Zlin (Zlín)

Zlin (Zlín) ist eine der außergewöhnlichsten Städte Tschechiens. Statt einer mittelalterlichen Altstadt prägen funktionalistische Architektur, rote Backsteinbauten und weitläufige Grünflächen das Stadtbild. Die Entwicklung Zlins ist eng mit dem Schuhunternehmen Baťa verbunden, das aus der kleinen mährischen Stadt im 20. Jahrhundert ein international beachtetes Zentrum für Industrie, Architektur und moderne Stadtplanung machte.

Heute verbindet Zlin Industriekultur mit Museen, Filmgeschichte, moderner Kunst und einer grünen Umgebung. Neben den Architekturhighlights im Zentrum gehören der Zoo Zlin, das Schloss Lešná und die Burg Malenowitz zu den wichtigsten Ausflugszielen.

Sehenswürdigkeiten und Baťa-Architektur

Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten Zlins stehen in direkter Verbindung mit dem Unternehmen Baťa. Dazu gehören das Baťa-Hochhaus mit dem berühmten Aufzugbüro, das Tomáš-Baťa-Denkmal, das ehemalige Fabrikareal und die typischen Baťa-Häuser. Die einheitliche Architektur aus roten Backsteinen, Beton und großen Fensterflächen macht Zlin zu einem besonderen Reiseziel für Architekturinteressierte.

Museen, Kunst und Industriekultur

Im 14|15 Baťa-Institut kannst du mehr über die Geschichte der Schuhproduktion, das Unternehmen Baťa und die Entwicklung der Stadt erfahren. Der Kulturkomplex beherbergt außerdem eine Kunstgalerie und Ausstellungen zu den Weltreisenden Jiří Hanzelka und Miroslav Zikmund. Weitere Themen sind Design, moderne Kunst und die industrielle Vergangenheit der Region.

Film und Kultur

Zlin besitzt eine lange Tradition als Filmstadt. Die örtlichen Filmstudios wurden ursprünglich für Werbefilme des Baťa-Unternehmens gegründet und entwickelten sich später zu einem wichtigen Zentrum des Kinder-, Animations- und Trickfilms. An diese Geschichte erinnert unter anderem das Zlín Film Festival für Kinder und Jugendliche.

Zoo Zlin und Schloss Lešná

Der Zoo Zlin liegt im Stadtteil Štípa und gehört zu den beliebtesten Familienzielen der Region. Die Tieranlagen sind in einen weitläufigen Landschaftspark eingebettet. Auf dem Gelände befindet sich außerdem das historistische Schloss Lešná mit reich ausgestatteten Innenräumen und historischen Sammlungen.

Parks, Natur und aktive Erholung

Zlin liegt in einem grünen Tal, das von bewaldeten Hügeln umgeben ist. Parks und Grünflächen gehören fest zum Stadtbild. Wander- und Radwege führen aus mehreren Stadtteilen direkt in die umliegende Landschaft. Dadurch lässt sich ein Stadtbesuch gut mit Spaziergängen, Aussichtspunkten und aktiver Erholung verbinden.

Ausflüge in die Umgebung

Von Zlin aus erreichst du mehrere bedeutende Ziele Ostmährens. Dazu gehören der Kurort Bad Luhatschowitz (Luhačovice), das Schloss Wisowitz (Zámek Vizovice), Kremsier (Kroměříž) und die Mährische Walachei. Auch Rosenau unter dem Radhoscht (Rožnov pod Radhoštěm) und die Bergsiedlung Pustewny (Pustevny) eignen sich für einen Tagesausflug.


Baťa-Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen

  • Baťa-Hochhaus – Gebäude 21 (Baťův mrakodrap)
  • Tomáš-Baťa-Denkmal (Památník Tomáše Bati)
  • Ehemaliges Baťa-Fabrikareal (Baťův areál)
  • Baťa-Häuser (Baťovské domky)
  • Tomáš-Baťa-Villa (Vila Tomáše Bati)

Architektur und moderne Stadtplanung

  • Funktionalistische Architektur in Zlin
  • Baťa-Siedlung Letná (Baťovská čtvrť Letná)
  • Baťa-Siedlung Zálešná (Baťovská čtvrť Zálešná)
  • Großes Kino (Velké kino)
  • Gesellschaftshaus (Společenský dům)

