Wittingau (Třeboň)

Wittingau (Třeboň) verbindet eine historische Altstadt mit einer der bekanntesten Teichlandschaften Südböhmens. Die kleine Kurstadt ist geprägt von den Rosenbergern, jahrhundertealter Fischzucht, weitläufigen Radwegen und traditionsreichen Moorbädern. Zwischen Schloss, Bürgerhäusern, Teichdämmen und stillen Naturgebieten kannst du Kultur, Erholung und aktive Ausflüge besonders gut miteinander verbinden.

Sehenswürdigkeiten in Wittingau

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören das Schloss Wittingau, der Masaryk-Platz, das Alte Rathaus und die erhaltenen Stadttore. Auch die Ägidiuskirche mit dem ehemaligen Augustinerkloster prägt das historische Stadtbild. Etwas außerhalb des Zentrums liegt die neugotische Schwarzenberg-Gruft in einem Landschaftspark am Teich Welt.

Altstadt und Geschichte

Die Geschichte Wittingaus ist eng mit den Rosenbergern und Schwarzenbergern verbunden. Besonders im 16. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Zentrum Südböhmens. Die geschlossene Altstadt mit ihren Renaissance- und Barockfassaden erinnert bis heute an diese Blütezeit.

Teiche und Natur

Die Umgebung von Wittingau gehört zum UNESCO-Biosphärenreservat Wittingauer Becken. Hunderte Fischteiche, Kanäle, Moore, Feuchtwiesen und Wälder prägen die Landschaft. Besonders bekannt sind der Teich Welt direkt an der Stadt und der Rosenberg-Teich, der größte Fischteich Tschechiens.

Radfahren und Wandern

Das flache Umland macht Wittingau zu einem beliebten Ausgangspunkt für Rad- und Wandertouren. Viele Wege führen über historische Teichdämme, durch Wälder und entlang des Goldenen Kanals. Beliebt sind die Rundtour um den Teich Welt und längere Strecken durch die Wittingauer Teichlandschaft.

Kur und Wellness

Wittingau besitzt eine lange Tradition als Moorbad und Kurort. Das Berta-Bad liegt nahe der Altstadt, während sich das Aurora-Kurhaus am Teich Welt befindet. Neben klassischen Kuranwendungen bieten beide Einrichtungen Möglichkeiten für Wellness, Bewegung und Erholung.

Fischzucht und regionale Küche

Die Fischzucht gehört seit Jahrhunderten zur Identität der Stadt. Besonders bekannt ist der Wittingauer Karpfen, der in vielen Restaurants in unterschiedlichen Varianten angeboten wird. Ergänzt wird die regionale Küche durch südböhmische Spezialitäten und die lange Brautradition der Regent-Brauerei.



Sehenswürdigkeiten und Altstadt

  • Schloss Wittingau (Zámek Třeboň)
  • Masaryk-Platz (Masarykovo náměstí)
  • Altes Rathaus und Rathausturm
  • Ägidiuskirche und Kirche der Jungfrau Maria Königin (Kostel svatého Jiljí a Panny Marie Královny)
  • Stadtmauer und Stadttore von Wittingau

Geschichte, Kultur und Museen

  • Schwarzenberg-Gruft (Schwarzenberská hrobka)
  • Augustinerkloster und gotischer Kreuzgang
  • Haus des Stephan Netolitz (Dům Štěpánka Netolického)
  • Haus der Natur des Wittingauer Landes (Dům přírody Třeboňska)
  • Rosenberger und Peter Wok von Rosenberg in Wittingau

Teiche, Wasserbau und Naturlandschaft

  • Teich Welt (Rybník Svět)
  • Rosenberg-Teich (Rožmberk)
  • Goldener Kanal (Zlatá stoka)
  • Kanal Neue Fluss (Nová řeka)
  • UNESCO-Biosphärenreservat Wittingauer Becken (Třeboňsko)

