viertel (Židovská čtvrť) und der jüdische Friedhof (Židovský hřbitov). Gemeinsam erinnern sie an die jahrhundertelange Nachbarschaft der jüdischen und christlichen Bevölkerung. Die historischen Bereiche liegen nah beieinander und lassen sich gut bei einem Rundgang entdecken.

Jüdische Geschichte und Kultur

Das jüdische Viertel gehört zu den am besten erhaltenen historischen jüdischen Stadtvierteln Europas. Enge Gassen, kleine Häuser, Durchgänge und unterschiedliche Geländeniveaus prägen das Stadtbild. Zu den wichtigsten Orten gehören die Hintere Synagoge (Zadní synagoga), das Haus von Seligmann Bauer und der oberhalb des Viertels gelegene jüdische Friedhof.

Altstadt und Karlsplatz

Der Karlsplatz (Karlovo náměstí) bildet das weltliche Zentrum von Trebitsch. Rund um den weitläufigen Platz stehen historische Bürgerhäuser, Geschäfte und öffentliche Gebäude. Zu den auffälligsten Bauwerken gehören das Bemalte Haus (Malovaný dům), die St.-Martins-Kirche (Kostel sv. Martina) und der weithin sichtbare Stadtturm.

Museen und Architektur

Im ehemaligen Benediktinerkloster und späteren Schloss befindet sich heute das Museum des Hochlands Trebitsch (Muzeum Vysočiny Třebíč). Seine Ausstellungen beschäftigen sich mit der Stadtgeschichte, der regionalen Natur und der Entwicklung des Schlossareals. Außerhalb des historischen Zentrums erinnern Industriegebäude, die Windmühle Větrník und funktionalistische Bauwerke an die jüngere Geschichte der Stadt.

Natur, Aussichtspunkte und Spaziergänge

Die Igel verbindet die verschiedenen historischen Stadtbereiche und bietet ruhige Wege für Spaziergänge. Schöne Aussichten findest du auf der Anhöhe Hrádek sowie am Aussichtsturm auf dem Höllenberg (Pekelný kopec). Die hügelige Umgebung eignet sich außerdem für Wanderungen und Radtouren durch die Landschaft der Böhmisch-Mährischen Höhe.

Ausflüge rund um Trebitsch

In der Umgebung liegen mehrere lohnende Ziele für Tagesausflüge. Dazu gehören das Schloss Jarmeritz (Zámek Jaroměřice nad Rokytnou), das Schloss Namiest an der Oslawa (Zámek Náměšť nad Oslavou), die Talsperre Dalešice (Dalešická přehrada), Teltsch (Telč) und Iglau (Jihlava). Dadurch eignet sich Trebitsch auch gut als Ausgangspunkt für eine längere Reise durch die Region Hochland.


UNESCO-Welterbe und jüdisches Erbe

  • Jüdisches Viertel (Židovská čtvrť)
  • Hintere Synagoge (Zadní synagoga)
  • Vordere Synagoge (Přední synagoga)
  • Haus von Seligmann Bauer (Dům Seligmanna Bauera)
  • Jüdischer Friedhof (Židovský hřbitov)

Historisches Zentrum und bedeutende Bauwerke

  • Basilika St. Prokop (Bazilika sv. Prokopa)
  • Schloss Trebitsch (Zámek Třebíč)
  • Karlsplatz (Karlovo náměstí)
  • Bemaltes Haus (Malovaný dům)
  • St.-Martins-Kirche und Stadtturm (Kostel sv. Martina a městská věž)

Museen, Industriegeschichte und moderne Architektur

  • Museum des Hochlands Trebitsch (Muzeum Vysočiny Třebíč)
  • Windmühle Větrník
  • Industrieviertel Borovina
  • Öko-technisches Zentrum Alternátor
  • Zwischenkriegsarchitektur und Bohuslav Fuchs in Trebitsch

Natur, Aussichtspunkte und aktive Erlebnisse

  • Aussichtshügel Hrádek
  • Aussichtsturm auf dem Höllenberg (Rozhledna Pekelný kopec)
  • Spazierwege entlang der Igel (Jihlava)
  • Flussbad Polanka
  • UNESCO-Radweg Iglau–Trebitsch–Raabs