Museen, Film und Kultur

  • 14|15 Baťa-Institut (14|15 Baťův institut)
  • Museum Südostmährens in Zlin (Muzeum jihovýchodní Moravy ve Zlíně)
  • Regionale Galerie der Bildenden Künste in Zlin (Krajská galerie výtvarného umění ve Zlíně)
  • Filmstudios Zlin (Filmové ateliéry Zlín)
  • Internationales Filmfestival für Kinder und Jugendliche in Zlin (Zlín Film Festival)

Historische Orte und Familienziele

  • Zoo Zlin (Zoo Zlín)
  • Schloss Lešná (Zámek Lešná)
  • Burg Malenowitz (Hrad Malenovice)
  • St.-Philipp-und-Jakob-Kirche (Kostel svatého Filipa a Jakuba)
  • Friedensplatz (náměstí Míru)

Parks, Natur und aktive Erlebnisse

  • Komenský-Park (Park Komenského)
  • Zentralpark Südliche Hänge (Centrální park Jižní Svahy)
  • Gahura-Allee (Gahurův prospekt)
  • Radweg entlang der Dřevnice (Cyklostezka podél Dřevnice)
  • Wandern im Wisowitzer Bergland (Vizovická vrchovina)

Reiseplanung und Ausflüge

  • Ausflug nach Wisowitz (Vizovice)
  • Anreise nach Zlin
  • Öffentlicher Nahverkehr in Zlin
  • Parken in Zlin
  • Ausflug nach Bad Luhatschowitz (Luhačovice)

Zlin entdecken: Lerne die Stadt kennen

Zlin (Zlín) gehört zu den ungewöhnlichsten Städten Tschechiens. Während viele bekannte Reiseziele des Landes mit mittelalterlichen Gassen, barocken Kirchen und historischen Marktplätzen werben, präsentiert sich Zlin vor allem als Stadt der Moderne. Rote Backsteinfassaden, klare geometrische Formen, weitläufige Grünflächen und ehemalige Fabrikgebäude prägen das Stadtbild.

Seine heutige Gestalt verdankt Zlin vor allem dem Schuhunternehmen Baťa. Innerhalb weniger Jahrzehnte entwickelte sich die zuvor eher unbedeutende mährische Kleinstadt zu einem international beachteten Industrie-, Architektur- und Gesellschaftsmodell. Fabriken, Wohnhäuser, Schulen, Geschäfte und Freizeiteinrichtungen entstanden nach einem einheitlichen städtebaulichen Konzept.

Heute kannst du in Zlin funktionalistische Architektur, Industriegeschichte, Filmkultur und moderne Kunst entdecken. Gleichzeitig liegt die Stadt in einer grünen Hügellandschaft, die sich gut zum Wandern und Radfahren eignet. Mit dem Zoo Zlin, dem Schloss Lešná und der Burg Malenowitz besitzt die Stadt zudem mehrere Ziele, die auch Familien und Geschichtsinteressierte ansprechen.

Eine Stadt zwischen Mähren und der Walachei

Zlin liegt im Osten Mährens im Tal des Flusses Dřevnice. Die Bebauung zieht sich über mehrere Kilometer durch das Tal und reicht an vielen Stellen bis an die bewaldeten Hänge der umliegenden Hügel. Dadurch wirkt die Stadt trotz ihrer industriellen Vergangenheit überraschend grün.

Geografisch befindet sich Zlin am Übergang zwischen mehreren historischen und kulturellen Landschaften. Nördlich beginnt die Mährische Walachei, südlich schließt sich die Mährische Slowakei an. Auch die fruchtbare Hanna-Ebene ist nicht weit entfernt. Diese Lage macht Zlin zu einem geeigneten Ausgangspunkt für Ausflüge in unterschiedliche Regionen Ostmährens.

Zlin ist heute Verwaltungssitz der Region Zlín und bildet gemeinsam mit dem westlich gelegenen Otrokovice einen zusammenhängenden städtischen Raum. Durch die lang gestreckte Lage im Dřevnice-Tal unterscheiden sich die Wege und die Struktur deutlich von kompakteren historischen Städten.

Von der mittelalterlichen Siedlung zur Industriestadt

Zlin wurde 1322 erstmals schriftlich erwähnt. Über viele Jahrhunderte blieb der Ort eine kleine Marktstadt, deren Bevölkerung hauptsächlich von Landwirtschaft, Handwerk und regionalem Handel lebte. Zu den traditionellen Gewerben gehörten die Tuchherstellung, die Töpferei und die Schuhmacherei.