Radfahren, Wandern und Aktivitäten

  • Rundweg um den Teich Welt
  • Rosenberg-Lehrpfad (Naučná stezka Rožmberk)
  • Radfahren in der Wittingauer Teichlandschaft
  • Wandern und Naturlehrpfade rund um Wittingau
  • Bootsfahrten und Baden am Teich Welt

Kur, Moorbad und Wellness

  • Kurstadt Wittingau
  • Berta-Bad (Bertiny lázně)
  • Aurora-Kurhaus (Lázně Aurora)
  • Moorbäder und Heilmoor in Wittingau
  • Kurparks und Wellness in Wittingau

Fischkultur, Bier und regionale Küche

  • Wittingauer Karpfen (Třeboňský kapr)
  • Traditionelle Teichabfischungen rund um Wittingau
  • Regent-Brauerei (Pivovar Regent)
  • Fischrestaurants in Wittingau
  • Südböhmische Küche in Wittingau

Wittingau entdecken: Lerne die Stadt kennen

Wittingau (Třeboň) gehört zu den charaktervollsten Reisezielen in Südböhmen. Die historische Stadt verbindet eine geschlossene Altstadt, ein weitläufiges Renaissanceschloss, traditionsreiche Moorbäder und eine außergewöhnliche Kulturlandschaft aus Fischteichen, Kanälen, Wäldern und Feuchtgebieten. Dadurch ist Wittingau weit mehr als ein Ziel für einen klassischen Stadtrundgang: Du kannst hier Kultur, Natur, Wellness, Radfahren und regionale Küche miteinander verbinden.

Die Stadt liegt im flachen Wittingauer Becken zwischen Budweis (České Budějovice), Neuhaus (Jindřichův Hradec) und der österreichischen Grenze. Das Umland wurde über Jahrhunderte durch Fischzucht und Wasserbau geprägt. Heute gehört es zum UNESCO-Biosphärenreservat Wittingauer Becken und zählt zu den bedeutendsten Teichlandschaften Tschechiens.

Historische Stadt im Herzen Südböhmens

Die Ursprünge Wittingaus reichen wahrscheinlich bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück. Damals entstand an einem Handelsweg durch die ausgedehnten Grenzwälder eine kleine Siedlung. Im Jahr 1341 wurde Wittingau bereits als Stadt bezeichnet. Der deutsche Name Wittingau und die tschechische Bezeichnung Třeboň sind seit dem Mittelalter überliefert.

Einen entscheidenden Aufschwung erlebte die Stadt ab 1366, als sie in den Besitz der Rosenberger gelangte. Unter dem mächtigen südböhmischen Adelsgeschlecht entwickelte sich Wittingau zu einem wirtschaftlichen und politischen Zentrum. Die Stadt wurde befestigt, erhielt wichtige Privilegien und profitierte von der systematischen Erschließung der umliegenden Teichlandschaft. Ihre größte Blütezeit erlebte sie im 16. und frühen 17. Jahrhundert unter Wilhelm von Rosenberg und Peter Wok von Rosenberg.

Nach den Rosenbergern wechselten Stadt und Herrschaft mehrfach den Besitzer. Im Jahr 1660 übernahmen die Schwarzenberger das Wittingauer Gebiet. Sie prägten die Entwicklung der Stadt bis ins 20. Jahrhundert und hinterließen mit dem Schloss, der Familiengruft und weiteren Bauwerken bis heute sichtbare Spuren.

Rundgang durch die historische Altstadt

Das Zentrum Wittingaus bildet der langgestreckte Masaryk-Platz (Masarykovo náměstí). Bürgerhäuser mit Renaissance- und Barockfassaden umgeben den Platz und vermitteln bis heute den geschlossenen Eindruck einer historischen südböhmischen Stadt. In der Mitte stehen ein steinerner Brunnen und die barocke Mariensäule, die im Jahr 1780 errichtet wurde.