Ausflugsziele rund um Trebitsch

  • Schloss Jarmeritz (Zámek Jaroměřice nad Rokytnou)
  • Schloss Namiest an der Oslawa (Zámek Náměšť nad Oslavou)
  • Talsperre Dalešice (Dalešická přehrada)
  • Brauerei Dalešice (Pivovar Dalešice)
  • Ausflug von Trebitsch nach Teltsch (Telč)

Aufenthalt und Reiseplanung

  • Anreise nach Trebitsch
  • Parken in Trebitsch
  • Öffentlicher Verkehr in Trebitsch
  • Trebitsch an einem Tag
  • Wochenende in Trebitsch

Trebitsch entdecken: Lerne die Stadt kennen

Trebitsch (Třebíč) gehört zu den geschichtlich interessantesten Städten der Böhmisch-Mährischen Höhe. Die Stadt liegt in der Region Hochland (Kraj Vysočina) an beiden Ufern der Igel (Jihlava) und verbindet mehrere sehr unterschiedliche historische Bereiche miteinander. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören das frühere Benediktinerkloster mit der Basilika St. Prokop, das außergewöhnlich gut erhaltene jüdische Viertel und der weitläufige Karlsplatz im heutigen Stadtzentrum.

Besonders bekannt ist Trebitsch für sein UNESCO-Welterbe. Seit 2003 stehen das jüdische Viertel, der jüdische Friedhof und die Basilika St. Prokop gemeinsam auf der Welterbeliste. Das Ensemble erinnert an das jahrhundertelange Zusammenleben der jüdischen und christlichen Bevölkerung. Diese Verbindung macht Trebitsch zu einem besonderen Ziel für alle, die sich für Geschichte, Religion, Architektur und jüdisches Kulturerbe interessieren.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen vergleichsweise nah beieinander. Du kannst die Stadt deshalb gut zu Fuß erkunden. Gleichzeitig solltest du genügend Zeit einplanen, denn Trebitsch besteht nicht nur aus einer einzigen geschlossenen Altstadt. Der Reiz entsteht vielmehr durch den Wechsel zwischen dem großzügigen Marktplatz, den engen Gassen des jüdischen Viertels, dem ehemaligen Klosterareal und den grünen Anhöhen über dem Fluss.

Eine Stadt rund um ein Benediktinerkloster

Die Geschichte von Trebitsch begann zu Beginn des 12. Jahrhunderts mit der Gründung eines Benediktinerklosters. Die mährischen Přemyslidenfürsten Oldřich von Brünn und Litold von Znaim ließen das Kloster zwischen 1101 und 1104 errichten. Seine Lage an wichtigen regionalen Handelswegen begünstigte die Entstehung einer Siedlung, aus der sich später die Stadt entwickelte.

Das Kloster besaß großen Einfluss auf die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Umgebung. Im 13. Jahrhundert entstand neben der älteren Siedlung eine planmäßig angelegte Stadt. Im Jahr 1335 erhielt Trebitsch wichtige städtische Rechte und durfte unter anderem Befestigungsanlagen errichten.

Die weitere Geschichte verlief nicht immer friedlich. Kriege, Brände und politische Veränderungen hinterließen ihre Spuren. Das Benediktinerkloster verlor schließlich seine ursprüngliche Funktion und wurde im 16. Jahrhundert zu einem Schloss umgebaut. Heute bildet das ehemalige Kloster- und Schlossareal gemeinsam mit der Basilika St. Prokop einen der wichtigsten historischen Bereiche der Stadt.

Basilika St. Prokop

Die Basilika St. Prokop (Bazilika sv. Prokopa) ist das bekannteste christliche Bauwerk von Trebitsch. Sie entstand im frühen 13. Jahrhundert an der Stelle einer älteren Klosterkirche. Ihre Architektur markiert den Übergang von der Romanik zur Gotik und verbindet massive romanische Formen mit frühgotischen Bauelementen.

Besonders sehenswert sind das reich verzierte Eingangsportal, die hohen Gewölbe und die weitläufige Krypta. Die Krypta gehört zu den eindrucksvollsten Bereichen der Kirche. Ihre steinernen Säulen tragen unterschiedlich gestaltete Kapitelle und erzeugen eine ruhige, beinahe geheimnisvolle Atmosphäre.

Die Basilika wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert und restauriert. Trotz dieser Umbauten sind wesentliche Bestandteile des mittelalterlichen Bauwerks erhalten geblieben. Gemeinsam mit dem angrenzenden Schloss und dem jüdischen Viertel bildet sie den Kern des UNESCO-Welterbes.