Der entscheidende Wandel begann 1894. In diesem Jahr gründeten die Geschwister Tomáš, Antonín und Anna Baťa in Zlin eine Schuhfabrik. Aus dem kleinen Betrieb entstand innerhalb weniger Jahrzehnte eines der bedeutendsten Schuhunternehmen der Welt.

Besonders unter Tomáš Baťa wurde das Unternehmen kontinuierlich modernisiert. Neue Produktionsmethoden, eine klare Arbeitsorganisation und international ausgerichtete Vertriebsstrukturen ermöglichten ein schnelles Wachstum. Gleichzeitig investierte Baťa in die Entwicklung der gesamten Stadt.

Zlin sollte nicht nur ein Produktionsstandort sein. Es entstand ein umfassendes Modell, in dem Arbeiten, Wohnen, Bildung, Gesundheit, Einkauf und Freizeit eng miteinander verbunden waren. Das Unternehmen ließ Wohnhäuser für seine Beschäftigten, Schulen, Krankenhäuser, Sportanlagen, Geschäfte und kulturelle Einrichtungen bauen.

Aus einer Kleinstadt mit wenigen Tausend Einwohnern wurde dadurch in kurzer Zeit eine moderne Industriemetropole.

Tomáš Baťa und seine Idee einer modernen Stadt

Tomáš Baťa war nicht nur Unternehmer, sondern auch Bürgermeister von Zlin. Seine Vorstellungen von wirtschaftlicher Entwicklung, persönlicher Verantwortung und effizienter Stadtplanung beeinflussten das tägliche Leben der Einwohner.

Die Stadt wurde nach funktionalen Prinzipien gegliedert. Fabriken, Wohnviertel, Schulen und öffentliche Gebäude erhielten klar definierte Standorte. Gleichzeitig sollten Grünflächen, Gärten und breite Freiräume für eine möglichst hohe Lebensqualität sorgen.

Dieses Modell wurde später auch auf andere Baťa-Standorte übertragen. In mehreren Ländern entstanden Fabrikstädte und Arbeitersiedlungen, die sich an Zlin orientierten. Die mährische Stadt wurde dadurch zu einem internationalen Vorbild für moderne Industrie- und Unternehmensstädte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen verstaatlicht. 1949 erhielt die Stadt zu Ehren des kommunistischen Staatspräsidenten Klement Gottwald den Namen Gottwaldov. Erst am 1. Januar 1990 wurde der historische Name Zlín wieder eingeführt.

Die charakteristische Baťa-Architektur

Das wichtigste Erkennungsmerkmal Zlins ist die sogenannte Baťa-Architektur. Viele Gebäude folgen einem standardisierten Konstruktionsprinzip aus Stahlbeton, roten Backsteinen und großen Fensterflächen.

Die Fabriken wurden in einem regelmäßigen Raster errichtet. Dieses System erleichterte eine schnelle und kostengünstige Bauweise. Gleichzeitig konnten Gebäude je nach Bedarf erweitert oder verändert werden.

Die gleiche Formensprache findet sich nicht nur in den Fabrikhallen. Auch Schulen, Verwaltungsgebäude, Kaufhäuser, Wohnhäuser und gesellschaftliche Einrichtungen wurden nach funktionalistischen Prinzipien gestaltet.

Zu den wichtigsten Architekten der Stadt gehörten František Lýdie Gahura und Vladimír Karfík. Sie entwickelten zahlreiche Gebäude, die das Erscheinungsbild Zlins bis heute bestimmen.

Charakteristisch ist außerdem die Verbindung von Architektur und Landschaft. Zwischen den Häusern blieben Gärten, Grünstreifen und freie Flächen erhalten. Die aufgelockerte Bauweise unterscheidet Zlin deutlich von dicht bebauten Industriestädten anderer Regionen.

Das Baťa-Hochhaus und das berühmte Aufzugbüro

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört das Baťa-Hochhaus, das auch als Gebäude 21 bezeichnet wird. Der 77,5 Meter hohe Bau wurde in den 1930er-Jahren als Verwaltungsgebäude des Baťa-Konzerns errichtet.

Das Hochhaus galt bei seiner Fertigstellung als eines der modernsten Verwaltungsgebäude Europas. Es verfügte über fortschrittliche technische Anlagen, flexible Arbeitsräume und eine durchdachte Organisation der einzelnen Abteilungen.