Zu den wichtigsten Gebäuden am Platz gehört das Alte Rathaus. Der ursprünglich aus der Renaissance stammende Bau wurde im 17. Jahrhundert um einen 31 Meter hohen Turm ergänzt. Von seinem Umgang öffnet sich ein weiter Blick über die Dächer der Altstadt, das Schloss und die flache Landschaft des Wittingauer Beckens.

Auch abseits des Hauptplatzes lohnt sich ein langsamer Rundgang. Schmale Gassen, historische Hausfassaden, kleine Innenhöfe und Reste der früheren Befestigung erinnern an die Zeit, als Wittingau von Mauern, Wassergräben und sumpfigem Gelände geschützt wurde.

Mehrere Stadttore sind erhalten geblieben. Dazu gehören das Budweiser Tor (Budějovická brána), das Neuhauser Tor (Hradecká brána), das Gratzener Tor (Novohradská brána) und das Schweinitzer Tor (Svinenská brána). Gemeinsam mit den Resten der Stadtmauer geben sie einen guten Eindruck von der einstigen Ausdehnung der befestigten Stadt.

Schloss Wittingau und die Rosenberger

Das Schloss Wittingau (Zámek Třeboň) schließt unmittelbar an die historische Altstadt an. An seiner Stelle befanden sich zunächst ein Herrenhof, später eine Feste und schließlich eine mittelalterliche Burg. Nach einem großen Stadtbrand im Jahr 1562 ließ Wilhelm von Rosenberg die beschädigte Anlage zu einem repräsentativen Renaissanceschloss umbauen.

Seine besondere historische Bedeutung erhielt das Schloss durch Peter Wok von Rosenberg, den letzten männlichen Vertreter seines Geschlechts. Er zog nach Wittingau und machte die Stadt zu einem bedeutenden gesellschaftlichen und kulturellen Zentrum. Später nutzten auch die Schwarzenberger das Schloss, das zeitweise als ihre Winterresidenz diente.

Bei einem Rundgang kannst du verschiedene Epochen der Schlossgeschichte kennenlernen. Die Renaissancegemächer erinnern an die Rosenberger, während weitere Räume das Leben der Schwarzenberger dokumentieren. Zu den besonders interessanten Bereichen gehören historische Wohnräume, eine Kunstkammer und ein nachgebildetes Alchemistenlabor.

Zum Schloss gehört ein Landschaftspark, der einen ruhigen Übergang zwischen Altstadt und Teichlandschaft bildet. Er eignet sich für einen Spaziergang und ist zugleich ein guter Ausgangspunkt für weitere Wege in Richtung Teich Welt.

Kirche und ehemaliges Augustinerkloster

Zu den bedeutendsten Sakralbauten der Stadt gehört die Ägidiuskirche und Kirche der Jungfrau Maria Königin (Kostel svatého Jiljí a Panny Marie Královny). Sie war Teil eines Augustiner-Chorherrenstifts, das die Rosenberger im 14. Jahrhundert gründeten.

Besonders sehenswert ist der gotische Kreuzgang des ehemaligen Klosters. Er vermittelt noch heute einen Eindruck von der religiösen und kulturellen Bedeutung Wittingaus im Mittelalter. Die Kirche ist außerdem mit dem Meister von Wittingau verbunden, einem der bedeutendsten Vertreter der böhmischen gotischen Malerei. Der sogenannte Wittingauer Altar entstand gegen Ende des 14. Jahrhunderts und zählt zu den wichtigsten Werken der böhmischen Tafelmalerei.

Die einzigartige Teichlandschaft von Wittingau

Die Landschaft rund um Wittingau ist das Ergebnis einer jahrhundertelangen Verbindung von Natur und menschlicher Gestaltung. Hunderte künstlich angelegte Fischteiche, Kanäle und Gräben bilden ein ausgeklügeltes Wassersystem. Viele der heutigen Teiche entstanden zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert.

Eine wichtige Rolle spielte der Teichbaumeister Stephan Netolitz (Štěpánek Netolický). Er entwickelte den Goldenen Kanal (Zlatá stoka), der zahlreiche Teiche mit Wasser versorgte und ihre Bewirtschaftung erleichterte. Sein Werk wurde von weiteren Teichbaumeistern fortgeführt.