Vom Zentrum erreichst du die Basilika zu Fuß über den Fluss. Das Kirchen- und Schlossareal liegt etwas erhöht und bietet an mehreren Stellen Ausblicke über die Dächer der Stadt.

Schloss Trebitsch und Museum des Hochlands

Direkt neben der Basilika befindet sich das Schloss Trebitsch (Zámek Třebíč). Es ging aus den Gebäuden des ehemaligen Benediktinerklosters hervor und wurde nach der Auflösung des Klosters zu einem weltlichen Herrschaftssitz umgestaltet.

Heute beherbergt das Schloss das Museum des Hochlands Trebitsch (Muzeum Vysočiny Třebíč). Die Ausstellungen beschäftigen sich unter anderem mit der Geschichte des Klosters und des Schlosses, der Entwicklung der Stadt, der regionalen Natur und der geologischen Beschaffenheit der Böhmisch-Mährischen Höhe.

Das Museum ergänzt den Besuch der Basilika besonders gut. Während die Kirche vor allem die mittelalterliche Geschichte des Ortes vermittelt, zeigt das Museum die weitere Entwicklung Trebitschs und seiner Umgebung. Auch einige historische Innenräume des Schlosses können besichtigt werden.

Das jüdische Viertel von Trebitsch

Das jüdische Viertel (Židovská čtvrť) liegt am linken Ufer der Igel unterhalb des Hügels Hrádek. Es gehört zu den am besten erhaltenen historischen jüdischen Vierteln Europas. Seine engen Gassen, kleinen Plätze, verwinkelten Durchgänge und dicht aneinandergebauten Häuser unterscheiden sich deutlich vom großzügigeren Stadtbild rund um den Karlsplatz.

Die jüdische Bevölkerung von Trebitsch ist spätestens seit dem Mittelalter schriftlich belegt. Über Jahrhunderte entwickelte sich unmittelbar neben der christlich geprägten Stadt eine eigenständige Gemeinde mit Synagogen, Schule, Armenhaus, Krankenhaus und zahlreichen Wohn- und Geschäftshäusern.

Das Viertel war durch seine Lage zwischen Fluss und Berghang räumlich begrenzt. Die Häuser wurden deshalb dicht gebaut und häufig erweitert. Einige Gebäude besitzen mehrere Eingänge auf unterschiedlichen Höhen. Treppen, schmale Wege und kleine Innenhöfe prägen bis heute das Erscheinungsbild.

Bei einem Rundgang solltest du dir Zeit nehmen und nicht nur den Hauptwegen folgen. Viele interessante Ansichten findest du in den kleineren Seitengassen und an den Übergängen zum Fluss. Das jüdische Viertel ist heute kein abgeschlossenes Museum, sondern ein lebendiger Stadtteil mit Wohnungen, Cafés, kleinen Geschäften und kulturellen Einrichtungen.

Hintere Synagoge

Die Hintere Synagoge (Zadní synagoga) gehört zu den wichtigsten Gebäuden des jüdischen Viertels. Sie wurde im 17. Jahrhundert errichtet und später mehrfach umgebaut. Im Inneren sind dekorative Wandmalereien und hebräische Inschriften erhalten, die dem vergleichsweise schlichten Gebäude eine besondere Wirkung verleihen.

Heute dient die Synagoge als Ausstellungs- und Veranstaltungsort. Eine Ausstellung informiert über die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Trebitsch. Besonders anschaulich ist ein großes Modell, das das jüdische Viertel in seinem früheren Zustand darstellt.

Von der Galerie der Synagoge kannst du den Innenraum aus einer erhöhten Perspektive betrachten. Der Besuch vermittelt einen guten Überblick über die religiöse und gesellschaftliche Bedeutung der jüdischen Gemeinde.

Haus von Seligmann Bauer

Direkt neben der Hinteren Synagoge steht das Haus von Seligmann Bauer (Dům Seligmanna Bauera). Das Gebäude wurde als historisches Wohnhaus eingerichtet und zeigt den Alltag einer jüdischen Familie in der Zwischenkriegszeit.

Zu sehen sind Wohnräume, eine Küche, ein kleiner Laden und Bereiche, die für religiöse Traditionen genutzt wurden. Dadurch ergänzt das Haus die eher geschichtlich ausgerichtete Ausstellung in der Synagoge um einen persönlichen und lebensnahen Blick.