Die außergewöhnlichste Attraktion ist das bewegliche Büro des Unternehmenschefs. Der vollständig eingerichtete Raum befindet sich in einem großen Aufzug und konnte zwischen den verschiedenen Stockwerken bewegt werden. Dadurch war es möglich, die einzelnen Abteilungen direkt aus dem Büro heraus zu kontrollieren.

Heute kannst du Teile des Gebäudes besichtigen. Von der Aussichtsterrasse eröffnet sich ein weiter Blick über das ehemalige Fabrikareal, das Stadtzentrum und die umliegenden Hügel.

Das Tomáš-Baťa-Denkmal

Das Tomáš-Baťa-Denkmal (Památník Tomáše Bati) zählt zu den bedeutendsten funktionalistischen Bauwerken Zlins. Es wurde nach dem Tod des Unternehmers errichtet, der 1932 bei einem Flugzeugunglück ums Leben kam.

Der von František Lýdie Gahura entworfene Bau besteht im Wesentlichen aus Glas, Beton und Stahl. Seine offene, streng geometrische Architektur erinnert bewusst an die konstruktiven Prinzipien der Baťa-Fabriken.

Im Inneren steht eine Nachbildung des Flugzeugs, mit dem Tomáš Baťa verunglückte. Die zurückhaltende Gestaltung des Gebäudes konzentriert sich auf Raum, Licht und Konstruktion. Dadurch unterscheidet sich das Denkmal deutlich von traditionellen repräsentativen Gedenkbauten.

Das ehemalige Baťa-Fabrikareal

Das frühere Fabrikgelände gehört zu den eindrucksvollsten Bereichen der Stadt. Die regelmäßig angeordneten Backsteingebäude tragen bis heute Nummern, die ursprünglich der Orientierung innerhalb des weitläufigen Produktionskomplexes dienten.

Nach dem Ende der klassischen Schuhproduktion wurden zahlreiche Gebäude saniert und neu genutzt. Heute findest du dort Büros, Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Kulturangebote, Restaurants und Veranstaltungsräume.

Ein Rundgang durch das Gelände vermittelt besonders anschaulich, wie eng die industrielle Produktion und die städtische Entwicklung miteinander verbunden waren. Die einheitliche Architektur macht das Areal zugleich zu einem interessanten Ziel für Stadtfotografie.

Das 14|15 Baťa-Institut

Zwei ehemalige Fabrikgebäude beherbergen heute das 14|15 Baťa-Institut (14|15 Baťův institut). Der Kulturkomplex zählt zu den wichtigsten Anlaufstellen für alle, die sich intensiver mit der Geschichte Zlins beschäftigen möchten.

Im Museum Südostmährens erfährst du mehr über das Unternehmen Baťa, die Schuhproduktion und die Entwicklung der Stadt. Historische Maschinen, Schuhe, Fahrzeuge, Werbematerialien und Alltagsgegenstände zeigen, wie umfassend der Konzern organisiert war.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Zlíner Filmstudios sowie den Reisen von Jiří Hanzelka und Miroslav Zikmund. Die beiden tschechoslowakischen Weltreisenden dokumentierten ihre Expeditionen mit Texten, Fotografien und Filmen.

Im gleichen Gebäudekomplex befindet sich die Regionale Galerie der Bildenden Künste. Ihre Sammlungen und Ausstellungen greifen unter anderem die Themen moderne Kunst, Architektur, Design und regionale Kulturgeschichte auf.

Baťa-Häuser und moderne Wohnviertel

Die kleinen Baťa-Häuser gehören zu den charakteristischsten Elementen der Stadt. Sie wurden als standardisierte Wohngebäude für Beschäftigte des Unternehmens errichtet.

Typisch sind schlichte Backsteinfassaden, kompakte Grundrisse und eigene Gartenflächen. Es entstanden unterschiedliche Haustypen für einzelne Familien, Doppelhaushälften oder mehrere Wohneinheiten.

Die Häuser wurden bewusst in grünen, aufgelockerten Siedlungen angeordnet. Dadurch sollten die Bewohner in der Nähe ihrer Arbeitsplätze leben und gleichzeitig Zugang zu Licht, Luft und Natur erhalten.