Besonders eng ist die Stadt mit Jakob Krčín von Jelčany (Jakub Krčín z Jelčan) verbunden. Unter seiner Leitung entstanden oder vergrößerten sich einige der bedeutendsten Teiche der Region. Seine Wasserbauprojekte veränderten die Landschaft dauerhaft und schufen die Grundlage für die bis heute wichtige Fischzucht.

Der Teich Welt direkt vor der Stadt

Der Teich Welt (Rybník Svět) liegt unmittelbar südlich des historischen Zentrums. Er wurde im 16. Jahrhundert unter Jakob Krčín angelegt und umfasst heute etwa 215 Hektar. Der Name lässt sich im Deutschen sinngemäß mit „Welt“ übersetzen. Ursprünglich trug der Teich den Namen Undank (Nevděk), der vermutlich auf die Schwierigkeiten bei seinem Bau zurückging.

Heute verbindet der Teich Fischzucht, Naturerlebnis und Freizeitangebote. An seinen Ufern liegen Spazierwege, Badestellen, Parkanlagen und das Aurora-Kurhaus. Ein etwa zwölf Kilometer langer Rundweg führt um das Gewässer und eignet sich sowohl zum Wandern als auch zum Radfahren.

Auf dem Weg wechselst du zwischen offenen Uferabschnitten, Waldwegen, Teichdämmen und stillen Landschaftsbereichen. Die Runde lässt sich gut mit einem Besuch der Schwarzenberg-Gruft verbinden.

Der Rosenberg-Teich

Nördlich von Wittingau liegt der Rosenberg-Teich (Rožmberk), der größte Fischteich Tschechiens. Jakob Krčín begann im Jahr 1584 mit seinem Bau. Seine heutige Wasserfläche beträgt rund 490 Hektar. Der mächtige Damm ist mehr als zwei Kilometer lang und teilweise mit alten Eichen bewachsen.

Rund um den Teich führt ein etwa 22 Kilometer langer Lehrpfad. Er vermittelt Informationen über Fischzucht, Wasserbau, Hochwasserschutz, Landschaftsgeschichte und die Tierwelt des Wittingauer Beckens. Die Strecke eignet sich für Radfahrer und ausdauernde Wanderer.

Der Rosenberg-Teich ist nicht nur ein wirtschaftlich genutztes Gewässer. Er übernimmt auch wichtige Funktionen für die Regulierung des Wasserhaushalts und bietet zahlreichen Wasservögeln, Amphibien und Pflanzenarten einen Lebensraum.

UNESCO-Biosphärenreservat Wittingauer Becken

Das Wittingauer Becken gehört seit 1977 zum weltweiten Netz der UNESCO-Biosphärenreservate. Das geschützte Gebiet umfasst rund 70.000 Hektar und besteht aus einer vielfältigen Landschaft mit Fischteichen, Feuchtwiesen, Mooren, Auwäldern, Flussläufen und ausgedehnten Waldgebieten.

Die Region ist keine klassische UNESCO-Welterbestätte. Als Biosphärenreservat steht sie vielmehr für das Zusammenspiel von Naturschutz, traditioneller Landnutzung, Forschung und nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung.

Die Teiche und Moore des Wittingauer Beckens besitzen außerdem internationale Bedeutung als geschützte Feuchtgebiete. Besonders für Wasser- und Zugvögel ist die Region ein wichtiger Lebensraum.

Für Besucher erschließt sich die Landschaft am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Lehrpfade führen durch Moorgebiete, entlang des Goldenen Kanals und über historische Teichdämme. Im Haus der Natur des Wittingauer Landes (Dům přírody Třeboňska) kannst du mehr über die Entwicklung und die ökologischen Besonderheiten der Region erfahren.