Das Gebäude ist zugleich ein typisches Beispiel für die Häuser des jüdischen Viertels. Die begrenzten Platzverhältnisse führten dazu, dass Wohnen, Arbeiten und Handel häufig unter einem Dach stattfanden.

Der jüdische Friedhof

Der jüdische Friedhof (Židovský hřbitov) liegt oberhalb des Viertels am Hang des Hrádek. Der Weg dorthin führt teilweise bergauf, lohnt sich aber sowohl wegen der historischen Bedeutung als auch wegen der ruhigen Atmosphäre.

Der Friedhof zählt zu den größten und bedeutendsten jüdischen Begräbnisstätten in Tschechien. Auf dem weitläufigen Gelände stehen mehrere Tausend Grabsteine aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Die älteren Steine sind oft schlicht gestaltet und tragen hebräische Inschriften, während spätere Grabmale stärker von den jeweiligen Kunststilen ihrer Zeit geprägt sind.

Zwischen den dicht stehenden Steinen wachsen Bäume und Sträucher. Dadurch wirkt der Friedhof besonders still und abgeschieden. Beim Besuch solltest du bedenken, dass es sich nicht nur um eine Sehenswürdigkeit, sondern um einen religiösen Ort handelt.

Karlsplatz im Stadtzentrum

Der Karlsplatz (Karlovo náměstí) bildet das weltliche Zentrum von Trebitsch. Der langgestreckte Platz gehört zu den größten historischen Stadtplätzen Tschechiens. Seine Dimensionen stehen in einem auffälligen Kontrast zu den engen Gassen des jüdischen Viertels.

Rund um den Platz findest du Bürgerhäuser aus unterschiedlichen Epochen, Geschäfte, gastronomische Betriebe und öffentliche Gebäude. Nicht alle Häuser haben ihr ursprüngliches Aussehen bewahrt, dennoch vermittelt der Platz einen guten Eindruck von der Bedeutung Trebitschs als Handels- und Verwaltungszentrum.

Der Karlsplatz eignet sich als Ausgangspunkt für einen Stadtrundgang. Von hier erreichst du sowohl die St.-Martins-Kirche und den Stadtturm als auch das jüdische Viertel und den Weg zur Basilika.

Bemaltes Haus

Zu den auffälligsten Gebäuden am Karlsplatz gehört das Bemalte Haus (Malovaný dům). Das Renaissancegebäude fällt durch seine reich verzierte Sgraffitofassade auf. Die bildlichen Darstellungen und ornamentalen Muster heben das Haus deutlich von den umliegenden Fassaden ab.

Im Gebäude befinden sich heute kulturell und touristisch genutzte Räume. Wegen seiner zentralen Lage und der dekorativen Außenfassade gehört das Bemalte Haus zu den beliebtesten Fotomotiven im Stadtzentrum.

St.-Martins-Kirche und Stadtturm

Die St.-Martins-Kirche (Kostel sv. Martina) steht am Rand des Karlsplatzes. Sie wurde im Laufe ihrer Geschichte mehrfach umgebaut und verbindet verschiedene Baustile. Besonders auffällig ist der mächtige Stadtturm, der unmittelbar an die Kirche anschließt.

Der Turm war Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung und erfüllte verschiedene Aufgaben. Er diente als Wach- und Glockenturm und war ein weithin sichtbares Zeichen der städtischen Selbstständigkeit.

Von der Aussichtsplattform bietet sich ein weiter Blick über den Karlsplatz, die Dächer des Zentrums, das jüdische Viertel und das Schlossareal. Der Aufstieg ist vor allem bei klarer Sicht empfehlenswert.

Spaziergänge entlang der Igel

Die Igel teilt Trebitsch in mehrere historisch gewachsene Bereiche. Wege und Brücken verbinden das Stadtzentrum, das jüdische Viertel und das ehemalige Klosterareal miteinander.

Ein Spaziergang am Fluss bietet ruhigere Perspektiven auf die Stadt. Besonders reizvoll sind die Ansichten auf die dicht bebauten Hänge des jüdischen Viertels und auf die erhöht liegende Basilika. Entlang der Ufer findest du Grünflächen, kleinere Parks und Sitzgelegenheiten.