Besonders gut lässt sich diese Stadtplanung in den Wohnvierteln Letná, Zálešná, Nad Ovčírnou und Díly erkennen. Bei einem Spaziergang solltest du beachten, dass viele Häuser bis heute bewohnt sind und keine öffentlich zugänglichen Sehenswürdigkeiten darstellen.

Villen und repräsentative Wohnarchitektur

Neben den standardisierten Arbeiterhäusern entstanden in Zlin auch mehrere bedeutende Villen. Sie zeigen, wie unterschiedlich funktionalistisches Wohnen interpretiert werden konnte.

Die Tomáš-Baťa-Villa war das Wohnhaus des Unternehmensgründers. Das Gebäude verbindet repräsentative Elemente mit einer vergleichsweise sachlichen Gestaltung und ist eng mit der persönlichen Geschichte der Familie Baťa verbunden.

Die Villa des Weltreisenden Miroslav Zikmund ist ein weiteres wichtiges Beispiel moderner Wohnarchitektur. Das Haus bewahrt Teile der Einrichtung, der Bibliothek und der Sammlungen des berühmten Reisenden.

Auch die Villa von Jan Antonín Baťa sowie weitere Häuser von Unternehmern, Architekten und leitenden Beschäftigten ergänzen das architektonische Gesamtbild der Stadt.

Zlin als Stadt des Films

Zlin besitzt eine lange Filmtradition. Die Filmstudios wurden in den 1930er-Jahren gegründet, um Werbe- und Lehrfilme für das Unternehmen Baťa zu produzieren.

Später entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Zentrum des Kinder-, Animations- und Trickfilms. Filmschaffende wie Karel Zeman und Hermína Týrlová prägten die tschechoslowakische Filmgeschichte mit fantasievollen und technisch innovativen Produktionen.

Bis heute erinnert das Zlín Film Festival an diese Tradition. Das Festival konzentriert sich auf Filme für Kinder und Jugendliche und gehört zu den bekanntesten Kulturveranstaltungen der Stadt.

Die Filmgeschichte ist damit neben der Baťa-Architektur eines der wichtigsten kulturellen Themen Zlins.

Zoo Zlin und Schloss Lešná

Der Zoo Zlin (Zoo Zlín) liegt im Stadtteil Štípa nördlich des Zentrums. Er gehört zu den beliebtesten Tierparks Tschechiens und ist ein bedeutendes Ausflugsziel für Familien.

Das weitläufige Gelände ist in unterschiedliche geografische Bereiche gegliedert. Die Tieranlagen sind in einen Landschaftspark mit alten Bäumen, Wasserflächen und Spazierwegen eingebettet.

Im Zentrum des Zoogeländes steht das Schloss Lešná (Zámek Lešná). Der historistische Bau entstand Ende des 19. Jahrhunderts und besitzt reich ausgestattete Innenräume. Bei einer Besichtigung kannst du Möbel, Kunsthandwerk und Sammlungsstücke der ehemaligen Besitzer entdecken.

Für den Zoo und das Schloss solltest du einen großen Teil des Tages einplanen. Beide Ziele liegen deutlich außerhalb des eigentlichen Stadtzentrums.

Burg Malenowitz

Die Burg Malenowitz (Hrad Malenovice) befindet sich im westlichen Stadtgebiet. Sie wurde im Mittelalter gegründet und später mehrfach umgebaut.

Die Anlage verbindet gotische, renaissancezeitliche und spätere Bauelemente. Damit bildet sie einen starken Kontrast zur funktionalistischen Architektur im Zentrum von Zlin.

In der Burg werden Ausstellungen zur regionalen Geschichte, zum Handwerk und zum Leben in früheren Jahrhunderten gezeigt. Von Teilen der Anlage bietet sich zudem ein Blick über den Stadtteil Malenowitz und die umliegende Landschaft.

Parks und grüne Stadtbereiche

Trotz seiner industriellen Vergangenheit besitzt Zlin zahlreiche Grünflächen. Die Stadtplanung sah von Beginn an Gärten, Parks und bewaldete Hänge als wichtigen Bestandteil der Wohnqualität vor.

Der Komenský-Park (Park Komenského) liegt direkt im Zentrum und eignet sich für eine Pause zwischen den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Wege, Rasenflächen und Sitzmöglichkeiten machen ihn zu einem beliebten Aufenthaltsort.