Kurstadt mit langer Moorbadtradition

Wittingau ist nicht nur eine historische Stadt, sondern auch ein staatlich anerkannter Kurort. Die moderne Kurtradition begann im Jahr 1883 mit der Eröffnung des ersten Badehauses nahe der Altstadt. Grundlage der Anwendungen ist bis heute der Torf aus den Moorgebieten des Wittingauer Beckens.

Das Berta-Bad (Bertiny lázně) liegt nur wenige Gehminuten vom historischen Zentrum entfernt. Das größere Aurora-Kurhaus (Lázně Aurora) befindet sich in einer Parkanlage am Teich Welt. Beide Einrichtungen verbinden klassische Kuranwendungen mit Wellness-, Bewegungs- und Erholungsangeboten.

Die Moorbäder und Moorpackungen werden vor allem bei Beschwerden des Bewegungsapparates eingesetzt. Ergänzt werden sie durch Massagen, Physiotherapie, Bewegungsangebote und weitere Anwendungen. Wittingau erhielt 1960 den offiziellen Status eines Kurortes.

Auch ohne klassische Kur kannst du die ruhige Atmosphäre der Kurparks und Wellnessbereiche nutzen. Die Verbindung aus Altstadt, Parkanlagen und Teichufer macht Wittingau besonders für ein entspanntes Wochenende interessant.

Die Schwarzenberg-Gruft am Teich Welt

Die Schwarzenberg-Gruft (Schwarzenberská hrobka) liegt in einem Landschaftspark südöstlich der Altstadt. Der neugotische Bau wurde im 19. Jahrhundert als Familiengrablege der Schwarzenberger errichtet und 1877 eingeweiht.

Äußerlich erinnert die Gruft an eine kleine neugotische Kirche. Ihre Lage zwischen Park, Wald und Teichlandschaft verstärkt den romantischen Eindruck. Du erreichst sie vom Zentrum aus bei einem längeren Spaziergang oder im Rahmen der Rundtour um den Teich Welt.

Die Gruft gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten außerhalb der Altstadt und verdeutlicht die enge Verbindung zwischen Wittingau und dem Adelsgeschlecht der Schwarzenberger.

Radfahren und Wandern rund um Wittingau

Das nahezu ebene Gelände macht Wittingau zu einem der beliebtesten Radreiseziele in Südböhmen. Viele Routen verlaufen auf ruhigen Nebenstraßen, Waldwegen und historischen Teichdämmen. Auch Familien und weniger geübte Radfahrer finden passende Strecken.

Beliebte Ziele sind der Teich Welt, der Rosenberg-Teich, der Goldene Kanal und kleinere Dörfer in der Umgebung. Längere Touren führen durch Wälder, Feuchtgebiete und an zahlreichen Fischteichen vorbei. Das dichte Wegenetz ermöglicht es, die Streckenlänge individuell anzupassen.

Auch Wanderer finden abwechslungsreiche Möglichkeiten. Neben den Rundwegen um die großen Teiche gibt es kurze Stadtspaziergänge, Naturlehrpfade und Wege entlang der Lainsitz (Lužnice). Die Landschaft wirkt nicht durch große Höhenunterschiede, sondern durch Wasserflächen, weite Horizonte und den ständigen Wechsel zwischen Wald, Wiesen und Teichen.

Fischzucht und Wittingauer Karpfen

Die Fischzucht gehört seit Jahrhunderten zur Identität Wittingaus. Noch heute werden die Teiche wirtschaftlich genutzt. Besonders bekannt ist der Wittingauer Karpfen, dessen Herkunft als geschützte geografische Angabe anerkannt ist.

In den Restaurants der Stadt findest du unterschiedliche Gerichte mit Karpfen und anderen Süßwasserfischen. Neben gebratenem oder gebackenem Fisch gehören Fischsuppen, geräucherte Spezialitäten und klassische südböhmische Küche zum regionalen Angebot.

Eine besondere Rolle spielen die traditionellen Teichabfischungen. Dabei wird das Wasser eines Teiches kontrolliert abgelassen und der Fischbestand zusammengetrieben. Die großen Abfischungen finden überwiegend im Herbst statt und vermitteln einen Einblick in eine jahrhundertealte Wirtschaftsform.