Die Flusswege eignen sich auch, um nach der Besichtigung der historischen Gebäude eine Pause einzulegen. Gleichzeitig erschließt sich vom Wasser aus besonders gut, wie eng die unterschiedlichen Stadtbereiche miteinander verbunden sind.

Hrádek und Aussicht über Trebitsch

Oberhalb des jüdischen Viertels liegt die Anhöhe Hrádek. Von dort hast du einen guten Blick auf die Stadt, das Flusstal, die Basilika und Teile des historischen Zentrums.

Die Grünanlagen auf dem Hügel eignen sich für einen kurzen Spaziergang. Der Aufstieg lässt sich gut mit dem Besuch des jüdischen Friedhofs verbinden. Besonders am späten Nachmittag bietet die erhöhte Lage schöne Perspektiven auf die Dächer und Kirchtürme von Trebitsch.

Windmühle Větrník

Die Windmühle Větrník steht im Stadtteil Borovina und unterscheidet sich deutlich von klassischen Getreidemühlen. Sie wurde im 19. Jahrhundert für die Verarbeitung von Baumrinde errichtet, die von den örtlichen Gerbereien benötigt wurde.

Das Bauwerk erinnert an die industrielle Geschichte von Trebitsch. Neben der Schuhherstellung spielten Lederverarbeitung und Gerbereien lange Zeit eine wichtige Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt.

Die Windmühle liegt außerhalb des zentralen historischen Rundgangs. Sie eignet sich daher besonders als zusätzliche Station, wenn du länger in Trebitsch bleibst oder dich für Technik- und Industriegeschichte interessierst.

Borovina und das industrielle Erbe

Der Stadtteil Borovina entwickelte sich zu einem bedeutenden Industriegebiet. Besonders bekannt wurde er durch die Schuhproduktion. Fabrikgebäude, Arbeiterhäuser und weitere Zweckbauten erinnern an die wirtschaftliche Blüte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Ein Teil der ehemaligen Industrieanlagen wurde inzwischen umgenutzt. Dadurch ist ein Stadtbereich entstanden, in dem historische Fabrikarchitektur und moderne Nutzungen aufeinandertreffen.

Borovina erweitert das touristische Bild von Trebitsch. Die Stadt besteht nicht nur aus mittelalterlichen und religiösen Bauwerken, sondern besitzt auch ein wichtiges industrielles Erbe.

Architektur der Zwischenkriegszeit

In Trebitsch findest du mehrere interessante Gebäude aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Dazu gehören funktionalistische Wohnhäuser, öffentliche Gebäude und das Flussbad Polanka.

Einige Bauwerke wurden von bedeutenden tschechischen Architekten entworfen. Charakteristisch sind klare Formen, große Fensterflächen und eine Gestaltung, die sich deutlich von der älteren Architektur des Stadtzentrums unterscheidet.

Für Architekturfreunde lohnt es sich deshalb, auch außerhalb des unmittelbaren UNESCO-Bereichs nach sehenswerten Gebäuden zu suchen.

Aussichtsturm auf dem Höllenberg

Südlich von Trebitsch erhebt sich der Höllenberg (Pekelný kopec). Auf dem bewaldeten Hügel steht ein moderner Aussichtsturm, der über Wander- und Radwege erreichbar ist.

Von oben reicht der Blick über Trebitsch und die hügelige Landschaft der Böhmisch-Mährischen Höhe. Der Ausflug eignet sich besonders, wenn du Stadtbesichtigung und Natur miteinander verbinden möchtest.

Für den Weg solltest du mehr Zeit als für einen gewöhnlichen Stadtspaziergang einplanen. Der Aussichtsturm ist deshalb vor allem bei einem zweitägigen Aufenthalt ein gutes zusätzliches Ziel.

Wandern und Radfahren rund um Trebitsch

Die Umgebung von Trebitsch ist von Wäldern, Feldern, Flusstälern und sanften Anhöhen geprägt. Mehrere markierte Wander- und Radwege führen vom Stadtgebiet in die Landschaft der Region Hochland.

Beliebt sind Touren entlang der Igel, zum Höllenberg und in Richtung der Talsperre Dalešice. Auch längere Radverbindungen führen über Trebitsch. Die Stadt eignet sich dadurch nicht nur für einen klassischen Kultururlaub, sondern auch als Ausgangspunkt für aktive Ausflüge.