Der Zentralpark Südliche Hänge (Centrální park Jižní Svahy) befindet sich in einem größeren Wohngebiet. Er bietet Spazierwege, Sportmöglichkeiten, Spielbereiche und naturnahe Flächen.

Da die Stadt unmittelbar von Hügeln umgeben ist, gelangst du aus vielen Vierteln schnell in die Landschaft. Wander- und Radwege führen durch Wälder, über Anhöhen und zu Aussichtspunkten oberhalb des Dřevnice-Tals.

Kultur, Universität und modernes Stadtleben

Zlin ist nicht nur eine ehemalige Industriestadt, sondern auch ein regionales Kultur- und Bildungszentrum. Die Tomáš-Baťa-Universität bringt viele junge Menschen in die Stadt und setzt Schwerpunkte in Design, Technologie, Wirtschaft und Medien.

Zu den wichtigsten Kulturinstitutionen gehören das Stadttheater und die Bohuslav-Martinů-Philharmonie. Kunstausstellungen, Konzerte, Filmveranstaltungen und Designprojekte knüpfen häufig an die moderne Tradition der Stadt an.

Das heutige Zlin verbindet dadurch Industriegeschichte mit einem jungen, kreativen Umfeld. Ehemalige Fabrikgebäude werden für neue Unternehmen, Hochschulprojekte, Veranstaltungen und gastronomische Angebote genutzt.

Ausflüge in die Umgebung von Zlin

Zlin ist ein guter Ausgangspunkt, um weitere Ziele Ostmährens zu entdecken. Besonders nah liegt Wisowitz (Vizovice), das für sein Schloss und seine Tradition der Obstverarbeitung bekannt ist.

Der Kurort Bad Luhatschowitz (Luhačovice) verbindet Heilquellen mit einer außergewöhnlichen Architektur. Besonders bekannt sind die farbenfrohen Gebäude des Architekten Dušan Jurkovič.

Auch Kremsier (Kroměříž) lässt sich von Zlin aus erreichen. Die Stadt ist für das erzbischöfliche Schloss, den Blumengarten und den Schlossgarten bekannt.

Für einen längeren Ausflug bieten sich die Mährische Walachei, Rosenau unter dem Radhoscht (Rožnov pod Radhoštěm) und die Bergsiedlung Pustewny (Pustevny) an. Dort erwarten dich traditionelle Holzbauten, Freilichtmuseen und Wanderwege in den Beskiden.

Wie viel Zeit solltest du für Zlin einplanen?

Für die wichtigsten Architekturziele im Zentrum solltest du mindestens einen vollständigen Tag einplanen. Das ehemalige Fabrikareal, das Baťa-Hochhaus, das Tomáš-Baťa-Denkmal und das 14|15 Baťa-Institut liegen relativ nah beieinander und lassen sich gut miteinander verbinden.

Für den Zoo Zlin und das Schloss Lešná benötigst du zusätzlich mehrere Stunden. Auch die Burg Malenowitz befindet sich außerhalb des unmittelbaren Zentrums.

Eine Aufenthaltsdauer von zwei Tagen ist daher ideal, wenn du die wichtigsten Seiten der Stadt kennenlernen möchtest. Mit zusätzlichen Wanderungen oder Ausflügen nach Bad Luhatschowitz, Wisowitz oder Kremsier lohnt sich auch ein längerer Aufenthalt.

Kurzinfos

  • Deutscher Name: Zlin
  • Tschechischer Name: Zlín
  • Region: Region Zlín
  • Landesteil: Mähren
  • Erste schriftliche Erwähnung: 1322
  • Früherer Name: Gottwaldov von 1949 bis 1989
  • Prägende Persönlichkeit: Tomáš Baťa
  • Bekanntestes Wahrzeichen: Baťa-Hochhaus – Gebäude 21
  • Architektonische Besonderheit: Funktionalistische Baťa-Architektur mit roten Backsteinfassaden
  • Wichtige Museen: Museum Südostmährens und Regionale Galerie im 14|15 Baťa-Institut
  • Beliebtes Familienziel: Zoo Zlin und Schloss Lešná
  • Empfohlene Aufenthaltsdauer: Ein bis zwei Tage
  • Geeignet für: Architektur, Industriekultur, Design, Filmgeschichte, Familien und Stadtfotografie
  • Nahe Ausflugsziele: Bad Luhatschowitz, Wisowitz, Kremsier und die Mährische Walachei