Brautradition und regionale Küche

Neben der Fischzucht besitzt Wittingau eine lange Brautradition. Die Regent-Brauerei (Pivovar Regent) liegt am Rand der Altstadt und gehört zu den markanten historischen Gebäudekomplexen der Stadt.

Die regionale Küche ist deftig und bodenständig. Typisch sind neben Fischgerichten auch Kartoffeln, Pilze, Suppen, Fleischgerichte, süße Mehlspeisen und südböhmisches Gebäck. In der Altstadt findest du traditionelle Gasthäuser ebenso wie Cafés und modernere Restaurants.

Museen und Ausstellungen

Im Haus des Stephan Netolitz (Dům Štěpánka Netolického) steht die Geschichte der Wittingauer Teichwirtschaft im Mittelpunkt. Die Ausstellung erklärt, wie das historische Wassersystem funktionierte und welche technischen Leistungen hinter dem Bau der Teiche und Kanäle standen.

Das Haus der Natur des Wittingauer Landes widmet sich der Landschaft, den Feuchtgebieten und den Tier- und Pflanzenarten der Region. Weitere kulturelle Angebote findest du im Stadtmuseum, in Galerien und im Josef-Kajetán-Tyl-Theater.

Zusammen mit dem Schloss und den historischen Bauwerken ergeben die Museen ein vielseitiges Bild der Stadtgeschichte. Sie zeigen, dass Wittingau nicht allein von seiner Architektur lebt, sondern auch von Wasserbau, Fischzucht, Naturforschung und Kurwesen geprägt wurde.

Wie viel Zeit solltest du für Wittingau einplanen?

Für einen ersten Stadtrundgang mit Masaryk-Platz, Schloss und Teich Welt solltest du mindestens einen vollständigen Tag einplanen. Dabei bleibt genügend Zeit für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und einen Spaziergang am Wasser.

Mit zwei bis drei Tagen kannst du Wittingau deutlich entspannter entdecken. Dann lassen sich die Altstadt, eine Schlossführung, die Schwarzenberg-Gruft, eine längere Radtour und ein Besuch im Kur- oder Wellnessbereich miteinander verbinden.

Für einen aktiven Urlaub mit mehreren Rad- und Wandertouren eignet sich Wittingau auch für einen längeren Aufenthalt. Die zentrale Lage erlaubt zusätzlich Ausflüge nach Neuhaus, Budweis, Frauenberg (Hluboká nad Vltavou), Gratzen (Nové Hrady) oder in das österreichische Waldviertel.

Kurzinfos

  • Deutscher Name: Wittingau
  • Tschechischer Name: Třeboň
  • Region: Südböhmen
  • Bezirk: Neuhaus (Jindřichův Hradec)
  • Historische Anfänge: Siedlungsentwicklung vermutlich seit der Mitte des 12. Jahrhunderts
  • Als Stadt bezeichnet: seit 1341
  • Bekannteste Sehenswürdigkeiten: Schloss Wittingau, Masaryk-Platz, Teich Welt und Schwarzenberg-Gruft
  • Landschaftliche Besonderheit: Historisches System aus Fischteichen, Kanälen, Mooren und Feuchtgebieten
  • Schutzstatus der Umgebung: UNESCO-Biosphärenreservat Wittingauer Becken
  • Kurtradition: Moorbäder seit 1883, offizieller Kurort seit 1960
  • Typische Spezialität: Wittingauer Karpfen
  • Empfohlene Aufenthaltsdauer: ein Tag für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, zwei bis drei Tage mit Natur, Radfahren und Wellness
  • Geeignet für: Kulturreisende, Radfahrer, Naturfreunde, Wellnessurlauber, Paare und Familien
  • Nahe Ausflugsziele: Rosenberg-Teich, Neuhaus, Budweis, Frauenberg und Gratzen