Durch die hügelige Landschaft solltest du bei längeren Radtouren mit einigen Steigungen rechnen. Dafür führen viele Strecken durch ruhige, wenig dicht besiedelte Gebiete.

Ausflugsziele in der Umgebung

Trebitsch lässt sich gut mit weiteren Sehenswürdigkeiten der Region Hochland verbinden. Südlich der Stadt liegt Jarmeritz (Jaroměřice nad Rokytnou) mit seinem großen Barockschloss und der Kirche St. Margareta.

Östlich von Trebitsch befindet sich Namiest an der Oslawa (Náměšť nad Oslavou). Das dortige Schloss liegt erhöht über dem Tal der Oslawa und besitzt einen sehenswerten Innenhof.

Ein weiteres beliebtes Ziel ist die Talsperre Dalešice (Dalešická přehrada). Die bewaldete Umgebung und die tief eingeschnittenen Ufer eignen sich für Wanderungen, Radtouren und Ausflüge am Wasser. In der Nähe befindet sich außerdem die Brauerei Dalešice, deren historisches Gelände durch den tschechischen Film „Kurzgeschnitten“ bekannt wurde.

Für einen längeren Aufenthalt bieten sich außerdem Ausflüge nach Teltsch (Telč), Iglau (Jihlava) oder Brünn (Brno) an.

Wie viel Zeit solltest du für Trebitsch einplanen?

Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten solltest du mindestens einen vollständigen Tag einplanen. An einem Tag kannst du das jüdische Viertel, die Hintere Synagoge, den jüdischen Friedhof, die Basilika St. Prokop und den Karlsplatz besuchen.

Zwei Tage sind empfehlenswert, wenn du zusätzlich das Schlossmuseum, den Stadtturm, die Windmühle oder den Höllenberg kennenlernen möchtest. Mit einer Übernachtung kannst du die Stadt ruhiger erkunden und auch am Abend durch das jüdische Viertel oder entlang des Flusses spazieren.

Trebitsch eignet sich außerdem als Zwischenstation auf einer Rundreise durch die Region Hochland. Durch die Nähe zu Teltsch, Iglau, Jarmeritz und der Talsperre Dalešice lassen sich mehrere sehr unterschiedliche Ziele miteinander verbinden.

Für wen eignet sich Trebitsch?

Trebitsch ist besonders interessant für Reisende, die historische Orte abseits der bekanntesten tschechischen Großstädte suchen. Das UNESCO-Ensemble macht die Stadt zu einem wichtigen Ziel für alle, die sich mit jüdischer Geschichte und dem Zusammenleben verschiedener Kulturen beschäftigen möchten.

Auch Architekturfreunde finden ein breites Spektrum vor. Die Bauwerke reichen von der Romanik und Gotik über Renaissance und Barock bis zur Industriearchitektur und zum Funktionalismus des 20. Jahrhunderts.

Durch die überschaubare Größe eignet sich Trebitsch gut für ein ruhiges Wochenende. Die Stadt ist weniger von großen Besuchergruppen geprägt als Prag oder Krumau an der Moldau. Dadurch kannst du viele Bereiche in einem vergleichsweise entspannten Tempo entdecken.

Kurzinfos

  • Deutscher Name: Trebitsch
  • Tschechischer Name: Třebíč
  • Region: Hochland (Kraj Vysočina)
  • Historische Landschaft: Mähren
  • Fluss: Igel (Jihlava)
  • Ursprung der Stadt: Gründung eines Benediktinerklosters zwischen 1101 und 1104
  • UNESCO-Welterbe seit: 2003
  • Bestandteile des UNESCO-Welterbes: Jüdisches Viertel, jüdischer Friedhof und Basilika St. Prokop
  • Bekanntestes Bauwerk: Basilika St. Prokop (Bazilika sv. Prokopa)
  • Zentraler Platz: Karlsplatz (Karlovo náměstí)
  • Empfohlene Aufenthaltsdauer: Ein bis zwei Tage
  • Geeignet für: Kulturreisen, jüdische Geschichte, Architektur, Fotografie, Wandern und ruhige Wochenendausflüge
  • Nahe Ausflugsziele: Jarmeritz (Jaroměřice nad Rokytnou), Namiest an der Oslawa (Náměšť nad Oslavou), Talsperre Dalešice, Teltsch (Telč) und Iglau (Jihlava)